Fifty Shades of Grey - Eure Meinungen

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SirVince1997
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Fifty Shades of Grey - Eure Meinungen

Beitrag von SirVince1997 » 27. Dez 2018 22:08

Guten Abend,

ich trete mit der Frage an Euch „Wie findest du die Filme der Fifty Shades of Grey Trilogie?“.
Ich möchte mit der Frage einen regen Austausch erzeugen.

SirVince1997
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Re: Fifty Shades of Grey - Eure Meinungen

Beitrag von SirVince1997 » 28. Dez 2018 12:48

Die Frage bezieht sich natürlich auch auf die Bücher, versteht sich.

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Seelenoede
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Re: Fifty Shades of Grey - Eure Meinungen

Beitrag von Seelenoede » 28. Dez 2018 17:15

Ich lasse diesen Thread mal hier viewtopic.php?f=95&t=12104
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Disclaimer: Wenn ich als Mod schreibe, dann sag ich auch, dass ich als Mod schreibe.

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Tifa
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Re: Fifty Shades of Grey - Eure Meinungen

Beitrag von Tifa » 14. Jan 2019 12:41

Ich habe mir nur den ersten Teil angesehen bisher und war enttäuscht, wie wenig es zu sehen gab. Da fand ich ja fast solche Filme wie "Love and other Drugs" freizügiger ... oder solche Klassiker wie "Lolita" oder "Hautnah" ... Die anderen zwei Teile wollte ich mir dennoch ansehen, aber irgendwie bin ich nie dazu gekommen. Lohnt es sich denn?

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blacky_99
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Re: Fifty Shades of Grey - Eure Meinungen

Beitrag von blacky_99 » 15. Jan 2019 21:58

Bücher ganz eindeutig besser als die Filme, zumindest besser als der erste.

Im ersten Film macht Ana nicht wirklich den Eindruck einer Sub, im Gegenteil, sie wirkt vielmehr wie ein schüchternes Mädchen das sich verliebt und dann Dinge für ihren Schwarm tut, die sie nicht tun will, die ihr nicht gefallen und für die sie nicht bereit ist - was ich schon mal sehr kritisch sehe.
Auch Christian's Verhalten vor allem im ersten Film ist bedenklich. Er handelt weniger dominant als vielmehr herrschsüchtig, tyrannisch und mit hohem Autoritätsbedürfnis.
Vor allem seine Definition, ganz besonders aber die Rechtfertigung und Begründung seines Sadismus geben mir jedoch am meisten zu bedenken - Denn das klingt weniger nach sexueller Neigung als vielmehr nach psychischer Erkrankung und Sadismus im pathologischen Sinne.

Im zweiten Teil bessert sich dies jedoch sehr und die Trilogie beginnt ansehnlich zu werden - Ana zeigt, dass sie selbst Kinky ist, Christian, dass er kein Psychopath ist (als Dom würde ich ihn zwar trotzdem nicht bezeichnen aber immerhin macht er nicht mehr ganz so einen schlechten Eindruck wie im ersten Film).

Ich habe bisher nur das erste Buch gelesen und das auch nicht zu Ende, was mir aber dort auffällt ist wie viel mehr Ana als Sub und Christian als Dom rüber kommt.
Im Film ist Ana viel mehr ein Vanilla-Mädchen die sich in den pathologisch sadistischen Psychopathen Christian verliebt und aus ihrer Liebe heraus bereit ist Dinge zu tun die sie nicht will um sich ihm zu beweisen und ihn an sich zu binden und nicht aus eigenem Interesse heraus (zumindest ist es im ersten Teil so, wie gesagt, Steigerung im zweiten Film - wodurch er jedoch für Vanillas und Kritiker an Reiz verloren hat).
Im Buch hingegen zeigt Christian mehr dominante Verhaltensweisen und - wahrscheinlich dank innerer Monologe die man im Film einfach nicht porträtieren kann - Ana zeigt subbige Tendenzen in Verhalten und Denken; beides fällt auch im zweiten Film mehr auf.

Alles in allem schaffen es Film und Buch NICHT den Erwartungen gerecht zu werden die man ihnen als "skandalöses Meisterwerk" zuspricht. Der Film ist nicht ansatzweise so pornographisch wie man denken könnte, der Inhalt nicht ansatzweise Kinky genug um Vanillas zu verschrecken, das BDSM nicht ausreichend recherchiert um den Film als akkurat Repräsentation der Szene zu sehen.

Aber als angenehm kinky angehauchte teils tragische, teils dramatische, teils erotisch, teils sogar spannend-actionreiche und bisweilen (unfreiwillig?) komödiantische Filmographie taugt das ganze aber allemal.

Ich würde nicht sagen dass 50 Shades of Grey ein BDSM-Film ist. Es ist ein tragisch-dramatisch-romantisch-erotischer Film der sich zum Zwecke der Skandalösität heftig am BDSM bedient, dieses jedoch nicht immer ganz korrekt umsetzt und darstellt.

Gut ist, dass durch den Film die Öffentlichkeit für BDSM geöffnet wurde und so bestimmt einige Leute ihren Kink für sich entdeckt haben oder bereit waren, mal was neues auszuprobieren und sich und ihrem Partner einzugestehen, wer sie sind und worauf sie stehen. Eine akkurate Darstellung hätte dies vielleicht nicht geschafft und wäre zu nieschig gewesen um die breite Masse für Gespräche zum Thema alternatives Lieben zu öffnen.
"I wanna hurt you just to hear you screaming my name."

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