Prominente BDSMler?

Musik, Filme, Bücher - alles was dort mit BDSM zu tun hat, findet hier seinen Platz

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claire_

Re: Prominente BDSMler?

Beitrag von claire_ »

Danke für die vielen Rückmeldungen :)

Hier noch ein Link, der ebenfalls zum Thema passt, den ich außerhalb vom Forum bekommen habe:
http://www.bild.de/leute/2007/frauen-er ... .bild.html

Mir ist natürlich klar, dass man nicht alle Andeutungen von Personen in dieser Richtung unbedingt ganz ernst nehmen kann, grade auch wegen Publicity und so. Aber bei einigen Outings in anderer Richtung, zB Homosexualität wird ebenfalls offen drüber geredet und das zumeist auch seriös übermittelt.

Meiner Meinung nach sind Liedtexte und Outing ein großer Unterschied... gibt viele andere Szenen, in denen man aus vielen Elementen auf BDSM schließen könnte, obwohl es nichts damit zu tun hat. Selbst wenn sich der Text unverkennbar auf BDSM bezieht: Es gibt genug Menschen, die BDSM interessant finden, ohne es selbst ausleben zu wollen.

Ich verstehe, dass Menschen sagen, dass sie ihr Sexualleben für sich behalten möchten und es niemand Anderen was angeht. Das ist dann so. Aber es gibt vielleicht auch Andere: Wenn man auf BDSM steht, dann liegt einem doch etwas daran und es ist schön zu wissen, dass man mit solchen Neigungen nicht als "krank" abgestempelt wird. Von daher könnte man sich als Berühmtheit auch als Vorbild sehen, und mit einem Outing genau dafür einstehen.
Damit möchte ich nicht sagen, dass es für jeden das Beste wäre, sich zu outen... Aber Aussagen wie: " Ich fände es falsch und unglaubwürdig, wenn jemand einem breiten Publikum verkünden würde, was genau seine sexuellen Vorlieben sind." finde ich nicht ganz zutreffend.

War einfach mal interessant zu wissen, von wem ihr sowas gehört habt und was ihr generell zu dem Thema denkt.

Liebe Grüße,
claire_

YesIcan
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Re: Prominente BDSMler?

Beitrag von YesIcan »

Liebe claire_,

der Artikel in DER ZEITUNG ist Promotion für Andrew Mortons Buch, das er selbst "nicht autorisierte Biographie" nennt. Wenn du geoutete Vorbilder suchst, zählt Angelina Jolie nicht dazu. Oder hat sie irgendwann schon einmal Stellung zu diesem Buch genommen?

Klar, über Homosexualität und BDSM kann gleichermaßen seriös berichtet werden. Aber seriös bedeutet für mich, dass intime Details eben intim bleiben. Eine Beziehung basiert auf Exklusivität, Intimität ist ein Teil der Exklusivität. Wenn ein Mensch nun allen anderen das Intime mitteilt kann er keine exklusive Beziehung haben. Natürlich kann er trotzdem allen alles mitteilen - aber das finde ich dann falsch und nicht vorbildhaft oder unglaubwürdig und unehrlich.

Mit der Exlusivität möchte ich Polyamory nicht ausschließen. Da hat ein Mensch Beziehungen zu überschaubar vielen Menschen. Aber Massenmedien erreichen unüberschaubar viele Menschen. Bei massenhaften Massenmedienoutings würde die Wahrnehmung des Durchschnitts verschoben werden und plötzlich würden sich beeinflussbare Menschen unwohl fühlen weil sie mit BDSM nichts am Hut haben. Ich finde also, es ist der falsche Kommunikationskanal für Outings.

Vielleicht findest du meine Aussage nun etwas mehr zutreffend. Beste Grüße!
Danke smjg!

claire_

Re: Prominente BDSMler?

Beitrag von claire_ »

@ YesIcan: Ein Outing bedeutet für mich nicht, dass man vor der Gesellschaft (oder, vor wem immer man sich outet), sein gesamtes Sexualleben ausbreitet und intime Details nennt. Das fände ich schon deswegen falsch, weil das einfach Dinge sind, die die meisten garnicht wissen wollen, und nicht nur, weil es Exklusivität nehmen würde... Wenn irgendwann in meinen Texten rübergekommen sein sollte, dass ich das unter einem Outing verstehe, dann hab ich mich falsch ausgedrückt. Ich meinte mit der "Vorbildfunktion" nicht, dass diese Menschen der Welt erzählen sollen, was genau sie in ihrem Schlafzimmer machen, und dadurch zeigen, wie toll BDSM doch ist, sondern nur allgemein, dass sie BDSM gut finden, aber vielmehr erklären, wieso es eben nicht krank und gefährlich ist. Seriös, mit Vourteilen aufräumen, aufklären und keinen Skandal mit erschreckenden Details auslösen.... Aber das war sowieso nur ein Gedankenkonstrukt von mir, wäre für mich nur ein möglicher Grund gewesen, weshalb man sich für ein Outing (mit der obigen Definition) entscheiden könnte, deswegen hatte ich das erwähnt.

Und der Link bezog sich auf die Publicity^^

Liebe Grüße,
claire_

Jackie
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Re: Prominente BDSMler?

Beitrag von Jackie »

Bela B (von den Die Ärzte) hat mal in nem Interview gesagt das er ab und zu mit seiner Freundin Bondage betreibt. Außerdem hat er noch gesagt, dass zwischen Bondage und SM nen rieeesen Unterschied besteht und man das nicht einfach in einen Topf werfen sollte (zumindest nicht pauschal). Find ich sehr vorbildlich!
Generell gehen viele Lieder von den Ärzten in die BDSM Richtung... ZB (mondo Bondage, bitte bitte, Gwendoline....)
Bereue nicht Sachen die du getan hast, bereue Sachen die du NICHT getan hast!

Stephanie
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Re: Prominente BDSMler?

Beitrag von Stephanie »

Bei Sängern würde ich eher nach dem Motto gehen: Sex sells, und mit BDSM bekommt man nun einmal Aufmerksamkeit.
Mir fällt von den prominenten nur der Autor von den James Bond Büchern ein. Seine Ehefrau und er standen angeblich auf Spanking, deshalb waren die Fesselszenen in den Büchern angeblich auch so lange. In den Filmen sollen diese gekürzt worden sein. Ansonsten würden mir auf Anhieb nur jene einfallen, die in der Szene bekannt sind :wink:

YesIcan
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Re: Prominente BDSMler?

Beitrag von YesIcan »

Stephanie hat geschrieben:
26. Aug 2017 14:27
Seine Ehefrau und er standen angeblich auf Spanking, deshalb waren die Fesselszenen in den Büchern angeblich auch so lange.
Ich bin verblüfft über diese Schlussfolgerung.

Zwei von Ian Flemmings Büchern hab ich gelesen. Aber viel gefesselt wurde nicht. In "From Russia With Love" gibt es eine Szene, die mich nachdenklich stimmt, wie der Autor wohl zu SM stand:
Ian Flemming hat geschrieben: It was a stroke of bad luck. [...] I got her to my place and took away all her clothes and kept her chained naked under the table, like a dog. She had to learn who was master. Before that could happen, my mother did an unheard of thing. She visited my place without warning. [...] My mother was really angry with me for the first time in my life. [...] The girl put [clothes] on, but when the time came, she refused to leave me.
Quelle: Ian Flemming. From Russia With Love. Vintage Books, 2012, S. 186–187.

Bemerkenswert finde ich, dass mit diesem Rückblick der "gute" Weggefährte von James Bond als Rassist, Gewalttäter und Sexist charakterisiert wird.

Kennt irgendjemand eine zitierbare Quelle, wie Ian Flemming in der Realität um 1957 zu einvernehmlichem, inklinierendem Sadomasochismus stand?
Danke smjg!

Yukio
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Registriert: 1. Feb 2015 22:22

Re: Prominente BDSMler?

Beitrag von Yukio »

Der Philosoph Michel Foucault (1926-1984) hatte offenbar starke sadomasochistische Neigungen. Foucault stammte aus einer reichen Bourgeoisie-Familie und fing an Depressionen zu bekommen, die im Alter von 22 zu einem Selbstmordversuch führten. Als er von Psychologen untersucht wurde, kamen diese zum Schluss, dass das Unterdrücken seiner Homosexualität und seiner SM-Neigungen zu seinen Depressionen führten.

Als es mit ihm wieder bergauf ging, entwickelte sich Foucault zu einem der wichtigsten Philosophen des 20. Jhrd. Foucault beschäftigte sich mit den Zusammenhängen zwischen Macht und Sprache sowie Realität und Sprache. Ich musste mich in meinem Studium mehrmals gründlich mit Foucault befassen, weshalb ich schon davon ausgehe, dass er relevant genug ist, um hier als Promi zu gelten. Zumal er und seine Thesen auch höchst interessant sind.
“Love is born into every human being; it calls back the halves of our original nature together; it tries to make one out of two and heal the wound of human nature.”

TubeLess
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Re: Prominente BDSMler?

Beitrag von TubeLess »

Da die Musik bzw einige Musiker ja schon angesprochen wurden, zwei bei denen es mehr oder weniger weitläufig bekannt ist.
„Mozart“ Munz und Madeleine Le Roy von Umbra et Imago.
Auch wenn es nicht die klassischen Promis sind haben sie sich in der schwarzen Szene mit ihrer band doch einen Namen gemacht,
wobei BDSM-Elemente ja lange auch ein fester Bestandteil des Images und der Show waren.
Könnte man bis hierhin wohl noch Marketing unterstellen, dürfte man die beiden wohl seit der Veranstaltung regelmäßiger Playparties in Karlsruhe zum Kreis der Prominenten zählen die BDSM offen ausleben.

Bei einem "Asp" Spreng oder Eric Fisch, von ASP bzw Subway to Sally, würde mich es tatsächlich auch mehr wundern sollten sie nicht auch in diesem kinky Teil der schwarzen Szene aktiv sind, als wenn sie sich outen würden.

irgendeineDomina
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Re: Prominente BDSMler?

Beitrag von irgendeineDomina »

Hey, ich bin irgendeineDomina und ich darf zwei Promis zu meinen Stammgästen zählen. Aus diskretion kann ich nur sagen einer ist ein A Promi und wenn das raus käme, würden sich einige Fans echt wundern :eek2:
Zuletzt geändert von Seelenoede am 26. Jan 2020 19:27, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Persönliches entfernt

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