Warum gibt es soviel FemDom in den Medien?

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EmeraldStrawberry
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Warum gibt es soviel FemDom in den Medien?

Beitrag von EmeraldStrawberry »

Hallo zusammen!
Also das klingt vielleicht blöd, aber das ist eine Sache die mich ziemlich wundert und ich wollte mal eure Meinung dazu hören. Also wenn ich hier so im Forum Dinge lese oder mich auf anderen Seiten umschaue wo Leute Kommentare und Ähnliches schreiben, denke ich, dass es einen ziemlich hohen Anteil an männlichen Doms und weiblichen Subs gibt, also dass in den meisten Fällen Männer dominant und Frauen devot sind.
Warum sieht man dann aber im Fernsehen fast nur Diskussionen, Beiträge etc. über Dominas? Warum sind diese klischeehaften Frauen mit Peitschen in der Hand so oft eine Art "Darstellung" für SM?
Wenn man bei Youtube "FemDom" eingibt findet man ziemlich viele Videos, gibt man aber "MaleDom" ein, sind es nur eine Hand voll.
Das passt doch irgendwie nicht zusammen.
Wie seht ihr das?
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Endurion
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Beitrag von Endurion »

Weil die Öffentlichkeit nunmal nicht gerne Männer sieht die Frauen hauen :P
Andersrum ist das wieder was anderes, die Männer findens geil und die Frauen jubeln weils ein Mann ist der ein paar verpasst kriegt - ergo das Volk ist zufrieden.

Kerewin

 

Beitrag von Kerewin »

Jepp, in erster Linie gehts um politische Korrektheit.
Eine starke Frau ist seit der Frauenbewegung sehr wünschenswert.
Ein starker Mann mit schwachem Weibchen dagegen ist nicht gern gesehen.

Ergo sind es nicht 'sehr viele dominante Frauen', die wir zu sehen bekommen, sondern sehr wenig dominante Männer.

Marius
Inaktiv, über Altersgrenze
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Registriert: 14. Jan 2007 00:45

 

Beitrag von Marius »

Ich denke auch, dass primär mal eine submissive Frau immer nach Ausbeutung und Porno riecht. Eine Frau in den Medien zu zeigen die gerne geschlagen wird, ist ziemlich problematisch.


Zweitens ist es das viel interessantere Tabu: warum lassen sich manche Männer gerne dominieren?
Andersrum ist unserem Rollenverständnis nach immer noch ziemlich selbstverständlich: der Mann gibt der Frau finanzielle Sicherheit, und sie erfüllt ihm umgekehrt seine schmutzigen sexuellen Fantasien. Umgekehrt ist das nach wie vor schwer vorstellbar.

Skoll
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Registriert: 16. Okt 2007 19:55

 

Beitrag von Skoll »

Die Propagierung des weiblichen Masochismus durch Männer ist ein Angriff, durch Frauen ist es Kollaboration mit dem Feind.
Ein Ausspruch (von Alice Schwarzer?) in der EMMA.

Abgesehen davon denke ich ist es für Fernsehsender auch leichter und vor allem für die Zuschauer erträglicher Dominas zu zeigen am besten bei besonders extrem und bizarr anmutenden Praktiken, weil auf diese Weise eine starke Distanz geschaffen wird und die Zuschauer beruhigt sagen können:"Gott sei dank sind wir normal und nicht pervers."
(Wie z.B. der Bericht in der NEON in dem neben normalen Praktiken auch seltene Chirurgische Klinikspiele erwähnt werden die auch BDSMler abschrecken könnten.)(http://www.neon.de/kat/fuehlen/sex/168012.html)

Ausserdem sind Dominas in den Augen vieler Menschen dasselbe wie Prostituierte was es noch leichter macht BDSM weit weg in die Schmuddelecke zu stellen.
Nach dem Motto:"Frauen machen sowas nur für Geld, und dass Männer Schweine sind wussten wir schon lange."
Everybody has his sweet little perversion.
What's yours?

Hackfleischkannibale
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Beitrag von Hackfleischkannibale »

Ich würde schätzen, dass es (zusätzlich zu den bereits ausgeführten Punkten) vor allem daran liegt, dass die einzig wirklich häufige Prostitutionsart bei BDSM halt Dominas sind (geraten, ich habe weder Zahlen noch Erfahrung) und weder das sehr intime Privatleben von SMlern noch Playparties, die sich allem Anschein nach sowieso mit Händen und Füßen gegen Spanner wehren, besonders viel Medienaufmerksamkeit vertragen - eine Domina zieht daraus wahrscheinlich eher noch Vorteile.
Nothing in life has any business being perfect:
It's an affront to anyone with good taste.

EmeraldStrawberry
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Registriert: 27. Dez 2007 02:22

 

Beitrag von EmeraldStrawberry »

Okay das macht alles einen Sinn. Trotzdem kann ichs nicht nachvollziehen. Für mich ist halt jemanden schlagen oder hauen oder wie auch immer egal ob es jetzt sexuell oder gewaltsam ist, immer das Gleiche. Und wenn Frauen (nicht Dominas) gegen Männer gewalttätig sind, wird das in Filmen viel zu sehr verharmlost finde ich, das ist eigentlich ziemlich unfair. Und irgendwie muss die Menschheit doch mal mitbekommen, dass das bei uns "Perversen" keine Gewalt ist (egal ob M/f, M/m, F/f oder F/m...
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glip
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Beitrag von glip »

Muss hier dem Kannibalen zustimmen, das ist vermutlich sogar der Hauptgrund... die Szene will ihre Ruhe haben, vor allem weil die Medienberichte ja sogut wie immer nicht besonders schmeichelhaft sind. Die einzigen, die da bereit sind etwas weiter in die Öffentlichkeit zu gehen sind die Professionellen, vermutlich auch, weil sie etwas mehr Distanz zum Thema besitzen....

Pergor
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Beitrag von Pergor »

Ich hab' mal eine Reportage gesehen, vielleicht werden sich einige erinnern, wenn einer vom Kölner Stammi hier ist, der sie auch gesehen hat, kann er oder sie ja vielleicht mal sagen, welche das war, bei der ein Pärchen gezeigt wurde, bei dem die Frau den submissiven Part übernahm - als Gedächtnisstütze: Die Frau hatte eine Glatze und viele Piercings.

Leider weiß ich nicht mehr, welche Reportage das war, aber da wurde in mehreren Beispielen sowohl die eine, wie auch die andere Weise gezeigt.

Nur mal so als Gegenbeispiel...
die welt ist laut,
laut ist schön.
Ernst Jandl

glip
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Registriert: 2. Dez 2003 23:12

 

Beitrag von glip »

Jup, kenn ich galub ich, das war aber halt auch wirklich mal aus dem Privatleben.... und halt nix professionelles.... aber imo ist die Zahl solcher Reportagen verschhwindend gering (und waren das nicht 3 Erzählstränge, wo natürlich auch die obligatorische Profi-Domina dabei war?)

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