Freund will nicht (oder doch?), beide eher devot :(

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newgirrl
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Freund will nicht (oder doch?), beide eher devot :(

Beitrag von newgirrl » 7. Apr 2012 09:07

Hallo!
Vor ein paar Wochen habe ich mich überwunden und meinem Freund "gestanden", dass ich denke, auf SM zu stehen in der devoten Rolle. Er ist erst mein zweiter Freund und ich seine erste Freundin, wir haben beide noch nie etwas in die Richtung ausprobiert, aber ich merke einfach, dass ich es mir so sehr wünsche.Normaler Sex befriedigt mich nicht mehr so richtig und ich kann an gar nichts mehr anderes denken, als es endlich mal auszuprobieren. :(
Er hat auch gar nicht so ablehnend reagiert, wie ich es erwartet hatte und meinte, er hätte sich das schon gedacht (wieso auch immer!).

Nun mein Problem:
Er meinte, dass er sich das auc vorstellen könnte, nur leider wäre er auch lieber in der devoten Rolle! Er wüsste auch gar nicht, was er genau mit mir anstellen sollte und will mir nicht weh tun. Darauf sagte ich, dass ich ihm ja sagen würde, wenn es zu heftig für mich wäre, ich habe ja auch noch gar keine Erfahrung! Und wenn er es sich wünscht, könnten wir ja auch mal die Rollen tauschen, ich habe nämlich so einige Ideen, was man so machen könnte (eben alles, was ich mir wünsche, was er mit mir anstellen soll!).
Nun meinte er, dass er sich auch noch nicht bereit dafür fühlen würde und lieber noch ein bisschen drüber nachdenken... also haben wir ein paar Wochen gewartet, ich habe wirklich STÄNDIG diese Fanstasien und der Sex den wir hatten, befriedigt mich wie gesagt nicht richtig. Ich will ihn ja aber auch zu nichts dängen was er nicht will! So halb im Ernst habe ich ihm vorgschlagen, dass ich mir jemand anderen suche, um das auszuleben, wenn er es nicht will (das ist nämlich so mein Eindruck), aber darauf meinte er dann, dann müsste ich gar nicht mehr zu ihm zurück kommen! Das kann ich ja auch verstehen, ich will ja eigentlich auch nur mit ihm zusammen sein, aber das Bedürfnis quält mich einfach :(

Vor etwa einer Woche habe ich ihn dann nochmal auf das Thema SM angesprochen und er war wirklich nicht abgeneigt, es mal auszuprobieren. Er wollte aber lieber in der devoten Rolle bleiben. Ich dachte mir, ok, einfach mal ausprobieren ;) Also habe ich ihn gefesselt und wollte dann ein bisschen sanft anfangen, aber ich konnte es nicht! Das ist einfach gar nicht meine Rolle, der Gedanke gefällt mir nicht, es hat mich einfach total abgeturnt :( Also habe ich ihn wieder los gemacht, mich angekuschelt und gesagt, dass ich das so rum doch nicht möchte.
Dann kam das für mich total überraschende: er wollte jetzt mit mir in der devoten Rolle weiter machen, also einfach mal ausprobieren!
Nur irgendwie kommt das ganze bei ihm so gar nicht überzeugend rüber, er weiß nicht, was er tun soll und das merke ich, er wirkt übervorsichtig und hilflos (ich kann das ja auch verstehen), und leider erregt mich das dann auch nicht! Als Dom muss man doch schon ein bisschen überzeugend rüberkommen, oder? :P
Also haben wir das ganze wieder unterbrochen und "normal" weiter gemacht, gekuschelt usw.
Ich habe aber gemerkt, dass ihn das Thema weiter beschäftigt und ich hatte ja immernoch Lust darauf! Also schlug ich ihm vor, dass er nochmal meine Hände fesstelt und wir es einfach nochmal probieren, aber langsam und nichts überstürzen.
Und es war super! Und ihm hat es auch gefallen.

Nur ist seit dem gar ncihts mehr in die Richtung gelaufen. Gestern abend habe ich vorgeschlagen, es nochmal zu versuchen, aber er wollte nicht. :(

Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass ich ihn übermäßig dazu dränge, auch wenn er es nicht will :( Dabei will ich ihn ja zu nichts zwingen, aber das Bedürfnis ist einfach so stark. Inzwischen wünsche ich mir schon wirklich einen anderen Mann mit Erfahrung, mit dem ich meine Fantasien ausleben kann. Ich liebe meinen Freund aber sehr und will ihn nicht verlieren.
Wie kann ich das Verlangen unterdürcken und wieder glücklich sein mit dem was ich habe?
Oder wie kann ich ihn an das Thema so richtig heranführen?
Wie kann er verstehen, was den Reiz daran für mich ausmacht?
Und wie löst man das Problem, dass wir beide lieber Sub wären (falls er es denn überhaupt will)?

Sorry für den langen Text und die vielen Fragen. Ich weiß einfach nicht, mit wem ich darüber reden soll... vielleicht könnt ihr mir ja helfen. Ich bin verzweifelt...
Gruß, Newgirrl

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ore
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Re: Freund will nicht (oder doch?), beide eher devot :(

Beitrag von ore » 7. Apr 2012 11:12

Willkommen newgirrl

Lange Texte sind hier kein Problem.
Also zuerst einmal muss ich dich leider enttäuschen, man kann niemand in eine Rolle drängen, und ob man die eigene Neigung langfristig unterdrücken kann ist eher fragwürdig.

Ihr solltet eventuell offen darüber reden, ob ihr eure Beziehung für externe Spielpartner öffnen wollt, damit ihr beide das bekommt was ihr wollt. Es gibt einige Paare, die damit gute Erfahrung gemacht haben.
Wenn das für euch keine Alternative ist, weil ihr euch Spielen nur enger Partnerschaft vorstellen wollt, dann müsst ihr wohl einen Weg gehen, den auch schon mancher hier ging und euch trennen. Das wichtigste ist, dass ihr euch kritisch fragen müsst, ob ihr auf Dauer beide glücklich seid mit eurer in dieser Form gelebten Beziehung, das ist das einzige was im Endeffekt zählt. Willst du die Partnerschaft so fortführen, auch wenn in wenigen Jahren die Verliebtheit verflogen ist?
Romanes eunt domus!


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Re: Freund will nicht (oder doch?), beide eher devot :(

Beitrag von Vala » 7. Apr 2012 11:56

Ohje....Ich kann mir den Konflikt gut vorstellen, aber ehrlichgesagt finde ich ganz gut, wie ihr bisher damit umgegangen seid.
Es hat zwar einige Zeit gedauert, aber ihr habt euch vorsichtig aneinander herangetatstet auf diesem Gebiet. Ob nun erfolgreich oder nicht, man lernt aus jeder Erfahrung.
Wenn das mit dem Abwechseln aber partout nicht geht, da stimme ich ore zu, vielleicht findet ihr ja externe Spielpartner, oder villeicht sogar jemanden für euch beide, mit dem ihr eure Phantasien erproben könnt und wer weiß, was sich dann noch aus euch heraus entwickelt.
Seid ihr euch beide eurer devoten Seite sicher, oder würdet ihr auch switchen, wenn ihr wüsstet, dass ihr eurem devoten Gegenüber im Großen und Ganzen Gutes tut, und ihn nicht wirklich verletzt?
Ich würde jedenfalls nicht von vornherein sagen, dass ihr euch trennen müsstet, weil eure Temperamente nicht zusammenpassen. Wenn ihr euch beide gleichsam liebt, dann müsst ihr nicht befürchten, dass der Partner nach einem Abend bei seinem Spielpartner nicht zu euch zurückkehrt.
Generell muss man sich Fragen, wie fließend Phantasie, Sex und Liebe ineinander übergehen. Wenn für euch alles untrennbar ist, dann könntet ihr nur mit dem einem perfekten Partner glücklich werden. Wenn ihr aber die Phantasie mit jemand anderem auslebt und eure Liebe zum Partner trotzdem überwiegt, warum sollte das mit euch nicht klappen?
Ihr könnt Erfahrungen sammeln und euch davon berichten, ihr seid dann immernoch Inspiration für den Partner, also scheidet nicht ganz aus seiner Phantasie aus.

Aber zunächst würde ich ersteinmal die Einstellung deines Partners genauer definieren. Wie dein Titel schon sagt, du weißt nicht, ob er sich auf dem Gebiet BDSM erproben möchte oder nicht. Das musst du mit ihm klären! Danach könnt ich euch imemrnoch Gedanken machen, wie es weitergehen soll.

Ich hoffe jedenfalls dass ihr einen guten Kompromiss findet, mit dem ihr BEIDE glücklich werdet.
"Heid hieß man sie wohin sie kam
Wohlredende Wala, zähmte sie Wölfe
Sudkunst konnte sie, Seelenheil raubte sie
Übler Leute Liebling allezeit"

newgirrl
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Re: Freund will nicht (oder doch?), beide eher devot :(

Beitrag von newgirrl » 7. Apr 2012 14:44

Danke erstmal für eure Antworten!

Eigentlich wollen wir wirklich keine dritte Person mit einbinden, das war auch eher ein Vorschlag aus Verzweiflung als ein echter Wunsch. Ich bin froh, dass ich bisher seine einzige Partnerin war und das soll auch bitte so bleiben ;) Ich könnte den Gedanken warscheinlich nicht ertragen, dass er sich mit einer anderen vergnügt und will ihm das umgekehrt auch nicht antun.

Wir sind schon seit 3 Jahren zusammen, wohnen zusammen und ich will ihn auf keinen Fall verlieren. Schon gar nicht so "auf Verdacht". Ich habe ja noch gar keine richtigen Erfahungen auf dem Gebiet SM gesammelt, vielleicht gefällt es mir dann auch gar nicht wirklich in echt und wir hätten alles umsonst aufgegeben?

An sich finde ich die Idee, dem Partner zuliebe zu switchen am Besten, aber ich kann es mir einfach so schwer vorstellen. Zumal ich ja immernoch unsicher bin, ob er nun will oder nicht. Er sagt zwar, dass er es auch mal gerne ausprobieren möchte, aber ich habe einfach das Gefühl, dass er das nur mir zuliebe sagt. Ich werde am Besten noch mal versuchen mit ihm zu reden und schauen, was dabei rauskommt!

MrCode
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Re: Freund will nicht (oder doch?), beide eher devot :(

Beitrag von MrCode » 7. Apr 2012 15:53

Ich halte es für sehr wichtig, zu klären, was dein Partner möchte und was nicht. Will er BDSM tatsächlich aus sich heraus ausprobieren? Wenn er es nur dir zuliebe mitmacht, dann bringt euch das beide nicht wirklich weiter - er würde sich in diesem Fall in eine Rolle quetschen, die ihm nicht liegt, und entsprechend würde das "Ergebnis" aussehen, was für dich wiederum reichlich unbefriedigend werden dürfte.

Darüber solltet ihr offen sprechen. Du schreibst, dass ihm euer erster BDSM-Gehversuch beim zweiten Anlauf gefallen hat. Was sagt er dazu, was hat ihm daran genau gefallen und was eher nicht so? Darauf aufbauend könnt ihr euch überlegen, ob ihr weitere Dinge ausprobieren möchtet und wenn ja, wie diese aussehen sollen. Das muss keine Wiederholung eures ersten Spiels sein - du schreibst ja, das er das bisher nicht wiederholen wollte. Hier wäre es gut zu wissen warum - macht ihm BDSM generell doch keinen Spaß oder lag es an der Top-Rolle oder an etwas ganz anderem? Als Gesprächseinstieg kannst du ihm beispielsweise deine Seite erläutern, also was dir besonders gut gefallen hat und welche Spielarten dich reizen würden.

Wenn es "nur" um die Rolle geht, d.h. BDSM ihm grundsätzlich gefällt oder er zumindest ein eigenes Interesse daran hat, weiter zu experimentieren: Kann er sich grundsätzlich vorstellen, oben zu spielen oder gar nicht? Hat er Phantasien als Top? Nicht jeder ist glücklich mit beiden Rollen, es gibt eben sowohl Tops als auch Bottoms, die nicht switchen möchten und können, weil ihnen die andere Rolle einfach völlig fremd ist. Deshalb fände ich es auch schwierig, nur dem Partner zuliebe zu switchen, das klingt für mich eher etwas, das auf Dauer mehr belastet als es hilft. Du schreibst ja selbst, dass es bei dir in der Top-Rolle einfach nicht ging. Wie ist es bei ihm? War das nur einmal ganz ok bei eurem Spiel, oder wie fühlte er sich dabei?

Deshalb ist es so wichtig zu wissen, wo das Problem liegt. Wenn er sich eigentlich schon vorstellen könnte, zu switchen, dann tastet euch da langsam heran. Beim ersten Mal als Top etwas unsicher zu wirken und eher Angst zu haben, zu weit zu gehen, und der Partnerin zu schaden und daher übervorsichtig zu sein, ist durchauch nachvollziehbar. Es fällt kein Top vom Himmel und ich glaube bei vielen Tops hier war das erste Mal ein eher vorsichtiges Herantasten, das bei weitem nicht die heutige Souveränität zeigte.

Du schreibst ja, dass der zweite Versuch schon wesentlich besser war. Es fällt eben kein Top vom Himmel - und sieh es mal so: Wenn er lieber zu vorsichtig ist und ihr euch gemeinsam steigern könnt, ist das doch viel besser als ein Rabauke, der gleich über's Ziel hinausschießt und Schaden anrichtet.

Zudem habe ich bei deinem Text den Eindruck, dass er auch gar nicht darauf vorbereitet war, plötzlich Top zu sein. Das kann die Unsicherheit noch weiter steigern, wenn er quasi ohne Erfahrung mal eben eine Session aus dem Hut zaubern soll. Deshalb finde ich es auch wichtig, dass du ihm zu verstehen gibst, was dir an eurem zweiten Versuch so gut gefallen hat und was du gerne weiter ausprobieren oder abändern möchtest. Das gibt ihm Selbstvertrauen. Genörgel ist da eher kontraproduktiv, Bestätigung für das, was gut war, und Vorschläge helfen eher. Das kann ihm auch die Angst nehmen, dir zu schaden, wenn er sieht, dass du mnit verschiedenen Dingen richtig glücklich warst. Wie gesagt, wenn er sich mit der Top-Rolle durchaus anfreunden kann, dann wird sich das mit der Unsicherheit mit etwas Zeit schon regeln.

Die Idee mit der dritten Person muss übrigens auch nicht bedeuten, dass ihr beide euch jeweils getrennte Spielpartner sucht. Ihr könnt ja z.B. auch zusammen Subs eines gemeinsamen Tops sein und zu dritt spielen. Auch das wäre eine Möglichkeit, über die ihr nachdenken könnt.

Anonsten bliebe selbst wenn er switcht noch die Frage, wie ihr mit seiner Sub-Seite umgehen möchtet, weil er diese ja dann nicht ausleben könnte. Auch darüber solltet ihr sprechen.

Caladan
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Re: Freund will nicht (oder doch?), beide eher devot :(

Beitrag von Caladan » 10. Apr 2012 02:13

Huhu newgirrl,

Aus eigener Erfahrung würde ich dir empfehlen, das mit dem ihn verlassen nicht zu überstürzen. Manchmal sind die Gedanken an BDSM eine gewisse Zeit lang größer als sie eigentlich in dir vorhanden sind. Vor allem wenn solche Bedürfnisse eben nicht erfüllt werden, wirken sie oft übermächtig und man steigert sich immer mehr rein. Deswegen: Nichts überstürzen, lass dir Zeit, lass ihm Zeit.

Ansonsten zum konkreten Problem: Hast du schon mal Dinge getan, die dominantes Verhalten provozieren? Also bist du manchmal unterwürfig oder fragst bei Dingen um Erlaubnis wo du eigentlich nicht müsstest? (im Bett natürlich sowieso, ansonsten bei Kleidung, Freizeitgestaltung, auch mal im Alltag, bei Kleinigkeiten, usw.)? Mich als Dom bringt solches Verhalten jedenfalls meistens sehr in Spiellaune. :)

Generell hat mans als Newbie-Dom aber auch einfach schwer, noch dazu bist du seine erste Partnerin. Da fehlt logischerweise die Erfahrung und damit auch das Selbstvertrauen und er wird natürlich erstmal unsicher sein. Da ist es aber deine Aufgabe, dich in deinem Kopf etwas anzustrengen und zu versuchen, seine Unsicherheit erstmal zu ignorieren! Versuch ihm ein positives Spielerlebnis zu bieten, zeig ihm die Vorteile die er dadurch hat, gib ihm danach positives Feedback (und etwas konstruktive Kritik darf auch dabei sein). Es geht auch erstmal um seine Wünsche, mach ihm das klar, also kein (dauerhaftes) Topping from the Bottom.
Mit der Zeit wird seine Unsicherheit weggehen, er wird sich mehr trauen, und du bekommst genau das was du dir wünschst. Also nur Geduld! :)

Vom Einbinden Dritter oder dass du dich in die Dom-Rolle zwängst, obwohl du gar nicht willst, halt ich gar nichts von.

Viel Glück!
Cala

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neurotoxin
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Re: Freund will nicht (oder doch?), beide eher devot :(

Beitrag von neurotoxin » 11. Apr 2012 23:14

Das mit dem "devoten Verhalten" oder Provokationsspielchen würde ich auf keinen Fall machen. Auf nicht dominante Personen wird das im Alltag befremdlich wirken - und auch mich (und ich bin dominant) nervt das mitunter, wenn es in Richtung "Drängen" geht.

Wie wäre es denn wenn ihr beide euch ein dominantes Paar sucht? Also ein Dom-Dom-Paar, das euch dann beide herumkommandiert und quält. Sub-Sub-Paare sind nämlich um einiges seltener als Dom-Dom-Paare und daher sehr gefragt.
Auch mein Partner (der mal switchen wollen würde) und ich haben uns schon nach Subbipärchen umgesehen - ohne Erfolg.
Wobei das auch nichts für jeden ist den eigenen Partner leiden zu sehen (ist mitunter schlimmer als selbst zu leiden), auch Eifersucht kann dabei ein Thema sein.
Einen Versuch ist es aber wert. :-)

Ich persönlich finde übrigens: Submänner sind die besten. Sei froh, dass du so einen für dich hast! :D

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Re: Freund will nicht (oder doch?), beide eher devot :(

Beitrag von Egianor » 12. Apr 2012 17:41

Caladan hat geschrieben: Vom Einbinden Dritter oder dass du dich in die Dom-Rolle zwängst, obwohl du gar nicht willst, halt ich gar nichts von.
ich halte beides für durchaus sinnvoll, sofern es - natürlich - für alle Beteiligten in Ordung ist.
Gerade den Vorschlag, sich mit dem Toppen abzuwechseln finde ich gut. Zum einen können so beide ihre devoten Vorlieben ausleben und zum anderen kann Newgirrl ihrem Freund so zeigen, dass es durchaus auch möglich sein kann, oben zu spielen. Damit meine ich natürlich nicht, dass es unbedingt für jeden etwas ist und jeder lernen kann, zu toppen. Aber wenn man sieht, dass der Partner sich überwindet und man sich quasi gegenseitig "opfert", dann kann das motivieren. So nach dem Motto "Du traust Dich das und bekommst es irgendwie hin. Dann kann es ja nicht so schlimm sein, vielleicht schaffe ich das auch."
Und auch bei dem aktiven Part kann es ja ein Gefühl dafür schaffen, was es eigentlich an Überwindung kostet, sodass man dem Anderen dann Fehler/Unsicherheiten eher verzeiht.


Außerdem muss - meiner Meinung nach - Dom nicht immer ultra-über-dominant sein. Ich mag es mitunter auch ganz gerne, meinem Partner Vorschläge zu machen, was ich gerne hätte. Sodass ich letzendlich diejenige bin, die vorgibt was passiert und mein Freund als "Wunscherfüller" agiert. Das würde mir bei weitem nicht immer gefallen, aber manchmal finde ich es auch ganz schön (wobei das sich bei uns dann auf physische Dinge beschrängt).
Wenn wir etwas nur ausprobieren wollen (eine neue Fesselung, eine Art mich Festzuhalten, die Intensität eines neuen Schlagwerkzeuges...), dann machen wir das auch auf Augenhöhe.
Ich finde das eine gute Möglichkeit, sich erstmal auszuprobieren, zu lernen, wie Dinge funktionieren und sich anfühlen. Vielleicht ist auch das eine Möglichkeit für euch, Unsicherheiten abzubauen. Ganz einfach, weil so eine sehr direkte Kommunikation immer möglich ist ("so ziept das unangenehm", "das fühlt sich gut an", "schlag mich doch bitte nochmal da hin", "doller sollte es nicht mehr werden, sonst wird mir das zuviel"). Wenn wir "richtig" spielen, hat er immer seine liebe Not damit, mich zum Reden zu bringen.
Wenn Dein Partner Dich dann schon mehrmals gefesselt hat und weiss, wie Du auf Schläge reagierst, dann wird es ihm eventuell auch leichter fallen (und Dir umgekehrt natürlich auch, wenn ihr euch beide zum switchen entscheidet). Außerdem bekommt er so ein Reporteoir auf das er zurückgreifen kann.
Das Murmeltier erwachte am Morgen und beschloss, ans Meer zu gehen. Alle waren dagegen, sein Vater, auch seine Mutter, die Tante und die Geschwister. "Am Meer ist die Freiheit" sagte das Murmeltier und brach auf.
Christoph Miethke Das Murmeltier, das Meer, die Freiheit & das Glück

newgirrl
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Re: Freund will nicht (oder doch?), beide eher devot :(

Beitrag von newgirrl » 12. Apr 2012 19:01

Hallo!
Echt vielen Dank für eure vielen Antworten. :) Ihr habt mir wirklich sehr geholfen.

Ich habe ihn dann doch noch mal offen auf meine Befürchtungen und Ängste angesprochen, dass er sich gedrängt oder gar überrumpelt von mir fühlt. Das war aber nun doch nicht so, er brauchte eben ein bisschen Zeit um so richtig warm mit dem Gedanken an BDSM zu werden.
Er wollte es dann direkt nochmal ausprobieren, wobei ich dann plötzlich riesig aufgeregt und fast schon ängstlich (?) war (das hat mich ehrlich gesagt ziemlich gewundert, weil ich ja die ganze Zeit damit anfange!) Aber er hat mich dann erstmal ein bisschen beruhigt und dann war es wieder sehr aufregend und schön. Ich habe dann auch den Rat befolgt und ihm gesagt, was mir besonders gefallen hat.
Er hat mir dann gesagt, dass er lieber erstmal weiter den Dom-Part behalten will, was mir natürlich sehr gefällt. ;)

Ich denke wir sind jetzt auf einem guten Weg und das hätte sicher nicht geklappt, wenn ich mir hier meine Sorgen nicht von der Seele hätte schreiben können. Danke dafür!

Nun, eine Frage habe ich jetzt doch noch an euch:
Er hat gemeint, er will nicht jedes mal BDSM mit einbauen, also auch mal "ganz normalen" Sex haben. Wie geht ihr damit um`? Gibt es auch mal "ganz normal" und kuschelig, oder immer das "volle Programm"? Ich bin im Moment ganz heiß drauf, alles mögliche auszuprobieren und mir fällt es schon schwer, mich zusammenzureißen. ;)
Sorry, wenn die Frage vielleicht ein bisschen zu privat ist dann müsst ihr natürlich nicht drauf antworten. :D
Gruß, Newgirrl

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Re: Freund will nicht (oder doch?), beide eher devot :(

Beitrag von Egianor » 12. Apr 2012 19:42

newgirrl hat geschrieben: Er hat gemeint, er will nicht jedes mal BDSM mit einbauen, also auch mal "ganz normalen" Sex haben. Wie geht ihr damit um`? Gibt es auch mal "ganz normal" und kuschelig, oder immer das "volle Programm"?
Das Klischee, SMler hätten keinen Sex (und würden nicht lachen. Nichtmal im Keller) ist nur eben das: ein Klischee.
Guck Dir mal die Threads Session=Sex? und früher wart ihr viel härter an, da wird auch schon über Deine Frage disskutiert.
Ich denke, wie genau das gestaltet wird, ist sehr individuell und das Du gerade möglichst viel ausprobieren willst, durchaus verständlich. Als mein Partner und ich angefangen haben, miteinander zu spielen (es ist für uns beide die erste Beziehung mit BDSM) haben wir auch kaum an etwas anderes gedacht und gerade zum essen und schlafen Zeit gefunden. Das legt sich in der Regel aber mit der Zeit ;)

Und meine persönlichen Erfahrungen mit dem Thema "vanilla Sex in BDSM Beziehung"? Macht schon auch Spaß :D Allerdings habe ich da so meine Probleme mit, sodass ich momentan einfach nicht kann. Das ist auch ok, dann bauen wir eben immer etwas "spieliges" mit ein, allerdings würde ich mir durchaus mal wieder so ganz normalen, vanilligen Blümchen-Kuschelsex wünschen und ich bin sicher, auch ich werde irgendwann wieder Spaß daran haben.

Es gibt da kein richtig oder falsch. Und wie genau das jeder für sich hanhabt ist absolut individuell. Macht ihr einfach, wonach euch ist und schert euch nicht um irgendwelche "Szene-Konventionen".
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