BDSMler/in und Christ/in sein?

Hier geht es um die ersten Male, Outing und sonstige Probleme

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KatzenDame
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BDSMler/in und Christ/in sein?

Beitrag von KatzenDame »

Ich bin es mal wieder :angel:
Es ist so, dass ich sehr christlich erzogen worden bin und später auch selbst zu meinem eigenen Glauben fand.
Mir ist auch bewusst, dass es eine Organisation namens "SM und Christsein" gibt, nur wie seht ihr das?
Kann man "sowohl als auch" sein?
Ich will keine Schuldgefühle haben müssen, nur weil ich meinen BDSM-Neigungen nachgehen möchte... :heul:
"Do not love somebody who only sees the light in you - love somebody who isn’t afraid of the dark." - Unknown

xtrame90

Re: BDSMler/in und Christ/in sein?

Beitrag von xtrame90 »

Ich fang an deine Fragen süß zu finden :D

Das kommt auf dich drauf an, da ich keinen Glauben habe, ist es mir eher egal.
Aber ich denke, es lässt sich doch vereinen. Wüsste jetzt nicht ,was dagegen spricht.

Liebe Grüße

daimos
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Re: BDSMler/in und Christ/in sein?

Beitrag von daimos »

Ich fürchte, letzten Endes bist du die einzige, die deine Frage beantworten kann. Denn das Problem fängt ja bei den Begriffen schon an: Was ist SM? Was bedeutet Christ-sein? Mach doch einfach dein Ding. Wenn du glücklich bist, so wie du dich dann wie auch immer ausleben magst, ist es doch ok. Und Schuldgefühle? Warum solltest du welche haben? Wenn du jedes Wort des AT auf die Goldwaage legst, dürftest du auch keine Jeans tragen. So what...

Zimtschnecke
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Re: BDSMler/in und Christ/in sein?

Beitrag von Zimtschnecke »

Schau mal hier: http://forum.smjg.org/viewtopic.php?f=8 ... st#p163809
hat shconmal jemand die selbe Frage gestellt, vielleicht sind die alten Antworten auch hilfreich für dich :)

Was mich eher verwundert-wieso glaubst du, dass BDSM und Christentum nicht vereinbar sind? :?: Mir fallen keine Gründe ein, wo sich das widersprechen würde?

KatzenDame
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Re: BDSMler/in und Christ/in sein?

Beitrag von KatzenDame »

Danke für den Link ^^
Ich wusste nicht, dass die Fragestellung bereits einen Thread hatte :oops:
"Do not love somebody who only sees the light in you - love somebody who isn’t afraid of the dark." - Unknown

Schildkroete
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Re: BDSMler/in und Christ/in sein?

Beitrag von Schildkroete »

...and Homer, since you're dressed for it, I've got some
S and M for you -- scrubbing and mopping!

ilimitada
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Re: BDSMler/in und Christ/in sein?

Beitrag von ilimitada »

Hallo Ana Katharina,

also "süß" finde ich die Frage nicht - immerhin ist diese Frage ja so allgegenwärtig, so schwer zu beantworten und es beschäftigen sich so viele Menschen damit, dass sich, wie du ja gesagt hast, ein ganzer Verein dieser Frage angenommen hat. Bei mir kommt das so an, als würdest du die Frage unnötig, pubertär oder sonstwie doof finden - das meinst du bestimmt nicht so, xtrame90, und wenn Ana Katharina das so nicht verstanden hat, will ich da auch garnicht mosern, ich persönlich wäre nur mit solchen Kommentaren vorsichtig, bzw. als Empfänger würde mich das kränken.

Aber jetzt zum Thema :)
Was ich wichtig finde und als eine wichtige Voraussetzung sehe, um das annehmen und vereinen zu können, ist, dass du selber sagst, dass du zu deinem eigenen Glauben gefunden hast. Deinem, nicht dem deiner Eltern und nicht dem vom Papst.
Ein Unterschied liegt sicher dabei, welche Konfession man im Speziellen hat. Ist man mit katholischen Glaubensvorstellungen konfrontiert, ist es sicher noch schwieriger, die damit zu vereinen als der Glaube, der auf ein evangelisches Verständnis von Christsein aufbaut. Mit anderen "Untergruppierungen" kenne ich mich nicht so gut aus, aber es gibt sicher sowohl in die Richtung konservativer als auch liberaler noch eine ganze Bandbreite.
Was ich sehr wichtig finde, wenn man Glauben mit irgendetwas vereinen will, was einem auf den ersten Blick unvereinbar scheint, ist, dass man sich auf das konzentriert, was für Glauben im Allgemeinen eigentlich elementar ist. Und das ist meiner Meinung nach, dass Jesus (oder Mohammed, oder Buddha, oder..) in erster Linie Liebe predigt. Was Liebe jetzt genau alles umfasst, darüber kann man sicher streiten, aber für mich (und ich denke, da würden große Teile der christlichen Menschen mitgehen) ist das unter anderem, in seinem Leben das zu tun, wozu man sich berufen fühlt, das zu tun, was einen glücklich macht (und dadurch auch in eine Situation zu kommen, in der man andere Menschen glücklich machen kann), sich nicht von Angst leiten zu lassen in seinen Handlungen sondern das umzusetzen, von dem man spürt, dass es einen erfüllt, dass es einen näher zu Gott bringt, dass man es wirklich will - auch, wenn das unpopuläre Entscheidungen sind. Jesus war auch nicht grade immer der Liebling der ganzen Gesellschaft. ;)

Du schreibst ja leider nicht so viel davon, wie genau dein Glauben aussieht, weswegen ich jetzt ein wenig ins Blaue hineinraten muss, bzw. einfach mal erzähle, woran ich glaube und wie es für mich möglich ist, das zu kombinieren.
Für mich ist Gott eben ganz klar gütig und nicht strafend und Vorstellungen wie "Verlockungen des Teufels", "Prüfung, mit der man beweisen muss, dass man auf Gottes Seite ist und nicht auf Satans", "Buße tun" oder "Fegefeuer" haben ziemlich wenig in meinem Glauben zu suchen, sprich, ich glaube schlicht nicht daran, dass man vor dem Antlitz Gottes etwas falsch machen kann. Gott muss uns nicht prüfen, wir sind seine Kinder und in dem Moment, indem unsere Existenz anfängt (falls sie das tut, also einen klaren Anfang und ein klares Ende hat) sind uns schon alle Sünden vergeben (meiner Meinung nach, weil es keine Sünden gibt - das Göttliche ist für mich auf so einer hohen Abstraktionsebene, das Wertungen wie "gut" und "böse" wegfallen und alles einfach nur noch ist. Liebe ist. - aber man kann das mit den Sünden vergeben auch gut traditioneller begründen - Jesus ist ja für unsere Sünden gestorben).
Man kann nichts falsches machen, wenn es etwas falsches gäbe, hätte Gott es nicht zugelassen (meiner Meinung nach eben, weil es nichts falsches gibt, das sind menschliche Wertungen, traditionell könnte man sagen, weil Gott unfehlbar ist).

Ich würde mich zwar schon als "Christin" im weitesten Sinne verstehen (unter anderem deswegen, weil ich Taizé total toll finde und da ständig hinfahre - und auf'm Papier stehts natürlich auch, ich bin vom katholischen Glauben vor ein paar Jahren zum evangelischen konvertiert), aber bei mir kommen auch viele andere Aspekte mit rein, in erster Linie spirituelle Ansätze, aber auch ein bisschen Buddhismus und Islam, weswegen ich mir vorstellen kann, dass meine Ansichten und Glaubensgrundlagen nicht so ganz mit deinen übereinstimmen könnten und es dir dann vielleicht nicht so sehr hilft -
die anderen haben ja schon gefragt, wo genau siehst du denn die Widersprüche Glaube/BDSM? Ist das mehr so ein generelles Gefühl oder hast du konkrete Ansatzpunkte, wo du z.B. sagst "In der Bibel steht, man solle XYZ nicht tun, genau das wäre aber einer meiner Wünsche im BDSM" oder so?

Wenn man die Bibel liest, muss man meiner Meinung nach vorsichtig damit sein, Dinge 1:1 zu interpretieren. Ich habe in einer Bibelrunde (in Taizé) mal einen Bruder erklären hören, wie er sich selbst bei der Bibel manchmal rückbesinnen muss auf die historischen Gegebenheiten, in die das eingebettet war. Er hatte uns da eine Stelle vorgelesen, in der Jesus mit einer Frau an einem Brunnen ist und sie nicht Wasser schöpfen lässt (oder so ähnlich - leider ist es schon einige Jahre her und ich kann mich auch nicht mehr an die genaue Bibelstelle erinnern), sich auf jeden Fall aus heutiger Sicht wie ein sexistisches Arschloch verhält - aber wenn man das in den historischen Kontext einbettet, merkt man, dass Jesus sich der Frau gegenüber eigentlich vorbildlich verhalten und große Schritte in Richtung Gleichberechtigung gemacht hat. Das klingt etwas wirr, aber es ist einfach zu beachten, dass wir, wenn wir die Bibel heute lesen, Worte und Handlungen aus unserer kulturellen Umgebung heraus interpretieren. Das ist aber ein Fehler, bzw. führt zu Missverständnissen, weil es damals und dort, wo Jesus (oder andere Propheten) gelebt haben, andere gesellschaftliche Regeln gab und das, was uns heute rückständig vorkommt, damals revolutionär sein konnte. Ich würde einfach versuchen, konkrete Beispiele aus der Bibel immer mit etwas Vorsicht zu genießen. Meiner Meinung nach übertragen sich nur die grundsätzlichen Botschaften (wie Liebe) fehlerfrei, nicht zuletzt, weil die Bibel von Menschen geschrieben wurden, die das, was sie erlebt haben, ja interpretiert und in ihre Lebensrealität eingebettet haben. Sprich, durch alle Texte, einschließlich die der Bibel, bekommst du nur "gefilterte" Wahrnehmungen von Gott und nicht "die absolute Wahrheit" oder sowas.

So, lange Rede, kurzer Sinn. Was ich eigentlich ausdrücken wollte, war: Gott liebt dich und alles, was du tust. Du bist und bleibst eines seiner Kinder. Selbst, wenn es soetwas wie Sünde geben sollte und BDSM eine wäre (was ich absolut nicht glaube, ganz im Gegenteil - ich hatte schon das Gefühl, meinem Glauben und Gott dadurch näher gekommen zu sein), wird er sie dir vergeben, bzw. sind sie schon vergeben, weil er ein gütiger Gott ist.

Und wenn du deine Zweifel und Fragen konkretisierst, kannst du sicher noch bessere Antworten drauf bekommen. :)

Liebe Grüße,
Lisa
Jeden Tag beginnt der Nachrichtensprecher seine Sendung mit "Guten Abend".
Er braucht 15 Minuten, um zu erklären, dass es kein guter Abend ist.

KatzenDame
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Re: BDSMler/in und Christ/in sein?

Beitrag von KatzenDame »

Danke für deinen wundervollen Text, Lisa.
Ich glaube an die Sünde, schließlich hat Gott nicht um sonst gesagt, dass wir uns von ihr fernhalten sollen.
Und Gott ist nicht nur gütig! Er vergibt, wenn wir wahrhaftig bereuen!
Er kann auch strafen! Natürlich fällt es uns leichter zu leben wie wir wollen, wenn wir denken, dass Gott ein lieber alter Mann ist, aber dem ist nicht so.
Er kann auch zornig werden und wehe dem, der diesen Zorn heraufbeschworen hat.
Wir sollten nicht in Extreme abgleiten. Gott ist weder NUR zornig und strafend, noch NUR gütig und vergebend.
Er ist gerecht und somit bekommt jeder seine gerechte Strafe, sollter er nicht bereuen.

Was mir beim vereinen von BDSM und meinem Glauben schwerfällt ist, dass unser Körper ein Tempel für unsere Seele ist.
Wenn ich allerdings geschlagen werde, dann wird auch mein Tempel verletzt?
Vor allem musste ich mir mal anhören, dass BDSM ein falsches Bild der Sexualität gibt.
Sexualität sollte zwei Menschen vereinen, aneinander binden und (nicht nur aber auch) ein Teil des Schöpfungsaktes sein.
Wenn ich dann mit meinen Neigungen daher komme und sage: "Ich mag es dominiert, versohlt etc. zu werden", dann denken die Menschen ich wäre psychisch krank oder wäre vom Satan beeinflusst...
Vorwiegend kommt allerdings eher das erste Argument auf ^^
Ich hätte krankhafte Wünsche und das wäre nicht normal... Es verletzt mich so etwas zu hören, vor allem von meinem besten Freund....
Ich habe mich und meine Neigungen akzeptiert, aber egal was ich auch tue, ich verspüre Schuldgefühle.
Ich kann nicht mal mit einem Mann kuscheln, dann empfinde ich schon Schuldgefühle!
Es ist wirklich belastend. :(
"Do not love somebody who only sees the light in you - love somebody who isn’t afraid of the dark." - Unknown

Sirenensang
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Re: BDSMler/in und Christ/in sein?

Beitrag von Sirenensang »

Was mir beim vereinen von BDSM und meinem Glauben schwerfällt ist, dass unser Körper ein Tempel für unsere Seele ist.
Wenn ich allerdings geschlagen werde, dann wird auch mein Tempel verletzt?
Das kommt drauf an. Ich denke, das kannst du am besten beurteilen: Fühlst du dich verletzt, wenn du beim BDSM geschlagen wirst? Ich hoffe nicht (auch wenn ich nichts unterstellen will), denn du machst ja BDSM, weil du dich dabei gut fühlst!
Sexualität sollte zwei Menschen vereinen, aneinander binden und (nicht nur aber auch) ein Teil des Schöpfungsaktes sein.
[...]
Ich habe mich und meine Neigungen akzeptiert, aber egal was ich auch tue, ich verspüre Schuldgefühle.
Ich kann nicht mal mit einem Mann kuscheln, dann empfinde ich schon Schuldgefühle!
Es ist wirklich belastend. :(
Also, was ich hier lese, ist ja eigentlich das, was auch ilimitada schon angesprochen hat: Was in der Bibel steht, kann letztlich nicht als definitive Aussage über dein Leben gesehen werden, jedenfalls nicht ohne ausgedehnte Interpretation. Denn die Bibel wurde in einem historischen Umfeld verfasst (von Menschen!), das ganz anders war als das heutige.
Wenn also jemand, wie gesagt, die Bibel daherholt und da was raus zitiert, um dich dann mit Vorwürfen zu beladen und dich schlecht fühlen zu lassen, ist das halt reichlich unreflektiert.
Letztendlich musst du für dich bestimmen, was an deiner Religion wie mit deinem Leben übereinstimmt. Und wenn ich mir das Neue Testament ansehe, ist die Botschaft doch eigentlich "Liebe deinen Nächsten". Wie du das letztendlich machst, darüber lässt sich so klar nichts finden, außer einigen staubigen Gesundheitsvorschriften aus dem Jahre 200.

BlueFeather
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Re: BDSMler/in und Christ/in sein?

Beitrag von BlueFeather »

Sirenensang hat geschrieben:Also, was ich hier lese, ist ja eigentlich das, was auch ilimitada schon angesprochen hat: Was in der Bibel steht, kann letztlich nicht als definitive Aussage über dein Leben gesehen werden, [...] in einem historischen Umfeld verfasst (von Menschen!)
Du sprichst hier einen schwierigen Sachverhalt an, bei dem es nur zwei Positionen geben kann: Entweder, die Bibel ist Gottes Wort, oder sie ist es nicht. Alles zwischendrin bringt uns (wortwörtlich) in Teufels Küche, denn welche Autorität legt dann mit welcher Legitimation fest, welche Teile/Sätze/Worte/Ideen Gottes Wort sind, und welche nicht? Diese Autorität müsste vom Autor = Gott stammen. Auf unser Leben übertragen wäre das, wie wenn ich einen Brief diktiere - und dann einen Boten mitschicke, der den Empfängern dann auslegt, welche Sätze von mir stammen und was ich damit gemeint haben könnte. Das Verfahren ist höchst fehleranfällig und kein vernünftig denkender Mensch würde dieses Verfahren wählen - noch absurder finde ich, dass Gott solch ein Verfahren wählen würde.

Wenn die Bibel nicht komplett als Gottes Wort angesehen wird, dann ist egal wie viel und was davon als Gottes Wort "angesehen" wird, und welche weiteren historischen Schriften man noch als "göttlich inspiriert" "ansehen" könnte. Die Bibel warnt eindrücklich davor, sich beispielsweise auf diese Art und Weise einen eigenen Gott zusammenzubauen - sie nennt dieses Verhalten Götzendienst. Dieser "selbstgebaute Gott" ist von einem Menschen erschaffen worden, und entspricht nicht mehr Gott in seinen Eigenschaften.
ilimitada hat geschrieben:Gott liebt dich und alles, was du tust. Du bist und bleibst eines seiner Kinder. Selbst, wenn es soetwas wie Sünde geben sollte [...] sind sie schon vergeben, weil er ein gütiger Gott ist.
Wenn du ein Christ bist stimme ich dir da vollkommen zu, weil es so in der Bibel steht. Nur der Schluss daraus ist ein anderer. Mal auf unser Leben übertragen: Wenn mir meine Eltern vorgeben, wann ich zuhause sein muss und mir den Genuss von Drogen verbieten (Gebote), und ich das trotzdem tue (Sünde), lieben mich meine Eltern weiterhin und werden üblicherweise versuchen, mir diese Flausen auch wieder auszutreiben. Nur soll ich deswegen meine Freiheit auskosten, und mich durch alle üblichen Drogen durchprobieren, weil meine Eltern es "schon wieder richten" werden? Nein, ganz im Gegenteil: Weil ich meine Eltern liebe und sie für mich das Beste wollen, sollte ich ihnen gehorchen - auch wenn ich nicht immer durchschaue, weshalb die Regeln aufgestellt wurden, und wieso sie das Beste für mich sind.

Hier kommt ein wenig der historische Aspekt, den Sirenensang ansprach, zum Tragen. Als beispielsweise das Volk Israel durch die Wüste zog, hatten sie strenge (damals rituelle) Vorschriften, wie sie sich dort zu verhalten hatten - beispielsweise ihre Notdurft an einer Stelle außerhalb des Lagers in ein Loch zu verrichten, und die Exkremente dann mit dem Aushub zu bedecken. Das hat damals höchstwahrscheinlich keiner kapiert, wieso Gott diese Vorschrift gegeben hat. Noch bis ins 19. Jahrhundert starben in den Militärlagern mehr Soldaten als auf dem Schlachtfeld - eben weil der Umgang mit Fäkalien nicht geregelt war, und sich deshalb Seuchen gut ausbreiten konnten. Hätte man sich an "komische Rituale" aus der Bibel, die schon Jahrtausende zuvor niedergeschrieben wurden, gehalten, wäre das kein Problem gewesen. Heute sind diese Rituale erforscht und und als Hygiene allgemein anerkannt - und keiner schaut dich mehr komisch an, wenn du darauf wert legst. Genauso ist es mit vielen anderen Aspekten der Bibel, immer wieder zeigt sich, dass die Fakten dort der wissenschaftlichen Forschung entsprechen aber bereits Jahrtausende zuvor schon aufgeschrieben wurden. Auch das die Erde eine Kugel ist und frei im Weltall schwebt steht bereits in der Bibel - hätte die katholische Kirche mal in die Bibel geschaut, hätte sie sich den Widerstand gegen Kolumbus, Kopernikus und Kepler sparen und sich lieber darüber freuen können, dass Wahrheiten aus der Bibel nun auch wissenschaftlich belegt werden.

Von daher: Die Bibel ist kein verstaubtes altes Buch, sie ist weiterhin aktuell und unserer Zeit voraus :)

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