Sicher nicht die einzige mit dem Problem, aber dennoch...

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Nelbe
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Sicher nicht die einzige mit dem Problem, aber dennoch...

Beitrag von Nelbe » 6. Okt 2011 21:48

Hallo!

Ich habe mich erst gerade hier angemeldet und bin mir jetzt aber doch schon sicher, dass es hier viele andere gibt, die schon mit ähnlichen Problemen gepostet haben.

Und zwar geht es um den Klassiker. Ich bin Masochistin. Hab auch schon etwas Erfahrungen dahingehend mit zwein meiner Exfreunde sammeln können.
Seit vier Jahren jedoch bin ich mit meinem aktuellen Freund zusammen. Der, so gesehen, sehr, sehr weichherzig ist und keiner Frau auch nur irgendetwas zu leide tun könnte. Und, wie sich jetzt die meisten sicher denken können, liegt da genau das Problem. Weil für ihn auch jedes bisschen schon zu viel ist. Er kann mich nicht mal fesseln. Beziehungsweise wenn ich gefesselt bin... Nun, dann geht es nicht mehr.

Sie Sache ist, dass ich ihn liebe und auch mit ihm zusammen bleiben möchte...
Aber deswegen ganz auf Sex, von dem ich auch was habe, verzichten, will ich auch nicht. Zwar ist die Hand immer noch der beste Freund, aber... Nun, ich denke einige werden verstehen, was ich meine.

Und ich weiß einfach nicht, wie ich ihm das nahe bringen soll oder was ich deswegen machen soll.

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Thoth
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Re: Sicher nicht die einzige mit dem Problem, aber dennoch...

Beitrag von Thoth » 6. Okt 2011 21:57

Hallo Nelbe, willkommen im Forum.
Zu dem Thema gibt es in der Tat schon den einen oder anderen Thread, z.B. diesen hier. Ich hoffe, das hilft zumindest ansatzweise weiter (-:
"I couldn't help it," said the scorpion, "It's my nature".

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SMaragd
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Re: Sicher nicht die einzige mit dem Problem, aber dennoch...

Beitrag von SMaragd » 7. Okt 2011 00:21

Nochmal ein kurzes Fazit:

Ich behaupte, wenn er keiner Fliege was zu leide tun kann, dann wird es vergebene Lebensmüh sein ihn zum Sadisten erziehen zu wollen. Es funktioniert einfach nicht, wenn er nicht von allein daran gefallen findet. Wenn du ihn also liebst, und mit ihm zusammenbleiben willst, ist das löblich.. aber deine masochistische Ader wirst du aller Wahrscheinlichkeit mit ihm nicht ausleben können. Die Frage ist also, was dir wichtiger ist.

Gruß

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TheInnocentFreak
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Re: Sicher nicht die einzige mit dem Problem, aber dennoch...

Beitrag von TheInnocentFreak » 7. Okt 2011 07:32

SMaragd hat geschrieben:Ich behaupte, wenn er keiner Fliege was zu leide tun kann, dann wird es vergebene Lebensmüh sein ihn zum Sadisten erziehen zu wollen. Es funktioniert einfach nicht, wenn er nicht von allein daran gefallen findet. Wenn du ihn also liebst, und mit ihm zusammenbleiben willst, ist das löblich.. aber deine masochistische Ader wirst du aller Wahrscheinlichkeit mit ihm nicht ausleben können. Die Frage ist also, was dir wichtiger ist.
Das sehe ich anders. Du musst ihn doch nicht gleich "zum Sadisten erziehen".... viel eher sollte er merken, dass "wehtun" nicht gleich wehtun ist. Vielleicht in ganz kleinen Schritten: deinen Hals küssen, mal zärtlich daran knabbern.... und wenn er merkt, dass es dir gefällt, traut er sich vielleicht zu beißen. Das ist kein ultimatives Erfolgsrezept, aber bei mir hat es funktioniert :D
Nicht direkt mit SM und Schmerz und der ganzen Kiste ankommen, sondern versuchen, es ihm auf andere Weise zu vermitteln, damit er das nicht in die "böse!"-Schublade steckt, sondern in die "gefällt meiner Freundin und turnt sie an"-Schublade :)
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SevenSins
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Re: Sicher nicht die einzige mit dem Problem, aber dennoch...

Beitrag von SevenSins » 7. Okt 2011 09:59

viel eher sollte er merken, dass "wehtun" nicht gleich wehtun ist.
Warum? Wenn es nicht seins ist?
Ich sehe es grundsätzlich wie SMaragd. BDSM ist keine heilsbringende, jeden Menschen glücklich machende Errungenschaft, die jedem aber auch wirklich jedem nahe gebracht werden kann / muss. Es ist natürlich kacke wenns die eigene Beziehung betrifft, ja. Aber wenn der Partner im Bilde ist wie wichtig einem das ist, sich sogar bereit erklärte es auszuprobieren und dann immer noch sagt: Ne, is nicht meins. Dann tuts mir leid, aber irgendwo sollte man es im Rahmen der sexuellen Selbstbestimmung und der Fähigkeit eines jeden Menschen seine eigenen Entscheidungen zu treffen und zu äußern respektieren, dass der Andere wohl anders tickt.
In welcher Selbergerechtheit da BDSMler manchmal an ihren Partnern versuchen rumzudoktern find ich manchmal schon regelrecht respektlos.

Ich DARF dem anderen zu Liebe Dinge tun weil ich weiß, dass es ihm gefällt - ich MUSS aber nicht, insbesondere wenn es mich selbst überfordert / gar nicht gefällt / abstößt / whatever.

Ergo: Führe nochmal ein offenes Gespräch mit ihm darüber was es dir bedeutet, wie wichtig es für dich ist, dass es dir gut tut geschlagen zu werden. Aber respektiere bitte auch wenn er bei seiner Meinung bleibt.
Und dann sucht eben gemeinsam nach Lösungen: Wäre es möglich, dass du BDSM mit jemand anderem auslebst? Willst du das überhaupt? Wie sehr ihr die Zukunft eurer Beziehung? Gibt es sonstige Kompromisse? Gibt es Dinge die ihm gefallen, die auch für dich eine Bereicherung des Sexlebens darstellen würden?
Also: Reden, reden, reden.
Wenn zwei Menschen sich treffen, einander gut tun wie verrückt, hinterher nicht mehr durch die Tür passen vor Grinsen - who cares about the fucking definition?

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Re: Sicher nicht die einzige mit dem Problem, aber dennoch...

Beitrag von MrCode » 7. Okt 2011 12:29

Ich schließe mich da mal SMaragd und SevenSins an. Nicht in jedem Menschen ist ein BDSMler versteckt, den man nur wecken muss. Manchmal ist das so, aber eben nicht immer. Manche Menschen haben eigentlich schon entsprechende Neigungen, trauen sich aber nicht, sie auszuleben. Wenn das bei deinem Partner der Fall ist, hast du Glück - hier hilft gutes Zureden, da die Basis ja schon einmal vorhanden ist. Wenn dein Partner aber von dem ganzen Thema abgestoßen wird bzw. damit überhaupt nicht klarkommt, dann ist das vielleicht bitter, aber du wirst es akzeptieren müssen. Um das herauszufinden hilft nur ein ehrliches Gespräch und vorsichtiges Ausprobieren. Wenn es dann ein festes "nein, nicht mein Fall" von seiner Seite ist, dann ist es eben so und es macht (allein schon aus Respekt vor dem anderen) auch wenig Sinn, ihn zum BDSMler "erziehen" zu wollen. Schlussendlich muss jeder selbst entscheiden, wie er seine Sexualität ausleben will.
Nelbe hat geschrieben:Seit vier Jahren jedoch bin ich mit meinem aktuellen Freund zusammen. Der, so gesehen, sehr, sehr weichherzig ist und keiner Frau auch nur irgendetwas zu leide tun könnte. Und, wie sich jetzt die meisten sicher denken können, liegt da genau das Problem. Weil für ihn auch jedes bisschen schon zu viel ist. Er kann mich nicht mal fesseln. Beziehungsweise wenn ich gefesselt bin... Nun, dann geht es nicht mehr.
Das klingt so, als hättet ihr schon darüber gesprochen und auch mal Fesselspiele versucht. Wenn das schon zu viel für ihn war und er nicht damit zurechtkam, dich zu fesseln, dann sehe ich da schwarz. Spreche mit ihm darüber, wo genau das Problem für ihn lag, ob er nur Angst hatte, dir damit zu schaden / dich wirklich zu verletzen oder ob es eben etwas Grundsätzliches ist. Bei ersterem hast du eine Chance, ihn langsam an das Thema heranzuführen, denn schließlich liegt kein grundsätzliches Problem vor und die Angst davor, dir zu schaden, kannst du ihm nehmen. Wenn ihn diese Art Spiele aber generell abstößt und er es einfach nicht will, dann müsst ihr eben nach anderen Wegen suchen, wie es mit eurer Beziehung weitergehen soll - dann ist er eben kein BDSMler und fertig. Wenn er schon ein Problem damit hat, dich zu fesseln, und du Masochistin bist, liegt die Vermutung nahe, dass das einfach nicht klappt.

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Eve777
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Re: Sicher nicht die einzige mit dem Problem, aber dennoch...

Beitrag von Eve777 » 7. Okt 2011 13:14

Also bei mir war das so: Als ich es geschafft hatte, meinem damaligen Freund meine Neigungen mitzuteilen, lehnte er diese komplett ab. Aber nach einiger Zeit versuchte er auf mich einzugehen, indem er etwas härter und temperementvoller im Bett mit mir umging, auch Fesselungen und Schläge waren abundzu mal drin, aber auch immer nur auf Wunsch von mir und nach langem zureden. Nach ein paar Wochen beichtete er mir aber, dass ihm das ganz und gar nicht gefiele, und dass er das nur schwer über sein Herz bringe, nur mir zu Liebe gemacht habe und auch nichts mehr Derartiges machen werde. Allein diese Aussage verletzte mich doch sehr, da mir dadurch bewusst wurde, dass er Wochen lang etwas getan hat, wogegen er totale Abneigungen hat... In dem Moment wurde mir klar, dass es so nicht weitergeht. Ich versuchte auf meine Neigungen zu verzichten, wurde aber immer unglücklicher. Irgendwann kamen dann noch andere Probleme in der Beziehung dazu, sodass ich diese beendete.
Ich will damit sagen, dass du für dich entscheiden musst, was dir wichtiger ist. Wenn du immer unglücklicher wirst, wenn du bei ihm bleibst, dann solltest du eure Beziehung ernsthaft überdenken...

Nelbe
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Re: Sicher nicht die einzige mit dem Problem, aber dennoch...

Beitrag von Nelbe » 7. Okt 2011 13:32

Danke erst einmal für die vielen Antworten.
SevenSins hat geschrieben:Ergo: Führe nochmal ein offenes Gespräch mit ihm darüber was es dir bedeutet, wie wichtig es für dich ist, dass es dir gut tut geschlagen zu werden. Aber respektiere bitte auch wenn er bei seiner Meinung bleibt.
Und dann sucht eben gemeinsam nach Lösungen: Wäre es möglich, dass du BDSM mit jemand anderem auslebst? Willst du das überhaupt? Wie sehr ihr die Zukunft eurer Beziehung? Gibt es sonstige Kompromisse? Gibt es Dinge die ihm gefallen, die auch für dich eine Bereicherung des Sexlebens darstellen würden?
Also: Reden, reden, reden.
Großes Problem ist dabei, dass er Sexgespräche immer gerne abblockt. Also schnell das Thema wechselt und so. Ich habe manchmal das Gefühl, dass er was Sex angeht ohnehin irgendeine Blockade im Kopf hat. Weil selbst so, im "normalen" Bereich ist mit Ausprobieren und Experementieren nicht viel.
Übrigens ist das interessante, dass er sich bei Hentais, also japanischen "Animepornos" durchaus auch Sachen, die zumindest Fesselspiele beinhalten, sehr gerne anschaut. Also generell abschreckend kann es ja doch nicht sein, denk ich mir dann. :(
Ich meine, ich persönlich habe überhaupt keine Probleme damit, BDSM mit jemand anderem auszuleben. Weil ich so gesehen von Monogamie nicht unbedingt viel halte. Man sollte es nicht übertreiben, find ich, also jede Nacht mit jemand anderen, aber rein Monogam... Ist ja doch irgendwie langweilig. Die Sache ist, dass ich ihm von Anfang an gesagt habe, dass ich mir sicher auch ab und an ein Mädchen anlächeln werde und dass er damit leben muss, weil er nun mal kein Mädchen ist und ich zwar bisexuell bin, aber Mädchen generell ansprechender finde. Aber da ist dann die Sache, dass ich bisher noch nie ein dominantes Mädel gefunden habe.

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Eve777
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Re: Sicher nicht die einzige mit dem Problem, aber dennoch...

Beitrag von Eve777 » 7. Okt 2011 13:52

Aber ob dein Freund damit zurechtkommt? Hat er sich zu dem Thema schon mal geäußert?
Hast du ihn schon mal gefragt, wieso er so Probleme hat, über Sex zu reden?
Ich dachte immer, es gäbe mehr dominante Frauen als devote?

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Re: Sicher nicht die einzige mit dem Problem, aber dennoch...

Beitrag von Nelbe » 7. Okt 2011 14:29

Das hab ich ihm halt von Anfang an gesagt, also dass ich ab und an mir mal ein Mädchen angeln werde, wenn es sich anbietet. Weil es einfach anders ist und ich ganz ohne einfach nicht könnte.
Es ist doch ein Unterschied, ob man mit jemanden zusammen ist oder... Eben nur Sex hat. Ich verstehe da auch das ständige Drama drum nicht. Also vom Problem der Geschlechtskrankheiten und AIDS einmal abgesehen. Dahingehend absolut verständlich. Aber davor kann man sich ja doch Schützen.
Aber ja, auf die Frage, warum es so problematisch ist darüber zu reden, blockt er auch ab. Ich mein, ich habe meine Theorien, aber das will nichts heißen.

Was die Mädels angeht: Keine Ahnung. Ich scheine allgemein devote Menschen anzuziehen. Meine beiden Exfreunde, mit denen ich Erfahrung sammeln konnte, waren auch Switcher. Der eine eigentlich vorrangig devot, aber eben auch Bereit mal zu wechseln. Der andere war zumindest sadistisch.
Aber allgemein waren viele Leute, die was von mir wollten/mit denen ich zusammen war devot.
Mag dran liegen, dass ich normal, also außerhalb sexueller Situationen sehr zielstrebig und bestimmend bin und mir nicht so schnell reinreden lassen.

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