Die Lust nach Anderen...

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Ryugin
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Re: Die Lust nach Anderen...

Beitrag von Ryugin » 6. Nov 2011 15:01

Mir fehlen echt die Worte...Gedichte und Sex auf eine Ebene gestellt....oh Mann!
Ich gebe gerne zu, dass mein Beitrag polemisch war und dass man ihn kritisieren kann. Aber ich weiß nicht, ob du damit den entscheidenden Punkt getroffen hast. :)

Ich glaube nämlich nicht, dass Sexualität so einen großen Sonderstatus hat, dass sonst nichts wichtig wäre. Für einige Leute ja, aber für andere Leute sind ganz andere Dinge wichtig. Es gibt durchaus Leute, die widmen ihr Leben der Poesie, der Kunst, der Literatur. Und sind traurig, wenn sie sich nicht verwirklichen dürfen. Daraus folgt zumindest, dass wir Menschen uns nicht nur über unsere Triebstruktur definieren müssen, sondern uns auch über ganz andere Dinge definieren können.

Ich hätte dennoch besser auf die Diskussion hier hätte eingehen sollen! :-) Das tue ich hiermit:
twilight hat geschrieben:Es ist halt ihr natürlicher Trieb einen Mann fest an sich zu binden (Versorger und so) genauso wie es unser Trieb ist unsere Saat möglichst weit zu streuen
Damit triffst du in der Tat ein interessantes Problem. Es könnte durchaus sein, dass der Mensch von seiner Gefühlsstruktur her tendenziell so angelegt ist, wie du es beschrieben hast. Indizien dafür sind beispielsweise, dass im naturwissenschaftlichen Bereich immer noch Männer verbreiteter sind als Frauen.
Allerdings ist das eben nur ein Aspekt. Der andere Teil sieht so aus: Wenn du dir unsere Organe anguckst, dann sind es weder unser Fell, noch unsere Beißwerkzeuge noch unsere Beine oder Greifwerkzeuge, die uns einen Vorteil über den anderen Lebewesen bringen, sondern vor allem unser Gehirn, welches es uns ermöglicht unsere Verhaltenweisen zu ändern und neue Verhaltensweisen zu entwickeln. Daraus folgt, dass wir nicht darauf hin angelegt sind unsere "Samen in der Gegend zu verstreuen", sondern neue Verhaltensweisen zu erlernen und diese auch weiterzugeben. Wenn man sich die Entwicklungszeit eines Neugeborenen Kindes bis hin zur Reife ansieht, dann sieht man, dass der Mensch eben nicht auf pure Fortpflanzung spezialisiert ist, sondern auf das Bilden von Gemeinschaften und Solidarität, welche die Entwicklung des Kindes überhaupt erst möglich machen und ihm eben die Verhaltensweisen mitgeben, die es braucht, um in der Natur zu bestehen. Der Mensch ist von seiner Evolution her auch ein Teamplayer, nicht nur ein "Samenstreuer". Und ja, auch die Männer müssen sich daran beteiligen, denn wenn sie sich überhaupt nicht um die Stabilität der Herde und das Wachstum des Kindes kümmern, wer soll dann die schwangere Frau beschützen, wenn der Säbelzahntiger vor der Tür steht?

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TheInnocentFreak
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Re: Die Lust nach Anderen...

Beitrag von TheInnocentFreak » 6. Nov 2011 15:44

Twilight hat geschrieben:Ich hab gehört dass es auch bei den Menschen Kulturkreise gibt die nicht auf den Papst hören und wo ein Harem nichts schlechtes ist. Nur n kleiner Einwurf von mir...
Hm, kleiner Einwurf von mir: Achja? Ein Harem ist nichts schlechtes, und alle beteiligten Personen (insbesondere die Frauen) sind damit glücklich?
Zwei mir bekannte Quellen sagen da etwas anderes, zum einen eine Biographie von einer Europäierin (Ich glaube, es war eine Schweizerin), die eine Weile mit ihrem Mann in Saudi-Arabien gelebt hat. Ihr Mann stammt aus einer reichen Familie, und sie hat miterlebt, wie in den Königshäusern die Prinzessinnen untereinander Verhältnisse hatten. Und warum? Nicht weil sie polygedöns mögen, auch nicht weil sie bisexuell sind, nein: um sich die Zuneigung zu holen, die sie von ihrem Mann/ihren Männern nicht bekommen.
Das zweite ist ein Buch, welches irgendwo im Titel "Mein Leben in einem Harem" trägt, eine muslimische Freundin von mir hat es gelesen und mir berichtet, dass dort wohl auch nicht alles schön gewesen ist...
Und niemand kann mir erzählen, dass diese Kulturkreise, bloß weil sie nicht auf den Papst hören, nicht unter irgendwelchen anderen religiösen Einflüssen stehen.

Oh, und noch etwas: Wenn wir alle vom Papst beeinflusst werden und nur wegen ihm und dem christlichen Glauben monogam sind, dann erkläre mir doch mal bitte, wie wir gleichzeitig Kondome/ähnliches benutzen und Sex aus Spaß haben.... und warum noch niemand dieses Forum geschlossen hat.
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Twilight
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Re: Die Lust nach Anderen...

Beitrag von Twilight » 6. Nov 2011 17:11

TheInnocentFreak hat geschrieben:
Oh, und noch etwas: Wenn wir alle vom Papst beeinflusst werden und nur wegen ihm und dem christlichen Glauben monogam sind, dann erkläre mir doch mal bitte, wie wir gleichzeitig Kondome/ähnliches benutzen und Sex aus Spaß haben.... und warum noch niemand dieses Forum geschlossen hat.
http://www.tagesschau.de/ausland/papstafrika100.html

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DragonAva
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Re: Die Lust nach Anderen...

Beitrag von DragonAva » 6. Nov 2011 17:18

Und jetzt einmal bitte wieder Back to Topic!

Danke :)
When shadow comes to claim our souls//Some must rise - the light of old.//Names in stone, spirits of legend.//Deeds unknown, yet never forgotten.//These are the Duranin!//Of honor within and of fear without.//Remember them, when in hope you doubt.

taken from Tales of the past III

Bidoma
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Re: Die Lust nach Anderen...

Beitrag von Bidoma » 7. Nov 2011 14:27

Ich habe mir die Frage selber schon gestellt, "Könnte ich damit umgehen, wenn mein Freund mit einer anderen rummacht?" Erstmal ist es so, dass ich selber manchmal von Phase zu Phase das Gefühl habe, mal was anderes wäre nett. Selber weiß ich aber auch immer, dass man Sex nie komplett von Gefühlen trennen kann. Man empfindet ja schließlich Lust und mag den anderen zumindest. Sonst würde man ihn ja auch nicht attraktiv finden. Emotional hat es mich definitiv weiter gebracht festzustellen, dass eine reine Fickfreundschaft nicht das wahre für mich ist. Mir fehlte immer jemand der für Nähe sorgte, ohne das ich gerade nackt sein musste. Diese rein emotionale Nähe die man für jemanden empfindet, der einem total wichtig ist weil er ein viel beständigerer Teil des Lebens ist.
Ich bin bei der Diskussion, ob wir uns gegenseitig andere Partner gönnen würden, in Tränen ausgebrochen, weil ich den Gedanken nicht ertragen konnte, dass mein Partner eine andere genauso begehren könnte. Mittlerweile würde ich auf einen Versuch drauf ankommen lassen, weil ich weiß das man vorher einen Rahmen schaffen kann, zu seinen eigenen Bedingungen. Und wenn das bedeutet, dass man fürs erste nur zusammen etwas mit anderen hat, oder vorher den anderen Part kennenlernt und sich von seinen Intentionen überzeugt. Ich würde nie eine Frau an meinen Partner ran lassen, von der ich den Eindruck hätte das Sie ihn nur für sich will. Später würde ich vielleicht genug Vertrauen in die Auswahl der Partner haben, dass dies mein Freund alleine machen dürfte ohne das ich Bedenken hätte.
Man muss sich klar sein, ob man "komme was wolle" die eigene Beziehung vor allem anderen stellt.
Der Schlüssel ist meines Erachtens herauszufinden, ab wann man es emotional nicht mehr aushalten kann und verunsichert ist und wie man Vertrauen schaffen kann. Es gibt immer eine Situation in die man selber kontrollieren kann und in der man sich suverän und stark fühlt und neues ausprobieren kann. Das Kunststück ist es das herauszufinden.

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Elvis
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Re: Die Lust nach Anderen...

Beitrag von Elvis » 9. Apr 2012 18:33

Es ist vollbracht...!

Naja, so halbwegs. Sie hat zumindest Interesse bekundet sich mal auf einen Dreier einlassen zu wollen. Mehr gibt es eigentlich auch nicht zu erzählen. Liegt alles wohl noch in weiter Ferne, aber zumindest der Ansatz ist gegeben. Yeah! :-D
Denn welcher heut sein Blut mit mir vergießt, der soll mein Bruder sein. - William Shakespeare

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Re: Die Lust nach Anderen...

Beitrag von Psychotic » 28. Mai 2012 23:42

das Hauptproblem das ich in einer offenen Beziehung hätte, ist, ich würde ständig denken ich sei nicht genug......und da könnte man mir noch so oft was anderes erzählen.
außerdem währe ich dadurch irgendwie so verletzt, dass ich versuchen würde mit so vielen Männern zu schlafen wie er mit Frauen schläft - allein um zu beweisen dass ich genauso viel "Marktwert" besitze wie er.....gott ich wäre ein Monster :D die Beziehung wäre dann wohl hinüber,

ich hab mega Angst mal einen Mann zu lieben der ne offene Beziehung will - und grade bei BDSMlern scheint das ja keine Seltenheit zu sein :|

aber schön dass es bei dir funktiuniert, zumindest so halbwegs

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Re: Die Lust nach Anderen...

Beitrag von pinc » 13. Jun 2012 13:02

Psychotic hat geschrieben:das Hauptproblem das ich in einer offenen Beziehung hätte, ist, ich würde ständig denken ich sei nicht genug......und da könnte man mir noch so oft was anderes erzählen.
außerdem währe ich dadurch irgendwie so verletzt, dass ich versuchen würde mit so vielen Männern zu schlafen wie er mit Frauen schläft - allein um zu beweisen dass ich genauso viel "Marktwert" besitze wie er.....gott egs
Exakt so hat es mein Freund ausgedrückt. Er wusste von Anfang an, dass ich kein monogamer Mensch bin. Und er hat sich trotzdem auf ne Beziehung eingelassen. Irgendwann ist er dann damit rausgerückt. Macht es nicht gerade einfach.... Aber ich verlasse ja nicht den Menschen den ich liebe dafür, das ich mal zwischendrin mit anderen ins bett kann... Wir haben drüber geredet und lassen es drauf ankommen - er versucht mit klar zu kommen und ich halte mich ein Stück weit zurück... Fand aber auch die Idee sich über sowas wien Dreier auszuprobieren nicht schlecht..

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