Wie/Wann outen?

Hier geht es um die ersten Male, Outing und sonstige Probleme

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_RJ45

Wie/Wann outen?

Beitrag von _RJ45 »

Hallo. Wer bereits in mein erstes Thema geschaut hat, weiss, dass ich momentan Probleme habe. Naja, was ich hier mal nachfragen möchte, wie sagt man einem Menschen, dass man gewisse Neigungen hat und wann? Das wäre wichtig für mich zu wissen, ich habe nämlich das Gefühl, jeden abzutörnen sobald ich von meinen Fantsien erzähle.

Egianor
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Re: Wie/Wann outen?

Beitrag von Egianor »

Allgemein gibt es schon recht gute Informationen im Outingleitfaden und in der Themensammlung.

Ansonsten ist das mit dem Zeitpunkt ja immer so eine Sache; ein Outing ist sehr Abhängig von den beteiligten Personen und dem, was Du für eine Beziehung zu ihnen hast und was für eine Reaktion Du Dir erhoffst.
Zielst Du darauf ab, Dich vor Deinem engsten Familien-/Freundeskreis zu outen und möchtest nur, dass sie es wissen und akzeptieren so ist das natürlich etwas anderes, als wenn Du Dich vor Deinem gesamten Umfeld outen möchtest oder Deinem Partner erzählst, dass Du gerne mal gewisse Dinge ausprobieren möchtest.

Du schreibst, Du habest
_RJ45 hat geschrieben:das Gefühl, jeden abzutörnen sobald ich von meinen Fantsien erzähle
Das klingt für mich ein wenig, als würdest Du versuchen, möglichst irgendjemanden dazu zu bringen, mit Dir zu spielen.
Um Dir also konkrete Tipps geben zu können, wäre es hilfreich, wenn Du vielleicht ein wenig erzählen könntest, in was für einer Sitaution Du Dich outen möchtest und wo Du es bereits wie und mit welcher Reaktion versucht hast.
Das Murmeltier erwachte am Morgen und beschloss, ans Meer zu gehen. Alle waren dagegen, sein Vater, auch seine Mutter, die Tante und die Geschwister. "Am Meer ist die Freiheit" sagte das Murmeltier und brach auf.
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_RJ45

Re: Wie/Wann outen?

Beitrag von _RJ45 »

Egianor hat geschrieben: Zielst Du darauf ab, Dich vor Deinem engsten Familien-/Freundeskreis zu outen und möchtest nur, dass sie es wissen und akzeptieren so ist das natürlich etwas anderes, als wenn Du Dich vor Deinem gesamten Umfeld outen möchtest oder Deinem Partner erzählst, dass Du gerne mal gewisse Dinge ausprobieren möchtest.
Mir geht es vielmehr um die Partnerin während einer Beziehung. Familie und Freundeskreis ist mir dermassen gleichgültig. Aber ich habe den Eindruck, dass viele Frauen tendenziell selbst submissiv sein möchten oder - den Tradition und unserer Kultur entsprechend - sich einen starken Partner wünschen, jemand der dominant ist und entsprechendes ausstrahlt. Mal die Frage nach der Gleichberechtigung der Geschlechter im Zusammenhang solcher Ideen ausgenommen, komme ich damit überhaupt nicht klar und denke, ein Outing zum falschen Zeitpunkt würde daher abtörnen.
Derjenige mit der besten Antwort hat meine Gedanken eigentlich wunderbar erfasst: http://de.answers.yahoo.com/question/in ... 033AAs7Arn
Du schreibst, Du habest
_RJ45 hat geschrieben:das Gefühl, jeden abzutörnen sobald ich von meinen Fantsien erzähle
Das klingt für mich ein wenig, als würdest Du versuchen, möglichst irgendjemanden dazu zu bringen, mit Dir zu spielen.
Um Dir also konkrete Tipps geben zu können, wäre es hilfreich, wenn Du vielleicht ein wenig erzählen könntest, in was für einer Sitaution Du Dich outen möchtest und wo Du es bereits wie und mit welcher Reaktion versucht hast.
Ich befinde mich derzeit in keiner bestimmten Situation, aber ich möchte mich darauf vorbereiten, da ich bei der Partnersuche mittlerweile primär darauf achte, ob jemand dominant ist, und danach eventuelle Partner aussortiere. Die Frage ist also, wie spreche ich jemanden darauf an, bzw wie lasse ich jemanden wissen was ich suche? Ich möchte das gerne im Zustand VOR und IN der Beziehung wissen, denn für mich steht fest: Ich habe mein erstes Mal nicht nach dem traditionellen Bild, dass ich dominiere und wenn ich das jemandem nahelegen will, muss ich das ja auch irgendwie begründen. Nur eben WIE und WANN.

Egianor
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Re: Wie/Wann outen?

Beitrag von Egianor »

_RJ45 hat geschrieben: da ich bei der Partnersuche mittlerweile primär darauf achte, ob jemand dominant ist, und danach eventuelle Partner aussortiere.
Das halte ich genau für den falschen Ansatz.
Womit Dein Problem eventuell eher in der Partnersuche liegt als in der Frage nach dem Outing...

Wenn Du Dich auf die Suche nach dominanten Frauen beschränken willst, kannst Du das natürlich einfach offen sagen. Du lernst ein Mädel kennen, dass Dir gefällt - dann sprich sie drauf an, ganz offen und direkt. Wenn es Dir nur um ihre Dominanz geht und nicht darum, einen Menschen kennenzulernen, kann Dir ihre Reaktion ja egal sein. Entweder sie ist dominant und hat entsprechende Phantasien oder sie ist es nicht, hätte dann ja aber bei Dir eh keine Chance...
Oder Du begibst Dich in entsprechenden Örtlichkeiten auf die Suche; sprich auf Play-Parties oder ähnlichen Veranstaltungen, wo Du Kontakt zur Szene bekommen kannst (hierbei sei angemerkt, dass es nicht Sinn und Zweck der smjg-Stammies ist, als Partnerbörse zu fungieren und diese sich somit für diesen Zweck nur sehr bedingt eignen).
Es gibt auch einige Erkennungszeichen wie den Ring der O oder das BDSM-Emblem. Du kannst dann entweder nach Frauen Ausschau halten, die entsprechende Symbole tragen oder Dir selbst ein entsprechendes Symbol zulegen und dann mehr oder weniger auffällig darauf hinweisen (z.B. indem Du ihr Deinen Ring zeigst oder während des Gespräches "zufällig" daran herumspielst). In der Regel gilt bei Ringen: Top trägt ihn links, Sub rechts. Aber diese Symbole sind nur ein Richtwert. Mancher, der einen solchen Ring trägt (oder eine Kette oder ein Halsband...) trägt es aus mehr als ästhetischen Gründen und nicht jeder mit BDSM-Phantasien kennt diese Symbole oder trägt sie...
Du kannst auch Anspielungen in die Richtung machen und gucken, wie die Dame reagiert...

Insgesamt denke ich aber, dass Du mit Deiner generellen Herangehensweise eher Probleme haben dürftest, eine Frau zu finden... :/
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_RJ45

Re: Wie/Wann outen?

Beitrag von _RJ45 »

Egianor hat geschrieben:
_RJ45 hat geschrieben: da ich bei der Partnersuche mittlerweile primär darauf achte, ob jemand dominant ist, und danach eventuelle Partner aussortiere.
Das halte ich genau für den falschen Ansatz.
Womit Dein Problem eventuell eher in der Partnersuche liegt als in der Frage nach dem Outing...
Inwiefern für den falschen Ansatz? Ich weiss jetzt nicht, ob das jetzt positiv oder negativ sein soll.
Wenn Du Dich auf die Suche nach dominanten Frauen beschränken willst, kannst Du das natürlich einfach offen sagen. Du lernst ein Mädel kennen, dass Dir gefällt - dann sprich sie drauf an, ganz offen und direkt. Wenn es Dir nur um ihre Dominanz geht und nicht darum, einen Menschen kennenzulernen, kann Dir ihre Reaktion ja egal sein. Entweder sie ist dominant und hat entsprechende Phantasien oder sie ist es nicht, hätte dann ja aber bei Dir eh keine Chance...
Ich habe das ja keinesfalls abwertend gemeint, aber in meinem Zustand wäre eine solche Beziehung destruktiv. Aber ich bin dennoch verwirrt. Ich kann doch nicht beim ersten Treffen mit der Tür ins Haus fallen und ohne Kontext zu einem solchen Thema sagen, ich möchte dominiert werden. Das erfrage ich ja mit diesem Thema. Wie und wann soll ich mich outen, dass ich so bin wie ich bin und ich generell auch solche sexuelle Erfüllung suche? Gibts denn Frauen, die überhaupt submissive Männer suchen bzw solche die gerne dominieren? Eine Beziehung in der dies wechselt, ist für mich momentan nicht vorstellbar. Das törnt mich auch garnicht an, im Gegenteil, mir kommts (emotional) hoch wenn ich hier nur sowas lese, dann ist meine Laune sofort im Keller.
Oder Du begibst Dich in entsprechenden Örtlichkeiten auf die Suche; sprich auf Play-Parties oder ähnlichen Veranstaltungen, wo Du Kontakt zur Szene bekommen kannst
Ich habe das Gefühl, in der Schweiz wird für unsergleichen wenig dafür gemacht. Ich kenne mich ja auch kaum aus und alleine auf solch eine Veranstaltung zu gehen, ich weiss nicht ob das bei meiner Schüchternheit was wird.
Es gibt auch einige Erkennungszeichen wie den Ring der O oder das BDSM-Emblem. Du kannst dann entweder nach Frauen Ausschau halten, die entsprechende Symbole tragen oder Dir selbst ein entsprechendes Symbol zulegen und dann mehr oder weniger auffällig darauf hinweisen (z.B. indem Du ihr Deinen Ring zeigst oder während des Gespräches "zufällig" daran herumspielst). In der Regel gilt bei Ringen: Top trägt ihn links, Sub rechts. Aber diese Symbole sind nur ein Richtwert. Mancher, der einen solchen Ring trägt (oder eine Kette oder ein Halsband...) trägt es aus mehr als ästhetischen Gründen und nicht jeder mit BDSM-Phantasien kennt diese Symbole oder trägt sie...
Du kannst auch Anspielungen in die Richtung machen und gucken, wie die Dame reagiert...
Das hingegen ist ganz interessant. In welchen Lokalen kann man sich nach solchen Schmuckstücken umsehen?
Insgesamt denke ich aber, dass Du mit Deiner generellen Herangehensweise eher Probleme haben dürftest, eine Frau zu finden... :/
Kannst du mir das genauer erklären? :)

Egianor
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Re: Wie/Wann outen?

Beitrag von Egianor »

_RJ45 hat geschrieben:
Insgesamt denke ich aber, dass Du mit Deiner generellen Herangehensweise eher Probleme haben dürftest, eine Frau zu finden... :/
Kannst du mir das genauer erklären? :)
Ich wollte mit dem Satz auf das heraus, was Dir in Deinem andern Thread auch schon erklärt wurde: Du wirkst so versessen darauf, eine dominante Frau zu finden, dass Du alle anderen Menschen sofort aussortierst. Das ist nicht sonderlich schmeichelhaft für die, die aussortiert werden und auf die potentiell dominanten Frauen wirkt es so, als würdest Du sie nicht ob ihres Charakters schätzen, sondern lediglich aufgrund ihrer Eigenschaft als Sexualpartner.
Es gibt deutlich mehr submissive Männer als dominante Frauen und die Frauen haben in der Regel freie Wahlmöglichkeit - ganz einfach, weil die Zahl der Männer, aus der sie wählen können, recht groß ist. Warum also sollten sie sich für jemanden interessieren, der nicht an ihnen als Mensch interessiert ist, sondern nur Triebbefriedigung will?
Und während Du Dich auf genau einen Typ Frau festlegst, übersiehst Du vielleicht _die_ Frau Deines Lebens, weil sie nicht dominant ist.
Außerdem wirkt es immer recht schnell so, als sie die Person beliebig austauschbar, wenn bei der Partnerwahl nur auf ein bestimmtes Kriterium geachtet wird; so, als sei es weitaus wichtiger, dass die Frau dominant ist als dass sie ein netter Mensch ist. Ich glaube niemand lässt sich gerne so reduzieren sondern man möchte doch viel eher als Persönlichkeit und Individuum wahrgenommen werden, nicht als beliebiges Objekt zur Triebbefriedigung...
Mal abgesehen davon, dass es in einer Partnerschaft sowieso auf viel mehr als nur Sex ankommt, ist es auch nicht unmöglich, den Partner dazu zu bringen, einem sexuelle Wünsche zu erfüllen. Du wärst nicht der erste Mann mit einer Vanillafreundin und auch nicht der erste, dessen vermeintliche Vanillafreundin doch Spaß an BDSM findet. Eine Garantie gibt es dafür natürich nicht und dennoch ist es ein Versuch wert (meiner Meinung nach).

Du wirkst auch mich ein wenig so, als würdest Du Dein Leben und Deine Erfüllung von der Dominanz Deiner Partnerin abhängig machen. So nach dem Motto "wenn ich eine finde, die mich ordentlich dommt, wird schon wieder alls ok". Das ist 1. höchst unwahrscheinlich und 2. ihr gegenüber nicht fair. Es ist nicht Aufgabe Deiner Partnerin, Dein Leben in den Griff zu bekommen. Und davon auszugehen, dass mit dem entsprechenden Sex das Leben von alleine ins Lot gerät, ist ungefähr so, wie davon auszugehen, dass alles besser wird, wenn man "diesen einen Gegenstand" jetzt sofort bekommt. Du bist unzufrieden mit Deinem Leben und hast Probleme - geh sie an. Es ist an Dir, sie zu lösen! Ein Partner kann da unterstützen und guttun, ist aber kein Allheilmittel. Ein Partner ersetzt weder einen Therapeuten, noch entbindet er von der Verantwortung für das eigene Leben.

Es hat sich schon oft gezeigt, dass diejenigen, die am verzweifeltsten suchen, diejenigen sind, die es am schwersten haben, einen Parter zu finden und diejenigen, die mit sich im Reinen sind und nicht unbedingt einen Partner brauchen, diejenigen sind, die am ehesten einen finden.
Mit sich und seinem Leben zufrieden zu sein ist deutlich attraktiver als unzufrieden und verzweifelt zu sein.
Du schreibst, Du habest Depressionen - das ist natürlich nichts, was man "mal so eben" loswerden kann und nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Aber es ist auch nichts unheilbares und nichts wogegen man nicht etwas unternehmen könnte.
Kümmer Dich um Dich, gestalte Dein Leben so, dass es für Dich angenehm ist, mach eine Therapie (falls Du das nicht schon tust) aber mach Dein Leben nicht von anderen abhängig!
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_RJ45

Re: Wie/Wann outen?

Beitrag von _RJ45 »

Egianor hat geschrieben:Es gibt deutlich mehr submissive Männer als dominante Frauen und die Frauen haben in der Regel freie Wahlmöglichkeit - ganz einfach, weil die Zahl der Männer, aus der sie wählen können, recht groß ist. Warum also sollten sie sich für jemanden interessieren, der nicht an ihnen als Mensch interessiert ist, sondern nur Triebbefriedigung will?
4% dominante Frauen? Das ist verherrender als ich je in meinen künsten Träumen angenommen habe?! Das ist alles andere als motivierend, da kann ich mir doch genauso 'nen Schuss geben! 4%? Wie soll ich so die Frau des Lebens finden? Wie soll ich überhaupt eine dominante Frau finden? Es ist ja nicht wirklich so, dass ich mit Selbstvertrauen - oder in em Fall mit (blindem) Optimismus - beschenkt wäre...
Und während Du Dich auf genau einen Typ Frau festlegst, übersiehst Du vielleicht _die_ Frau Deines Lebens, weil sie nicht dominant ist.
Die Frau meines Lebens ist aber dominant. Ich bin nicht switch, ich bin submissiv. Ich bin zu 100% hochgradig submissiv, wie soll die Frau meines Lebens nicht dominant sein? Ich finde Sex, in der ich dominiere, nicht erregend. Das ist eher ein Abturner...
Außerdem wirkt es immer recht schnell so, als sie die Person beliebig austauschbar, wenn bei der Partnerwahl nur auf ein bestimmtes Kriterium geachtet wird; so, als sei es weitaus wichtiger, dass die Frau dominant ist als dass sie ein netter Mensch ist. Ich glaube niemand lässt sich gerne so reduzieren sondern man möchte doch viel eher als Persönlichkeit und Individuum wahrgenommen werden, nicht als beliebiges Objekt zur Triebbefriedigung...
Ich reduziere ja keinen Menschen auf den Sex. Natürlich sind andere Werte ebenso wichtig und im Gegenzug bin ich bei anderen Kriterien nicht streng. Aber eine Vorstellung von einer Partnerin zu haben, ist besonders in meinem Falle wohl angebracht. Wie soll mein Glück, in der Anspielung auf den Text oben, möglich sein, mit einer Person die nicht dominant ist? Die Beziehung wäre keine Beziehung und ich stünde nach der Trennung die wohl nicht lange mit sich warten liesse, wieder da wo ich jetzt stehe, nur mit dem Unterschied, dass ich wieder Zeit verschwendet habe. Wieso also nicht beiden einen Gefallen tun und sich nicht auf etwas einlassen, was nicht funktionieren kann. Ich möchte mein erstes Mal ausserdem nicht in Jahren erst erleben...
Mal abgesehen davon, dass es in einer Partnerschaft sowieso auf viel mehr als nur Sex ankommt, ist es auch nicht unmöglich, den Partner dazu zu bringen, einem sexuelle Wünsche zu erfüllen. Du wärst nicht der erste Mann mit einer Vanillafreundin und auch nicht der erste, dessen vermeintliche Vanillafreundin doch Spaß an BDSM findet. Eine Garantie gibt es dafür natürich nicht und dennoch ist es ein Versuch wert (meiner Meinung nach).
Klar. Aber ich bin erst wieder in der Lage zu geben, wenn mein Defizit ausgefüllt wurde. Wie bereits einmal angemerkt, meine letzte Beziehung hat mich sehr viel Kraft gekostet, was habe ich erhalten? Nichts, rein garnichts. Ich wurde abgetan als sei ich der letzte Dreck. Dass mein Vertrauen und auch mein Wille also, wieder soviel zu investieren, nicht sonderlich gross ist, beruht auf einer Erfahrung die ich nicht mehr leichtfertig unterschätzen werde. Das hat dann vielmehr mit Selbtschutz zu tun, und diesen Schutz werde ich nie(!) mehr für eine Frau ablegen, es sei denn ich kann ihr zu 100% vertrauen. So dachte allerdings bereits in meiner letzten Beziehung, und was passierte? Genau das, was nicht hätte passieren sollen. Was ist also falsch daran, endlich auch mal Wohlbefinden fühlen zu wollen? Natürlich ist eine Beziehung gegenseitig, aber wenns mir gut geht, und ich erfüllt bin, dann kann ich auch wieder geben weil ich merke "Aha, ich habe wohl endlich eine Person gefunden, die nicht nur nimmt, sondern auch gibt.", und wenn dies der Fall ist, kann ich wieder geben.

Ausserdem kann ich mit jemandem, der Vanilla ist und scheinbar traditionelle Sexvorstellungen hegt, in der der Mann dominiert - Pustekuchen Gleichstellung Mann/Frau - absolut nicht anfangen. Es gibt keinen sexuellen Reiz für mich, auf die Vorstellung bezogen, dass ich dominiere oder switche.
Du wirkst auch mich ein wenig so, als würdest Du Dein Leben und Deine Erfüllung von der Dominanz Deiner Partnerin abhängig machen. So nach dem Motto "wenn ich eine finde, die mich ordentlich dommt, wird schon wieder alls ok". Das ist 1. höchst unwahrscheinlich und 2. ihr gegenüber nicht fair. Es ist nicht Aufgabe Deiner Partnerin, Dein Leben in den Griff zu bekommen. Und davon auszugehen, dass mit dem entsprechenden Sex das Leben von alleine ins Lot gerät, ist ungefähr so, wie davon auszugehen, dass alles besser wird, wenn man "diesen einen Gegenstand" jetzt sofort bekommt. Du bist unzufrieden mit Deinem Leben und hast Probleme - geh sie an. Es ist an Dir, sie zu lösen! Ein Partner kann da unterstützen und guttun, ist aber kein Allheilmittel. Ein Partner ersetzt weder einen Therapeuten, noch entbindet er von der Verantwortung für das eigene Leben.
Dennoch darf ich doch Unterstützung erwarten, nicht? Schliesslich habe ich das meiner Ex-Beziehung auch gegeben, ohne je die Erwartung zu stellen, selbiges zurückzubekommen... Ich sehe nicht ein, wieso ich als Mann immer geben muss. Ich darf doch auch mal Unterstützung in Anspruch nehmen? Oder worin definiert sich denn eine Beziehung, wenn beim Anflug von Problemen die Notbremse gezogen wird? Wenn doch ein Partner in Depressionen verfällt, ist es doch notwendig, dieser Person beizustehen, anstelle das Weite zu suchen oder sich zu distanzieren? So würde ich zumindest nicht reagieren... oder ich hätte nicht so reagiert, aber wenn das die generelle Grundhaltung ist, wäre etwas mehr Egoismus angebracht, dies käme meinem Selbtschutz sicherlich zugute.
Wie im anderen Thema bereits beschrieben, habe ich nun aber - aufgrund der Gespräche hier - vor, einen Therapeuten zu besuchen, auch wenn ich höchst kritisch bin, welche Erfolge ich erwarten kann. Was macht denn ein Therapeut? Wie kann ich das beim Arzt am besten ansprechen? Schliesslich gehts um was sexuelles, und das ist höchst unangenehm für mich.
Mit sich und seinem Leben zufrieden zu sein ist deutlich attraktiver als unzufrieden und verzweifelt zu sein.
Das ist aber eine enorm oberflächliche Einstellung. Das hat genauso mit Auswählen zu tun, wie du meine Art Partnerinnen zu suchen, beschreibst. Jeder hat mal Probleme und ich finde es falsch, an fremden Haustüren zu kehren, schliesslich kann man selbst jederzeit auch in ein Loch fallen. Und dann will ich die Personen mal sehen, wenn sie merken dass andere sie so behandeln wie sie andere behandelt haben. Also sofort aussortiert wenn man mit Fehlern behaftet ist. Ich finde es unfassbar schlimm, welches Bild die Gesellschaft einem vermittelt. Immer muss man funktionieren und funktionieren, darf sich keine Blösse geben und muss am besten noch perfekt sein. Wenn das mittlerweile bis in den Bereich der Liebe durchgedrungen ist, distanziere ich mich wohl besser lanfristig von allen Frauen.
Dann habe ich mich nämlich massiv geirrt in meiner Denkweise.

ponos
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Re: Wie/Wann outen?

Beitrag von ponos »

_RJ45 hat geschrieben:4% dominante Frauen? Das ist verherrender als ich je in meinen künsten Träumen angenommen habe?!
Naja, es sind ja auch Männer mit in der Statistik ;) Wenn du die rausrechnest kommst du auf etwa 10%.
Aber letztendlich hättest du die gleichen Probleme mit jedem Anspruch den du stellst: Soll sie rote Haare haben? Da bist du wahrscheinlich auch schonmal mindestens auf <20% runter. Sieh es mal so: Es gibt in Deutschland ca. 40Mio Frauen, von denen sind vielleicht 4Mio in einer für dich "akzeptablen" Altersklasse. Wenn davon 1% auf BDSM stehen und 10% dominant sind bleiben immer noch 4000 Frauen übrig. :)
_RJ45 hat geschrieben:
Mit sich und seinem Leben zufrieden zu sein ist deutlich attraktiver als unzufrieden und verzweifelt zu sein.
Das ist aber eine enorm oberflächliche Einstellung. Das hat genauso mit Auswählen zu tun, wie du meine Art Partnerinnen zu suchen, beschreibst.
Jein. Es geht einfach darum, dass es in einer Partnerschaft nicht darum geht, dem anderen Halt im Leben zu geben. Klar, wenn es mal Probleme gibt, dann kann eine Partnerschaft da auch viel auffangen, aber ich kann dir z.B. mal aus meiner Perspektive sagen, dass ich einfach kein Interesse an einer Frau hätte, die mich dafür braucht, ihr Leben in geregelte Bahnen zu bekommen. Das ist eine Verantwortung, die ich nicht übernehmen wollen würde, und eine sehr große Belastung.
Auf Dauer würde ich wahrscheinlich eine solche Beziehung beenden, auch wenn sie sonst "die Richtige (tm)" wäre.
_RJ45 hat geschrieben:Ich darf doch auch mal Unterstützung in Anspruch nehmen? Oder worin definiert sich denn eine Beziehung, wenn beim Anflug von Problemen die Notbremse gezogen wird?
Sie definiert sich eben nicht dadurch, dass sie eingegangen wird, um gleich von Anfang an Unterstüztung in Anspruch zu nehmen.
_RJ45 hat geschrieben:Was macht denn ein Therapeut? Wie kann ich das beim Arzt am besten ansprechen? Schliesslich gehts um was sexuelles, und das ist höchst unangenehm für mich.
Die Frage ist, weswegen du zum Therapeuten gehst. Ich vermute mal, dass deine Depressionen mehr sind als mangelnde sexuelle Erfüllung. Von daher würde ich nicht unbedingt behaupten, dass es "um was sexuelles geht".
Was erwartest du von deinem "normalen" Arzt eigentlich? Der ist dafür nicht ausgebildet, alles, was er tun kann, ist, dir Therapeuten zu nennen, die er kennt. Aber letztendlich kannst du die auch alleine suchen.

_RJ45

Re: Wie/Wann outen?

Beitrag von _RJ45 »

ponos hat geschrieben:Naja, es sind ja auch Männer mit in der Statistik ;) Wenn du die rausrechnest kommst du auf etwa 10%.
Aber letztendlich hättest du die gleichen Probleme mit jedem Anspruch den du stellst: Soll sie rote Haare haben? Da bist du wahrscheinlich auch schonmal mindestens auf <20% runter. Sieh es mal so: Es gibt in Deutschland ca. 40Mio Frauen, von denen sind vielleicht 4Mio in einer für dich "akzeptablen" Altersklasse. Wenn davon 1% auf BDSM stehen und 10% dominant sind bleiben immer noch 4000 Frauen übrig. :)
Ufff... aber 4000, die muss man erstmal finden! Dann rechnest du noch die weg, die vergeben sind und noch die Konkurrenz von Männern hinzu: Gute Nacht. In der Schweiz wirds wohl deutlich schlimmer aussehen. Da frage ich mich dann eher, ob es Möglichkeiten gibt, asexuel zu werden... hat sich die Sache auch geregelt.

Mal eine andere Frage: Gibts eine Begründung, möglicherweise eine die auf die Evolution des Menschen hinführt, wieso so viele Frauen submissiv sind? Das würde mich mal interessieren.
Jein. Es geht einfach darum, dass es in einer Partnerschaft nicht darum geht, dem anderen Halt im Leben zu geben. Klar, wenn es mal Probleme gibt, dann kann eine Partnerschaft da auch viel auffangen, aber ich kann dir z.B. mal aus meiner Perspektive sagen, dass ich einfach kein Interesse an einer Frau hätte, die mich dafür braucht, ihr Leben in geregelte Bahnen zu bekommen. Das ist eine Verantwortung, die ich nicht übernehmen wollen würde, und eine sehr große Belastung.
Auf Dauer würde ich wahrscheinlich eine solche Beziehung beenden, auch wenn sie sonst "die Richtige (tm)" wäre.
Hmm, aus dem Standpunkt nachvollziehbar. Aber eine Depression ist ja auch nichts was ich mir aussuche... Wenn du wüsstest, wie sehr ich mich dagegen wehre.
Die Frage ist, weswegen du zum Therapeuten gehst. Ich vermute mal, dass deine Depressionen mehr sind als mangelnde sexuelle Erfüllung. Von daher würde ich nicht unbedingt behaupten, dass es "um was sexuelles geht".
Was erwartest du von deinem "normalen" Arzt eigentlich? Der ist dafür nicht ausgebildet, alles, was er tun kann, ist, dir Therapeuten zu nennen, die er kennt. Aber letztendlich kannst du die auch alleine suchen.
Nein, ich meine, ich möchte bei meinem Arzt den Therapeuten suchen lassen, allerdings weiss ich nicht, womit und wie ich das begründen soll? Kann ja sein dass er nachfragt, wofür ich einen brauche.

BlueFeather
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Re: Wie/Wann outen?

Beitrag von BlueFeather »

_RJ45 hat geschrieben:Nein, ich meine, ich möchte bei meinem Arzt den Therapeuten suchen lassen, allerdings weiss ich nicht, womit und wie ich das begründen soll? Kann ja sein dass er nachfragt, wofür ich einen brauche.
Was spricht dagegen, ihm das zu sagen? Wie soll er dir sonst helfen können, wenn er deine Probleme nicht kennt?

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