Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Hier geht es um die ersten Male, Outing und sonstige Probleme

Moderatoren: Kuscheltier, Seelenoede

aiko
Orga
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Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von aiko »

Neverendingwar hat geschrieben:weil der Widerspruch bei mir so besonders groß ist - größer könnte er ja nicht sein..
Und wie sollen wir damit umgehen? da wird er genauso wenig eine Antwort/ Lösung drauf wissen, wie ich..
Also ich glaube sich immer wieder zu sagen, dass die Widersprüche so groß sind ist weniger hilfreich als ein: "Groß? Na und, das pack ich an!"
Ich finde auch nicht, dass die Widersprüche soooooo groß sind oder dass du in deinen Gedanken soooo extrem bist. Das soll definitiv keine Verharmlosung sein, wenn dein Problem für dich groß ist dann ist es groß. Aber auch wenn wir als Gruppe hier noch nicht mit einem genau solchen Problem wie deinem konfrontiert waren, haben hier viel sehr große Probleme, sind oder waren in Behandlung, hatten Selbstverletzungs- oder Selbstmordgedanken etc etc... Auch wenn Probleme unüberwindbar scheinen, die meisten hier hatten irgendwann mal Probleme mit ihren Gedanken, einige auch sehr schwere und behandlungsbedürftige, aber die meisten haben es geschafft. Nur nicht aufgeben, nichts überstürzen, langsam und stetig.

Wichtig finde ich allerdings diese Therapiesache. Ich hab so das Gefühl du fühlst dich bei deiner Therapeutin nicht wohl, außerdem ist sie scheinbar kein guter Notfallkontakt. Ich persönlich weiß auch nicht, ob eine Kinder- und Jugendtherapeutin wirklich der einzig richtige Weg ist. Sicher, du magst in deiner Entwicklung in dem Alter stecken geblieben sein, aber ja nicht gänzlich und die Ansprüche die du stellst sind auch eher die einer Erwachsenen. Mehr aber als auf diese Spezialisierung denke ich, dass es in einer therapeutischen Beziehung auf Vertrauen und Sympathie ankommt. Ob es dann eine Jungendtherapeutin ist, eine Psychologin, Psychaterin oder Heilpraktikerin, das ist zwar nicht ohne Bedeutung aber wenn das Vertrauen nicht stimmt wirds meiner Meinung nach nix. Es gibt in jedem Fachbereich gute und schlechte, Leute bei denen es mit dir passt und welche wos eben nicht passt.
Während du bei deiner Therapeutin deine letzten Stunden hast, würde ich dir raten dich auch auf die Suche nach einer langfristigen Lösung zu konzentrieren. Ruf Therapeuten an, stell dich vor usw usw... Sicher ist das nervig und anstrengend, aber du hast viel vor und brauchst dafür das richtige Werkzeug.
Sie es vielleicht so: Du willst die Welt umsegeln (schwere Aufgabe) und suchst dazu ein geeignetes Boot (guter Therapeut). Da würdest du ja auch nicht eins nehmen das nicht genau stimmt und dafür geeignet ist. Uns als Forum seh ich da als Beiboot (okay da hörts ein bisschen auf zu passen): Kann super hilfreich zusätzlich zu deinem Boot sein oder recht nutzlos, aber allein damit würde niemand aufbrechen.

Hoffe der Kommentar war einigermaßen hilfreich,
lg aiko

atashi
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Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von atashi »

Dies ist und wird mein einziges Statement zu Deinen ganzen Posts und Threads werden (das verspreche ich mir gerade hoch und heilig). Nur eine Sache:
Neverendingwar hat geschrieben:weil der Widerspruch bei mir so besonders groß ist - größer könnte er ja nicht sein..
Hör auf ständig und immer wieder zu wiederholen, wie schlimm das doch alles ist, wie unendlich groß dieses Problem, diese Angst, diese Scham, dieser Ekel und all die negativen Gefühle inklusive in jedem zweiten Post wie emotional zurückgeblieben du doch bist und deshalb sogar zu einer Jugendtherapeutin gehst, obwohl du mE bereits für die SMJG zu alt bist.

Man kann sich auch selbst im Weg stehen. Oder: Selbsterfüllende Prophezeiung.

edit: und schön zu lesen ist es auch nicht.

Neverendingwar

Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von Neverendingwar »

@atashi:
Wenn es dich stört, brauchst du in meinem Thread ja nicht lesen.

Mir hilft es, mich mitzuteilen, gerade, wenn es mir sehr schlecht geht, ist dies besonders wichtig. Vor einiger Zeit habe ich noch alles in mich reingefressen. Der innere Druck wurde immer größer bis ich mir schließlich nur noch damit zu helfen wusste, mir ganz schlimm die Arme aufzuschneiden o. ä.
Außerdem suche ich nach einem Ausweg, für mich einen Weg zu finden. Und dazu ist Kommunikation mit anderen enorm wichtig!
(Mehr werde ich dazu auch nicht schreiben)

aiko
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Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von aiko »

@ Neverendingwar
Ich glaube es war nicht so heftig gemeint wie du es aufgefasst hast, eher so in der Richtig wie mein Post vorher. Es ist wirklich so, dass der erste Schritt zur Lösung solcher Probleme ist, sie klein zu machen. Anstatt zu denken: "Mein Problem ist so groß!" Sollte man denken: "Ich schaffe das, so groß ist es gar nicht.".
Auch wenn man große Probleme hat, ist es meist weniger hilfreich ihre Größe zu betonen. Auch Sachen wie "extrem" usw können dazu führen, dass man in seiner Repräsentation das Problem noch vergrößert. Es ist also nicht so, dass ich dein Problem nicht ernst nehme, sondern dass es einfach besser ist, wenn man sich auf das "Ich schaff das" konzentriert und nicht das "Es ist so groß / extrem /furchtbar".
Und wie gesagt, mach dir keine Sorgen wenn es so scheint als wäre dein Problem hier etwas besonders außergewöhnliches, die meisten anderen reden nur nicht so offen darüber.....

Also ruhig Blut, das wird schon :-)

lg aiko

Ryugin
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Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von Ryugin »

Hallo,

zunächst einmal möchte ich wieder etwas zu meinen Vorrednern sagen. Das ist mir jetzt etwas unangenehm, weil das ein sehr persönliches und heikles Thema ist, wo viele Gefühle im Spiel sind. Einerseits verspüre ich das dringende Bedürfnis meine Empfindung wieder zu geben, andererseits will ich meinen Respekt für die Empfindungen der Anderen ausdrücken. Darum bitte ich euch meine Meinung als Anregung oder als Inspiration zu sehen und nicht als Aufforderung dazu eure Einstellung und Vorgehensweise zu ändern.

Bei meinen Erfahrungen mit persönlichen Krisen habe ich es immer gehasst, wenn mir jemand erzählen wollte, dass das Problem gar nicht sooo groß sei. Dann dachte ich mir: Bitte, diese Person ist nicht ich, wie kann sie das wissen? In diesen Momenten empfand ich die jeweilige Person als verletzend. Diese Person konnte mir das in einem aufmunternden Mach-dir-keine-Sorgen- oder Das-wird-schon-wieder-Tonfall sagen, mich hat es trotzdem genervt.

In diesen Momenten hätte ich es mir gewünscht mit meinem Schmerz ernst genommen zu werden. Mir wäre es lieber gewesen, wenn mich diese Person dann in meinem So-sein unterstützt hätte und zum Beispiel gesagt hätte "ich fühle, dass der Schmerz in dir groß ist, darum wünsche ich dir alles erdenklich Gute, dass es dir wieder besser geht. Meine Unterstützung hast du."

Neverendingwar, aus diesem Grunde verlange ich nicht von dir, dass du dir dein Problem "klein denkst". Aber ich bitte dich eindringlich den zweiten Absatz von aiko's Posting zu beachten. Ich unterstreiche das, was sie zu der Sache mit deinem Therapeuten gesagt hat, voll und ganz. Außerdem ermutige ich dich ausdrücklich dazu weiter deine Gefühle und Gedanken hier aufzuschreiben. Zum Beispiel wäre ich gespannt darauf, was du auf mein letztes Posting antwortest.

aiko
Orga
Beiträge: 610
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Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von aiko »

@ Ryugin
In einer Sache hast du Recht, man sollte nicht das Gefühl haben in seinen Problemen nicht ernst genommen zu werden. Das ich das sehr ernst nehme habe ich ja mehrmals erwähnt. Ich denke es ist auch richtig, das es vom Gefühl her schöner ist, wenn andere das Problem nicht klein reden.
Ich seh den Unterschied aber so: Für Mitleid ist es besser wenn man das Problem groß macht, für die Problemlösung ist das allerdings eher weniger hilfreich. Bei Problemen, die man angehen und hoffentlich lösen kann und will, halte ich die andere Einstellung für zielführender.
Im Endeffekt musst du, Neverendingwar, natürlich wissen was du möchtest und was du gerade eher brauchst.

lg aiko

Edit: Ups, so hat das keinen Sinn gemacht..

Neverendingwar

Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von Neverendingwar »

Zum Thema das Problem groß oder klein machen:
Also ich stelle es halt so dar, wie ich es empfinde und wenn ich schreibe mir scheint es unüberwindbar - dann möchte ich damit kein Mitleid erreichen oder Bestätigung in meiner Ansicht (es sei denn, jemand sieht es wirklich so , also ich mnöchte eine ehrliche Meinung/ Einschätzung dann hören) sondern ich freue mich sehr, bin erleichtert und es macht mir Mut, zu hören, wenn jemand (ehrlich sagt, der Meinung ist) dass dieser riesen Widerspruch in sich - den ich darstelle, daher auch mein Username Neverendingwar auflösbar ist/ dass es einen Weg heraus gibt aus diesem Krieg.
Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass ich die Phase, dass ich Mitleid bzw. einfach nur Verständnis meines Leides wollte und ja die Bestätigung, dass meine Situation ausweglos ist und der einzige Weg nur noch Suizid sein kann in meinem Fall, auch hatte und dass es gar nicht so lange her ist (es war bis ca Mai letzten Jahres so) Da habe ich mich dann aber irgendwann auch nur noch in Suizidforen aufgehalten, da andere Foren mir bei meinen Aussagen die Polizei vor die Tür schickten bzw. den sozialpsychiatrischen Dienst.. :oops: :roll:

so jetzt zu euren Antworten:
Wenn Leute eine rechtfertigung verlangen, dann zwingen sie dich zu einem Akt, den nur die wenigsten Menschen überhaupt einmal gewagt haben.
@Schildkroete:
Was meinst du damit genau? Meinst du die wenigsten Menschen würden sich rechtfertigen?
Also dann gehöre ich nicht dazu ganz sicher. Ich hab immer den Zwang, oder fühle mich gezwungen, mich zu rechtfertigen/ zu erklären für alle meine Gedanken und Handlungen. Wahrscheinlich hauptsächlich damit ich mich vor mir selbst nicht schuldig fühlen muss. Ich reflektiere beinahe jeden Satz, den ich gesagt habe und jede meiner Handlungen, und hinterfrage es, warum ich mich nun in der Situation gerade so und so verhalten habe. Das ist sehr anstrengend und ich würde mir wünschen, dass ich das etwas weniger tun würde. Nicht immer soviel nachdenken über alle vergangenen Situationen. Oft sind es für den anderen dann Dinge, an die er schon längst nicht mehr denkt, worüber ich mir aber immer noch den Kopf zerbreche oft bis hin zu: Habe ich den anderen verletzt? ist er sauer auf mich? schulde ich ihm eine Erklärung, warum ich das und das gesagt habe? usw. Leider schließe ich auch von mir auf andere und wünsche mir, dass andere sich mir auch immer erklären und ihre Handlungen und Verhalten begründen. Das ist blöd und ich glaube ich gehe Menschen damit manchmal ganz schön auf die Nerven. Mein Freund fragte mich auch schonmal: Warum hinterfragst du immer alles?
Deine Therapeutin hat da aber in so weit Recht, dass du damit rechnen musst, dass er die Beziehung dann beendet.
Also, wenn es (nur) das eine Extrem wär (diese krassen Gedanken) dann könnte er damit um, da bin ich mir sicher. Aber denke das Problem würde für ihn dieser Widerspruch machen.
Ich vermute mal, das liegt daran, dass du dich dann von anderen verstanden fühlst. Du bist dann mit deinen Emotionen und Gedanken nicht mehr alleine, sondern hast jemanden, der dir hilft das einzuordnen und sich als menschlich zu erleben. Ist das nicht etwas Schönes, wenn einem das widerfährt? :)
Ja, das hilft allein schon sehr. Sich alleine mit etwas fühlen ist ein schreckliches Gefühl! Und erst wenn man sich traut, etwas auszusprechen, dann kann man erfahren, dass man nicht so alleine ist, wie man denkt (ich dachte echt lange Zeit, dass ich die einzige wäre mit so einem Vollknall..)
Dann frage ich mich, ob es nicht damit was zu tun hast, wie du deinen Körper wertschätzt. Würdest du gerne in der Lage sein deinen Körper oder den anderer Menschen als ein wunderbares Gebilde zu sehen, das Lebendigkeit ausstrahlt sowie Wärme und Individualität?
hmm..ja einerseits wünsche ich mir, dass der Krieg mit meinem Körper endlich beendet ist und wir uns bestenfalls versöhnen, zumindestens aber ein Waffenstillstand. Andererseits spricht mein riesen Hass auf den Körper dagegen und verunmöglicht die Vorstellung, dass ich meinen Körper jemals nicht mehr hassen könnte.
Du traust ihm nicht zu, dass er die kommunikativen Fähigkeiten dazu hat?
Doch, er möchte ja immer mit mir offen reden über dieses Thema, was mich so beschämt (und er fängt immer wieder damit an, ich von mir aus nie) Ich weiche oft aus, manchmal kann ich ein wenig mit ihm drüber reden, aber es ist so verdammt schwer..ich würde mir eigentlich wünschen, dass er alles wissen würde, alle meine Gedanken kennen würde und dann mich trotzdem lieben würde , so wie ich bin. Wenn er alles wüsste, dann müsste ich keine Angst mehr haben, dass ihn eine Sache so schockieren würde, dass er mich verlässt oder mich verstößt, mich verurteilt oder dergleichen. Ich glaube, dann könnte ich mich erst wirklich fallen lassen, meine Angst verlieren..
dass du gewisse Bedürfnisse in eurer Kommunikation hast und dass diese erfüllt sein müssten, bevor du so ein angsterregendes Thema ansprechen kannst. Fällt dir da was ein?
Hmm..weiß nicht so richtig, was du damit meinst Ryugin, kannst du mir ein Beispiel nennen?
Wichtig finde ich allerdings diese Therapiesache. Ich hab so das Gefühl du fühlst dich bei deiner Therapeutin nicht wohl, außerdem ist sie scheinbar kein guter Notfallkontakt.
Ja ich weiß nicht so recht..was mich an meiner Therapeutin stört ist, dass sie so eiskalt ist. Wenn ich ihr versuche klar zu machen, wie sehr ich leide unter dem Ekel z.B. dann versteht sie es einfach nicht! Sie sagt einfach immer z.B.: Da ist doch nichts bei an Körperflüssigkeiten, oder an den Intimbereichen von männlichen sowie weiblichen Körper, Was soll daran ekelig und schmutzig sein? Sie versteht es einfach nicht und dann provoziert sie mich indem sie ganz sachlich irgendwelche -wie ich finde ekeligen Dinge, bei denen ich am liebsten gleich kotzen würde- zu beschreiben und bei mir kommen sofort sehr detaillierte bildliche Vorstellungen (das ist immer so bei mir leider, ich bekomme was erzählt und sehe sofort ganz klare Bilder vor Augen, wie Fotos oder auch wie ein Film der abläuft und das immer in Kinoleinwandgröße, dass mich die Bilder quasi verschlingen und auf mich einstürzen) Ich verziehe mein Gesicht und sage angeekelt: Ihh wie ekelig, und besser wird es davon ganz bestimmt nicht. Wenn meine Freundinnen mir sowas erzählen, dann ist das genau so eine Wirkung bei mir. Es ist nicht lange her, da hat eine Freundin mit mir sehr detailliert sich ausgetauscht und mir ging es unglaublich schlecht hinterher..noch ziemlich lange Zeit, also noch den ganzen Rest des Tages. Mich verfolgen dann die Bilder, die sich in meinem Kopf gebildet haben und die Sätze/Wörter, die sie gesagt hat sehe ich auch geschrieben vor mir oder höre sie innerlich.
Nein, ein Notfallkontakt ist meine therapeutin absolut nicht - nach der Therapiestunde scheint es ihr quasi egal zu sein, wie es mir geht und was mit mir ist. (sie hat ja nichtmal verstanden, dass ich mich hab abholen lassen von der Einrichtung nach der letzten Stunde bei ihr. Sie meinte so zum Schluss: Aber eigentlich geht es Ihnen doch gut mit ihrem Freund, sie sind doch glücklich. - sie versteht einfach nicht, dass Verliebtsein für mich auch bedeutet, durch die Hölle zu gehen! (obwohl sie alle meine Gedanken und Ängste kennt und weiß, dass ich das letzte Mal das Verliebtsein so nicht ausgehalten hab, dass ich hochgradig suizidal war dann dadurch)
Ich brauche es nicht, dass meine Therapeutin im Mitleid versinkt und ständig sagt: Sie arme, Sie haben es aber schwer, Sie haben ja alles abgekriegt usw. (hatte ich schon solche Therapeutin und auch Menschen aus meinem Umfeld und das war auch nicht gut, weil verstanden fühlen zwar gut tut aber nicht hilft, da rauszukommen aus der Situation in der man steckt) aber ein wenig Verständnis für meine Leidenssituation täte schon gut..

Also ich hab mir nicht bewusst eine Kinder und Jugendtherapeutin gesucht, die Erwachsenentherapeutinnen hatten einfach keine Plätze mehr frei. Und dann fand ich es aber nicht schlecht, dass ich bei einer Jugendtherapeutin gelandet bin, weil es in meinem Falle eben ganz passend ist. Ich weiß, dass ich nicht auf allen Ebenen bei 12,13 stehe. Das trifft ja nur auf das Thema Beziehung zu - und ich kann mir erklären, warum es so ist. In anderen emotionalen Bereichen bin ich 18, und geistig gesehen "reifer als manche 65-jährige" nach Aussagen einer Astrologin. Aber es ist schlimm, wenn das Alter so meilenwalt auseinanderklafft und die Kluft immer größer wird mit jedem Jahr, dass ich auf dem Papier älter werde. Ich weiß nicht, ob ich das emotional jemals irgendwann einholen kann, da müsste ich schon sehr große Entwicklungssprünge mehr machen. Meinen Geburtstag feiere ich auch nur, wenn ich emotional älter geworden bin, letztes Jahr habe ich gefeiert, da bin ich 18 geworden, dieses Jahr wüsst ich nichts, was es da zu feiern gäbe..

Nein, ihr braucht keine Angst haben, dass ich das Forum als mein einziges Boot sehe, vllt. könnte man es so sagen, dass es einen Teil des Bootes darstellt, mein Boot besteht aus mehreren Teilen (mein Freund, meine beste Freundin, weitere Freundinnen und Menschen meines Vertrauens, das Forum, meine Therapeutin, meine Betreuer bei der Arbeit (arbeite im geschützten Rahmen) - und natürlich mich selbst) und alle zusammen helfen mir, mich über Wasser zu halten.Manchmal geht das Boot fast unter aber bisher ist es noch immer wieder an die Oberfläche gekommen (die aktuelle Situation betreffend)
Ich kämpfe und bin einfach zur Zeit nicht bereit, wieder aufzugeben!!
Auch Sachen wie "extrem" usw können dazu führen, dass man in seiner Repräsentation das Problem noch vergrößert
Nein, das denke ich nicht. Ich sehe dann einfach nur mutig den Tatsachen ins Auge ohne etwas zu verharmlosen oder zu beschönigen, ich beschreibe es einfach genau so, wie ich es subjektiv wahrnehme. - und habe dennoch im Moment eine kämpferische Einstellung.
Und wie gesagt, mach dir keine Sorgen wenn es so scheint als wäre dein Problem hier etwas besonders außergewöhnliches, die meisten anderen reden nur nicht so offen darüber.....
Meinst du? Also ich habe jetzt schon öfters gelesen, dass jemand schrieb, dass diese Widersprüchlichkeit zwischen den 2 Extremen (ihr wisst was ich meine) hier keiner in dem Ausmaß kennt. Mir würde es helfen, wenn sich hier einer outen würde, dass er es von sich genauso kennt. Gerne auch per PM. Aber falls jemand das so von sich kennt es aber nicht offen sagt, dann glaube ich dass ich denjenigen sehr helfe, damit dass ich alles so offen über mich schreibe. Ich freue mich immer, wenn ich helfen kann (und nicht nur andere mir und ich in gewisser Weise dann ja eine Last bin)
Bei meinen Erfahrungen mit persönlichen Krisen habe ich es immer gehasst, wenn mir jemand erzählen wollte, dass das Problem gar nicht sooo groß sei. Dann dachte ich mir: Bitte, diese Person ist nicht ich, wie kann sie das wissen? In diesen Momenten empfand ich die jeweilige Person als verletzend.
Ja, das kenne ich auch. Mich kann so eine Einstellung sogar richtig aggressiv manchmal machen. Es kommt immer ganz drauf an, was für eine Intention man hat, wenn man seine Probleme erzählt. Manchmal geht es einem nur darum, sich mitzuteilen (sein Herz auszuschütten) und man wünscht sich nur, verstanden zu werden, nicht, dass einer mit einer Lösung kommt. Wenn man sich aber Hilfe erhofft, eine Lösung zu finden, einen Weg daraus, dann baut es eher auf, wenn andere sagen: Du schaffst das schon und soo groß isr dein Problem doch gar nicht. (das will ich aber auch dann nur hören, wenn es jemand wirklich so meint unds sieht und nicht einfach nur so, um mich zu trösten, mir ist Ehrlichkeit immer am wichtigsten! - auch, wenn das oft hart ist dann)
Bei diesem Satz: das Problem ist doch gaqr nicht so schlimm - Reaktion bin ich manchmal auch deshalb sehr empfindlich, weil meine Mutter früher ständig alles bei mir runtergespielt hat: "Du machst aus ner Mücke nen Elefanten, und steiger dich nicht immer da so rein" - nach dem Motto: du machst dir die Probleme selbst da wo keine sind und bist selbst Schuld dran
Ich habe mich jahrelang nicht gesehen gefühlt von ihr. von meinem Vater auch nicht, der war eh immer geistig abwesend und einmal als er es nicht war war seine Reakrion, ich solle mich nicht in Selbstmitleid suhlen..das war natürlich sehr hilfreich.. :(

Hiko
Zaungast
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Registriert: 22. Jun 2013 12:38

Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von Hiko »

Ich wollte an dieser Stelle nur mein Mitgefühl ausdrücken.

Ich komm ja gar nicht durch das große geposte hier, aber ich selbst kenne es sogenannte Komplexe über die Dinge zu haben - die mich bewegen.

Und ich will nochmal sagen, dass egal ob die Worte hier von den Usern härter oder sanfter ausfallen, dass alles mit ihrer Lebenserfahrung zusammen hängt ;)
Nicht jeder kann sich an dir orientieren und dir die Worte geben die du brauchst.

So jetzt zu mir:

Große Probleme gibt es nicht? Ich mach große Problematiken nicht klein und nicht umgekehrt. Dennoch denke ich nicht, das Groß gleich anstrengend bedeutet oder nicht schaffbar.
Selbstverletzung ist ein schweres Thema und eins wo du große Willensanforderungen an dich selbst stellen musst. Wenn du damit kämpfst dich zu öffnen, dich zu äußern, nicht schlucken zu müssen, auch mal einfach außerhalb der Norm die andere für dich selbst gesetzt haben zu interagieren.. verrückt sein, verspielt sein, laut sein, komisch klingen, dich auf den Kopf stellen und Tiergeräusche machen... letzteres.. naja, dass Bedürfnis jemand zu sein ist nur normal. Versteck es nicht hinter Schmerzen - sag was du sagen musst. Und versuch deine Normen neu zu setzen. Du hast ja einen Freund der dir hilft, sag ihm ehrlich er soll dir helfen die Realität neu zu erkennen und was erlaubt ist.

Hierzu sag ich dann nur Fragen ist immer erlaubt. Leute die einen erkennen und nicht weglaufen.. vielleicht helfen sie einem?

Ich hatte auch das Bedürfnis vor ein paar Jahren meinen Schmerz in eine andere Richtung zu lenken. Der Schmerz sollte nich in dir ungehört schreien.
Wenn du alles unterdrückts, wer bist du?

Sexualität hat viel mit Intensität und Ausdruck zu tun. Dein Partner versucht dich zu finden, dich zu fühlen und erwartet gefühlt zu werden.
Gefühle sind nicht immer sanft. Es gibt Tage da könnte ich Welten zerreissen.. erwarte aber das mich wer einfach nur festhält ^^ (jetzt keinen leichten Griff, ne? ^^ )

Du brauchst nicht mit den großen Worten anfangen die dir Schwierigkeiten bereiten.. fang mit den Kleinen an. Ich kann mir vorstellen.. ich liebe dich oder ich mag dich, könnte auch ein Thema sein.
Denn Gefühle zu vermitteln ist meistens besonders schwer, wenn sie in einem kochen.

Anderer Punkt. Fantasien.

Ausleben! Fang mit etwas harmlosen an und trau dich immer weiter.. (nicht zu weit... wir wollen ja das du dich selbst findest und nicht gleich wieder verlierst ;) )
Ich bin sicher auch hierbei kann dir dein Freund helfen. Kleine Spiele ohne das Große "SEX" Wort.. z.b. Er würde damit versuche dich aus dir selbst zu holen. Dich freizulegen wo du dich mit Zwängen und den Meinungen anderer /die dir wahrscheinlich immer noch im Kopf rumgehen/ zugeschüttet hast.

Punkt Therapie

Lang leben die richtigen Therapeuten. OMG .. du hast noch ne Kinder und Jugen Therapeutin?... ich sag OMG.. weil ich mit meiner nicht klar kam.
Die hatte gar keine Ahnung - konnte Depressionen nichtmal von ADS unterscheiden!

Es gibt genug Therapeuten die mit Kindern und Erwachsenen arbeiten (falls du dich da nicht sicher fühlst)
Ich rate dir erstmal zu einem stationären Aufenthalt (oder halbstationär - ab nachmittags zu hause) .. und von dort aus würde ich jemanden aus der Tiefenpsychologie suchen.
Bei dir klingt nämlich vieles danach, dass du dich selbst erstmal akzeptieren musst. (raten heißt nicht müssen)

ach und nochwas. Wir sind alle ein bisschen Bloona =D

Ich finde es wichtig zu wissen, dass was ich will ist nicht schmutzig. Eltern und Bekannte die einem immer einreden, dass darfst du nicht und das musst du.. die haben doch ne Matschbirne.
Ich darf sagen ich will. Ich will heißt noch lange nicht ich tue. Denn ich kann is echt ne faule Sau.
Wenn ich sage ich will - sag ich ich bin.
Wenn ich denken muss ich bin schmutzig - denk ich das eben ne Weile.. noch lange kein Grund aufzuhören du selbst zu sein. Dich zu zwingen es nicht zu wollen.

Akzeptier erstmal, dass du dich so fühlst wie du dich eben fühlst. ES IST ERSTMAL SO. Und von dortaus geht es nur aufwärts.
Über du fühlst dich so, dann bist du halt so, zu ich mach es trotzdem.
Oder du fühlst dich und, dann bist du halt so und du sprichst es an.
Du fühlst dich danach, legst dich hin auf den Rücken, dann kommen halt die Stimmen und sagen dir es ist nicht in Ordnung, aber du machst erstmal nichts.. sondern lässt nur deine Gedanken wandern, und rennst nicht vor ihnen weg. Und bleibst da.. und wartest ab, solange bis du wieder nur du bist ohne deine Gedanken .. oder die Stimmen in deinem Kopf abdrehen.. dann darfst du dein Kissen nehmen und ordentlich reinbeißen und erstmal deine Gefühle sich beruhigen lassen.

.. Da ich nicht du bin, ist das alles nur ein Teil von mir. =) Vielleicht hilft es ein bisschen.
Ich bin die die 22 schreibt, aber dann doch 23 ist >.< Verwirrt sag ich doch XD

Schildkroete
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Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von Schildkroete »

neverendingwar hat geschrieben: @Schildkroete:
Was meinst du damit genau? Meinst du die wenigsten Menschen würden sich rechtfertigen?
Also dann gehöre ich nicht dazu ganz sicher. Ich hab immer den Zwang, oder fühle mich gezwungen, mich zu rechtfertigen/ zu erklären für alle meine Gedanken und Handlungen. Wahrscheinlich hauptsächlich damit ich mich vor mir selbst nicht schuldig fühlen muss. Ich reflektiere beinahe jeden Satz, den ich gesagt habe und jede meiner Handlungen, und hinterfrage es, warum ich mich nun in der Situation gerade so und so verhalten habe. Das ist sehr anstrengend und ich würde mir wünschen, dass ich das etwas weniger tun würde. Nicht immer soviel nachdenken über alle vergangenen Situationen. Oft sind es für den anderen dann Dinge, an die er schon längst nicht mehr denkt, worüber ich mir aber immer noch den Kopf zerbreche oft bis hin zu: Habe ich den anderen verletzt? ist er sauer auf mich? schulde ich ihm eine Erklärung, warum ich das und das gesagt habe? usw. Leider schließe ich auch von mir auf andere und wünsche mir, dass andere sich mir auch immer erklären und ihre Handlungen und Verhalten begründen. Das ist blöd und ich glaube ich gehe Menschen damit manchmal ganz schön auf die Nerven. Mein Freund fragte mich auch schonmal: Warum hinterfragst du immer alles?
Wenn du sagst, "ich kann da nicht zu stehen!!" dann frage ich mich zu oder besser vor wem du stehen willst.
Klar, du stehst immer auch vor dir selber und willst dich als Ganzes, mit deinem Körper, Gedanken, Fantasien und Streben, im Spiegel sehen und akzeptieren.
Inwiefern du noch vor einem Gott stehem willst, vermag ich nicht abzuschätzen.
Aber man steht auch immer vor anderen Menschen. Will von ihnen Verstanden und Akzeptiert werden. Man will dass sie einen Mögen und idealerweise auch noch die eigenen Vorstellungen teilen, zumindest in Grundsätzen.
Rechtfertigen bezog sich dabei auf den letzten Punkt. Du hast das Gefühl, dass das was du willst und fühlst, nicht richtig ist. Dass du das nicht fühlen darfst, dass es falsch ist. Das es eine Genese für deine Wünsche gibt, die man wegdrängen oder therapieren kann. Zumindest habe ich deien Beiträge immer so gelesen. Ich meine, dass man sich nicht für alles, was man ist und will, rechtfertigen muss. Es gibt erstmal niemanden - außer vielleicht du selber - vor dem du dich mit deinen Wünschen rechtfertigen brauchst. Rechtfertigen brauchst du dich für dein Verhalten erst dann, wenn es in das Leben und die Wünsche andere Menschen eingreift. In deiner Fantasie gibt es nur dich, niemanden sonst. Niemand dem du eine erlärung schuldig wärst, für das, was du willst oder denkst. Vor allem kommt man sehr schnell (und das kenne ich von mir selber und vielen anderen hier) sehr schnell zu einem regressus ad infinitum kommt.

Kaoru hat geschrieben:Deine Therapeutin hat da aber in so weit Recht, dass du damit rechnen musst, dass er die Beziehung dann beendet.
.
Ich stimme da zu!
Ich glaube nicht das Wissen um den Widerspruch ist das Problem, sondern das Aushalten dieses Widerspruches. Du bist in einer Beziehung mit jemanden zusammen, d.h. ihr seid aufeinander bezogen. Je mehr du ihn von deinen Problemen ausschließt, desto mehr schließt du ihn von dir aus. Auch er wird spüren, wenn dich etwas beschäftigt. Er wird nicht sagen können was es ist, er wird es als einen ungerichteten, belastenden Schatten über euch und damit über ihn spüren.
neverendingwar hat geschrieben:hmm..ja einerseits wünsche ich mir, dass der Krieg mit meinem Körper endlich beendet ist und wir uns bestenfalls versöhnen, zumindestens aber ein Waffenstillstand. Andererseits spricht mein riesen Hass auf den Körper dagegen und verunmöglicht die Vorstellung, dass ich meinen Körper jemals nicht mehr hassen könnte.
Ich kann nachvollziehen, woher deine Feindschaft gegenüber deines Körpers herrührt. Aber ich kann sie trotzdem immer noch nicht verstehen, wenn ich ehrlich bin.
In meinem Kopf besteht da noch der Zusammenhang: "du hast gelernt, dein Körper, insbesondere körperliche Lust und alles was mit Sexualität zu tun hat ist schlecht" und ekelst dich dementsprechend davor. Dann stellst du fest, dass du es aber dennoch irgendwie willst, schämst dich aber trotzdem/bist sauer auf? deinen Körper, wenn er mit Lust darauf reagiert - also für etwas das du ja auch irgendwie willst? Ist es Ekel oder Hass? Warum hasst du deinen Körper? Wegen seinen Reaktion auf etwas, von dem du meinst, dass du es nicht wollen darsft aber dennoch willst?
...and Homer, since you're dressed for it, I've got some
S and M for you -- scrubbing and mopping!

deidre
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Registriert: 21. Apr 2007 09:54

Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von deidre »

Ich will jetzt nicht alles und jeden zitieren, nur um meine Antwort aufzublasen. Das wichtigste habe ich in der PM geschrieben.

Bezogen auf die Therapeutin gebe ich jedoch Aiko recht. Ich werd das Gefuehl nicht los, dass du von der Idee "nur sie kann mich heilen" weg solltest. Gerade wg deiner Problematik wuerde ich mich an deiner Stelle mal umschauen, ob du nicht einen Therapeuten in Anspruch nimmst, der sich auf Borderliner spezalisiert hat und / oder einen Verhaltenstherapeut. Du willst in deiner Therapie ja was lernen - und dich gleichzeitig ernst genommen fuehlen, dich kompetent beraten fuehlen, dich SICHER fuehlen - und das tust du mit "Therapie wird nicht verlaengert weil wg Buerokratie bla bla blubb" NICHT!

Zusaetzlich dazu bin ich ja ein Fan von Therapie mit Zusaetzen, wie Musiktherapie, Kunsttherapie oder Sporttherapie, wo man sich austoben / auch non-verbal ausdruecken kann. Es gibt Momente im Leben, da kann man einfach nicht mehr weiterreden, oder das Gefuehlte / Erlebte in Worte fassen. Ich war am Anfang gegenueber meiner Musiktherapie eher skeptisch, weil ich weder Notenlesen kann, noch Taktgefuehl besitze, noch sonst irgendwie irgendwas musikalisch drauf habe. War aber ueberhaupt kein Problem, denn du sollst nicht irgendein Konzert vorbereiten, sondern die zur Verfuegung stehenden Mittel so einsetzen, dass du dich danach besser fuehlst. Wenn dann folglich eine halbe Stunde lang die Trommel pruegeln hilft, Wut / Druck abzubauen, dann wurde auch mal eine halbe Stunde getrommelt. Das kann ich mir bei dir auch richtig gut vorstellen. Sprachaussetzer sind nichts unuebliches, wenn man ueberfordert ist...

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