Moderne Methoden des Outings ?!

Hier geht es um die ersten Male, Outing und sonstige Probleme

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StrumpfhosenBub
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Moderne Methoden des Outings ?!

Beitrag von StrumpfhosenBub »

Da ich momentan (nach Jahren des Versteckens) sehr oft Outing Gedanken habe und es auch schon meinem besten Freund persönlich vor kurzem Gestanden habe, möchte ich hierzu mal eine Frage bzw. Vorschläge aufwerfen.
Erst einmal sollte ich sagen, dass ich mir jetzt irgendwie sicher bin, dass es demnächst der Großteil meiner Freunde wissen soll, da ich nun den ersten Schritt gemacht habe, mit positivem Ergebnis, und ich mittlerweile weiss, dass BDSM ein Teil von mir ist und ich es nicht länger verstecken will.

Die Frage ist nun, wie sag ich es den Freunden ? Ich weiss, dass dieses Thema schon öfter diskutiert wurde, aber ich habe da eine Variante, die ich irgendwie recht reizvoll finde, zu der ich gern mal Eure Meinungen hätte.

Viele von Euch kennen sicher die studivz Seite, wo wir ja auch mit einer Gruppe vertreten sind (ich möchte hier in keinster Weise Werbung für diese Seite machen, bitte nicht missverstehen).
Auf dieser Seite kann man sich in sämtliche thematischen Gruppen eintragen und somit gleichgesinnte kennenlernen und natürlich auch seine Interessen kundtun, da jeder Freund von mir und Besucher meines Profils diese Gruppenmitgliedschaft sehen kann, es sei denn ich möchte die Mitgliedschaft ausdrücklich verstecken.
Ich bin da nun in diversen Gruppen, mitunter auch BDSM Gruppen, allerdings verstecke ich diese momentan noch.
Nun ist es so, dass sehr viele meiner Freunde + im weitesten Sinne Freunde Bekannte dort Freunde von mir sind und ab und zu auf meiner Profilseite stöbern.
Ich denke mir da, dass wenn man eine art general outing vorhat, es eigentlich eine relativ bequeme Art ist sich zu outen indem ich meine Mitgliedschaft in der ein oder anderen Gruppe einfach öffentlich sichtbar mache (würde dann eher ne Gruppe wie "Dominant & Devot" nehmen um nicht mit dem Begriff SM abzuschrecken).
Ich sehe folgende Vorteile:

1. es gibt Deinen Bekannten die Möglichkeit von selbst auf Deine Neigung zu stoßen, ohne dass Du sie darauf drängen musst. Gleichzeitig zeigst Du aber, dass Du offen dazu stehst, denn es können ja schließlich alle sehen. Sollte es Deinem Bekannten aber unangenehm sein, kann er immernoch wählen so zu tun als hätte er es nicht gesehen und es weiter nicht ansprechen. Andere wiederum, die es vielleicht neugierig macht, werden einen wahrscheinlich ansprechen. Hier habe ich dann quasi ein umgekehrtes Outing, denn ich die Leute werden selbst aktiv und fühlen sich z.B. nicht durch mich in die Enge gedrängt und überfordert.

2. Ich denke, wenn Leute so eine Sache im Kontext mit dem Rest der Persönlichkeit erfahren, denn alle meine anderen ganz normalen Interessen stehen ja gleich daneben, gibt es Ihnen vielleicht die Chance mich in so einem Moment mehr als ganzer Mensch zu sehen und nicht nur auf diese eine Sache fixiert. Wenn man Sie persönlich im Gespräch mit sowas konfrontiert, kommt vielleicht erstmal der impuls "ihh, wie ist der denn jetzt drauf" und alles andere was man über den Mensch weiss, wird ausgeblendet. So sehen Sie gleich, dass ich zwar auf BDSM stehe, aber immernoch derselbe bin, der z.B. gern "King of Queens" oder "Seinfeld" schaut.

3. wenn Sie auf eine Gruppe wie "Devot & Dominant" mal raufklicken aus Neugier oder Schock, werden Sie sehen, dass da ja ca. 600 Leute drin sind und sich fragen "Sind das alles Monster ?" oder sind es vielleicht doch nur ganz normale Leute, denn zumindest sehen die echt alle aus wie Du und ich. Ich denke dies kann entscheidend sein, da man bei anderen Formen des Outing vielleicht zuerst denkt, dass man sich als Zuhörer nicht damit identifizieren will, weil man ja die Vorstellung hat, das sowas gesellschaftlich geächtet ist und man denkt, dass man es vielleicht ablehnen sollte, um sich seine Normalität in Augen der Gesellschaft zu bewahren.

4. ist es natürlich sehr bequem und man muss nicht drüber nachdenken, wie sage ich es jetzt jedem individuell und vielleicht genervt einen passenden Zeitpunkt abwarten.

Zu den Nachteilen:

1. Als Nachteil kann man zumindest sehen, dass es dann wirklich eine art gezwungenes general outing wäre, denn ich habe ca. 30 Freunde bei studivz und die könnten es dann theoretisch alle sehen. Andererseits frage ich mich auch warum es die Leute, die mir im Zweifel eh nicht so wichtig sind, nicht auch gleich wissen sollen, wenn ich eh vor habe es meinen guten Freunden zu sagen.

2. Es könnte den Eindruck erwecken, dass man seine Neigungen ja total in die Öffentlichkeit tragen möchte und viele könnten allen das viel unangenehmer finden, als die tatsache dass der Kumpel auf BDSM steht. Ich persönlich sehe es zwar als teil meiner Persönlichkeit aber viele denken sicher dass sowas zu intim ist und nur ins Bett gehört oder in geschlossener Runde diskutiert werden kann. Das jemand seine sexuellen Neigungen in einer speziell thematischen Community mit gleichgesinnten diskutiert, gibt dem Unwissenden vielleicht eher das Gefühl ausgegrenzt zu sein. Ich denke, dass ich selbst ein sehr toleranter Mensch bin, aber ich fände es zumindest auch etwas komisch, wenn mein schwuler kumpel z.B. in seinem Profil eine Gruppenmitgliedschaft wie "Schwule Fantasien" stehen hätte, weil ich da unweigerlich an Sex denken würde. Seht Ihr dass bei einer Gruppe wie "Dominant & Devot" ähnlich ?


Puuhhh, ich denke, dass war es erstmal zu diesem Thema. Als Alternative gibt es natürlich das individuelle persönliche Gespräch vielleicht an nur einen ausgewählten Freundeskreis. Die Risiken bzw. größere Hemmschwelle dabei kennen wir ja alle. Ich könnte mir auch eine Verbindung aus beiden Wegen gut vorstellen.

Was denkt Ihr also zu meinen Überlegungen und noch besser, ist vielleicht einer von Euch konkret diesen Weg gegangen. Wenn ja, wie waren die Erfahrungen ? Ich bin sehr neugierig, also bitte teilt Eure Meinungen.

Alex
Zuletzt geändert von StrumpfhosenBub am 26. Mär 2007 00:47, insgesamt 1-mal geändert.

jeanny
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Beitrag von jeanny »

hmm... kompliziert und die vor- und nachteile hast du für dich ja schon abgewogen...

allgemein finde ich ein "Outing" (ich kann den Begriff nicht leiden, für mich impliziert der irgendwie immer etwas schlimmes) nicht nötig, besonders im "äußeren" Bekanntenkreis. Wenn du aber das Gefühl hast, dass du dich nicht "verstecken" möchtest, ist deine Idee eigentlich gar nicht schlecht. Eben weil es nicht diesen Zwanggedanken "IOch muss jetzt allen alles sagen" hat, sondern es ja eigentlich nur ein "nicht Verstekcen" der Interessen ist, mal so rum gedacht.
Ich stelle mir es auf der anderen Seite aber auch problematisch vor, weil eben jeder dein Profil durchstöbern kann und im Endeffekt weiß man nie, wer... ich könnte mir da durchaus unangenehme Konsequenzen vorstellen, z.B. von Leuten die eh schon irgendwas gegen dich haben oder so...

Es ist natürlich leichter, weil die Leute dann quasi auf dich zu kommen müssen, wenn sie interessiert sind, aber das könnte man ja auch anders erreichen (z.B. in der Wohnung/Zimmer bei Besuch irgendwas mehr oder weniger eindeutiges rumliegen lassen...)

Hm... ich frag mich die ganze Zeit, ob ich so ne Gruppe im Profil verstecken würde oder nicht... naja, ich hab ja noch n bisschen bis zum Studium.

Allgemein finde ich deine Idee des "modernen Outings" nicht schlecht, du musst halt rausfinden, was mehr wiegt: Vor- oder Nachteile.

lg

und einen schönen Sonnensonntag, jeanny
Jeder Mensch hat soviele Seiten, wie man Blicke für ihn hat.

Marius
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Beitrag von Marius »

Ich hab da auch schon drüber nachgedacht, und im großen und ganzen stimme ich deiner Argumentation schon zu.
Du zeigst damit, dass das ein ganz natürlicher Bestandteil deines Lebens ist, und entschärfst damit das Problem schon ganz deutlich.


Ich habe es bisher aus einem ganz simplen Grunde nicht getan: ich "lebe" kein BDSM! Momentan spielt sich das bei mir zu 99% im Kopf ab, und der Rest ist nur Diskussion darüber.
Sobald ich mal in einer Beziehung bin und BDSM tatsächlich auch praktiziere, werde ich mich auch den jeweiligen Gruppen anschließen! ;)

Momentan komme ich mir immer noch wie ein Trickbetrüger vor, der unheimlich viel über etwas redet von dem er eigentlich nicht die geringste Ahnung hat.

Aber zurück zum Thema: StudiVz halte ich auch für eine relativ neutrale Möglichkeit, seine Persönlichkeit zu zeigen. Nur wie ich mitgekriegt habe, sollten zumindest Frauen da etwas vorsichtiger sein, weil man dann ganz schnell viele dumme Sprüche abkriegt.

StrumpfhosenBub
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Beitrag von StrumpfhosenBub »

hallo Jenny,

nun, ich habe seit ein paar monaten zumindest ein großes Fetisch Fotobuch von Dita von Teese bei mir im Regal stehen, was auch schon einige interessiert zur Hand genommen haben - ganz instinktiv ;-)
Ich glaube aber, dass das Thema Fetisch, vor allem wenn man es mit einer Frau wie Dita verbindet nicht so viel die Toleranz austestet wie das Thema BDSM. Leider ist es bisher auch noch nicht zu einem tieferen Gespräch zu dem Thema gekommen - man war nicht allein oder die Situation war einfach ungünstig. Ansonsten habe ich seit kurzem noch das Buch "Die Wahl der der Qual" welches ich momentan noch eher verstecke, allerdings auch am überlegen bin. Das Ding ist bei mir, dass ich halt eigentlich nur devot bin, also gar nicht wirklich SMler sondern eher DSler und ich halt keinen falschen Eindruck vermitteln will.

Toys habe ich leider kaum und da ich momentan auch in keiner Beziehung stecke, wäre es wohl etwas seltsam sowas rumliegen zu haben, oder ?

Pergor
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Beitrag von Pergor »

Verzichtet darauf, euch im Studi-VZ zu outen!

Ist zwar schön und gut, aber momentan quellen die Gerichte über von Klagen von Leuten, deren Bewerbungen abgelehnt wurden wegen der unpassenden Studi-VZ-Gruppen.

Die Unternehmen schauen sich nämlich (besonders via Studi-VZ) mittlerweile genau an, wen sie einstellen und ich kann mir gut vorstellen, dass eine SM-Gruppe im VZ da ausschlaggebend sein könnte... Und dann weist den Firmen mal nach, dass sie bei der Bewerbung nach persönlichen Vorlieben ausgewählt haben.

Man ist im Internet nirgendwo wirklich anonym, das ist richtig, aber es wäre mehr Arbeit, meine IP rauszufinden, meinen Namen aufzuschreiben und sich zu überlegen, was Herr Pergor denn im Internet so alles macht, als einfach im Studi-VZ nachzuschauen... Und das wird gemacht.

Also nochmal:

Keine irgendwie anstößigen Sachen im Studi-VZ machen!
die welt ist laut,
laut ist schön.
Ernst Jandl

Baruth
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Beitrag von Baruth »

stimmt, über sowas muss man sich aber immer gedanken machen. da kommt es aber auch auf den eigenen studiengang an, und ob man evtl schon gute kontakte zu einer firma hat, wo man vielleicht mal ein praktikum gemacht hat, und die einen eh schon kennen und auch haben wollen.

wenn man eh schon fast ne feste stelle hat, dann würde ich mich schon trauen.

bei mir sind solche gruppen öffentlich und ich muss sagen ich habe nur gute erfahrungen damit gemacht. aber ich war auch schon größtenteils nereits geoutet, so das es nicht so der große schritt war. die leute die es dann nicht explizit gewusst hatten, haben mir dann vielleicht noch mal gesagt 'ach deswegen', probleme hatte ich damit keine.

ganz im gegenteil, ich habe darüber sogar noch weitere studis kennengelernt, die ich vorher nur so vage kannte, die dann aber gesagt haben 'wir sind in der gleichen gruppe ;)'

zu überlegen ist aber, was wieder vom studiengang abhängt, wie deine profs und prüfer darauf reagieren. da treiben sich ja auch einige rum. und es kan in der prüfung schon komisch rüberkommen.
tatsächlich hat mich _während_ einer klausur schon mal mein prof angesprochen,... aber ich glaube nicht, dass er das von der studivz seite hat, sondern dass es an meinem exzessiven halsschmuck lag.

StrumpfhosenBub
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Beitrag von StrumpfhosenBub »

zum Beruf: also es mag vielleicht etwas hochmütig klingen, aber wenn eine firma damit probleme hat dass man fetische hat oder auf BDSM steht, dann möchte ich da glaube ich eh nicht dauerhaft arbeiten. Möchte mich zwar sowieso selbstständig machen, aber wo kommen wir denn dahin, wenn ich meine Offenheit mit meinen Neigungen von Firmenspionage abhängig mache. Anders wäre es, wenn man es dem Chef direkt ins Gesicht sagt, dass finde ich muss nun auch echt nicht sein, denn es hat die ja eigentlich gar nichts anzugehen.

zu Professoren: StudiVz ist ne seite explizit für studenten. Wenn da ein alter prof auf studentensuche geht und sich anguckt, worauf die so stehen, dann würde ich den aber tausendmal mehr komisch angucken, als eher mich. Außerdem gleiches Argument wie oben. Was zum Teufel geht den das an ?

nice
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Beitrag von nice »

StrumpfhosenBub hat geschrieben:zum Beruf: also es mag vielleicht etwas hochmütig klingen, aber wenn eine firma damit probleme hat dass man fetische hat oder auf BDSM steht, dann möchte ich da glaube ich eh nicht dauerhaft arbeiten. Möchte mich zwar sowieso selbstständig machen, aber wo kommen wir denn dahin, wenn ich meine Offenheit mit meinen Neigungen von Firmenspionage abhängig mache. Anders wäre es, wenn man es dem Chef direkt ins Gesicht sagt, dass finde ich muss nun auch echt nicht sein, denn es hat die ja eigentlich gar nichts anzugehen.
schön und gut, aber leider leben wir nicht mehr in ner zeit, in der man jobs nachgeworfen bekommt. zumindest trifft das auf die meisten zu und da gibts dann bei der wahl des arbeitsgebers wichtigere kriterien als die, ob er meine sexuellen vorlieben aktzeptieren kann.

StrumpfhosenBub
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Beitrag von StrumpfhosenBub »

Vom prinzip hast Du ja recht. ich meine auch nicht, dass es der arbeitgeber unbedingt wissen muss oder sollte. Im Gegenteil, das gehört da gar nicht hin.
Ich denke nur, dass man sich fragen sollte wie frei wir sind, bzw. welche freiheit man für sich beansprucht, wenn man bei einer seite auf der man sich privat im internet aufhält, erstmal 10mal überlegt, wer dass denn alles nachforschen könnte.
Ich meine was bedeutet denn letztlich dann Outing ?
Heisst es, dass ich es jemandem erzähle, aber letztlich nicht will, dass es andere wissen und den eingeweihten nur als eine art mitwisser meiner "komischen , perversen" neigung sehe - oder - oute ich mich , weil ich dazu stehen will, meine neigung auch gegen intoleranz evtl. verteidigen will, weil es ja gar nichts schlimmes ist.
Warum sollte ich mich sonst outen, wenn ich es in irgendeiner weise verwerflich finde ? Wenn man anderen immer wieder die chance gibt, einen in ein untergrund und geheimnismilieu zu drängen, wo man gefälligst nur unter seines gleichen zu sein hat, wird die intoleranz auch nie aufhören.
Letztlich möchte ich hier niemandem zu Nahe treten, da es eine ganz individuelle und sehr persönliche Sache ist, wie man es wem sagen möchte (habs ja schließlich selbst erst kaum jemandem gesagt). Ich möchte lediglich darüber diskutieren.


Ich denke generell jedenfalls ganz wie William Wallace in Braveheart : "Freiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhheeeiiiitttt"

Spini
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Beitrag von Spini »

Braveheart hab ich nie gemocht, ich fand den grottig :lol:. Egal ;-)

Jedenfalls: Hab mich dieses Jahr auch vor den engeren Freunden und einem Teil der Familie geoutet, was - anders als erwartet - soweit auch ganz gut gelaufen ist.

Bei meinen engeren Freunden gab's zwei Gruppen: die, die eh mitbekommen haben, dass in meinen bisherigen Beziehungen manche Sachen etwas anders liefen als üblich, und die, die absolut ahnungslos waren. Bei ersterer Gruppe hieß es dann halt "Übrigens, was ich da probiert hab gefällt mir soweit, ich werde jetzt regelmäßig SM-Stammis besuchen und mal mehr dahingehend unternehmen". Die andern hab ich halt gefragt, ob die mit einem pikanten Detail über mich verantwortungsvoll umgehen können und bei positiver Rückmeldung gab's die volle Outing-Breitseite :D . Ham'se aber alle überlebt, zumal's meistens ziemlich gut aufgefasst wurde ( á la "Zwar nicht so meins, aber das Thema klingt schon interessant ..." und ungekünstelt, was das angeht kann ich auf meinen Freundeskreis zählen *g*).

Am "schlechtesten" hat es bisher meine Mutter aufgefasst. Ihre einzige Reaktion war zuerst der Satz "... und ich dachte du wärst einer von den Zärtlichen". Und das hat mich zugegebenermaßen schwer getroffen, weil sie einfach mitbekommen haben musste, dass ich in Sachen Beziehungen auch wirklich zu der "Sorte" gehöre. Mehr als einmal durfte sie mich als ehemalige Floristin in Sachen Blumenauswahl beraten, und bei Ideenmangel für Geschenke und Nettigkeiten hab ich auch mehrmals ihre Hilfe in Anspruch genommen ...
Mittlerweile schweigt sie sich über das Thema "nur noch" aus, zumal sie es "leicht kriminell angehaucht" findet. Ich werde da halt noch einige Zeit Aufklärungsarbeit leisten müssen, bis sie die neue Seite an mir voll akzeptieren wird, fürchte ich.
Die Arbeit spare ich mir bei meinem Vater direkt, der ist - die Ansicht teile ich dahingehend mit meiner Mutter - einfach zu konservativ für, und ein Outing ihm gegenüber könnte längerfristige Streitigkeiten nach sich ziehen.

In Hinsicht auf meine Arbeit habe ich aber beschlossen, nur wenige einweihen zu wollen, da ich doch meist mit bedeutend älteren Leute arbeite (Zivi in'er Küche, Kollegin mehrheitlich Kategorie 35+) und diese vermutlich ähnlich denken werden wie meine Mutter. Einzig eine Arbeitskollegin in grob meinem Alter habe ich per ICQ-Chat mal unterrichtet. Bisher war's nicht falsch, hab sogar - verwunderlich, die Gute ist Stino - schon einige hilfreiche Tipps in retour bekommen (bspw. bzgl. Beschaffung von größeren Mengen Klarsichtfolie *g*).

Was alle anderen, bisher nicht eingeweihten Menschen, angeht ist jeder frei nach der Bedeutung dieses kleinen komischen Ringes zu fragen, der seit kurzem meine linke Hand ziert ;-).
Synchronschwimmen is KEINE Sportart

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