Bringt es etwas sich zu "outen"?

Hier geht es um die ersten Male, Outing und sonstige Probleme

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Calavera
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Bringt es etwas sich zu "outen"?

Beitrag von Calavera »

Das Fesseln mir gefällt merkte ich schon früh, nämlich als Kind. Damals fand ich diese Plastikhandschellen aus dem "Polizeiset" sehr lustig. Auch lernte ich bald aus der Mickey Maus einige Knoten um mich selbst zu fesseln. Dann mit 15 die erste echte Bondage Erfahrung. Aufgeregt und erfreut erzählte ich davon meiner besten Freundin. Diese war geschockt.
Seitdem habe ich keine Lust dass es irgendwer ausser meinem Partner oder der anonyme Formumleser weiss.

Frage:Bringt es einem persönich etwas, sich offiziell zu "outen"???

ingalf
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Beitrag von ingalf »

Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass das Spiel sehr viel einfacher wird, weil man sich nicht Gedanken machen muss, ob die Nachbarn es nun mitbekommen oder nicht...

Außerdem findet man so viel leichter Gesprächspartner zum Thema... *find*

Vielleicht kannst du dich ja auch noch in anderen Topics schlau lesen... :D

Hier zum Beispiel
"Mo... Mo... Mo...bäääääähhhhhh"

Und bevor jemand fragt: JA! Ich habe einen :D-Fetisch... :D

Deimos
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Beitrag von Deimos »

Ich halte das Outing für reine Kopfsache. Manche können es nicht ertragen, etwas zu "verheimlichen", das so bedeutsam für sie selbst ist, da wäre ein Outing eine gute Maßnahme, um sich einfach wohler in der eigenen Haut zu fühlen. Ich persönlich bin nicht geoutet und habe auch gar kein Bedürfnis dazu. Ich sehe keinen Grund, weshalb ich meine Mitmenschen mit so etwas Persönlichem konfrontieren müsste. Wenn mich einer darauf anspricht, würd ich dazu stehen, aber ich hänge es nicht an die große Glocke. Ich verstehe sowieso nicht, warum so viele meinen, das Outing gehöre "in der Szene" (was immer das sein mag) unbedingt dazu. Wenn man es selber für wichtig hält, dann ja... Aber das ist auch das einzige Kriterium, finde ich.
PS: Seine Neigung krampfhaft zu verheimlichen und zu verleugnen bringt natürlich genausowenig...

crusaderJUH
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Registriert: 22. Mär 2005 18:13

 

Beitrag von crusaderJUH »

für mich ganz persönlich ist es einfach ein besseres gefühl, vor den leuten, die mir etwas bedeuten (also meinen freunden) geoutet zu sein.
diese leute mögen mich so wie ich bin, mit allen meinen stärken, schwächen, macken und skurrilen angewohnheiten und vorlieben.
sm ist ein teil von mir und deshalb sollen alle meine freunde es wissen.
bis jetzt habe ich auch noch von keinem einzigen von ihnen eine negative reaktion bekommen.

anders sieht es meiner meinung bei den eltern (und eventuell anderen verwandten aus).
hier sollte man extrem gut abwägen ob man sich das zumuten soll.
mein bruder (19 jahre älter als ich) z.b. weiß bescheid, hat kein problem damit, diskutiert oft mit mir darüber und versucht, es nachzuvollziehen, oder zu verstehen während meine mum es auch schon seit mehreren jahren und es sie bis heute ziemlich anwidert, sie darauf herumhackt, sich darüber lustig macht, u.ä..

all in all:
ich wüde mich vor meinen freunden und meinem bruder immer wieder komplett outen, wünsche mir allerdings leider, es bei meiner mum niemals getan zu haben.
Das SMJG Sorgentelefon
Smokey, wir sind hier nicht in Vietnam, wir sind beim Bowling. Da gibt es Regeln!

Yoshek
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Beitrag von Yoshek »

Ich das muss man pragmatisch lösen. Ich denke nicht, dass es auf die ursprüngliche frage eine universelle pauschalisierende antwort gibt.

Es *kann* etwas bringen. Kann dir ein besseres gefühl geben, vielleicht gleichgesinnte finden, vielleicht auch anerkennung weil du dein ding durchziehst. Und wer weiß, vielleicht sagst du's einer person, die das mit dir teilen möchte. Es könnte also durchaus sein, dass es sich positiv auswirkt.

Es *kann* aber auch nix bzw. negative folgen mit sich bringen. Leute machen sich über dich lustig, grenzen sich im schlimmsten fall sozial ab(obwohl das wohl ziemlich krass wäre) dumme bemerkungen, ein schlechtes "image" und sowas halt. Es gibt also auch durchaus dinge, die sich negativ auswirken könnten.

Im grunde kann man also sagen, dass es immer auf die menschen und die situationen ankommt und deshalb immer individuell und pragmatisch zu entscheiden sein sollte, ob man sich "outet" oder nicht.

PS: Ich oute mich einfach passiv. Wenn das thema aufkommt, dann red ich da ganz normal drüber und schäme mich kein bisschen dafür, weil mich anturnt. Vor 2 stunden das letzte mal. "Ich hab gehört XY soll sich mit seiner freundin hauen beim sex" "na und... auf sowas steh ich auch"... vorerst sprachlosigkeit und irritation aber dann realisierung und im endeffekt abfindung bei meiner gesprächspartnerin zu erkennen.

Chainedgirl
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Registriert: 26. Sep 2006 22:55

 

Beitrag von Chainedgirl »

Ich schließe mich dem da über mir an ;)

Ich halte es für unsinnig und teilweise auch für unpassend sich zu aktiv offiziell zu outen. Es geht doch keinen was an, welche sexuellen Neigungen ich habe. Und ich würde auch nciht wissen wollen, ob mein Tischnachbar drauf steht, seiner Freundin die Fußnägel abzukauen, oder nur Sex von hinten toll findet.

Ich denke jeder hat das Recht (ich auch) von den Phantasien und Vorlieben unserer Mitmenschen verschont zu werden. Wenn das Thema im Gespräch aufkommt finde ich die oben bechriebene Reaktion die beste. Wer allerdings nicht will, dass die Gesprächspartner davon erfahren hält sich dann halt einfach zurück.

Allerdings muss ich sagen, dass ich ausdrücklich dafür bin, einfach dazu zu stehn, weil das imo die beste Möglichkeit ist, allen klar zu machen, dass das ganze keine Krankheit oder psychisches Problem ist.

Lg, Chained

badboy
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Registriert: 30. Apr 2007 17:09

 

Beitrag von badboy »

ich sehe das genauso, ,mit dem passiven outing!
also ich würds jetzt niemanden auf die nase drücken!
zudem kann man kleine andeutungen machen!

z.B. war letztens bei na bekanten auf der couch gehockt und uns ist was drunter geflogen, ich wollte es raushollen, also kniehe so vor der couch,
suche mit einer hand unter der couch das verrlorrene teil.
da meinte ich "hast du nen kochlöffel dann kann ich das dings anschubsen"
sie in die küche, kochlöffel geholt wieder gekommen, mit damit auf den
hintern gehaut! und ich meinte: "ahh geil" darauf sie: "du stehst warscheinlich drauf" und ich "ja klar".

irgendwann kommt der andere von allein drauf ohne das man was sagt!
und ich glaub dann "erschreckt" oder überrumpelt man den anderen nicht ganz so!
Man muss nicht verrückt sein um die Welt zu ertragen, aber es hilft!

Jade
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Registriert: 8. Mai 2007 18:18

 

Beitrag von Jade »

Hmm was es bringt... naja, man findet leichter Gleichgesinnte, vor allem wenn man ein deutliches Zeichen trägt...
vor seinen Freunden geoutet zu sein ist praktisch, weil man keine Geheimnisse haben muss oder keine Angst, sich zu verquatschen, und man muss mögliche Spuren nicht verdecken... (zb in der Umkleide Striemen)
bei der Familie hingegen sehe ich auch keinen Vorteil und ich bereue bitter, dass es meine Mutter mitgekriegt hat (sie vertritt A. Schwarzers Meinung... ich denke, das sagt alles), das war eine Katastrophe

Marius
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Beitrag von Marius »

Ich handhabe das auch mittlerweile so, dass ich mich in meinem Bekanntenkreis "passiv" oute. Wenn das Thema irgendwie darauf kommt, lüge ich nicht, gehe aber auch nicht mit Details hausieren.

Ich denke, bei sehr engen Freunden lässt es sich fast nicht vermeiden, weil dann doch hier und da in die Situation kommt, wo man danach gefragt wird was man eigentlich am Wochenende gemacht hat.
Und es ist nicht übel, wenn man einmal das jemandem gesagt hat, und feststellt dass sich überhaupt rein gar nichts dadurch ändert.

Aber im Endeffekt halte ich das für Privatsache, und es geht nur diejenigen etwas an, mit denen man auch sexuelle Fantasien teilt.

Trillkaetzchen

 

Beitrag von Trillkaetzchen »

Ich denke auch, dass ein aktives Outing im Stil von "Du, ich muss dir was sagen. Ich steh auf SM." reichlich dämlich ist. Wenn man so tut, als wäre es was schlimmes, haben die Leute auch immer gleich die schlimmsten Bilder im Kopf und bekommen nur Angst um einen. Zumindest wenn man ihnen etwas bedeutet. Und wenn nicht geht es sie mal gleich gar nichts an, was man im Bett so macht.
Also wenn man es seiner Umwelt mitteilen möchte, ist der passive Weg schon am sinnvollsten, das versetzt den Leuten weniger nen Schreck.

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