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"Fifty Shades of Grey"

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Porculus
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Re: "Fifty Shades of Grey"

Beitrag von Porculus » 19. Jun 2015 21:41

Ein wie ich finde sehr lesenswerter Artikel über das neue SoG Buch "Grey" von Kat Brown auf telegraph.co.uk [englisch!]: klick
Brown geht das Buch kapitelweise auf eine teilweise sehr bissige aber auch sehr lustige Art und Weise durch. Besonders "schön" sind die best lines zu den einzelnen Kapiteln. E.L James hat sich schriftstellerisch wohl mal wieder selbst "übertroffen"... :lol:

Welpe

Re: "Fifty Shades of Grey"

Beitrag von Welpe » 18. Nov 2015 22:58

Ich hab die 4 Bücher gelesen und war auf der einen Seite positiv überrascht, dass der Sex doch ganz nett zu lesen war :oops: auf der anderen Seite aber erschreckt, wie dämlich sich die Charaktere doch verhalten. Vor allem die naive Anastasia, die dann, wenn es nötig wäre, nie auf ihrem Standpunkt beharrt, aber wenns darum geht, dass sie seit 4 Tagen nur ein paar Joghurts gefuttert hat, da rastet sie aus, wenn Grey ihr befiehlt, was zu essen :sfire: Da möchte ich sie aber auch übers Knie legen...

Naja Christian ist auch nicht besser, mit seinen Stalkinganfällen und dem "entweder zu meinen oder zu gar keinen Bedingungen!", zudem er ja über die Geschichte hinweg zu einem "gezähmten" Perversen für Ana wird.

Die Sachen, die mich an ihm am meisten aufgeregt haben...

-er "überredet" sie, die Pille zu nehmen, weil er Kondome doof findet. Ana hat da kein Mitspracherecht.
- als sie die Pille 2 Tage lang nimmt, schläft er ohne Verhütung mit ihr -> Nach 2 Tagen besteht kein Verhütungsschutz, und wenn Dummchen Ana in der ersten Einnahmewoche eine Pille vergäße, könnte das schnell böse enden (zudem man in der ersten Woche zusätzlich mit Kondom verhüten soll).
- Er schmeißt den Tampon ins Klo! :sfire:
Und nicht zuletzt verhaut er ihr den Bauch, als sie hochschwanger ist (Auf die Rippen schlägt er ihr ja sowieso [auch im Film]). Und sagt dann, "oh, das Baby scheint Sex schon zu mögen" :eek2:

Der 4. Band ist noch schlechter als die ersten 3 Teile. Da lernen wir ja Christians Gedanken kennen, und die sehen in etwa so aus: "Ich will Ana jetzt ficken. Und floggen. Ach, sie wird die perfekte Sub sein. Ahhh nein, das klappt nicht, ich krieg sie nicht rum! Und jetzt will ich Ana ficken." :roll:

Als "Mittel zum Zweck", dass ich erkannt habe, dass BDSM-angehauchter Sex mich sehr wohl reizt, hat es gereicht, aber sonst...

Der Film war noch viel schlimmer, weil die Hauptdarsteller sich augenscheinlich überhaupt nicht anziehend fanden. Und der Sex war doof (Jamie Dornans halber haariger Penis :kotz: ).

Mal schauen, ob ich mich irgendwann noch mal an Erotikromane wage... bisher kenn ich nur welche mit bescheuerter Story oder nicht ansprechendem Sex :D

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blacky_99
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Re: "Fifty Shades of Grey"

Beitrag von blacky_99 » 15. Jan 2019 21:59

Bücher ganz eindeutig besser als die Filme, zumindest besser als der erste.

Im ersten Film macht Ana nicht wirklich den Eindruck einer Sub, im Gegenteil, sie wirkt vielmehr wie ein schüchternes Mädchen das sich verliebt und dann Dinge für ihren Schwarm tut, die sie nicht tun will, die ihr nicht gefallen und für die sie nicht bereit ist - was ich schon mal sehr kritisch sehe.
Auch Christian's Verhalten vor allem im ersten Film ist bedenklich. Er handelt weniger dominant als vielmehr herrschsüchtig, tyrannisch und mit hohem Autoritätsbedürfnis.
Vor allem seine Definition, ganz besonders aber die Rechtfertigung und Begründung seines Sadismus geben mir jedoch am meisten zu bedenken - Denn das klingt weniger nach sexueller Neigung als vielmehr nach psychischer Erkrankung und Sadismus im pathologischen Sinne.

Im zweiten Teil bessert sich dies jedoch sehr und die Trilogie beginnt ansehnlich zu werden - Ana zeigt, dass sie selbst Kinky ist, Christian, dass er kein Psychopath ist (als Dom würde ich ihn zwar trotzdem nicht bezeichnen aber immerhin macht er nicht mehr ganz so einen schlechten Eindruck wie im ersten Film).

Ich habe bisher nur das erste Buch gelesen und das auch nicht zu Ende, was mir aber dort auffällt ist wie viel mehr Ana als Sub und Christian als Dom rüber kommt.
Im Film ist Ana viel mehr ein Vanilla-Mädchen die sich in den pathologisch sadistischen Psychopathen Christian verliebt und aus ihrer Liebe heraus bereit ist Dinge zu tun die sie nicht will um sich ihm zu beweisen und ihn an sich zu binden und nicht aus eigenem Interesse heraus (zumindest ist es im ersten Teil so, wie gesagt, Steigerung im zweiten Film - wodurch er jedoch für Vanillas und Kritiker an Reiz verloren hat).
Im Buch hingegen zeigt Christian mehr dominante Verhaltensweisen und - wahrscheinlich dank innerer Monologe die man im Film einfach nicht porträtieren kann - Ana zeigt subbige Tendenzen in Verhalten und Denken; beides fällt auch im zweiten Film mehr auf.

Alles in allem schaffen es Film und Buch NICHT den Erwartungen gerecht zu werden die man ihnen als "skandalöses Meisterwerk" zuspricht. Der Film ist nicht ansatzweise so pornographisch wie man denken könnte, der Inhalt nicht ansatzweise Kinky genug um Vanillas zu verschrecken, das BDSM nicht ausreichend recherchiert um den Film als akkurat Repräsentation der Szene zu sehen.

Aber als angenehm kinky angehauchte teils tragische, teils dramatische, teils erotisch, teils sogar spannend-actionreiche und bisweilen (unfreiwillig?) komödiantische Filmographie taugt das ganze aber allemal.

Ich würde nicht sagen dass 50 Shades of Grey ein BDSM-Film ist. Es ist ein tragisch-dramatisch-romantisch-erotischer Film der sich zum Zwecke der Skandalösität heftig am BDSM bedient, dieses jedoch nicht immer ganz korrekt umsetzt und darstellt.

Gut ist, dass durch den Film die Öffentlichkeit für BDSM geöffnet wurde und so bestimmt einige Leute ihren Kink für sich entdeckt haben oder bereit waren, mal was neues auszuprobieren und sich und ihrem Partner einzugestehen, wer sie sind und worauf sie stehen. Eine akkurate Darstellung hätte dies vielleicht nicht geschafft und wäre zu nieschig gewesen um die breite Masse für Gespräche zum Thema alternatives Lieben zu öffnen.
"I wanna hurt you just to hear you screaming my name."

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Tifa
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Re: "Fifty Shades of Grey"

Beitrag von Tifa » 16. Jan 2019 15:33

Ah blacky_99 danke für deine ausführliche Einschätzung! Klingt für mich logisch, wie du das schreibst. Ich teile die Ansicht, dass Christian nicht wie ein Dom rüberkommt, sondern eher wie jemand, der wegen eines Traumas nicht auf Schmerzen (zufügen) beim Sex verzichten will und sich selbst für beziehungsunfähig hält und so verhält. Wenn ich mich richtig entsinne, geht es in einigen Szenen indirekt auch darum, was ihm von der ersten Liebe alles angetan wurde ... das war im Film aber nicht weiter beleuchtet worden. Bei der Ana war ich hin- und hergerissen, wie man sie nun wahrnehmen soll, ich fand den Übergang von 0 Sexerfahrung zu BDSM nicht unbedingt realistisch. Aber selbst wenn wir das zugestehen, wirkt sie im ersten Teil wirklich wie jemand, der einfach aus Gefallen wollen mitmacht und schließlich doch ihre Grenzen erreicht, weil ihr die Praktiken nicht zusagen und ihr das als Fundament einer Liebesbeziehung nicht ausreicht.

Ich werde mir mal die Folgeteile noch ansehen, wenn es doch noch ne Spur besser wird, will ich den Filmen noch eine Chance geben. :D

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