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Cool da gehts um uns :)

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Munro
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Re: Cool da gehts um uns :)

Beitrag von Munro » 5. Jul 2014 13:36

Ernie hat geschrieben: Ich sehe nicht, dass er dir zustimmt. Und auch nicht, dass das das Worst-Case-Szenario wäre, eher die konsequente Fortsetzung, wenn man BDSM für psychisch krank hält. Weswegen es sehr wichtig ist, dass wir als "normale" Gruppe anerkannt werden.
Dann musst du genauer hinschauen. "Kann" = "es ist möglich"; "der Schritt ist nicht mehr weit" = "es ist möglich, dass er nicht gegangen wird". Letztendlich haben wir beide eine eindeutige Formulierung vermieden und Alternativen offen gelassen, deswegen widerspricht es sich nicht. Nur die Wahrscheinlichkeiten und Konsequenzen sehen wir anders.

Mit allzu viel Logik würde ich es bei solchen Haltungen wie der Kommentar-Autoren hier auch nicht versuchen. Die Ablehnung stammt eher aus irgendwelchen diffusen Ängsten und Ablehnungen vor Andersartigem. Die werden dann ausgedrückt, um sich den Druck von der Seele zu schreiben. Für das, was du als konsequent bezeichnest, müssten sich die Personen länger mit dem Thema auseinandersetzen, was die wenigsten wohl machen, denn: Am Ende ist es selbst denen egal. Das war der Aufreger des Tages, morgen gibt es den nächsten, beispielsweise den Hund des Nachbarn.
Ernie hat geschrieben: Und wenn man zwangsgeoutet wird? Das gibt es ja auch. Dann läuft dein Expartner herum und erzählt, dass du auf die kranken Sachen stehst und plötzlich schließen sich dir Türen für Jobs und Ämter. "Tut mir Leid, aber ein Sadist darf unsere Kinder nicht betreuen." Deine Argumentation geht von einer idealen Situation aus, die geht aber schnell dauerhaft kaputt.
Auch hier genügt Toleranz, letztendlich eine Haltung, die manchen Menschen eher zukommt als anderen. Übermäßig besorgte Eltern finden immer Wege, ihre Besorgnis scheinbar handfest auszudrücken, und sei es bei Kindergärtnern einfach nur, dass sie männlich sind, also möglicherweise pädophil. Darüber gab es neulich erst einen Artikel bei der Zeit. Erklären sich jetzt neuerdings Männer, dass sie psychisch in Ordnung sind?

Aus dem Problem, dass manche Menschen uns für krank halten gibt es ja nur diesen direkten Ausweg: Ihnen erklären, dass wir nicht krank sind. Dass das erfolgreich ist, halte ich für ziemlich unmöglich. Ich würde entsprechend niemals auf den Vorwurf, psychisch krank zu sein, mit dem Versuch reagieren, diesen Vorwurf auszuräumen. Genauso wenig wie Kindergärtner erklären, dass sie nicht pädophil sind, oder Politiker, dass sie nicht geistesgestört sind (das war ernst gemeint). Die zweite Lösung ist die biologische, die dritte das, was u.a. die SMJG tut: Anwesenheit zeigen, hier ein Zeitungsartikel unterstützen, da eine Reportage. Das stellt langfristig Normalität her, damit verschwinden dann auch Vorurteile. Aber wieder sind die Adressaten nicht diejenigen, die jetzt im Kindergarten besorgt sind vor SMlern oder sich in Kommentarspalten einen runterholen.

Die für uns relevante Diskussion über psychische Probleme und SM findet in der Fachwelt statt. Und je mehr SMler und SM-Tolerante in diese Fachwelt vordringen, desto vorurteilsfreier wird das Thema dort sicher diskutiert. In Bezug auf die Öffentlichkeit genügt eine Darstellung wie: Wir sind hier, und uns ist egal, ob ihr glaubt, wir wären krank.

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Ernie
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Re: Cool da gehts um uns :)

Beitrag von Ernie » 5. Jul 2014 14:06

Munro hat geschrieben:Dann musst du genauer hinschauen. "Kann" = "es ist möglich"; "der Schritt ist nicht mehr weit" = "es ist möglich, dass er nicht gegangen wird". Letztendlich haben wir beide eine eindeutige Formulierung vermieden und Alternativen offen gelassen, deswegen widerspricht es sich nicht. Nur die Wahrscheinlichkeiten und Konsequenzen sehen wir anders.

Das ist doch Widerspruch? :wink:

Munro hat geschrieben:Mit allzu viel Logik würde ich es bei solchen Haltungen wie der Kommentar-Autoren hier auch nicht versuchen. Die Ablehnung stammt eher aus irgendwelchen diffusen Ängsten und Ablehnungen vor Andersartigem. Die werden dann ausgedrückt, um sich den Druck von der Seele zu schreiben. Für das, was du als konsequent bezeichnest, müssten sich die Personen länger mit dem Thema auseinandersetzen, was die wenigsten wohl machen, denn: Am Ende ist es selbst denen egal. Das war der Aufreger des Tages, morgen gibt es den nächsten, beispielsweise den Hund des Nachbarn.
Ja, das stimmt, aber du versteifst dich wieder auf die Kommentatoren, dabei warst du es, der die Diskussion ausgeweitet hat:
Munro hat geschrieben:Ich sehe sowieso keinen Grund, Akzeptanz zu suchen außerhalb derjenigen Menschen, die uns persönlich wichtig sind. Und selbst unter denen ist es nicht immer notwendig. Gesellschaftlich genügt uns Toleranz völlig, und da sind solche Artikel und hier und da etwas Öffentlichkeitsarbeit angebracht, auch um unseren Stand zu halten. Menschen, die glauben, unsere Neigungen wären Ausdruck unserer kaputten Psyche, können (und sind es i.d.R. auch) tolerant uns gegenüber sein. Deswegen sehe ich keinen Grund zur Besorgnis.
Munro hat geschrieben:Auch hier genügt Toleranz, letztendlich eine Haltung, die manchen Menschen eher zukommt als anderen. Übermäßig besorgte Eltern finden immer Wege, ihre Besorgnis scheinbar handfest auszudrücken, und sei es bei Kindergärtnern einfach nur, dass sie männlich sind, also möglicherweise pädophil. Darüber gab es neulich erst einen Artikel bei der Zeit. Erklären sich jetzt neuerdings Männer, dass sie psychisch in Ordnung sind?

Aus dem Problem, dass manche Menschen uns für krank halten gibt es ja nur diesen direkten Ausweg: Ihnen erklären, dass wir nicht krank sind. Dass das erfolgreich ist, halte ich für ziemlich unmöglich. Ich würde entsprechend niemals auf den Vorwurf, psychisch krank zu sein, mit dem Versuch reagieren, diesen Vorwurf auszuräumen. Genauso wenig wie Kindergärtner erklären, dass sie nicht pädophil sind, oder Politiker, dass sie nicht geistesgestört sind (das war ernst gemeint). Die zweite Lösung ist die biologische, die dritte das, was u.a. die SMJG tut: Anwesenheit zeigen, hier ein Zeitungsartikel unterstützen, da eine Reportage. Das stellt langfristig Normalität her, damit verschwinden dann auch Vorurteile. Aber wieder sind die Adressaten nicht diejenigen, die jetzt im Kindergarten besorgt sind vor SMlern oder sich in Kommentarspalten einen runterholen.

Die für uns relevante Diskussion über psychische Probleme und SM findet in der Fachwelt statt. Und je mehr SMler und SM-Tolerante in diese Fachwelt vordringen, desto vorurteilsfreier wird das Thema dort sicher diskutiert. In Bezug auf die Öffentlichkeit genügt eine Darstellung wie: Wir sind hier, und uns ist egal, ob ihr glaubt, wir wären krank.

Ich denke, dass du es dir hier zu einfach machst. Gruppen, die nicht akzeptiert werden, laufen permanent Gefahr diskriminiert zu werden.
Auch wenn es mich in den Fingern juckt, werde ich nicht noch einmal die Begründungen wiederholen :wink:
Bei mir darf jeder machen, was ich will.

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Re: Cool da gehts um uns :)

Beitrag von Munro » 5. Jul 2014 14:12

Wenn du einen Widerspruch darin siehst, wenn wir nur Wahrscheinlichkeiten anders beurteilen, dann ist es für dich wohl ein Widerspruch.

Ist jetzt aber auch in Ordnung. Ich habe gerade einen Blick auf die jüngsten Kommentare geworfen und der zu erwartende Gesprächsverlauf ist weitestgehend eingetreten, leider nicht mit einer überzeugenden Darstellung auf unserer Seite. So kann es eben auch laufen.

Wenn du in deiner Neigung gerne akzeptiert werden möchtest von der Allgemeinheit, versuche ruhig, diese Akzeptanz zu erlangen. Mir genügt es, wenn es Leuten einfach egal ist.

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Re: Cool da gehts um uns :)

Beitrag von Wooden Mouse » 30. Aug 2014 00:19

Für einen Artikel in dieser Länge war der hier eigentlich ganz gut, finde ich.
Dass die Kommentare zu einem großen Teil blöd waren, ist schade, war aber zu erwarten. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass BDSM schon viel anerkannter als früher ist, mit der Zeit wird es bestimmt noch ein bisschen besser und Leute die gewisse Themen nicht verstehen wollen, gibt es immer. ;)

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