Jugenschutz: Aufgrund des Jugendschutzes sind einige Foren zwischen 6 und 22 / 23 Uhr nicht sichtbar. Bitte führe eine Altersverifikation durch, um auch ausserhalb dieser Zeiten Zugriff auf die Foren zu erhalten.

Nicht "Zu weit gehen".

Hier geht es um die ersten Male, Outing und sonstige Probleme

Moderatoren: Kuscheltier, Seelenoede

Antworten
Benutzeravatar
Adventurer
Zaungast
Beiträge: 16
Registriert: 28. Apr 2019 15:01

Nicht "Zu weit gehen".

Beitrag von Adventurer » 7. Jun 2019 01:32

Nach einer weiteren gescheiterten Beziehung:

Wie verhindert man dass man zu weit geht mit seinen Fantasien?

Meine Letzte Beziehung war einfach eine Katastrophe.

Ich hab sie ans Bett gefesselt: Okay. Ich setze Ihr Augenbinde an: SAFEWORD!
Wir machen ein Rollenspiel: Okay. Ich "tu so" als würde ich sie zum Sex zwingen: SAFEWORD!
Ich verbiete ihr so Kleinigkeiten, sie gehorcht nicht, und macht es sogar extra.
Ich will sie dafür bestrafen, nein... "Safeword".

Also... ich weiß nicht... irgendwie wurde das ganze dann zu einer "Normal-Beziehung" und sie hat das ganze danach dann eh beendet weil sie sich nicht geliebt gefühlt hat. Und es war halt einfach schade....
Sie stand darauf gefesselt zu werden, aber das wars. Und das war mir dann doch viel zu wenig, da ich sehr kreativ bin.

Wie seht ihr das? Was mach ich denn Falsch?

Wann geht der/die Dom wirklich zu weit?

Gibt es denn ein/eine Sub wo man überhaupt nicht zu weit gehen kann?

Gib es Subs, die ihrem Meister / Herrin so viel vertrauen schenken dass sie sagen: "Ja, ich lass einfach alles mit mir selber machen!"

Angenommen euer Meister/Herrin sagt eines Tages einfach zu euch: Du darfst heute XYZ nicht tun, bis ich es dir erlaube!!
Würdet ihr gehorchen?

Inno
Zaungast
Beiträge: 21
Registriert: 20. Okt 2016 19:01

Re: Nicht "Zu weit gehen".

Beitrag von Inno » 7. Jun 2019 09:59

Hallöchen erstmal und fühl dich gedrückt.
Was zu weit geht oder erlaubt ist und was nicht, entscheidet ihr beide.
Ich bin erst seit etwa 5 Wochen dabei und mit meinem Herren seit 4 Wochen zusammen.
Er darf eigentlich alles mit mir machen. Ich vertraue ihm. Einzig allein bleibende Spuren und Schäden habe ich ausgeschlossen.
Ich will halt alles Mal ausprobieren und wir haben abgemacht, wenn mit wirklich etwas nicht gefällt, dann lässt er es zukünftig.

Es bedarf einer Kommunikation vorher, was sub mag und was Dom mag. Man muss halt wirklich ehrlich und offen darüber reden.
Sonst sind beide hinterher frustriert.
Wenn die Vorstellungen nicht übereinstimmen.

Zu der Frage mit den Aufgaben. Ich habe absoluten Orgasmusverbot. Es sei denn er schenkt ihm mir und ich Frage.
Also jeder macht seine Spielregeln selber. Es gibt nicht das Spiel.
Nur 2 Menschen. Die die Regeln abstecken.

Benutzeravatar
Seelenoede
Super Moderator
Beiträge: 129
Registriert: 7. Jun 2017 11:39

Re: Nicht "Zu weit gehen".

Beitrag von Seelenoede » 7. Jun 2019 11:34

Ich glaube, du hast einfach zu hohe Erwartungen und magst zuviel auf einmal. Inno hat es schon gesagt, Kommunikation ist extrem wichtig und du klangst so, als ob du Sachen wolltest, die vorher nicht so abgesprochen wurden.

Dom geht dann zu weit, wenn Konsens aktiv verletzt wird.

Nein. Im Zweifel gibt es moralische Grenzen, die man einhalten sollte.

Ebenso würde ich definitiv die Finger von Subs lassen, die alles mit sich machen lassen. Spricht halt nicht für Subs Reflektierheit.

Hat er schon mal gemacht und ich habe es mit mir machen lassen. Aber es kommt halt immer darauf an, was XYZ ist. Da würde ich auch nicht immer gehorchen.
"Normal is not the norm" - Delain, We are the Others

Disclaimer: Wenn ich als Mod schreibe, dann sag ich auch, dass ich als Mod schreibe.

Aishi
Orga
Beiträge: 96
Registriert: 1. Jul 2012 21:16

Re: Nicht "Zu weit gehen".

Beitrag von Aishi » 7. Jun 2019 13:05

Wie seht ihr das? Was mach ich denn Falsch?
Klingt für mich im Kern nach mangelnder Kompatibilität (du stehst deutlich mehr auf BDSM als sie und willst auch deutlich mehr machen, sie aber nicht) und andererseits nach nicht genug Absprache. Am Anfang bietet es sich an, Sessions wirklich durchzusprechen, so dass Sub genau abschätzen kann, was auf ihn/sie zukommt und gegebenenfalls schon im Vorfeld die Möglichkeit hat, zu sagen, wenn er/sie etwas als eher kritisch einschätzt. Dann fühlt sich Sub in der Situation auch wohler, weil sie zwar vielleicht (im Falle der Augenbinde) nichts mehr sehen kann, aber trotzdem noch weiß, was mit ihr passiert. Nach deinen Fragen habe ich aber auch ein wenig den Eindruck, dass du recht hohe Erwartungen an das hast, was Sub tun (wollen) sollte, die nicht wirklich realistisch klingen.
Wann geht der/die Dom wirklich zu weit?
Wenn Safewords ignoriert werden, wenn vorher abgesteckte Limits unerlaubt überschritten werden, wenn Absprachen in Hinblick auf die Session nicht eingehalten werden (z.B. kein Aftercare), kurz: wenn der Konsens oder die Faktoren, auf denen dieser ursprünglich aufgebaut hat, nicht mehr gegeben sind.
Gibt es denn ein/eine Sub wo man überhaupt nicht zu weit gehen kann?
Geben tut es das sicher. "Zu weit gehen" umfasst aber wirklich sehr viel, und bei Subs, die sich von ihren Tops umbringen, verstümmeln, traumatisieren oder auf sonstige Arten dauerhaft schädigen lassen, ist das aus meiner Sicht kein BDSM mehr, sondern ein Ausdruck psychischer Erkrankung von Sub. Grenzen zu haben ist etwas gesundes.
Gib es Subs, die ihrem Meister / Herrin so viel vertrauen schenken dass sie sagen: "Ja, ich lass einfach alles mit mir selber machen!"
Das ist keine Frage des Vertrauens, sondern eine Frage der Vernunft. Ich bin mit meinem Partner seit 3.5 Jahren zusammen und im Rahmen dessen, was wir gemeinsam besprochen haben, darf er alles mit mir machen. Dennoch habe ich klare Grenzen, die er nicht überschreiten darf (und auch nicht will), und das ist gut so. Er will ja auch nichts mit mir machen, was unter Umständen negative Folgen für mich oder unsere Beziehung hat. Meine Grenzen sind nicht nur zu meinem Schutz da, sondern auch zu seinem und dem unserer Beziehung. Sie stecken ab, bis wohin wir etwas tun, das uns beide glücklich macht, und wo etwas anfängt, das das Potenzial hat, uns beide sehr unglücklich zu machen. Ich vertraue ihm - er vertraut mir aber auch, und das schließt ein, dass er darauf vertraut, dass ich sinnvolle Grenzen abstecke.
Angenommen euer Meister/Herrin sagt eines Tages einfach zu euch: Du darfst heute XYZ nicht tun, bis ich es dir erlaube!!
Würdet ihr gehorchen?
Kommt auf die Sache an. Bei Dingen wie nicht kommen dürfen/keine Schokolade essen dürfen/nicht Netflix schauen dürfen, was keine Notwendigkeiten sind, würde ich gehorchen (wir sind in einer 24/7-Beziehung, also haben wir ohnehin Regeln und ich höre im Normalfall auf ihn, wenn er mir etwas befiehlt). Bei Dingen wie nicht zur Uni gehen/nicht mit deiner Familie sprechen/nichts trinken (kurz gesagt, Dinge, die mir schaden oder meine Autonomie oder Zukunftsperspektiven wirklich gefährden) auf keinen Fall (auch wenn er mir etwas, das mein Wohlergehen gefährdet, ohnehin nie befehlen würde).
"What are you? Coward or killer?" "Coward. Any day."

Benutzeravatar
Chaly69
Stammgast
Beiträge: 135
Registriert: 20. Jun 2017 20:15

Re: Nicht "Zu weit gehen".

Beitrag von Chaly69 » 14. Jun 2019 06:34

Jeder hat seine Grenzen wo anders. Es gibt Subs, die so ziemlich alles mit sich machen lassen und auch irgendwann ohne Safeword spielen (wovon ich dir jedoch abraten würde), es gibt aber auch Subs, deren Grenzen niedriger gesteckt sind. Was deine Ex da gemacht hat klingt aber ein bisschen nach "Toping from the Bottom", und zwar auf eine sehr unschöne, das Vertrauen des Doms ausnutzende Art und Weise. Mir tut leid, dass du so eine Erfahrung machen müsstest. Du hast eigentlich alles so weit richtig gemacht, insbesondere weil du die Safewords beachtet hast. "Zu weit" wärst du gegangen, wenn du das nicht getan hast. Zwar gibt es (bedauerlicherweise) Tops, die gerade erst dann richtig in Fahrt kommen, das ist dann aber Missbrauch und kein BDSM mehr. Das wichtigste ist eigentlich, dass du Wert auf Einvernehmen und Sicherheit auf beiden Seiten legst. Und ich bin mir sicher, dass du bald eine Partnerin findest, mit der du spielen kannst wie du das möchtest.
Liebe Grüße
Der leere Wunsch, die Zeit zwischen dem Begehren, und dem Erwerben des Begehrten vernichtet zu werden, ist Sehnsucht. -Kant

Nyx`s Träumerin
Zaungast
Beiträge: 9
Registriert: 16. Mär 2014 18:42

Re: Nicht "Zu weit gehen".

Beitrag von Nyx`s Träumerin » 14. Jun 2019 10:56

Ich kann mich vielem des bereits Gesagten nur anschließen.
Für mich klingt es auch so, als hätte es bei euch Probleme in der Kommunikation gegeben, in Hinblick auf die Frage was wer wie will und in Ordnung findet.

Meiner Meinung nach ist es recht wichtig zu verstehen, dass es primär zwei Arten gibt, sein Einverständnis zu geben (und bestimmt auch noch viele weitere. Und ganz sicher sind es meist Mischformen, die später angewandt werden).
Einerseits kann man das gemeinsame Spielgebiet abstecken, indem man ausschließt was man nicht will. In diesem Modell wäre dann alles was nicht ausgeschlossen wurde erlaubt. Dies ist natürlich äußerst Fehleranfällig, es reicht ja z.B. dass man eine Spielart nicht kannte, bei der man nie zugestimmt hätte sie auch nur auszuprobieren und sich plötzlich aber in der Situation wiederfindet, sie zu erleben, denn man hatte ja nie nein dazu gesagt. Dafür erscheint es auf den ersten Blick mit diesem Modell weniger aufwendig zu sein Absprachen zu treffen.
Nun kann man andererseits auch genau den gegenteiligen Weg gehen und sein Spielgebiet abstecken, indem man sein Augenmerk darauf legt, was man will. Dabei ist alles worüber nicht gerdet wurde und das abgelehnt wurde tabu. Mit diesem Modell spielt man, was das Einverständnis des Spielpartners angeht, auf der sichereren Seite, weswegen ich dir Empfehlen würde, dich für deine nächste Beziehung an diesem Modell stärker zu orientieren, damit seltener ein Safeword fallen muss. Auch wenn diese Version augenscheinlich mehr Arbeit verspricht.

Am Ende des Tages hat jeder seinen eigenen Weg, Absprachen zu treffen, wichtig ist dabei das Beste für alle am Spiel beteiligten zu wollen, gerade in Sachen Sicherheit.
Ich wünsche dir, dass deine nächste Spielbeziehung harmonischer wird und ihr es schafft auf einen Nenner zu kommen.

Happyasaslave
Zaungast
Beiträge: 21
Registriert: 10. Apr 2019 01:17

Re: Nicht "Zu weit gehen".

Beitrag von Happyasaslave » 15. Jun 2019 12:18

Bist du sicher, dass sie bdsmer ist? Hört sich nähmlich nicht danach an.. Bei jeder Kleinigkeit safeword verwenden hm. Redet doch mal in Ruhe darüber. Frag sie ob sie wirklich auf bdsm steht ubx das mag. Wenn nein musst du es leider akzeptieren

Antworten

Zurück zu „Hilfe, ich stehe auf BDSM! Was nun?“