Ist "Poly" lernbar?

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Kaoru
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Re: Ist "Poly" lernbar?

Beitrag von Kaoru » 13. Aug 2016 10:57

JayD hat geschrieben:Damit dann zur poly/mono vs. homo/hetero Diskussion: Meiner Auffassung nach gibt es da einen elementaren Unterschied, der bisher nicht angesprochen wurde. Als Homo hetero zu werden oder anders herum ist eine Handlung, bei der man etwas ersetzt (ich rede hier vom Lernen, nicht von einem cumming out oÄ!). Im Gegensatz dazu wäre das wechseln von poly auf mono beschränkend, das wechseln von mono auf poly entschränkend (sofern es dieses Wort gibt). Dabei verzichtet man nicht für etwas anderes für etwas anderes, sondern für weniger des selben - das dann eventuell intensiver empfunden wird.
In Gruppe A sind alle überzeugt und ausschließlich mono (hetero), in Gruppe B sind alle überzeugt poly (homo), in Gruppe C sind Menschen, die sich keine Gedanken machen, flexibel sind.
Sobald du Gruppe A oder B zugeordnet bist / dich zuordnest, findest du potentielle Partner_innen nur noch in deiner eigenen Gruppe und Gruppe C.
Dein Wille ist Gesetz,
deine Worte Religion.
Deine Wünsche sind Befehle
und ich eile schon.

wtf0rk
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Re: Ist "Poly" lernbar?

Beitrag von wtf0rk » 15. Okt 2016 17:47

Was heißt „ist poly lernbar“? Wenn es bedeutet „ist es lernbar, in polyamorösen Beziehungen zu leben“, sage ich ja. Die Probleme, die in polyamorösen Beziehungen entstehen, kann man durch einen reflektieren Umgang mit sich selbst und anderen lösen, indem man darüber redet und Lösungswege findet. Vielleicht fällt es einigen sehr schwer, Eifersucht auszuhalten, aber das kann man sicher lernen. Natürlich kann man Eifersucht aushalten. Es ist die Frage, ob man das möchte. Und ob es einen glücklich macht.

Wenn es aber heißt „ist es lernbar, mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben“, möchte ich erst einmal danach fragen, was es überhaupt heißt, zu lieben.
Ist das einfach eine schöne Mischung aus bestimmten Hormonen, die ausgeschüttet werden? Ist das alles Gehirnchemie? Oder hat das irgendetwas mit Seele zu tun?

Ich kann zumindest mehrere Menschen gleichzeitig lieben, meinen besten Freund und meine Mutter, meinen Bruder und meine Freundinnen, meinen Partner.
Die Liebe unterscheidet sich zumindest schon einmal in ihrer Intensität, soviel hab ich schon mitbekommen, aber ob sie sich auch in ihrer Beschaffenheit unterscheidet, das weiß ich gar nicht.

Ich weiß nur, dass ich geliebt werden will. Und dass ich mir sicher sein will, geliebt zu werden. Und zwar so sehr, wie ich eben auch liebe. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich selbst so viel Liebe für gleich zwei Leute oder mehr habe, und kann mir daher auch nicht vorstellen, dass mein Partner das kann. Ich hab überhaupt kein Problem damit, ihn zu teilen, Sex mit verschiedenen Menschen zu haben bzw. dass er das tut – nur wenn die Liebe ins Spiel kommt, dann weiß ich nicht mehr so genau.

Ich glaube, das hat auch ganz viel damit zu tun, wie sicher man sich seiner selbst ist, wie gefestigt man ist und wie sehr man den anderen auch loslassen kann.

Ich will auch nicht behaupten, dass es keine Menschen gibt, die mehrere Menschen genauso intensiv lieben wie ich meinen einen Menschen. Vielleicht passiert mir das ja auch eines Tages und ich stelle fest, dass ich einfach so zwei Leute gleich doll liebe. Aber dann kann ich das nicht lernen, dann passiert das einfach (obwohl ich der Sache natürlich erst Raum geben muss, sich zu entwickeln).

Ich möchte nur zu denken geben, dass, bevor man sich fragt, wieviele Menschen man gleichzeitig lieben kann und wie man damit zurecht kommt, dass man sich erst einmal fragt, wie man überhaupt liebt. Was das ist. Was ist Liebe.

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TomTom
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Re: Ist "Poly" lernbar?

Beitrag von TomTom » 15. Okt 2016 19:20

Ich meine, es geht es darum, ob der Sex mit der großen Liebe verbunden ist oder nicht.
Ich bin momentan nicht wirklich verliebt. Habe aber trotzdem Sex, und bin dabei nicht auf eine festgelegt.

Aber vielleicht kommt es ja noch, dass ich mich über beide Ohren verliebe. Dann würde ich nicht mehr mit jeder ins Bett steigen.

Aus meiner Sicht ist also die wichtige Frage nicht die, ob Poly lernbar ist. Sondern ob das Leben einen noch mal von Poly zu Mono führen wird.

LG
Tom

Kätzchen
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Re: Ist "Poly" lernbar?

Beitrag von Kätzchen » 15. Okt 2016 21:02

TomTom hat geschrieben:Ich meine, es geht es darum, ob der Sex mit der großen Liebe verbunden ist oder nicht.
Ich bin momentan nicht wirklich verliebt. Habe aber trotzdem Sex, und bin dabei nicht auf eine festgelegt.

Aber vielleicht kommt es ja noch, dass ich mich über beide Ohren verliebe. Dann würde ich nicht mehr mit jeder ins Bett steigen.

Aus meiner Sicht ist also die wichtige Frage nicht die, ob Poly lernbar ist. Sondern ob das Leben einen noch mal von Poly zu Mono führen wird.
Jetzt wirfst du etwas durcheinander. Sex mit verschiedenen Leuten =/= Polyamorie (Liebesbeziehungen zu mehreren Menschen gleichzeitig).

Du liebst jetzt nicht mehrere Menschen und führst mit denen Liebsbeziehungen. Dementsprechend lebst du jetzt auch nicht Polyamor. Damit hat dein Beitrag für dieses Thema keinerlei Relevanz.

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