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Habt ihr je gelitten?

Hier geht es um die ersten Male, Outing und sonstige Probleme

Moderatoren: Kuscheltier, Seelenoede

Antworten

Habt ihr je unter eurer Neigung gelitten?

Ja
60
28%
Ja, weil... (siehe mein Post unten)
35
16%
Nein
123
56%
 
Abstimmungen insgesamt: 218

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Skayx
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Re: Habt ihr je gelitten?

Beitrag von Skayx » 10. Feb 2011 17:38

Ja, weil...

... ich als Kind Dinge interessant fand, von denen ich wusste, dass sie "falsch" sind. Man darf es nicht toll finden, wenn jemand einem weh tut, wenn man eingesperrt oder entführt wird und Sklaverei ist sowieso ein Verbrechen.
... ich als (Prä-)Pubertierende (sexuelle) Phantasien hatte, die ich mir nicht erklären konnte und über die ich auch mit niemandem reden konnte, weil darin Dinge vorkamen, die man doch nicht machen darf. (ich wohnte in einem kleinen Kaff und freien Zugang zu Internet -also außerhalb der Schule- bekam ich erst mit 16+)
TheInnocentFreak hat geschrieben: Ich habe mich geoutet. Positive Reaktion: er wollte weiter darüber reden.
Ich habe Hoffnungen. Erwartungen. Will reden. Nichts passiert. Ich mache kleine Schritte in diese Richtung. Nichts passiert. Bin enttäuscht, verzweifelt, hilflos, weine. Nichts passiert.
Er ist Schuld. Nein, ich bin Schuld. Nein, es liegt an meinen Erwartungen. Nein, an meiner Neigung.
... ich jemanden abgöttisch liebe, für den das alles nichts zu sein scheint.
Moralische Entrüstung besteht in den meisten Fällen zu 2 Prozent
aus Moral, 48 Prozent aus Hemmung und 50 Prozent Neid.

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TheWusel
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Re: Habt ihr je gelitten?

Beitrag von TheWusel » 2. Mär 2011 17:32

Ja, weil meine Neigung der Liste der Dinge angehört, die eine schöne Beziehung potentiell gefährden. Was mache ich? Ich lerne jemanden kennen. Er ist heiß, er ist nett, er ist charmant, er ist einfach ein Traumtyp (oder eine Traumfrau. Halt je nachdem). Man steigt in die Kiste. Der Sex ist gut, aber vanilla. Was nun? Man nähert sich an. Wann sag ich es ihm? "Süsser, ich mag dich wirklich, aber ich bin ne perverse. Stromschock mich oder das wird nix." und er sagt: "Kein Problem. Ich bin offen. Das wird schon. Wir machen das gemeinsam und dann kann ich auch dominant und sadistisch sein."

NEIN! Kannst du NICHT! Die Monate vergehen, in mir schreit alles nach Hieben. Die paar male die du meinen Po gehauen - nein, getätschelt hast - waren einfach kein BDSM. Du willst und kannst mich nicht anspucken oder mir eine Ohrfeige geben. Du wirst mir auch Niemals die Möglichkeit geben mich an mehr als einem Mann oder vor Publikum zu verausgaben - wobei du nicht mal weißt, dass das Wünsche von mir sind, denn wir sind nie so weit gekommen auch über all die Dinge zu reden, die auch Teil meiner Neigung, aber nicht ganz so offensichtlich sind. Ich werde nicht keuchend und völlig erschöpft der Ohnmacht nahe in deinen Armen liegen. Das bringt normaler Sex nicht. Das bringst DU nicht, egal wie sehr du und ich es uns wünschen.

Und dann ist die Grenze überschritten, das Maß voll, der Druck wird groß. So lange keine neuen Eindrücke, keine Erfolgserlebnisse, kein sich-selbst-überwinden, keine Reize. Und herrje, ich werde auch nicht jünger (wobei ich noch schön jung bin). Endlose Gespräche, Streit, Bitten, Flehen. Und dann ziehe ich los, such mir wen anders um wenigsten Jagd, Erfolg und einen neuen Schwanz zu haben und dann war es das mit unserer wunderbaren, hoffnungsvollen Beziehung- denn ich kann nicht Lügen und du kannst nicht Teilen.

Deswegen habe ich schon gelitten. Und zwar ordentlich. Weil es nur ich bin, die da nicht Willensstark genug war um ihrem eigenen "Fickdruck" nicht nachzugeben. Er hat keinen Fehler gemacht, außer mich und meine Sexualität zu unterschätzen.

LadyContessa
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Re: Habt ihr je gelitten?

Beitrag von LadyContessa » 23. Jan 2012 20:25

Gelitten? Nein, nie.

Ich hatte schon als kleines/junges Mädchen die "perversen" Fantasien. Doktorspiele, Entführungen, was weiß ich. Ich habe es nie jemandem gesagt. Nicht aus Scham (geschämt hätte ich mich, wenn ich gefragt worden wäre), sondern einfach weil ich nie auf die Idee kam. Als ich anfing mich selbst zu befriedigen habe ich darauf geachtet, dass mich keiner erwischt. Das wäre mir nämlich peinlich gewesen.

Ich habe mich nicht lange gegen BDSM gewehrt. Ich war 14 (und las gerne Geschichten in denen schnell viel und harter Sex vorkam), sagte mir aber, als ich so eines Abends darüber nachdachte, dass das nichts für mich wäre. Doch im selben Augenblick dämmerte die Erkenntnis: Doch, wäre es. Nicht alles, aber einiges davon.

Meine erste Beziehung in die Richtung hatte ich auch in dem Alter. Meine Partnerin war ähnlich wie ich: Jung, unerfahren und anders als ich in dem Gebiet belesener. Wir haben einiges ausprobiert.
Seitdem weiß ich in etwa worauf ich stehe, auch wenn sich die Neigung immer mehr von masochistisch zu devot neigt.
Ich konnte potentiellen Partnern immer sagen: Ich stehe darauf, wenn man mich härter anpackt, wenn man mich unterwirft.

Und meinem jetztigen Partner musste ich das nichtmal vorher sagen - zum Einen wusste er es schon, zum Anderen tickt er genauso (nur halt dominant-sadistisch :-D )

Also, einen Grund zum Leiden hatte ich nie.
Licht, das sich nach der Dunkelheit sehnt. Dunkelheit, die das Licht verdirbt.

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Evve
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Re: Habt ihr je gelitten?

Beitrag von Evve » 23. Jan 2012 20:54

Ja, weil...

... ich lange Zeit gemerkt habe "irgendwas ist 'anders' mit mir im Ganzen" oder zumindest hatte ich das Gefühl. Konnte es weder eindordnen noch habe ich den Versuch gemacht, war ja total unbewusst. Ihr wisst hoffentlich was ich meine ; ) Und darunter habe ich schon bisschen gelitten, da ich mich dadurch nie einordnen konnte/ mich "unpassend" gefühlt hab.

:heul: <-- aber so schlimm war es jetz auch nich, das waren dann eher andre Sachen.
War doesn't determine who's right but who's left.

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Lanthan
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Re: Habt ihr je gelitten?

Beitrag von Lanthan » 23. Jan 2012 23:41

Schwer zu sagen, was heißt gelitten?
Ich hatte wie die meisten hier diese "ich bin unnormal, das darf nicht sein etc." Phase welche zeitlich blöd getimed war und auch zu einigem Leid geführt hat, aber an sich war ich seit dem ich das ganze akzeptiert habe immer relativ glücklich damit.
Der Schlaf war lang, der Schlaf war tief
Der Traum erschüttert bis ins Mark
Nun wacht es auf, ist endlich frei

jatenk
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Re: Habt ihr je gelitten?

Beitrag von jatenk » 23. Jan 2012 23:57

Ich habe nie ein Problem mit meiner Neigung gehabt, überhaupt nicht. Wenn ich gefragt werde erzähle ich es und wenn es gerade passt auch. Ich habe keinerlei Hemmung so etwas "zuzugeben"; ich verabscheue diese Menschen die so etwas verurteilen, denn da ist überhaupt nichts schlimmes dran. Seht das jetzt nicht als pauschales Urteil über alle diese Menschen, es gibt eine Menge Menschen deren Toleranz einfach irgendwann endet, die aber ansonsten sehr nett sind; aber wenn ein Mensch dem offen gegenübersteht hat er bei mir schon einen gewaltigen Pluspunkt (da es eigentlich selbstverständlich sein sollte - aber leider einfach nicht ist).
Nun habe ich allerdings eine Freundin, die das ganze etwas anders sieht, und zwar ist sie nicht nur mittendrin in der von meinem Vorredner erwähnten "ich bin krank"-Phase, sie lebt das nahezu exzessiv aus und es ist wirklich schwer für mich da etwas zu erreichen (sie steht schon Sex sehr verschlossen gegenüber, und SM ist dann noch eine Steigerung). Ich muss dazu sagen, dass sie mit mir so gut wie alles tut; sie dominiert mich (Switcher) zwar nicht sehr gerne und daher auch sehr selten weil sie - bis sie sich ihre sadistische Ader eingesteht, was sicher noch 20 Jahre dauert - überhaupt nicht mit dieser Rolle identifizieren kann. Aber ich kann mit ihr alles machen was ich will, sie lässt sich bei mir rückhaltlos fallen und vertraut mir völlig. Nur wenn es darauf ankommt irgendjemand anderem gegenüber so etwas zu erwähnen oder auch nur eine Aussage zu treffen die implizieren würde dass sie auch nur keine Jungfrau mehr ist macht sie wieder zu. Das ist so lange ok, bis es gegen meinen Lebensstil geht offen und ehrlich zu leben. Doch auch das kann ich noch akzeptieren, ich muss ja einfach nur die Klappe halten. Doch eine Sache stört mich wirklich: Wenn ich meine Eltern o.ä. mir sehr nahestehende Personen belügen muss, weil meine Freundin mir klipp und klar gesagt hat dass ich niemals, mein gesamtes Leben nicht, erwähnen darf, dass ich "so etwas" mit ihr machen würde, und sollte ich so etwas meinen Eltern gegenüber erwähnen würde sie sofort Schluss machen. Ich kann das ja aus allgemeingesellschaftlicher Sicht nachvollziehen, vor allem weil sie vor meinen Eltern ein lieblicher Engel sein will, nur unterschätzt sie die Akzeptanz meiner Eltern in dieser Richtung (Wohl wegen ihrer eigenen, äußerst konservativen und muslimischen Familie, die schon jedes Mitglied benachrichtigt wenn ich ein Kussfoto von uns auf Facebook stelle) - Ich denke, die hätten kein Problem damit; was Sexualität u.ä. betrifft haben sie mir schon immer völlig freien Raum gelassen und auch offen über alles geredet. Außerdem hat auch meine Akzeptanz in diese Richtung irgendwann seine Grenzen, und das hier geht mir gewaltig gegen den Strich, weil die von mir verlangte (nicht näher zu erläuternde Lüge) auf eine Frage geantwortet werden muss, die ihre Berechtigung hat und eigentlich wahrheitsgemäß beantwortet werden sollte, mehr um meiner als um jemand anderes willen. Doch bei meiner Freundin wird sich hier wohl nicht so schnell etwas ändern - und ich werde vorerst damit leben müssen, und das werde ich, denn ich liebe sie über alles und ich bin mit jedem Tag sicherer dass sie die Frau für mein Leben ist.
Leide ich? Ein wenig. Doch was immer ich tun würde um das zu ändern würde unendlich viel größeres Leid hervorrufen, über das ich im Gegensatz zum ersten kleinen Leiden sicher jahrelang nicht hinwegkommen würde. Von zwei Übeln stets das kleinere nehmen, so muss man es im Zweifelsfall dann eben halten.
Aus nichts neuem kann nichts besseres entstehen.

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Adri-san
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Re: Habt ihr je gelitten?

Beitrag von Adri-san » 28. Jan 2012 14:27

ich hab nicht gelitten, ich hatte nie Probleme mit meiner Neigung, ich weis das ich damit ja nicht allein bin.
Ich fühl mich wohl so wie ich bin, natürlich tat ich mir schwer in jüngeren Jahren damit umzugehn aber aller Anfang ist schwer, und ich brauchte auch eine weile bis ich dann mit meiner besten Freundin drüber reden konnte das tat sehr gut. =)

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Traumhaendler
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Re: Habt ihr je gelitten?

Beitrag von Traumhaendler » 28. Jan 2012 15:37

Ja, weil...

meine letzte Beziehung dadurch in die Brüche gegangen ist. Ich bin Extrem-Switcher; kann also Dom sowie Sub sein; habe meinem Freund damals auch erzählt, dass ich diese Neigung habe, jedoch half dies nicht wirklich, die Beziehung noch irgendwie aufrecht zu erhalten. Ich habe ihn wirklich sehr gemocht und all das, doch als ich ihm auch noch erzählt habe, dass ich ts bin, war es wirklich zu ende.

Ich habe mir auch so schon oft gedacht, einfach diese Gedanken zu verdrängen und als 'normaler' Mensch zu leben; also als Vanilla. Hat nur bisher nie geklappt, rofl.

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Samya
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Re: Habt ihr je gelitten?

Beitrag von Samya » 29. Jan 2012 16:33

Meine "Leidensphase" kommt jetzt gerade. Ich will irgendwie nicht mehr. Und dann wieder doch. In den letzten Jahren habe ich mein "sexuelles Ich" kennen gelernt und jetzt plötzlich wird alles wieder umgeworfen. Wahrscheinlich liegt es an der Trennung von meinem irgendwann-dann-doch-Freund, mit dem ich meine ersten Erfahrungen im Bereich BDSM gemacht habe (es fühlt sich an, als sei das vor Jahren gewesen...). Aber ich werde schon irgendwann wieder hoch kommen.
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Baldamir
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Re: Habt ihr je gelitten?

Beitrag von Baldamir » 31. Jan 2012 16:51

Ob man das jetzt als "leiden" bezeichnen kann oder auch nicht...

...aber ich bin jetzt seit gut einem Jahr Single. Viele in meiner Umgebung wissen über meine Neigungen bescheid und obwohl ich kein "Extrem-bdsmler" bin, kann ich mit einer Vanilla-Beziehung absolut nichts anfangen. In den vergangenen zehn Monaten hatte ich die Chance mit zwei sehr hübschen Mädchen zusammen zu kommen (natürlich nicht gleichzeitig :lol: ), aber beide meinten eben "wenn diese Neigung nicht zur Sprache kommt..." und ja ... darauf haben sie wirklich beharrt, mit mehr als nur einen Satz und das fand ich dann doch schon ein wenig hart :/
Wichtig ist nicht die Frage, mit welcher Frau man schlafen möchte, sondern mit welcher Frau man wieder erwachen möchte.

Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, daß man an seiner Stelle lügen würde.

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