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Dominante Frauen erkennen?

Hier geht es um die ersten Male, Outing und sonstige Probleme

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Kätzchen
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Re: Dominante Frauen erkennen?

Beitrag von Kätzchen » 4. Jun 2018 18:31

Dabei unterschätze ich wohl sehr diese ganz unterschiedlichen Wünsche und die Individualität die du ansprichst.
Eindeutig. Es gibt Femdoms mit denen habe ich praktisch nichts gemeinsam. Gibt sogar vermutlich welche, mit denen sich keine meiner Praktiken decken. Als das, was ich mache machen sie nicht und umgekehrt. BDSM ist einfach ein wahnsinnig weites Feld. Schon bei "Primär Ds" vs. "Primär SM" scheiden sich ja schon die Geister und schon an der Stelle kanns eben schon passen oder nicht. Und dann sind da die Ageplayer zum Beispiel noch gar nicht mit bei.

Es gibt einfach riesige Unterschiede und für jeden Geschmack ist was dabei.
Ich glaube ich sollte tatsächlich mehr praktische Erfahrungen in dem Bereich sammeln und Vorurteile abbauen.
Mit Femdoms reden ist ja schon mal ein guter, erster Schritt. Wobei ich sagen würde: Grundsätzlich mit anderen BDSMlern sprechen. Mit anderen sub, mit anderen Doms, mit Switchern, mit allen Geschlechtern, die du dir vorstellen kannst. Bei manchem wirst du dich wiedererkennen, anderes sind spannende Anregungen, es wird Menschen geben, die völlig anders spielen als du (und es ist super interessant mehr darüber zu erfahren, warum sie es eben genau so gerne mögen). Austausch ist super spannend und gibt einem viel. Und ob eine Frau oder ein Mann erzählt, wie er/sie spielt ist im ersten Moment nicht wichtig. Vieles lässt sich gut vergleichen (nur wenige Sachen nicht).
So komisch das auch klingt, aber ich realisiere gerade für mich erst wirklich, dass es - wie in deinem Fall - tatsächlich Frauen gibt, die solche Vorlieben im Bett haben und im Alltag aber eine Beziehung auf Augenhöhe wollen.
Naja, die suchen halt meist in den Kreisen, wo sie diese Männer auch finden und nicht im Vanilla-Bereich. Wenn du deine Kontakte aus dem Vanilla-Bereich ziehst, triffst du die natürlich mehr als selten.
Auch diesen Unterschied zwischen "wollen" und "brauchen", der wohl ein ganz wichtiger zu sein scheint.
Wie kam es denn dazu, dass du von sub auf komplett Dom umgestiegen bist? Ich habe nun schon ein paar mal gelesen, dass einige von sub auf Dom im Laufe der Zeit kommen. Kann ich mir noch gar nicht so richtig vorstellen. Und wie kam es vom "brauchen" zum "wollen"? Hoffe ich bohre nicht allzu sehr :)
WICHTIG: Für MICH ist das ein wichtiger, großer Unterschied. Eben begründet auf meiner Entwicklung. Für nen beliebigen anderen BDSMler existiert dieser Unterschied vielleicht noch nicht mal. Und beides ist okay. Beide haben in ihrer Welt recht. Deshalb ist Austausch eben so spannend.

Ich kam mit 18 in die Szene. Mein Elternhaus ist ne Katastrophe. Ich war damals wirklich instabil, suchte Führung und Halt und einen Platz, an dem ich erwünscht war.Ich hatte das zu dem zeitpunkt noch nie erlebt. Gemocht zu werden, gewollt zu sein und einen Platz im Leben haben. Und das habe ich damals im Sub-Sein alles gefunden. Und so war ich 3 Monate nach meinem ersten Schritt in die Szene in einer TPE-Beziehung. Und die tat mir damals gut. Und ich fand vor dem Sofa, auf diesem kleinen Stück Fußboden das erste Mal eine Heimat. Das war mein Platz, da wollte, durfte und sollte ich sein. Das hat mir viel Trost gegeben. Und aus dieser Basis war ich mehr als Bereit meinem Partner eben auch alles zu geben, was ich konnte. Zurückzustecken, sein Wohl im Auge zu haben und damit gabe er mir eine Heimat und passte auf mich auf.
Und ich bin in der Zeit gewachsen.Und brauchte mit den Jahren diese Sicherheit von außen immer weniger, weil sie immer mehr in mir selbst entstand. Ich fing an, meinen eigenen Weg zu finden und ihn zu gehen. Ich bin da ein bisschen herausgewachsen.
Und dann kam der Umzug.

Ich hatte einen großen Bruch in meinem Leben. Ich bin bei meinen Eltern ausgezogen in eine eigene Wohnung, 300km entfernt. Habe mich in der Woche von meinem damaligen Freund getrennt (das war die sub-TPE-Beziehung) und habe durch Umzug und Trennung meinen kompletten Freundeskreis verloren / aufgegeben. Ich stand also in einer fremden Stadt, wusste nicht, wie ich überhaupt mein Leben organisieren sollte und hatte ein weißes Blatt Papier vor mir. Das war hart. Richtig hart. Und ich bin in dieser Zeit extrem gewachsen. Ich bin ein völlig anderer Mensch geworden in dieser Zeit.

Ich brauche die Sicherheit, die mir das Sub sein gegeben hat heute absolut nicht mehr. Die hab ich selbst. Und ich bin nicht mehr bereit, mich selbst so zurück zu stellen, wie ich es damals als Sub getan habe. Und so wurde ich in der Phase als Sub immer unglücklicher und habe meine spielpartnerschaften alle beendet. Tat mir nicht gut zu dem Zeitpunkt.

Und einige Zeit später lernte ich jemanden kennen. Seines Zeichens sub. Das, was ich nie wollte. Und ich nahm ihm das Versprechen ab, dass wir uns auf Vanilla beschränken würden. Ich hatte in den Jahren zuvor schon sehr traumatische Erlebnisse gesammelt, als Menschen mich zum Dom-Sein zwingen wollten und mich das damals einfach überfordert hat. Wer sich selbst nicht führen kann, der kann eben auch niemand anderen führen. Und dieser Mann lies sich auf vanilla ein und sagte mir gleichzeitg, dass er schon viel Erfahrung habe und dass ich jederzeit an ihm Dinge ausprobieren dürfte, wenn es mich irgendwann doch reizen würde. Und das war der Raum, den ich brauchte um in meinem Tempo und in meiner art herauszufinden, wer ich als Dom bin. Wer ich sein kann. Wer ich sein will. Das war die Freiheit, die mir gut tat. Und sein Feedback war Balsam für meine Seele.

Und ich habe eine Menge Spaß am Dom-Sein gefunden. Es ist eben für mich ein Spiel. Keins, was ich immer haben will. Keins, was ich brauche. Aber eins, in dem ich viele Freiheiten habe. Und wenns von beiden Seiten passt, dann darfs auch größeren Raum einnehmen. Eben so, wie es sich gut anfühlt.

Psy
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Registriert: 2. Jun 2018 11:31

Re: Dominante Frauen erkennen?

Beitrag von Psy » 4. Jun 2018 22:33

Kätzchen hat geschrieben:
4. Jun 2018 18:31
Eindeutig. Es gibt Femdoms mit denen habe ich praktisch nichts gemeinsam. Gibt sogar vermutlich welche, mit denen sich keine meiner Praktiken decken. Als das, was ich mache machen sie nicht und umgekehrt. BDSM ist einfach ein wahnsinnig weites Feld. Schon bei "Primär Ds" vs. "Primär SM" scheiden sich ja schon die Geister und schon an der Stelle kanns eben schon passen oder nicht. Und dann sind da die Ageplayer zum Beispiel noch gar nicht mit bei.

Es gibt einfach riesige Unterschiede und für jeden Geschmack ist was dabei.
Verstehe. Ich kann mir vorstellen, dass eben diese Vielfalt an möglichen Praktiken es umso spannender macht. Je mehr ich mich mit dem Thema befasse bemerke ich, dass ich zwar einige „vorgefertigte“ Fantasien habe, die ich – wie ja schon erzählt – v.a. im „Alltag“ mit ehemaligen Partnerinnen teilweise ausgelebt habe. So richtig prickelnd wurde es allerdings besonders dann, wenn sie von sich aus plötzlich v.a. erniedrigende Aufforderungen hatten, an denen sie selbst in erster Linie Spaß hatten. Also kein „Abarbeiten“ von meinen eigenen devoten Fantasien (was ja eigentlich schon wieder „dominant“ ist, wenn ich versuche diese einzufordern und hervorzurufen) sondern ihre Forderungen, die ihr gefallen, zu erfüllen und ihre Bedürfnisse zu befriedigen. So finde ich es spannend neue Praktiken kennenzulernen und ganz besonders die von der Femdom bevorzugten.
Auch die Unterscheidung Ds und SM war mir vorher weniger geläufig. Ich würde sagen ich ordne mich in erster Linie in dem Ds Bereich ein.
Gibt es denn deiner Erfahrung nach Praktiken die Femdoms trotzdem gehäuft bevorzugen?
Kätzchen hat geschrieben:
4. Jun 2018 18:31
Mit Femdoms reden ist ja schon mal ein guter, erster Schritt. Wobei ich sagen würde: Grundsätzlich mit anderen BDSMlern sprechen. Mit anderen sub, mit anderen Doms, mit Switchern, mit allen Geschlechtern, die du dir vorstellen kannst. Bei manchem wirst du dich wiedererkennen, anderes sind spannende Anregungen, es wird Menschen geben, die völlig anders spielen als du (und es ist super interessant mehr darüber zu erfahren, warum sie es eben genau so gerne mögen). Austausch ist super spannend und gibt einem viel. Und ob eine Frau oder ein Mann erzählt, wie er/sie spielt ist im ersten Moment nicht wichtig. Vieles lässt sich gut vergleichen (nur wenige Sachen nicht).
Ja ich merke, wie mir der Austausch mit dir und deinen Erfahrungen an sich schon richtig viel gebracht hat. Damit hätte ich ehrlich gesagt im Vornherein gar nicht mitgerechnet als ich mich hier im Forum angemeldet habe
Kätzchen hat geschrieben:
4. Jun 2018 18:31
Naja, die suchen halt meist in den Kreisen, wo sie diese Männer auch finden und nicht im Vanilla-Bereich. Wenn du deine Kontakte aus dem Vanilla-Bereich ziehst, triffst du die natürlich mehr als selten.
In gewisser Weise ist das schade eigentlich. Auf der anderen Seite wohl eine echt gute Möglichkeit um gezielt Femdoms kennenlernen zu können. Nur schade, dass echte Femdoms wohl die im Verhältnis begehrteste Gruppe sind, was das Angebot/Nachfrage-Verhältnis angeht? Erst recht bei U30?
Wie sieht es denn mit weiblichen Switchern aus? Gibt es auch Switcher, die z.B. auch mit dem Ausleben von nur einer Seite zufrieden sind? Oder gehört da meist immer das Abwechseln dazu?

Kätzchen hat geschrieben:
4. Jun 2018 18:31
WICHTIG: Für MICH ist das ein wichtiger, großer Unterschied. Eben begründet auf meiner Entwicklung. Für nen beliebigen anderen BDSMler existiert dieser Unterschied vielleicht noch nicht mal. Und beides ist okay. Beide haben in ihrer Welt recht. Deshalb ist Austausch eben so spannend.
Ich denke das kann ich gut nachvollziehen. Ehrlich gesagt ist genau dieser Unterschied zwischen „wollen“ und „brauchen“ eben genau der Punkt, an dem es gestern bei mir „Klick“ gemacht hat, als du das angesprochen hast. Dahinter steckt so viel.

Ach krass. Warst du in dieser Zeit nach dem Umzug/dem Bruch dann sozusagen plötzlich (wieder) auf dich allein gestellt und hast dich dann alleine durchgekämpft? Und dann hast du immer mehr die Erfahrungen gemacht, dass du da auch ganz mit eigener Kraft durchkommst und dein Leben organisierst und deinen Platz findest? Und das wiederum gab dir ne Menge an Selbstvertrauen und Sicherheit? So in die Richtung?
Total spannend, dass sich dann eben auch die sexuelle Neigung bei dir geändert hat in dieser Zeit. Klingt ja fast so, als hättest du dich irgendwie auch komplett neu kennengelernt.
Was gefällt dir denn eigentlich am Dom sein? Was gibt dir den Kick dabei sozusagen und was sind so Situationen in denen du die Lust zum Spielen verspürst?

Kätzchen
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Re: Dominante Frauen erkennen?

Beitrag von Kätzchen » 5. Jun 2018 09:35

Naja, ein bisschen Haue und ein bisschen Machtgefälle mögen die meisten. Aber schon dabei, wie man das dann umsetzt gibts große unterschiede.

ja, es gibt nicht viele U30 femdoms. Aber gute subs, die ihr leben im griff haben sind rar. Viele subs in dem alter haben mehrere damen, mit denen sie spielen. Also ich bin inzwischen 3 Jahre single und auf der Suche, aber die Guten sind halt schnell vom Markt.

Bei switchern gibts auch unendlich viele ausprägungen. Von braucht beides über hat einen schwerpunkt und kann auf den rest verzichten. Über switchen mit einenm partner bis hin zu switchen nur mit unterschiedlichen menschen...

Ja genau, ich hab mich in der Zeit eben sehr verändert. Auf allen ebenen.und meine bedürfnisse mit mir.

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