(Nur) krasseste ExtremGEDANKEN?

Hier geht es um die ersten Male, Outing und sonstige Probleme

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Neverendingwar

(Nur) krasseste ExtremGEDANKEN?

Beitrag von Neverendingwar »

Hallo an Alle,

Ich weiß nicht, ob es in diesen Forenbereich reinpasst, falls nicht, könnt ihr es auch verschieben in einen anderen Bereich.


Mein Freund möchte gerne mit mir Se_. Er weiß, dass ich allein bei dieser Vorstellung Ekel, Angst und Scham empfinde.
Bei mir ist es so, dass diese Gefühle auftauchen, sobald meine Grenze überschritten ist, und das ist sie dort, wenn er mich auf nackter Haut am Hintern, der Brust oder im Intimbereich berührt.(Ihn da zu berühren das geht noch weniger, hab ich auch bisher nicht.) Außerdem habe ich dann das Gefühl, beobachtet zu werden von irgendeinem Art Gott/ einem Wesen/einer höheren Instanz und etwas moralisch Verwerfliches zu tun, weswegen ich dann ganz schlimme Schuldgefühle habe, wenn ich die Berührungen zulasse. Auch das Verbot, dass ich sowas Schmutziges auf gar keinen Fall genießen darf, fühle ich dann von dem Beobachter – oder wem auch immer ausgehen (so genau weiß ich gar nicht, wer der Beobachter ist, also wenn es „Gott“ ist, dann ist es der Gott, wie ich ihn in der Sekte kennengelernt habe, in die ich quasi hineingeboren wurde, da meine Eltern bereits vor meiner Geburt dieser angehörten. – und an den ich heute nicht mehr glaube, aber ausschließen tue ich es auch nicht. Ich habe derzeit keinen Glauben an irgendwas aber ich halte alles für theoretisch möglich, die Wahrheit zu sein.
Doch bis ins Erwachsenenalter auf dem Papier hinein, habe ich selbst diesem Glauben angehangen und mir wurde er als die einzig wahre Wahrheit eingeimpft und alles andere wären Irrglauben.
Dazu als Hintergrundwissen: Meine Eltern sind aus dieser streng christlichen Sekte auch erst seit Kurzem ausgetreten. Die Sekte predigt Unterordnung der Frau unter den Mann (manche Frauen tragen sogar ein Kopftuch beim Gedächtnismahl, es gibt nur männliche Prediger) Außerdem wurde gepredigt, dass die Frau, wenn sie ihre Tage hat, schmutzig ist und sich zurückziehen soll. Und der Grundsatz: Kein Se_ vor der Ehe.
Wenn es irgendeinen Weg geben würde, dann würde ich meinem Freund gerne seinen Wunsch erfüllen, weil ich glaube, dass er leidet, dass ich nur sehr begrenzt Nähe zulassen kann und wir deshalb keine „normale“ Beziehung führen können. Außerdem habe ich große Angst, dass er mich verlässt und dass es nur eine Frage der Zeit ist. (Meinen Ex habe ich genau aus diesem Grund verloren.)
Ich zerbreche mir seit einiger Zeit den Kopf darüber, wie es möglich sein könnte. Ich habe ganz rational überlegt, wie man die Gründe, die verhindern, dass ich meinem Freund die körperliche Nähe geben kann, die er sich wünscht, theoretisch beseitigen könnte.
Für meine Ängste weiß ich: Sie lassen sich mit Alkohol betäuben. In meiner ersten Beziehung habe ich das ständig getan. Bzw. mein damaliger Freund (P.) hat mich auch gezielt abgefüllt.
Mein jetziger Freund findet die Idee aber nicht gut, mit dem Alkohol nachzuhelfen.
Als mir klar wurde, dass ich unter diesem Gefühl, etwas moralisch Verwerfliches zu tun, leide, wenn ich die extremere Nähe zulasse, kam mir folgender Gedanke:
Wenn es nicht freiwillig wäre, wenn mein Freund mich zwingen würde, und ich mich auch noch versuchen würde, zu wehren – dann müsste ich keine Schuldgefühle wegen moralischer Verwerflichkeit haben. Denn es war ja dann nicht meine Entscheidung. Ich konnte dann ja nichts dafür.
Bei diesem Gedanken merkte ich geschockt, wie mein Körper darauf reagierte, dass ich diese Vorstellung, hilflos ausgeliefert zu sein, mit Gewalt genommen zu werden, anziehend fand bei gleichzeitigen Angst, Scham- und Ekelgefühlen davor. Wie kann denn beides gleichzeitig existieren?! Das ist doch der diametral entgegengesetzte Widerspruch überhaupt!
Und dann erinnerte ich mich auch noch, dass mein Freund und ich vor ein paar Wochen (wir kennen uns auch erst seit 1 Monat ca) ein Gespräch hatten über dieses Thema, wie Se_ mit mir möglich sein könnte. Er hat ja eigentlich die Einstellung, dass die Entscheidung mich einzulassen, von mir kommen soll. Aber dann hatte er auch einmal den Satz in den Raum geworfen: Vielleicht willst du gezwungen werden.. und einmal sagte er auch irgendwas mit Anketten. ich habe daraufhin glaub ich weggeschaut und geschwiegen (als ich gemerkt habe, dass mein Blick alles andere als Unschuld aussagen musste in dem Moment) und ich fühlte bei dieser Vorstellung diese Anziehung und diese Gefühle des Körpers (für die ich mich so schäme und die mir so peinlich sind, und wo ich immer hoffe, dass mein Freund sie nicht mitbekommt – gestern hat er aber zu meinem Schock gesagt, dass er sie sehr wohl bei mir bemerkt aber ob jetzt auch in diesem Moment so war, weiß ich nicht) wir haben nach peinlichem Schweigen dann glaub ich das Thema gewechselt.
Als mir diese Situation wieder einfiel, da fiel mir noch mehr wieder ein. Nämlich dass ich mit 16 auch solche Verg_fantasien hatte, ganz schlimmer Art, zum Teil sehr brutal. Da war ich immer auf einem Tisch festgeschnallt und ganz viele Typen haben mich einer nach dem anderen genommen. Und da war eine Stimme in meinem Kopf, die Worte sagte wie: stell dich nicht so an und k a was noch alles. Auf jeden Fall redete so eine Stimme im Kopf zu mir und die bezog sich immer darauf, wie gewaltsam oder nicht gewaltsam mich der betreffende Typ gerade behandelte.
Ich fasste mich dabei im Intimbereich an, so sehr dass ich Schmerzen hatte, die ich teils den folgenden Tag noch merkte. Gleichzeitig ekelte ich mich unglaublich vor mir selbst und hasste mich und schämte mich abgrundtief dafür und bestrafte mich als Folge davon auf unterschiedliche Weisen für meine schlimme Sünde. Aber auch wenn ich mich noch so sehr bestrafte, ich konnte nichts dagegen tun, dass es immer wieder passierte, eine zeitlang jeden Abend. Es war (wie) eine Sucht, in meinen Augen die schlimmste, die es gibt.
Zu diesem Zeitpunkt war die einzige Nähe, die da mal zwischen mir und einem Jungen in real gewesen war, dass ich seine Hand gehalten habe (und dabei so aufgeregt war, dass ich voll gezittert habe – dafür habe ich mich auch wahnsinnig geschämt  ) Nach außen hin machte ich den Eindruck eines kleinen unschuldigen Mädchens, das ich auch sein wollte.
Ich dachte noch weiter zurück und mir wurde bewusst, dass ich nicht mal als Kind unschuldig war! Ich hatte so krasse sadomasochistische Fantasien, die gar nicht mehr zu übertreffen waren und so weit gingen, dass ich am Ende durch die Folter starb (das ging jetzt nicht um Se_ natürlich, weil da hatte ich ja noch keine Ahnung drüber als Kind) Aber das komische: Ich kann mich nicht erinnern an eine Zeit, wo ich noch nicht diese Gefühle des Körpers hatte(se_uelle Erreg.)
Als Kind wusste ich natürlich noch nicht, was das für Gefühle waren. Ich fand sie aber sehr angenehm und deswegen hab ich mir immer wieder solche Fantasien gemacht (oft morgens so im Halbwachzustand) aber auch in meinen Spielen tauchten sie auf, wenn ich die Rolle des hilflosen Opfers hatte, das dem Bösen ausgeliefert ist und die Vorstellung, umgebracht zu werden, hatte die größte Wirkung. Das ganze verbunden mit einem Gefühl von Aufgeben, sich fallen lassen, sich ergeben. Und ich wusste irgendwie: Das darf ich niemandem erzählen, das muss mein Geheimnis bleiben.
Im Erwachsenenalter auf dem Papier erlebte ich se_uelle Gewalt immer wieder durch P. Er hat mich zwar nicht gezwungen mit ihm zu schlafen, aber er hat viele andere ekelige, in meinen Augen perverse Sachen angetan und mit mir gemacht. Außerdem war es kein Rollenspiel bei uns, sondern in unser Beziehung betrachtete er mich als seinen Besitz. Und er hatte Spaß daran, mir Schmerzen zuzufügen (da merkte ich das auch erstmals sehr bewusst, dass ich drauf stehe) aber besonders anziehend war es für ihn, meine Schmerzgrenze zu überschreiten bis ich laut geschrien habe. Und er fragte immer dann: Tut das weh? Wenn ich bejahte, antwortete er mit einem gedehnten Guuut.
(bis ich auf dieses Forum gestoßen bin, wusste ich nicht, dass auch in einer SM-Beziehung der dominante Partner auf die Grenzen des Sub achten muss. Ich dachte es geht gerade darum, diese zu überschreiten und dass das normal wäre, weil es sonst dem Sadisten ja nicht richtig Spaß macht, wenn ich es eigentlich gut finde.)
Gleichzeitig war es so, dass er mit seinem Sadismus nicht klarkam und sich dafür hasste, wie ich mich für meine masochistischen Neigungen hasste und schämte.
Also erstmal ist es für mich sowieso ein Rätsel, warum ich quasi mit diesen extremen Fantasien geboren wurde.
Aber noch unerklärlicher und vor allem am allerunlogischsten und abwegigsten ist es doch, dass wo ich bereits mehrfach reale se_uelle Gewalt erlebt habe (und darunter richtig heftig gelitten hab und bis heute schwer traumatisiert bin dadurch!), dass ich dann die Vorstellung, mit Gewalt genommen zu werden, anziehend finde?!?!
Ich verstehe mich verdammt noch mal nicht!!!!!!!

Ok, einen Grund kann ich mir zwar vorstellen:
Ich hasse ja meinen Körper für diese Gefühle und dass er sich nach der Form von Nähe sehnt, die ich/ meine Seele einfach nur abartig findet. Und ich hasse meinen Körper für diese Gefühle, auf jemanden zu stehen und die biologischen Reaktionen des Körpers – und dafür: dass ich keine Kontrolle darüber habe!! Ich kann nicht bestimmen, wann ich mich in wen verliebe und auch nicht, über das Auftauchen der se_uellen Gefühle des Körpers bestimmen bzw. es verhindern.
Und dann ist ein Gedanke von mir:
Man, du scheiß verhasster Körper, dann kriegst du jetzt eben das, was du willst aber dann mit Gewalt, du sollst gefälligst leiden dabei!
So, jetzt habe ich es tatsächlich geschafft, aufzuschreiben, was mich die letzten zwei Tage so sehr belastet, dass ich mal wieder durch die Hölle gehe..
Für diese Gedanken schäme ich mich echt in Grund und Boden! Ich fühle mich sowas von schlecht und SCHULDIG!
Ich habe so einen riesigen Selbsthass und Selbstverletzungsdruck!
Ich habe so Angst vor mir selbst, ja am meisten Angst hab ich vor mir selbst!
Ich krieg die Gedanken nicht mehr aus meinem Kopf, ich dreh durch..
Bitte kann mir einer erklären, wie das angehen kann bei dem was ich erlebt habe?!

Bitte, Hilfe!!!!!



Neverendingwar

aiko
Orga
Beiträge: 610
Registriert: 14. Mai 2008 17:17

Re: (Nur) krasseste ExtremGEDANKEN?

Beitrag von aiko »

Hallo neverandingwar,

eine sehr schwere Situation in der du gerade steckst, ohne Frage. Ich fürchte nur, dass niemand hier dir deine Fragen so beantworten kann. Therapeuten haben eine jahrelange Ausbildung und meist noch ein Studium und selbst die können dir sowas nicht in der ersten Sitzung erklären. Selbst mit Therapeuten braucht man lange Gespräche bis sie einen Eindruck bekommen und einem dann helfen können.
Wir sind Jugendliche in einem Forum im Internet, keiner von uns kennt dich persönlich, auch wenn du uns viel erzählst. Das soll nicht bedeuten, dass wir dir nicht helfen wollen, nur dass wahrscheinlich niemand hier die Kompetenzen hat dir helfen zu können.
Alles was wir tun können ist von uns und unseren Bekannten erzählen, ähnliche Gefühle beschreiben und sagen was uns geholfen hat. Bitte nimm das auch so wahr und nicht als mehr als es ist: Unsere Erfahrungen und Vermutungen.

So und nun inhaltlich: Ich denke viele von uns hatten schon mal Vergewaltigungsfantasien, auch extreme und einige haben sich auch dafür geschämt, obwohl es bei den meisten wohl andere Ausmaße gehabt haben dürfte. Wie in einem anderen Thread schon gesagt wurde, mir hat es damals geholfen den offenen Umgang anderer mit Sexualität zu erleben. Am Anfang hab ich mich furchtbar geschämt, bin rot geworden und hab es vermieden Worte wie Sex zu sagen aber mit der Zeit hat sich das erledigt, die anderen hatten alle auch kein Problem damit also warum sollte ich? (Achtung meine Gedanken damals, nicht fehlinterpretieren!!!) Es wurde normal für mich. Das das mit deinem Freund so ähnlich schon (immer besser) klappt wäre für mich ein Hinweis darauf, dass das auch bei dir funktionieren könnte, langsam, ganz langsam und nach Absprache mit einem Therapeuten.
Ich bin auch beeindruckt davon, dass du es geschafft hast oben ohne zu duschen, das ist doch absolut ein Schritt in die Richtige Richtung, das sind doch sichtbare Fortschritte!

Das mit der sexuellen Gewalt die du erfahren hast und deiner Neigung, ich weiß nur aus meiner Bekanntschaft, dass sich das nicht ausschließt, mehr weiß ich leider auch nicht ohne in wilde Vermutungen abzudriften.

Deine letzten Sätze besorgen mich, Selbstverletzungsdruck und Angst vor dir selbst klingt dringend und gefährlich. Hast du einen Notfallkontakt zu deinem Therapeuten? Wenn ja solltest du ihn / sie kontaktieren!

Ich bin auch nicht kompetent genug um dir mehr zu sagen als: Nimm kompetente Hilfe in Anspruch, du bist ja in Therapie und ansonsten : ich drücke dir die Daumen, du schaffst das! Nicht entmutigen lassen!

lg aiko

Schildkroete
Vielschreiber
Beiträge: 467
Registriert: 26. Mai 2009 19:35

Re: (Nur) krasseste ExtremGEDANKEN?

Beitrag von Schildkroete »

Neverendingwar hat geschrieben: Für diese Gedanken schäme ich mich echt in Grund und Boden! Ich fühle mich sowas von schlecht und SCHULDIG!
Ich habe so einen riesigen Selbsthass und Selbstverletzungsdruck!
Ich habe so Angst vor mir selbst, ja am meisten Angst hab ich vor mir selbst!
Ich krieg die Gedanken nicht mehr aus meinem Kopf, ich dreh durch..
Bitte kann mir einer erklären, wie das angehen kann bei dem was ich erlebt habe?!

Bitte, Hilfe!!!!!

Neverendingwar
Deine Geschichte klingt nach einer, die wohl keiner erleben möchte.

Ich fange mal bei deinem Beitrag von Unten an.
Wir sind kein Ersatz für eine professionelle Begleitung - die du hoffentlich hast oder in Anspruch nehmen solltest. Gerade in solchen Momenten ist es immer gut, wenn man jemanden hat, den man Kontaktieren kann. Das ein Selbsthass und Selbstverletzungsdruck nicht gut ist, scheinst du ja selber erkannt zu haben.

Das dich dieses Thema anzieht ist eigentlich ganz normal. Sexualität gehört zum Menschen und Sexualität ist keine Sünde, sondern gottgewollt und schöpfungsgemäß. Ein Gott, zumindest der an den ich glaube, will dir helfen, dich bewahren, erhalten und beschützen. Er straft dich nicht für etwas natürliches, sondern will, dass du dich an dir, deinen Körpern und seiner ganzen Schöpfung erfreust, die er dir gegeben hat. Hattest du eigentlich Kontakt mit einem Hilfsverein für Sektenaussteiger (http://netzwerk-sekteninfo.de/ / http://www.ekd.de/ezw/ ?)

Jeder Mensch hat erotischen Fantasien und rein statistisch sind Vergewaltigungsphantasien auch nicht unnormal, sonder mit 65% ein weit verbreitetes Phänomen. Zumal eine Fantasie haben und es in die Tat umsetzen wollen nochmal auf einem ganz anderen Blatt stehen.

Das du allerdings ein so schlechtes Verhältnis zu deinem eigenen Körper und vor allem zu den Gefühlen deines Körpers hast, finde ich zumindest viel problematischer. Hast du das mal in einer Sitzung thematisiert?

Ich kann aber auf jeden Fall sagen, dass es nicht hilfreich ist, sich zu etwas zu zwingen. Sondern die Sache lieber langsam angehen zu lassen. Du hast doch (auch wenn ich in deinen anderen Beiträgen lese) schon viele kleine Fortschritte gemacht. Mach auf diesem Weg weiter. Versuche deinen eigenen Körper Schritt für Schritt mehr zu akzeptieren. Lass dir von deinem Freund dabei helfen und vor allem erzwinge nichts. Ich kenne Menschen, die haben sich langsam innerhalb eines halben oder ganzen Jahres in einer Beziehung auf das erste Mal vorbereitet, weil auch sie erst Angst und vor allem Scham überwinden mussten. Das geht jede so. Viele fangen ja auch nicht direkt mit einer Penetration an, sondern "reiben" sich nur aneinander, betreiben petting. Man kann ja auch Sexualität ohne Nackheit ausleben, sich z.B. mit Klamotten fesseln lassen.
Versuche dir selber keinen Druck zu machen und dich nicht unter Druck setzen zu lassen - sprich mit deinem Freund darüber und versuche für dich/euch irgendwie zu bestimmen, wie es weiter gehen kann.

Deine Seele und dein Körper bilden eine Person. Du kannst deinen Körper nicht bestrafen ohne auch deine Seele zu bestrafen. Genauso ist es auch unmöglich für die Seele den Körper komplett zu kontrollieren, genauso wie auch dein Körper niemals die komplette Kontrolle über die Seele erlangen kann. Das Körper und Seele nicht immer das gleiche wollen ist normal, wirklich Ändern kann man nur seine Einstellung zu dieser Tatsache. Was ist eigentlich daran so schlimm, wenn man etwas erregend findet? Wo ist der Unterschied dazwischen, ob man etwas sexuell anregend findet oder auf eine bestimmte Speise Appetit hat? Daran kann ich nichts schlechtes finden!
...and Homer, since you're dressed for it, I've got some
S and M for you -- scrubbing and mopping!

nemesis
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Re: (Nur) krasseste ExtremGEDANKEN?

Beitrag von nemesis »

Ich kann meinem Vorredner nur in allen Punkten zustimmen!! :wink:

Aber auch ich möchte dir nochmal sagen: So wie ich meine Religion (christlich-evangelisch) bisher erforschen durfte, habe ich keinen Gott gefunden, der irgendwo sitzt und nur darauf lauert, dir eine Schuld anhängen zu können. Ich kann ansatzweise nachvollziehen wie es ist, in einer strengen Sekte aufzuwachsen. Allerdings war ich nur in einer konservativen Freikirche mit rigiden Moralvorstellungen und das auch nicht seit meiner Geburt, sondern nur im Alter von 14-18 ungefähr. Aber auch da lernt man Leute kennen, die immer noch ein bisschen krasser drauf sind: Unterordnung unter den Mann, kein Sex vor der Ehe, keine Homosexualität, keine Scheidung etc. ist mir alles wohlbekannt. Aber: Was dort gepredigt wird, hat zum Großteil mit Christentum rein gar nichts zu tun! Diese krasse Ablehnung der Sexualität sind die kranken Gedanken irgendwelcher Leute, die entweder selbst Probleme mit ihrer Sexualität haben oder durch diese Predigten Macht über andere erlangen möchten. Die Sexualität ist einer der Urtriebe des Menschen und daher wohnt ihr eine unglaubliche, manipulative Kraft inne, die gut zu eigenen Zielen ausgenutzt werden kann.
Ich habe mir auch schon überlegt, ob meine BDSM-Neigung zum Teil durch diese Predigten entstanden ist, bzw. sich dadurch gefestigt haben. Aber letztlich ist es doch egal: Wenn BDSM ein Weg ist, dich deiner Sexualität zu nähern und sie zu leben, dann ist das etwas total Schönes!!

Ich wünsch dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit und nur Mut, du hast doch schon einiges geschafft. :wink:

Asw
Schreiberling
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Re: (Nur) krasseste ExtremGEDANKEN?

Beitrag von Asw »

hey Neverendingwar,

zunächst mal ein kompliment dafür, dass dus geschafft hast, dich mit deinen gedanken jemandem anzuvertrauen, und seis ner anonymen community.
Ich könnte, was deine situation und den krieg mit dir selber angeht, nur reproduzieren was meine vorposter schon geschrieben haben.

Wo ich aber eine klitzekleine chance sehe, dir etwas verwertbares mit auf den weg zu geben, ist die sache mit der religion.
Und zwar wollte ich anmerken, dass du, wie ich glaube, keine angst haben musst, dass so ein gott, wie er dir in dieser sekte dargestellt wurde, existiert.
Dieser gott wäre derart schizophren und widersprüchlich, dass er sich vermutlich selbst verschlingen müsste, sobald er sich seiner selbst bewusst würde.
wenn du denkst es könnte dir helfen, über dieses gottesbild zu reden und zu diskutieren, würde ich mich jedenfalls als gesprächspartner andienen.
Das ist jedenfalls der einzige weg wie ich dir in dieser sache hilfreich sein könnte, denk ich. (so am rande, eine gute freundin von mir ist auch in so einer sekte aufgewachsen, hat das aber mittlerweile sehr gut verarbeitet und hinter sich gelassen. Du schaffst das sicher auch:))

Ich wünsch dir dass sich alles zum guten wendet bei dir:)

Ryugin
Stammgast
Beiträge: 145
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Re: (Nur) krasseste ExtremGEDANKEN?

Beitrag von Ryugin »

So, jetzt habe ich es tatsächlich geschafft, aufzuschreiben, was mich die letzten zwei Tage so sehr belastet, dass ich mal wieder durch die Hölle gehe..
Das ist wirklich eine große Leistung. Wenn ich diesen Mut sehe, erweckt das in mir große Sympathie. Und ich glaube nicht an Gott, aber ich glaube an das Leben, ich liebe das Leben, das ohne Schuld und Scham auskommt, und das auch für dich noch viel Freude und Trost bereit hält.

Du bist aus der Sekte raus und bist jetzt in einer Therapie. Wie schon meine Vorschreiber gesagt haben, brauchst du Hilfe und Unterstützung, damit du dir selbst und deiner Lebendigkeit vertrauen kannst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es schlechte und mittelmäßige Therapeuten gibt, aber auch gute Therapeuten, die Großartiges leisten und bewirken, dass man dem Leben näher kommt. So einen wünsche ich dir und so einer ist die unbedingte Voraussetzung dafür, dass du mit dir selbst ins Reine kommst. Erst wenn du diese professionelle Hilfe hast, können wir dir helfen und unsere Gedanken und Gefühle mitteilen.

Zimtschnecke
Stammgast
Beiträge: 152
Registriert: 30. Jan 2013 19:26

Re: (Nur) krasseste ExtremGEDANKEN?

Beitrag von Zimtschnecke »

Und dann erinnerte ich mich auch noch, dass mein Freund und ich vor ein paar Wochen (wir kennen uns auch erst seit 1 Monat ca) ein Gespräch hatten über dieses Thema, wie Se_ mit mir möglich sein könnte.
Ehrlich gesagt find ich das ganz schön flott und leicht unsensibel von deinem Freund, sich jetzt schon so sehr mit diesem Thema zu beschäftigen.
Wenn man erst einen Monat zusammen ist, ist man meistens noch damit beschäftigt, sich kennen zu lernen und Vertrauen aufzubauen, was meines Erachtens nach die Basis für körperliche Nähe ist, gerade, wenn man Probleme mit dem eigenen Körper hat.
Ich finde, wenn dein Freund weiß, was in dir vorgeht, wäre es erstmal seine Aufgabe, dir zur Seite zu stehen und dir bei der Lösung dieser Probleme zu helfen als gleich mal loszulegen, wann man denn jetzt in die Kiste hüpft und wie das funktionieren soll.

Meiner Meinung solltest du dir vor Augen halten, was Sex bedeutet-nämlich Nähe zu einem (oftmals geliebten) Menschen, mit dem man nicht nur seine Gedanken, sondern auch seinen Körper teilen MÖCHTE. Sex ist keine Aufgabe, die man abarbeitet, um sie hinter sich zu haben.
Wenn man das Gefühl hat, dass man schon wieder 'muss', weil der andere möchte, und es nicht tut, weil man es selbst genießt und Spaß und Freude daran hat, dann ist das in den meisten Fällen Gift für eine Beziehung
Bei meinem Ex war das immer mal wieder so-ich dachte mir 'Oh nee, will der schon wieder...' und er hat mich bequatscht, bis ich halt so halbherzig mitgemacht hab weil ich mich verpflichtet gefühlt habe, aber so richtig Spaß hats mir damals nicht gemacht.

Ich würde dir empfehlen, zu versuchen, mit einer etwas lockereren Einstellung an die Sache ranzugehen- Ich hab mir irgendwann gedacht 'Hey, da stecken auch nur Hormone etc. dahinter und es ist eine körperliche Sache, die man miteinander macht-ist letzten Endes eigentlich auch nichts anderes, als Sport zu machen wie zB Fußball mit jemand anderem zu spielen'. Man bewegt sich, der Körper schüttet Glückshormone aus-genau wie beim Sport :D

Das wichtigste in meinen Augen ist: Wenn dus nicht möchtest, weil du denkst, du fühlst dich gut dabei-lass es. Hinterher bereut man es nur und fühlt sich schlecht. Es ist ja dann doch eine intime Sache und wenn einem Nähe so halb aufgezwungen wird, ohne dass man sich dabei schon gut fühlt, dann kommt dabei meistens nix gutes raus.
;)
Aber noch unerklärlicher und vor allem am allerunlogischsten und abwegigsten ist es doch, dass wo ich bereits mehrfach reale se_uelle Gewalt erlebt habe (und darunter richtig heftig gelitten hab und bis heute schwer traumatisiert bin dadurch!), dass ich dann die Vorstellung, mit Gewalt genommen zu werden, anziehend finde?!?!
Ich verstehe mich verdammt noch mal nicht!!!!!!!
Vllt kannst du das ja mal aus einer anderen Sichtweise betrachten-im BDSM Kontext hast DU die Kontrolle! Du bekommst die Möglichkeit, Situationen, in denen du leiden musstest, selbst zu kontrollieren, DU hast die Macht und musst nichts mehr über dich ergehen lassen, das du möchtest. Du kannst also quasi die belastenden Situationen vllt teilweise nochmal durchleben, aber ohne die Angst und Furcht, denn du kontrollierst und bist nicht Opfer, sondern gleichgestellter Partner, dessen Wünsche, Gefühle und Gedanken ge- und beachtet werden. Und wenn du nicht mehr möchtest, kannst du einfach sagen 'Oh nee, jetzt hab ich aber keine Lust mehr' und der andere sagt 'Ah, okay, dann lass mas erstmal gut sein für heute' und dann gibts Mittagessen-oder so ;)

Neverendingwar

Re: (Nur) krasseste ExtremGEDANKEN?

Beitrag von Neverendingwar »

Hallo an Alle,

Danke für eure Antworten!

Inzwischen haben mein Freund und ich zweimal miteinander geschlafen.
Also ich muss sagen: Ich habe es provoziert, es zieht mich an, ihn zu provozieren, gerade dann, wenn er mich warnt, dass ich aufpassen soll (weil er Gefahr läuft, die Kontrolle zu verlieren, wenn ich mich SO verhalte) und er dann sagt:" Du legst es echt drauf an"

Ich hab es dann (ihm zuliebe und ich habe mich bzw. meinen Körper ihm ausgeliefert) zugelassen. Er hat dann einfach gemacht, ich habe gar nichts gemacht, war passiv, außer wir haben uns geküsst und er hat sich an meinen Wunsch gehalten, dass er mir starke Schmerzen über in den Hals beißen zufügt, damit ich mich auf diesen Körperbereich dann konzentriere. Schmerzen im Intimbereich habe ich gar keine gemerkt und ich fand das Gefühl auch nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte. Ich sag mal so: Ich konnte es ertragen. Es ist ok, wenn ich ihm den Se_ gebe, auch wenn es meine Seele nicht wünscht, aber wenn ich ihn dafür behalten darf und nicht Angst haben muss, dass er mich verlässt, weil ich ihm seine se_uellen Wünsche nicht erfüllen kann, den Preis kann ich zahlen.
Natürlich habe ich mich geschämt wegen dieser Blöße meines Körpers, ich habe es vermieden seinen Teil des Körpers, vor dem ich Angst habe, anzusehen.
Ich habe nichts gefühlt durch den Se_, sondern nur durch das Beißen. Ich fand die Vereiningung auch nicht schön, aber irgendwie war es einfach egal für mich irgendwann. Ich hatte so eine gewisse Gelassenheit und vor allem Gleichgültigkeit, was unten mit unsern Körpern passierte und wollte einfach nur den oberen Teil unser Körper wahrnehmen, es war wie Ausblenden des Rests des Körpers.

Letzte Nacht hat er leider aber noch andere Dinge bei mir gemacht und das waren leider genau die Dinge, die mir von meinem ersten Freund aufgezwungen worden sind. Zum Teil war ich wieder in diesem Schockzustand gefangen, wie damals, ich habe diesen Zustand genauso wiedererlebt) Teils habe ich aber auch erst nichts gesagt, weil ich austesten wollte, ob ich es schaffe, ihm auch das zu geben. Ich würde ihm gerne all seine se_uellen Wünsche erfüllen können. Um ihn nicht zuverlieren einerseits aber auch um ihn glücklich zu machen.
Aber jetzt, wo ich wieder zuhause bin und nicht mehr abgelenkt bin, verfolgen mich die Situationen mit den Wiedererlebnissen der Dingen aus dem Missbrauch durch meinen ersten Freund wie Flashbacks. Auch wenn ich weiß, dass ich es bei meinem Freund diesmal in der Hand hatte. Als ich dann bei einer Sache doch nach einiger Zeit sagte, dass es nicht geht, hat er es auch sofort gelassen und gesagt: Dann sag das doch. Er möchte nicht über meine Grenzen gehen. Und ich möchte ihm am liebsten ALLES geben können, dass er alles, was er will mit mir machen kann. Gleichzeitig finde ich diesen Gedanken, mich bzw. meinen Körper ihm so auszuliefern, so anziehend, gleichzeitig ist da der Rachegedanke an meinen Körper und die Hoffnung, dass er meinem Körper möglichst starke Schmerzen zufügt, und mein Körper leiden MUSS!

Ich habe meinem Freund schon angedeutet, dass ich ganz krasse Extremgedanken habe mit diesem Thema. Und ich habe gesagt, dass es absolut abwegig und unlogisch ist, solche Gedanken zu haben, angesichts der Tatsache, was ich schon erlebt habe (se_uelle Gewalt) Kurz vorm Einschlafen stellte er mir dann plötzlich die Frage. ob meine Gedanken so wären, dass ich benutzt werden möchte? Ich habe daraufhin geseufzt und gesagt, dass ich jetzt nicht mehr fähig bin zu reden, weil meine Medis schon wirken(was auch stimmte) Also naja so ein Seufzen sagt ja auch viel aus..haben danach nicht mehr drüber gesprochen.
Aber gestern und heute ist es mit meinem Verhalten ziemlich durchgegangen. Ich habe mich ihm gegenüber total frech verhalten, ihn so spielerisch provoziert, und er war so spielerisch genervt und hat mich dann recht grob behandelt (z.B. an den Haaren den Kopf in den Nacken ziehen, Arm verdrehen, dass ich vor ihm in die Knie gehen musste) Und wenn er mich in einer Position hatte, wo ich gefangen war hab ich trotzdem versucht mich zu befreien und hab ihn provoziert indem ich gesagt hab: Ich komm schon wieder frei, ich bin stark. Und dann hab ich gehofft, dass er mich noch gröber anfässt, dass es noch mehr weh tut, dass er mir dadurch seine Überlegenheit zeigt, mich überwältigt. Und zu merken, dass ich gegen ihn keine Chance habe egal wie sehr ich mich wehre, fand ich dann extrem anziehend.

Wenn es nach mir ginge, dann könnten wir sowas lieber machen, dass ich im Spiel ihm versuche weiß zu machen, dass ich ganz lieb und unschuldig bin und er mich dann bestraft und sagt: "Sollst du lügen?" Solche Spielchen finde ich total toll. Aber er hat das durchschaut, dass es nicht unschuldiges Verhalten von mir ist, weil er dann meinte: Du bettelst/schreist ja förmlich danach, dass ich dir Schmerzen zufüge. Da fühlte ich mich voll ertappt und habe es abgestritten, weil es mir einfach so peinlich war vor ihm. Er ist immer so direkt.
Ich wünsche mir, kuscheln mit ihm inzwischen auch schon oberkörperfrei (das ist zwar noch komisch für mich und neu aber so langsam verliere ich meine Scham vor mir gegenüber mir, wenn ich oben ohne bin) Ich mag das Gefühl, wenn sich unsre Haut berührt und ich mag es ihn ganz ganz fest an mich zu drücken und wenn er mich dann beißt oder mir über den Rücken kratzt und mich kneift) und innig küsssen mag ich auch inzwischen sehr.
Er darf auch mal meine Brust anfassen (aber das ist noch grenzwertig)
Doch bis dahin reicht es mir - wenn es nach mir ginge.
Aber ich kann doch nicht alles bestimmen! Seine Wünsche gelten doch genauso wie meine! Ist auch ein Grund warum ich mehr zugelassen habe, bzw. nichts dagegen getan habe, als er weiter ging.

Ich habe ihn gefragt, ob er es noch braucht, dass wir eine offene Beziehung führen. Er meinte er weiß es nicht. Wir hatten nämlich gesagt, dass wir solange eine offene Beziehung führen bis ich in der Lage bin, eine normale Beziehung zu führen.
Ich frage mich nun, was noch fwhlt, was ich ihm noch geben müsste, dass es für in eine normale Beziehung ist. Eine Sache weiß ich: Er wünscht sich, dass nicht nur er mich, sondern auch ich ihn anfasse (also auch die Körperbereiche, vor denen ich mich ekel und vor allem auch Angst habe)
Ich weß wirklich nicht, wie ich das schaffen soll! :( Ich schaffe es ja nichtmal, seinen Körper anzusehen (also komplett) wenn er nackt ist. Ich vermeide dies.
Ich befürchte, dass mein Freund sehr viele und spezielle se_uelle Ansprüche hat, denen ich nicht genügen kann und dass er deshalb die Freiheit braucht, mit anderen Frauen was zu haben. Oder es liegt daran, dass seine Exfreundin ihn so vollkommen eingeengt hat und er die Freiheit, die er in unser Beziehung jetzt hat, einfach braucht und genießt. Ich weiß es nicht. Und traue mich auch nicht, ihn zu fragen. Denke er würde schon von sich aus sagen, wenn er das Bedürfnis hat, wenn er sich vorstellen kann, mit mir eine feste Beziehung zu führen, oder?
Aber, dass er mich liebt, das weiß ich,und ich ihn auch. Wir sagen es uns immer wieder. Und er sagt auch (gegenüber Freunden) dass er sehr verliebt ist. :)
Für ihn Se_ und was da so an Körperlichkeit noch so zugehört (also meine jetzt die speziellen Wünsche, die ich nicht erfüllen kann) nicht gleich Liebe bedeuten. dass es trennbar ist. Aber natürlich besteht die Gefahr, dass er sich neu verliebt, wenn er was mit anderen Frauen haben darf. Ich mein ihm wäre es nur zu wünschen - er hat es nicht verdient, dass er sich in so ein Problemkind/frau, so ein psychisches Wrack wie mich verliebt!
Aber ich habe Angst, was mit mir ist, wenn er mich verlässt und dass ich das nicht überlebe..man scheiße! da wollte ich doch nicht wieder hinkommen und ich weigere mich so einzusehen, dass es schon wieder so weit ist, es kommt immer so weit, wenn ich verliebt bin! Immer kann ich mir dann ein Leben ohne die person nicht mehr vorstellen! - Er dürfte diese Gedanken niemals wissen. Denn er ist gezeichnet durch Abhängigkeit seiner Ex von ihm - genau durch so eine existentielle Abhängigkeit!
das will ich ihm nicht auch noch antun! Bin verzweifelt über mich..:( HABE SO ANGST!!

Eine verzweifelte Neverendingwar

nemesis
Board-Fanatiker
Beiträge: 508
Registriert: 12. Jan 2011 13:10

Re: (Nur) krasseste ExtremGEDANKEN?

Beitrag von nemesis »

Liebe Neverendingwar,

Wenn ich ehrlich bin, kann ich dich und deine Posts überhaupt nicht einordnen und bei mir tun sich tausend Fragen (sowie ein ungutes Bauchgefühl) auf. Deswegen eine eher fragende und bestimmt sehr subjektive Antwort.

Ich frage mich ein bisschen, was du hier und mit deinen Posts willst. Wir können hier, wie schon einige schrieben, keine Therapie ersetzen und wohl kaum einer hier hat wohl Erfahrungen mit ähnlich "krassen" Problemen gemacht. Oder geht es dir einfach nur darum, dass hier alles abzulassen, weil du sonst nicht weißt, wohin damit? Willst du hier vor allem Aufmerksamkeit??
Das Problem ist einfach, wir kennen dich und deinen Freund nicht. Was du schreibst, ist oft so heikel, dass man euch aber mal erlebt haben sollte, um ansatzweise einordnen zu können, in was für eine Richtung es bei euch geht. Zum Beispiel: Ist es für dich hilfreich, dass dein Freund so locker mit dem Thema Sex an sich umgehen kann oder überfordert es dich vielmehr und es wäre besser, er hielte sich zurück? Wie sollen wir das hier einschätzen können?

Ganz ehrlich? Ich finde das ging gewaltig schnell, dass ihr jetzt doch Sex hattet und das gleich zwei Mal. :o Da weiß man gar nicht, was man denken soll. Für mich gibt es zwei Möglichkeiten: entweder du machst uns hier allen etwas vor und findest es lustig, uns zu veräppeln und herum zu trollen oder du machst dir gerade gewaltig etwas vor! Wenn es so ist, dass du alles unten rum ausblendest, weil du dort nichts fühlen willst, aber ihn machen lässt um ihn nicht zu verlieren, dann läuten bei mir alle Alarmglocken und zwar laut!! Das kann nicht gesund und/oder gut sein! Weder für dich, noch für deinen Freund. Du bist deinem Freund auch keinen Sex "schuldig" und du musst ihm auch nicht erlauben mit anderen Sex zu haben, weil du keinen Sex mit ihm haben kannst. Wenn du dich dabei nicht gut fühlst, wenn er Sex mit anderen hat, dann solltest du das ansprechen und zwar dringend.
Wenn du dich in dieser Beziehung auf Grund von Verlustängsten (und Schuldgefühlen dafür, dass du so bist, wie du bist und dafür, dass du das Problem hast, das du hast) aufgibst, ist das nie und nimmer das Fundament einer gesunden Beziehung. Es geht in einer Beziehung auch darum, was du willst und was du kannst, was deine Bedürfnisse sind. Wenn du kein Bedürfnis nach Sex hast, bzw. dein Problem viel zu groß ist um dich sinnvoll darauf einzulassen, dann schlafe auch nicht mit ihm. Es schadet euch und eurer Beziehung. Ich frage mich auch ernsthaft, ob du nicht erstmal zu dir selbst finden solltest und in deiner momentanen Lebensphase einfach kein Platz für einen Freund ist. So hart das klingt. Manchmal muss man erstmal mit sich selbst klarzukommen lernen, bevor man jemand anderen in sein Leben lässt. Ich habe das Gefühl, du musst erst mit dir (und deiner Sexualität) ins Reine kommen, sonst ist keine sinnvolle Basis für eine Beziehung gegeben.
Ach ja, hast du denn schonmal daran gedacht, deinen Partner in die Therapie mit einzubeziehen? Beziehungsweise mit ihm zusammen eine Sexual- und Paartherapie anzufangen? Ich kann mir gut vorstellen, dass dein Freund auch total hilflos ist in der momentanen Situation und selbst Hilfe braucht um damit umgehen zu können.

Nochmal: Wenn du, damit er dich nicht verlässt, einfach nur die Beine breit machst, damit er sich befriedigen kann, legst du eurer Beziehung mehr Steine in den Weg, als, dass du euch etwas Gutes tust. Du schadest dir ganz gewaltig und vergrößerst dein Problem noch! Sexualität sollte beiden Spaß machen und nicht dazu dienen, den Partner bei sich zu halten...

Letztendlich sind das aber nur meine Intuitionen und ich denke, um dir etwas wirklich Sinnvolles antworten zu können, müsste man Psychologie studiert haben... :(

Neverendingwar

Re: (Nur) krasseste ExtremGEDANKEN?

Beitrag von Neverendingwar »

Danke nemesis für deine Antwort,

Erstmal: Mir würde echt niemals einfallen, mir irgendwelche Geschichten auszudenken, um Aufmerksamkeit zu erlangen! :eek2: Ich habe leider echt diese krassen Probleme und bin einfach völlig verzweifelt. Ich schreibe sie hier rein, weil ich es sonst in mich reinfresse. Hier kann ich am ehesten drüber schreiben, weil ich hier anonym bin, keiner mich kennt aus privatem Leben. Ich hatte gestern wieder so viel Selbsthass und Selbstverletzungsdruck und es hat geholfen, alles aufzuschreiben. Ich hole mir hier erstes Featback erstmal in einem Rahmen, wo mich keiner persönlich kennt. Das ist der erste Schritt für mich, um mich dann in einem zweiten Schritt zu trauen, es meiner Therapeutin zu erzählen. Aber sie ist leider im Moment krank, ich halte das kaum aus..aber ich muss es aushalten, will nicht schon wieder in die Klinik gehen..also nicht in die Akutklinik - da sind sie auch überfordert mit mir. Ich hatte mich in einer SpezialKlinik vorgestellt, aber sie haben mich wegen Komplexität meiner Krankheit abgelehnt! - Was würdet ihr denn tun an meiner Stelle?? Ich weiß mir halt einfach nicht zu helfen..aber dieses Forum hilft mir schon ein wenig. Doch wenn es zu belastend für euch ist, was ich schreibe, dann werde ich nur noch lesen und nur verständnisfragen stellen, die mit mir persönlich nichts zu tun haben. Ich kann auch meine Posts dann wieder löschen, falls gewünscht. Es wäre nicht das erste Mal, dass die User eines Forums meine Probleme zu "krass" finden und dass ich deshalb aus dem Rahmen falle. Es ist schlimm für mich, dies immer wieder erleben zu müssen. Ich weiß ich müsste dringend eine stationäre Therapie machen aber bisher find ich halt keine Klinik, die bereit ist, mich aufzunehmen leider.
Ja, mein Freund ist auch völlig überfordert. Denke besonders, dann wenn ich noch nicht mal schaffe, meine Grenzen zu setzen, also wenn ich in der Situation schockgefroren bin - also so reagiere, wie in dem erlebten Missbrauch damals. Und allgemein weiß er nicht mit mir umzugehen. Das hat er auch gesagt.
Ich weiß auch, dass mich die Situation, in einer Beziehung zu sein, sehr überfordert, aber was soll man machen, wenn man sich verliebt hat? Würde ich den Abstand suchen, dann würde ich an der Einsamkeit zugrunde gehen..ich glaube das ist noch schlimmer, weil das bringt mich in suizidale Zustände (ist nicht lange her, bevor der Beziehung jetzt mit meinem Freund hatte ich das zuletzt gehabt, also so situativ, nicht durchgehend aber ich habe es als ein deutliches Alarmzeichen angesehen.)


Ich habe mir gerade nochmal durchgelesen, was ich in diesem Thread geschrieben habe. Eigentlich wäre es richtig und nur fair, wenn mein Freund meine Gedanken kennen würde..oder? Ich mein ich hab ihm einiges gesagt bevor wir eine Beziehung eingingen. Aber solche Gedanken nicht - sie waren mir auch gar nicht klar zu dem Zeitpunkt - ich wusste genau: da ist noch mehr in meinem Kopf, aber ich kam da selbst nicht ran (wollte da auch nicht rankommen) Ich hatte zurecht so Angst vor mir selbst und glaube ich hab viel Kraft aufgewendet, dass solche Gedanken nicht in meinen Kopf kommen. Aber die erlebten Situaationen haben sie hervorgerufen.
Ich glaube, dass mein Freund mit mir Schluss machen würde, Um ihn vor mir zu schützen, müsste ich ihm eigentlich das alles sagen.
Ich will ihn auf gar keinen Fall, in meinen schwarzen psychischen Sumpf mit reinziehen!! Ich will niemanden da mit reinziehen und den Menschen, erst recht nicht! Er hat auch mal gesagt, dass er Angst vor mir hat, dass es bei ihm auf die Psyche geht - unsre Beziehung und meine Probleme. Er hat auch eine schwere Lebenssituation als Hintergrund und damit zu kämpfen. Und das mit mir könnte einfach zu viel für ihn sein. ich mache mir da echt Sorgen..
Was würdet ihr machen? Würdet ihr eurem Freund das erzählen, wenn ihr diese Gedanken- und Gefühlswelt, wie ich hättet? (um ihn zu schützen)
Zuletzt geändert von Neverendingwar am 17. Jun 2013 06:35, insgesamt 1-mal geändert.

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