Polyamorie

Alles zum Thema BDSM und soziale Kontakte (Partner, Eltern, Freunde etc.)

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Carisa
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Re: Polyamorie

Beitrag von Carisa » 23. Jan 2009 19:46

Garden hat geschrieben: In einer Poly-Beziehung ist es nach meinem Verständniss so, dass Partner A genau so mit Partner B zusammen ist wie mit Partner C und, dass dann natürlich auch Partner B und C eine entsprechende Form von Beziehung miteinander haben.
Das ist nur eine mögliche Art und Weise.
Schau mal hier unter Definitionen und Formen: http://www.polyamorie.de/

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Garden
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Re: Polyamorie

Beitrag von Garden » 23. Jan 2009 20:34

Hm, klar, ich hatte es jetzt auf ein möglichst einfaches Beispiel zusammengefasst. Mir ging es grade auch mehr darum den Unterschied darzustellen.

Natürlich sind da auch andere (z.B: erweiterte) Konstellationen möglich. Die Definition deckt sich grad schon ziemlich gut mit meinem Verständniss des Themas.
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Re: Polyamorie

Beitrag von Félin » 23. Jan 2009 21:53

Sihaja hat geschrieben: und weiter gedacht müsste das ja dann auch bedeuten, dass offene Mono-Beziehungen ein ebensolches Problem mit sich bringen - das schein aber hier überhaupt niemand zu denken?
Weil ich weiß, dass offene Mono-Beziehungen kein solches Problem mit sich bringen?
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Re: Polyamorie

Beitrag von GeheimnisHueter » 24. Jan 2009 01:08

Ah, interessante Website - naja, da stehts ja im Prinzip bei Pro und Contra auch schon, dass sowas schwierig zu handhaben ist. Und einige der Pro-Argumente sind mir persönlich zu sehr spirituell/NewAge angehaucht, als dass sie mich nun einfach so überzeugen würden :)

Man muss einfach Typ dafür sein, aber ausschließen will ich's mal nicht.
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Re: Polyamorie

Beitrag von Sihaja » 24. Jan 2009 02:08

Ich mag die Website von Carisa. Zumindest das was ich bisher lesen konnte.

Ich würde eine offene Mono-Beziehung eigentlich immer als 2+1 bzw 2+x definieren. Sprich: es gibt zwei feste Partner und eine dritte Person die dazu kommt, aber nicht wirklich in die Beziehung gehört. Als wirkliche 3er Beziehung, also eine in der allen drei Partnern die gleiche Liebe / Wichtigkeit zugeteilt wird, geht IMHO nur in einer Poly-Beziehung, allerdings ist sie nicht die einzige Form in der Polybeziehungen stattfinden können.
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Re: Polyamorie

Beitrag von xyohazidx » 24. Jan 2009 10:12

ich finde polyamorie ist nur eine schlechte entschuldigung für das verlangen nach rumhuren. wenn man das will sollte man einfach keine beziehung eingehen, dann kann man auch mehrere affären haben - erfüllt den gleichen zweck. der witz an "beziehungen" ist ja, daß man mit EINEM menschen zusammen ist, der der wichtigste ist. das bedürfnis nach sexueller freiheit mit dem bedürfnis nach sicherheit, die man in einer beziehung hat, vereinen zu wollen wirkt auf mich, als könne man den hals nicht voll genug kriegen.

also ich zumindest würde nicht einer von zweien sein wollen. das nimmt meiner meinung nach das besondere aus einer beziehung.

als frau in der sm-szene liegt es natürlich nahe, sich als "polyamurös" zu bezeichnen...^^
as known as "yo".

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Carisa
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Re: Polyamorie

Beitrag von Carisa » 24. Jan 2009 10:32

xyohazidx hat geschrieben:ich finde polyamorie ist nur eine schlechte entschuldigung für das verlangen nach rumhuren. wenn man das will sollte man einfach keine beziehung eingehen, dann kann man auch mehrere affären haben - erfüllt den gleichen zweck. der witz an "beziehungen" ist ja, daß man mit EINEM menschen zusammen ist, der der wichtigste ist. das bedürfnis nach sexueller freiheit mit dem bedürfnis nach sicherheit, die man in einer beziehung hat, vereinen zu wollen wirkt auf mich, als könne man den hals nicht voll genug kriegen.
Und ich find die Aussage jetzt doch ein wenig daneben. Denn komischerweise ist meine 2. Beziehung nicht aus dem Wunsch heraus entstanden, dass ich mti dem Typen poppen wollte Wir waren schon gut 2 Wochen zusammen und bestimmt 1-2 Monate eng befreundet, bevor wir ins Bett gestiegen sind... und das ist ja wohl eher in Beziehungen der Fall, dass man sich Zeit lässt. Polyamorie lässt sich eben NICHT nur auf Sex reduzieren, sonst würden wir ja von offenen Beziehungen reden.
Btw. wären wir dann hiermit bei der Frage: wo kommt die Vorstellung von Monogamie her?
Hierzu mal kurz einige Zitate aus einem Buch:
Die Fähigkeit zur Koordination von kollektiven Aktionen, wei Jagt oder Kriegsführung, ist ein charakteristisches Merkmal des Menschen. So etwas ist nur möglich, wenn zwischen Männern derselben Gruppe verminderte Aggressionen herrschen. Daher die soziale Kontrolle der Sexualität. Daher die Zuteilung von Frauen als Gattinnen. Daher, auf einer bestimmten Stufe der menschlichen Evolution, die Ehe.
Michel Odent - Geburt und Stillen, S.130
Er betont, dass die Polygame Form der Ehe am häufigsten vorkommt und dass in diesen Gesellschaften lange Stillzeiten üblich sind. Ganz im Gegensatz zur monogamen Kleinfamilie. (...um nochmal auf sein ursprüngliches Thema zu sprechen zu kommen...) Und da es bei allen vergleichbaren Säugetierarten üblich ist, lange zu stillen, sieht er die polygame Form als die "natürliche" an. Bei streng monogamen Gesellschaften sind übrigens die Scheidungsraten im ersten Jahr nach der Geburt eines Kindes am höchsten. (Wohl überwiegend, weil Männer sich über die abgeschwächte Libido der Frau in eine Ehekrise hineinsteigern.)
Monogamie ist eine andere Form von sozialer Kontrolle der Sexualität. Sie ist die häufigste Eheform in der industrialisierten Welt und ist in Europa seit ungefähr zwanzig Jahrhunderten vorherrschend. Im Gegensatz zur populären Meinung ist sie ursprünglich keine christliche, sondern eine griechisch-römische Erscheinungsform. Es ergab sich nur gerade so, dass die ersten Christen als Regel die Eheform angenommen haben, die zu ihrer Zeit vorherrschend war. In Wirklichkeit findet sich in der Bibel keinerlei ausgesprochene Verdammung der Polygamie. Der kulturelle Wandel vollzog sich zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. (...)
Jedenfalls haben christliche Theologen im Verlauf der Jahrhunderte die Monogamie verfochten, (...)
Michel Odent - Geburt und Stillen, S.131
Dann gibt es die heimliche oder halb-heimliche Polygamie. Als Annette Lawson die Ehe in der amerikanischen und britischen Mittelschicht über einen Zeitraum von zehn Jahren untersucht hatte, kam sie zu dem Schluß, dass je vier von fünf Männern und fünf Fraunen mindestens einen zweiten sexuellen Partner haben oder gehabt haben. Bei Frauen kommt es im Durchschnitt 4,5 Jahre nach der Eheschließung zu diesem Schritt, bei Männern nach 5,2 Jahren.
Michel Odent - Geburt und Stillen, S.140

ich hab diese Zitate von jemandem aus einem anderen Forum übernommen, die die so eingestellt hat, die Zusammenfassung zwischendrin ist von ihr, nicht von mir

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pumuckel
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Re: Polyamorie

Beitrag von pumuckel » 24. Jan 2009 22:35

Ich kann mich da Carisa nur anschließen!

Eigentlich empfinde ich eine solche Aussage schon fast als Beleidigung.

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Re: Polyamorie

Beitrag von xyohazidx » 25. Jan 2009 04:29

weil ich den begriff "rumhuren" verwendet habe?
as known as "yo".

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Re: Polyamorie

Beitrag von wit3man » 25. Jan 2009 04:32

xyohazidx hat geschrieben:ich finde polyamorie ist nur eine schlechte entschuldigung für das verlangen nach rumhuren. wenn man das will sollte man einfach keine beziehung eingehen, dann kann man auch mehrere affären haben - erfüllt den gleichen zweck. der witz an "beziehungen" ist ja, daß man mit EINEM menschen zusammen ist, der der wichtigste ist. das bedürfnis nach sexueller freiheit mit dem bedürfnis nach sicherheit, die man in einer beziehung hat, vereinen zu wollen wirkt auf mich, als könne man den hals nicht voll genug kriegen.

also ich zumindest würde nicht einer von zweien sein wollen. das nimmt meiner meinung nach das besondere aus einer beziehung.

als frau in der sm-szene liegt es natürlich nahe, sich als "polyamurös" zu bezeichnen...^^
a) achte bitte auf deinen Ton, denn der Macht die Musik
b) sei nicht so konservativ und kleingeistig, um einer Polyamorie/polygamie einer offenen Beziehung oder einem Singelleben gleichzustellen, damit drückst du nicht etwa Weisheit sondern eher totale Unwissenheit aus. Islam hat schon seit Jahrhunderten Polyamorie, nur dass sie da nur für den Mann zählt.
c) bei einer Polyamorie heißt das nicht das jeder mit x-beliebigen "rumhuren" darf/kann sondern die Beziehung is ansich ähnlich wie bei Monogamen die keine Offene Beziehung haben.

So um aufs Argument von Felin einzugreifen, du teilst dir einen Menschen mit jemanden anderen bei einer Polyamorie, oder mit x-tausenden, und du empfindest das teilen mit einem anderen Menschen schlimmer als mit irgendjemanden den du nicht kennst, vielleicht nichtmal sehen/leiden/riechen kannst, der ka. welche Krankheiten haben könnte etc.?

Ich muss sagen Polyamorie ist aus meiner Sicht eher der weg als Offene Beziehungen.

Ist eine Offene Beziehung nicht auhc ab und an nen eingeständnis das man jemanden nicht genug liebt?
Nur wer Schmerzen hat kann lieben, nur wer Schmerzen teilt kann Fühlen und nur der, der Schmerzen fühlt kann Leben.

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