BDSM Themen in Kunst und Literatur

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Wildruebe
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Re: BDSM Themen in Kunst und Literatur

Beitrag von Wildruebe »

@Gwenyvere: Das Buch "Das Lob der Peitsche" geht auf BDSM-Elemente in Leben und Werk einiger bedeutender Schriftsteller ein (u.a. James Joyce, Marcel Proust, Algernon Swinburne). Ich kann das zum CT für den Grabbeltisch mitbringen (haut mich, wenn ich es vergesse :wink: )

neurotoxin
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Re: BDSM Themen in Kunst und Literatur

Beitrag von neurotoxin »

Opus Pistorum von Henry Miller (OK, man ist sich da nicht so ganz sicher... aber unter dem Namen findet man's) bliebe da noch zu nennen. Ist schon teils recht pornografisch und direkt und auch nicht immer so ganz non-noncon. (Und zudem aus meiner Sicht leider auch meist die falsche Geschlechterrollenverteilung. ;)), mein Fall war's jetzt nicht so, hab es darum auch nicht vollständig gelesen, aber vielleicht gefällt's ja dem einen oder anderen hier. Ist auch kein richtiger Roman an sich, der Handlungsfaden darf als notwendiges Übel um Sexszenen unterzubringen betrachtet werden.

Gwenyvere
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Re: BDSM Themen in Kunst und Literatur

Beitrag von Gwenyvere »

Wildruebe hat geschrieben:@Gwenyvere: Das Buch "Das Lob der Peitsche" geht auf BDSM-Elemente in Leben und Werk einiger bedeutender Schriftsteller ein (u.a. James Joyce, Marcel Proust, Algernon Swinburne). Ich kann das zum CT für den Grabbeltisch mitbringen (haut mich, wenn ich es vergesse :wink: )
Würde mich freun wenn du drann denkst :) *vorträglichpoke*

Also "In Leder gebunden" kam am Samstag schon an, und hab natürlich schon ein wenig drinn rumgestöbert. Sehr viele Epochen abgedeckt, zum Beispiel Minnesang, wo ich mir gerne in der Uni auch schon so meinen Teil zu gedacht habe, und bisher zumindestens ein Text der zwar nicht so 100% con ist, aber ic denke von den meisten hier akzeptiert werden würde. Gut ist auch dass Textausschnitte komplett mit abgedruckt sind.
Was mich manchmal nervt ist die Mischung aus wissenschaftlicher Sprache und flapsigen Kommentaren á la "es wird keine Übersetzung abgedruckt, denn wer kein Mittelhochdeutsch versteht ist sowieso zu jung für den Text". Manche Dinge sind aus meiner Sicht arg überinterpretiert, und die non-con Texte überwiegen bisher bei weitem.
Vielleicht schreib ich am Ende ja mal ne Rezension darüber. Die auf Amazon sind bisher nicht sooo aussagekräftig.

Onyk
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Re: BDSM Themen in Kunst und Literatur

Beitrag von Onyk »

Interessantes Thema, vor allem sind die Wurzeln die am Anfang besprochen wurden auch etwas worüber ich oft nachdenke.
Ich denke auch das wir uns ziemlich von unseren Wurzeln los gelöst haben und viele eher Tendenzen zu etwas wie BDSM leugnen (auch sich selbst gegenüber) und somit nicht sie selbst sind oder eben nur ein Schatten ihrer selbst, ein moralisch/politisch korrektes Teilbild.
Ich bin der Meinung das vieeeeeeel mehr Menschen einen Hang dazu haben und eben nur einige diese Seite aktzeptieren gelernt haben.

Ich finde in diesem Zusammenhang auch die Inquisition sehr interessant, natürlich ging das viel zu weit und kann wirklich nicht als etwas kulturell wertvolles bezeichnet werden so wie die Menschen bis aufs Blut gefoltert und verbrannt haben. Aber die Parallelen gerade was die Erfundenen "Werkzeuge" dieser dunklen Epoche Europas angeht, sind nicht von der Hand zu weisen.

Achso ich wollte auch noch Kunst empfehlen, aber dabei handelt es sich um Zeichnungen, keine Ahnung ob das mit ins Thema passt.

Loic_Dubigeon ist oder war ein sehr begabter Zeichner des letzten Jhd. viel BDSM Bezug.
Guido Crepax wäre auch noch zu nennen, ist zwar nicht so richtig mein Fall, aber BDSM on mass

LibertasA(r)mandi
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Re: BDSM Themen in Kunst und Literatur

Beitrag von LibertasA(r)mandi »

Ich hätte da eine Szene aus Shakespeare's Sommernachtstraum entdeckt, wo Helena gerade etwas masochistisch daherredet, weil Demetrius ihre Liebe nicht erwidert:
Helena.
Und eben darum lieb ich Euch nur mehr!
Ich bin Eur Hündchen, und, Demetrius,
Wenn Ihr mich schlagt, ich muß Euch dennoch schmeicheln.
Begegnet mir wie Eurem Hündchen nur,
Stoßt, schlagt mich, achtet mich gering, verliert mich:
Vergönnt mir nur, unwürdig, wie ich bin,
Euch zu begleiten. Welchen schlechtern Platz
Kann ich mir wohl in Eurer Lieb erbitten
(Und doch ein Platz von hohem Wert für mich),
Als daß Ihr so wie Euren Hund mich haltet?

oder das ganze auch English (<3):
HELENA
And even for that do I love you the more.
I am your spaniel; and, Demetrius,
The more you beat me, I will fawn on you:
Use me but as your spaniel, spurn me, strike me,
Neglect me, lose me; only give me leave,
Unworthy as I am, to follow you.
What worser place can I beg in your love,--
And yet a place of high respect with me,--
Than to be used as you use your dog?
Don't criticize what you can't understand. -Bob Dylan

Krabbelkäfer
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Re: BDSM Themen in Kunst und Literatur

Beitrag von Krabbelkäfer »

Während der Proben für eine Schultheateraufführung ist das "Ich bin dein Hund, Demetrius, dein Spaniel!" (wohl nach einer anderen Übersetzung) ein running gag geworden.

Falls auch zeitgenössische Kunst in Frage kommt: die Photographen Joel-Peter Witkin und Robert Gregory Griffeth enthalten teilweise BDSM-Elemente wie Masken, oder auch einfach die Ausstrahlung der gesamten Fotos wirkt irgendwie passend.. An sich sind diese Elemente aber eher Mittel zum Zweck, die Photographien sind insbesondere bei ersterem oft ziemlich verstörend.
Zusätzlich lassen sich in Photographien von Jan Saudek manchmal auch entsprechende Elemente finden.

Ich bin mir nicht sicher, wie jugendfrei das alles eingestuft wird, darum lasse ich es ohne Verlinkungen hier stehen.

Nebensonne
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Re: BDSM Themen in Kunst und Literatur

Beitrag von Nebensonne »

Ich habe schon an anderer Stelle auf Goethe verwiesen, der besonders in "Der Gott und die Bajadere" und dem literarisch völlig misslungenen Frühwerk "Lili's Park" sowohl sadistische als auch masochistische Phantasien thematisiert. Auch das berühmte "Heidenröslein" lässt sich unter diesem Aspekt völlig neu interpretieren. In der modernen Literatur ist Elfriede Jelineks "Die Klavierspielerin" eine faszinierende Auseinandersetzung mit dem Thema - geschrieben von einer feministischen Schriftstellerin mit großen Vorbehalten gegenüber ihren eigenen Phantasien.
"Wer keine Kraft zum Traum hat, hat keine Kraft zum Leben." Ernst Toller (1893-1939)

Els
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Re: BDSM Themen in Kunst und Literatur

Beitrag von Els »

Weitere klassische Literatur fällt mir jetzt nicht ein. An Kunst, im weiteren Sinne vielleicht Shibari. Da gibts ja teilweise auch hübsche Bilder und die Fesslungen würde ich schon als Kunst bezeichnen.
An aktueller Literatur kann ich Mädchenmörder von Thea Dorn empfehlen. Eine junge Frau in den Händen eines gut aussehenden sadistischen Entführers. Eigentlich ist es ja ein Thriller, aber es verursacht schon ordentlich Kopfkino :-D

Liebe Grüße
Els
Gleich =)

Shadana
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Re: BDSM Themen in Kunst und Literatur

Beitrag von Shadana »

Ich finde die Shades of Grey Trilogie von E. L. James ist ein Musterbeispiel für BDSM in der Literatur. Alle drei Bände sind echt gut geschrieben und es gibt viele interessante Spielzeuge.

Nebensonne
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Re: BDSM Themen in Kunst und Literatur

Beitrag von Nebensonne »

Sehr seltsam aber interessant: Peter Weiss - Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspieltgruppe des Hospizes zu Charenton unter Antleitung des Herrn de Sade
"Wer keine Kraft zum Traum hat, hat keine Kraft zum Leben." Ernst Toller (1893-1939)

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