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SoG-Szene macht mir Angst

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Schiriki
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SoG-Szene macht mir Angst

Beitrag von Schiriki » 19. Aug 2019 19:46

hallo,
ich habe irgendwan mal buch 3 gelesen. konnte den hype nicht verstehen, also kam 1 auch dran, quasi neugier, obs doch noch besser wird.
da, gegen ende (S. 591-594), will sie nicht mehr, sagt sie irgendwann "nein" (wurde soweit ich weiss paar Kapitel vorher zim Safeword erklärt). er hört auf. er will sie in den arm nehmen. sie schreit: "fass mich nicht an!". sie rennt aus dem raum und verkriecht sich im bett. kurz darauf legt er sich neben sie und zieht sie an sich, obwohl sie weder gesagt noch angedeutet hat dass berührungen wieder ok sind. sie wäre am liebsten weggegangen oder auf die andere seite des bettes gerückt. aber sie fühlt sich wie gelähmt und konnte sich nicht bewegen.

Diese Szene macht mir Angst. Nach einem Absturz deutlich sagen was man auf keinen Fall will und dass der Partner das dann doch macht. Bei Ana im Buch hats nicht allzu viel gemacht, aber ich weiss, für mich könnte das sehr schlimm werden.
Ich habe gewisse psychische Probleme. Seit zwei Jahren arbeite ich daran, damit umgehen zu können und ich bin sehr gut darin geworden. ich weiss, was ich von anderen un mir selber brauche, und ich kann das sagen. Ich kenne meine Grenzen sehr gut und verletze sie nicht. So habe ich kaum mehr Krisen, eigentlich keine. grundsätzlich traute ich es mir zu, zu spielen, natürlich aber sehr langsam herantasten, viel darüber reden, reden, über alles reden, sehr viel Zeit für Aftercare nehmen, nur mit wem dem ich komplett vertraue und sehr gut kenne, nur wenn alle Voraussetzungen wie Tagesverfassung, genug Schlaf usw. stimmen, Notfallmedikamente und "Skills" greifbar, im Zweifel aufhören etc. pp.
Aber was ich in schwierigen Situationen sehr schlecht kann ist, darum zu "kämpfen", zu bekommen was ich brauche. Ich kann zwar sagen, dass man micht nicht anfassen soll, dass man aus dem raum gehen soll oder dass ich ein Glas Wasser brauche.
Aber wenn ich sowas brauche, dann brauche ich es wirklich und meistens bin ich nicht in der Lage, das durchzusetzen wenn der andere es nicht macht.
und obengenannte Szene wäre der absolute Horror.
Musd man wirklich damit rechnem dass sich Tops so wie C.G. verhalten oder ist das auch wieder vor allem Produkt der Phantasie der Autorin?

Alles Liebe,
Schiriki

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skull_lady
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Re: SoG-Szene macht mir Angst

Beitrag von skull_lady » 19. Aug 2019 22:36

Hallo du!

Ich kann SoG auch nichts abgewinnen muss ich sagen. Zu deiner Frage: Im Normalfall passiert so etwas nicht gehe ich davon aus. Normalfall heißt für mich: Du hast einen (Spiel)Partner, der über deine Situation, deine Bedürfnisse usw. sehr gut Bescheid weiß. Und dem du so sehr vertraust, dass du dich ihm ohne schlechte Hintergedanken hingeben kannst und darauf vertrauen kannst, dass er sich an eure Absprachen hält . Anders sieht es natürlich bei mehr doer weniger "Fremden" aus. Da muss es natürlich nicht passieren, die Chance ist denke ich mal aber deutlich höher. Ich hab jetzt die Bücher nicht so genau gelesen, aber ich denke mal, dass man dem Inhalt daraus nicht all zu viel abgewinnen kann und sollte. Die Realität sieht sehr sehr oft ganz anders aus.
~Reduziere den einen, erhöhe den anderen, sei gierig und grenzenlos.~

MarnieMilchstern
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Re: SoG-Szene macht mir Angst

Beitrag von MarnieMilchstern » 20. Aug 2019 18:10

Hallo,

Wie du sagst, hast du ja offenbar eine ganz gute Vorstellung davon, was du brauchst und wie du das kommunizieren kannst. Ich denke, das ist mit der Situation im Buch gar nicht zu vergleichen. Da ist es ja, soweit ich weiß, so, dass sie selbst sehr unsicher ist und er halt irgendwie denkt, er wüsste besser, was sie in dem Moment braucht.
Du kannst das Selbstvertrauen haben, dass du deine Bedürfnisse kennst und dann solltest du natürlich auch dem Partner sehr gut vertrauen können. Aber das kannst du ja dann wahrscheinlich auch gut einschätzen. Wenn du speziell vor so einer Situation besonders Bedenken hast, könntest du dem Partner ja auch ganz spezifisch erklären, was du bei der Aftercare brauchst und dass du dann auch darauf bestehen möchtest und dass dir das sehr wichtig ist.
Liebe Grüße

Schiriki
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Re: SoG-Szene macht mir Angst

Beitrag von Schiriki » 26. Aug 2019 12:55

Danke. Ihr habt mir genau die Bestärkung gegeben, die ich gebraucht habe und... es war toll :lol:

Creo
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Re: SoG-Szene macht mir Angst

Beitrag von Creo » 29. Aug 2019 10:25

Ich mag ungern irgendwie negative Stimmung machen, aber.. Leider gibts BDSMler, die denken sie wissen besser als du, was du willst/brauchst. Genau wie es auch solche Vanillas gibt. Und leider ist es zumindest für mich schwer, sowas frühzeitig wirklich zu erkennen.

Ein ehemaliger Partner neigte nämlich genau dazu. Anfangs war alles super, wir waren auf ner ähnlichen Wellenlängen, hatten Chemie und waren uns über einige Grunddinge einig. Und wie Dynamiken es gern tun, ändere sich auch die Dynamik zwischen uns. Von eher asexuellem Fesseln und Flausch zu immer mehr Sexualität. Zu nem gewissen Grad war das auch durchaus gewünscht, aber ich hab eben mit bestimmten Dingen meine Probleme und hab immer wieder betont, dass ich die bis auf weiteres nicht möchte. Und später auch mal erklärt, dass ich gewisse sexuelle Komponenten gern reduzieren möchte, stattdessen wieder andere Dinge in den Vordergrund stellen.
Und.. ouff. Er versuchte immer wieder diese Grenzen zu pushen, weil ich kurz davor ja immer noch positiv reagierte und bestimmt das bisschen mehr auch noch ginge. Es wäre doch so schön,. Nähe und Vertrauen! Nur wars das halt nicht, im Gegenteil.
Der Wunsch, Dinge zu reduzieren, wurd auch nie umgesetzt. Es war doch so schön! Ich genoss es doch... in dem Moment, aber langfristig wurd ich immer unzufriedener mit der Dynamik und hatte ja deswegen den Wunsch geäußert.
Es zog sich ne ganze Weile. Nach jedem der Vorfälle (ja, es gab mehrere) redeten wir und ich erklärte noch einmal ganz gründlich warum ich bestimmte Dinge nicht will. Er nickte ganz kleinlaut, versicherte es verstanden zu haben... und es passierte irgendwann wieder. Nicht sofort, aber ein paar Wochen oder Monate später, wenn das Bild, wie ich heulend da saß, verblasste und ich stattdessen da war und wieder so positiv reagierte und ja nur ein kleines bisschen weiter soo viel schöner wär *sfz*

Da war ich zu gutgläubig. Es brauchte nen mittleren Knall, bis ich es wirklich klar sah, aber danach war die Beziehung dann auch vorbei ;)

Dafür eben auch positive Momente wie ein Freund, mit dem sich Dinge unerwartet in ne Richtung bewegten, mit der ich mich abrupt unwohl fühlte. Nonverbal unterbrochen (ich glaub, Arm festgehalten und Kopf geschüttelt oder so? Die Erinnerung ist unklar). Keine Wenn und Aber. Die Situation wurd sofort beendet und ich einfach gehalten, bis es mir wieder gut ging. Genau das was ich wollte und brauchte =)

Was hab ich draus gelernt?
Es ist schwer einzuschätzen, wie jemand im Zweifelsfall reagieren wird. Leute können sehr verständnisvoll wirken und dann doch anders halten, ohne eine böse Absicht oder so.
Ich bin noch unschlüssig, wie ich in Zukunft genau damit umgehen soll, wenn es noch einmal vorkommen würde. Die Vernunft sagt "Null Toleranz, brech es ab, sobald jemand über eine Absprache hinweg geht, selbst wenn die Absprache alt und das Weitergehen in der Situation wirklich okay war.", aber der Rest von mir will verzweifelt daran glauben, dass Menschen lernfähig sind, und ihnen für ihre Fehler verzeihen
Ich glaube aber nicht, dass ich noch einmal so viele Chancen geben würde. Oder ich hoffe es zumindest.

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