Eure "bdsmigen" Kindheitserinnerungen

Hier geht es um die ersten Male, Outing und sonstige Probleme

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Eure "bdsmigen" Kindheitserinnerungen

Beitrag von Hero » 11. Apr 2018 20:01

Vor einigen Tagen habe ich im Chat mit ein paar netten Leuten über Kindheitserinnerungen geredet, die im Nachhinein darauf hindeuten, dass man die jeweilige Neigung hat und das war auch ganz amüsant, das mal zu hören ^^
Habt ihr besondere/lustige oder auch ganz "normale" Kindheitserinnerungen, die auf eure Neigungen hindeuten? Sei es das typische Fangen-Spielen und Fesseln, Cowboy und Indianer oder etwas ganz anderes (:
Ich freue mich auf Antworten,

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Latdragon
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Re: Eure "bdsmigen" Kindheitserinnerungen

Beitrag von Latdragon » 12. Apr 2018 01:01

Bei mir hat das ganze auch mit den Fesselspielen angefangen^^ Ich wollte immer beim Fangenspielen etc. gefesselt werden und bei Piratenspielen auch immer der sein, der gefesselt wird :D Irgendwann habe ich auch im Grundschulalter zu einem Kostüm zu Karneval Handschellen bekommen. Diese habe ich mir dann in den folgenden Monaten und wahrscheinlich auch Jahren immer um die Hände oder Füße gelegt. So mit 9 oder 10 Jahren habe ich dann im Keller unseres Hauses eine noch verpackte Gasmaske gefunden, auf die ich meinen Latex und co. Fetisch zurückführe. Über die Gasmaske bin ich dann irgendwie auf Schutzanzüge gekommen und habe mir dann immer Videos auf Youtube angeschaut. Ich fand diese Videos echt klasse, habe mich nach dem Anschauen aber oft schlecht und falsch gefühlt. Irgendwann bin ich dann beim Youtube-Schutzanzug-Stöbern auf ein Video von einem schlanken Kerl in einem Latexanzug gestoßen. Zack. Ich hatte mich verliebt. Das war so mit 12. Ab diesem Tag habe ich dann nur noch Videos von Latexanzügen geschaut und habe dann auch gemerkt, wie sehr ich diese Videos bzw. dieses Material liebe ;) ehem, ich schweife ab. Dennoch lässt sich so mein ''Werdegang'' in der Kink-Szene gut beschreiben^^
-Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht-

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Schräubchen
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Re: Eure "bdsmigen" Kindheitserinnerungen

Beitrag von Schräubchen » 13. Apr 2018 16:52

Ich hab dazu auch noch ne Story auf Lager :D
Früher so mit 10 oder 11 hab ich ab und zu bei meinen Eltern im Bett geschlafen. Wenn wir fürs aufgestanden sind und Mama schon aus dem Bett war, hab ich Papa gebeten, die Decke zu nehmen und mich so fest wies geht einzupacken. Früher hab ich mir da nichts bei gedacht aber heute war es wohl eine Äußerung meiner damals offenbar schon vorhandenen Neigungen.
Ich will nicht wissen, was sich mein Papa dabei gedacht hat ^^'

Schräubchen
Wenn ihr mich sucht, ich bin wahrscheinlich in der Garage. Oder bei all meinen Freunden in der Schraubenkiste <3

Milly94
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Re: Eure "bdsmigen" Kindheitserinnerungen

Beitrag von Milly94 » 16. Apr 2018 16:03

Hey :)
Bei mir ist das etwas unkonventionell aber rein Psychologisch auch wieder nachvollziehbar.
Ich wurde als kind geschlagen, hatte viel Verantwortung, war ein gehorsames kind und machte auch dinge die nicht in Ordnung waren. -> also man schaffte mir was an und ich machte es einfach ohne groß darüber nachzudenken 🤷🏼‍♀️ zb (etwas harmloser, gab auch extremere sachen in Richtung sexualität) rauchen mit 8
Das ging bis etwa 12 so dann schaltete sich auch bei mir das hirn ein 😂 allerdings verstand ich erst mit etwa 16-18 was ich wirklich für Neigungen hatte und wie das alles mit meiner Kindheit zusammen spielte

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Tess
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Re: Eure "bdsmigen" Kindheitserinnerungen

Beitrag von Tess » 25. Apr 2018 14:55

Ooh da gibt es so viel!
Die "Klischee"-sachen lass ich jetzt aber mal weg und konzentriere mich auf Dinge, bei denen ich regelmässig hoffe, dass andere Parteien sich da nie Gedanken drüber machen:
1. Beispiel: Im Kindergarten hatte ich einen Freund, den ich immer dazu gebracht habe, dass er mich fesselt oder wir im Spiel irgendwie in Situationen kommen, in denen wir "gequält" werden. Natürlich dann nur in der Phantasie.
2. Beispiel: Ich war mit etwa 8 Jahren irgendwann die Älteste in der Nachbarschaft und habe die zwei Jüngeren Mädchen immer irgendwie dazu gebracht, Entführungen und so zu spielen. Das ging solange gut, bis deren grosse Schwestern einmal mitgespielt haben und die haben das dann überall in der Schule herumerzählt und sich darüber lustig gemacht. ...ups^^
3. Beispiel: Wir hatten ein Tageskind weil meine Mutter halt im Tagesmutterverein war und als der alt genug war, damit ich ihn dazu bringen konnte, mit mir Barbies zu spielen, musste er immer die bösen Männer spielen, die meine Barbies entführen, ausziehen, fesseln, etc. Der Arme ist 5 Jahre jünger als ich, was damals noch ein grosser Altersuterschied war!^^
4. Beispiel und das in meinen augen am spannenste: Mit meiner besten Freundin hat es sich von Anfang an so ergeben, dass sie die führende Rolle der Freunschaft ist, und das, obwohl sie 1.5 Jahre jünger ist als ich. Wir haben zwar immer im Rollenspiel die gleichen Rollen besetzt und waren oft Rapunzels die irgendwelche doofen Hausarbeiten erledigen mussten, aber quasi im Alltag war ich schon immer ihr kleines Helferlein. Sätze wie "Punkt 14.00 uhr stehst du draussen, da hol ich dich ab" - "aber es regnet!" - "Pha mir doch egal!" sind heute noch immer Alltag =D
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Re: Eure "bdsmigen" Kindheitserinnerungen

Beitrag von flunky » 25. Apr 2018 19:30

Wenn ich da zurückdenke, ich hab unglaublich viel mit Playmobil und Barbie gespielt. Und da gab es immer das eine kleine Mädchen, dass wollte ich immer sein, die immer von allen gequält wurde. Da gab es mal alles von Löwen gefressen, muss den ganzen Haushalt allein machen,... Es ist schon sehr offensichtlich, vor allem ging es dann ab einem Alter von 11/12 Jahren da immer wieder auch in Richtung von sexueller Nötigung und Vergewaltigung. Ich weiß nicht, woher das kommt.
Ich hab auch immer sehr gern mit größeren Kindern gespielt. Und da wurde auch ganz gern gerankelt. Ich hab das immer angefangen, weil ich es mochte, wenn mich jemand runterdrückt und das ganze Körpergewicht auf mich legt. Das kam vor allem im Kindergarten vor, in der Grundschule wurde das dann weniger und dann tauchte es in der Mittelstufe wieder auf.
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Re: Eure "bdsmigen" Kindheitserinnerungen

Beitrag von atheneares » 27. Apr 2018 18:17

Ich erinnere mich noch daran als Kind immer entweder der Böse gewesen zu sein (darauf bedacht zum Schluss dann festgenomen und gefesselt zu werden, oder halt das Opfer.
In der Unterstufe habe ich dann angefangen irgendwelche gewalttätigen Geschichten aus Sicher der Opfer zu schreiben, natürlich ohne zu wissen, was da los war. Das hat noch vier Jahre länger gedauert.

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Tess
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Re: Eure "bdsmigen" Kindheitserinnerungen

Beitrag von Tess » 20. Mai 2018 20:20

Ich frage mich bei all den Geschichten halt auch einfach immer: Hat denn das keiner im Umfeld gemerkt?
Manche Dinge sind und waren einfach sooo offensichtlich!

Als Kind hatte ich mir ja dabei nichts gedacht und rumerzählt, was in meinem Kopf so vor sich ging. Also natürlich nicht direkt, aber ich hatte offen kommuniziert, dass ich das Opfer spielen will und keiner durfte mir diese Rolle wegnehmen. Und wie auch athenares habe ich Geschichten in der Schule geschrieben, die auch Lehrer lasen. Natürlich ohne sexuelle Komponente, aber dennoch klar in die Richtung BDSM.

Oh da fällt mir noch was ein: Ich habe es immer provoziert, dass man mich auskitzelt. Oder mich (ich wohne am See) in den See wirft, wo ich mich unterwegs aber dann doch gewehrt habe und es dann sehr genossen habe, dass alle andern viel stärker waren als ich und ich meine Strafe dann doch bekommen habe. Die haben das alle einfach als Stichelei angesehen, weil ich es ja eben provoziert hatte. Für mich war das aber die Welt <3
Es ging schonmal so weit, dass es von Aussenstehenden als Mobbing angesehen wurde, bis sie sahen, wie glücklich ich war.. das.. war ein sehr spezieller Tag gewesen xD
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Chaly69
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Re: Eure "bdsmigen" Kindheitserinnerungen

Beitrag von Chaly69 » 21. Mai 2018 09:09

Haha ich hab immer vor dem Einschlafen daran gedacht gefesselt zu sein und das fremde Leute dann Dinge mit mir machen in diesem Zustand, aber nichts sexuelles... zum beispiel mich mir Süßigkeiten in den Mund geworfen oder mir Lippenstift drauf gemacht haben. Das hat mich dann beruhigt und im Nachhinein hatte ich immer ein sehr großes Interesse für solche Situationen.. jedenfalls bin ich danach immer eingeschlafen. Das war im Kindergarten. In meiner späteren KIndheit hab ich immer probiert bei solchen Spielen der Indianer o.Ä. zu sein. so ab 8,9 Jahren hatte ich dann auch Spaß daran den Spieß umzudrehen. Ich wollte dann zum Beispiel dessen Haare so flechten wie ich, und nur ich das wollte oder beim Verkleiden spielen ganz genau meinem "Spielpartner"(ha-ha...) zu sagen haben, welches Kostüm schön aussieht und welches doof ist, und wenn er/sie das dann nicht gemacht hat wurde ich oft ziemlich leicht wütend oder beleidigt, so sehr das ich sogar mal auf die Idee gekommen bin das verkleidete Schneewitchen mit Gürteln am Bürostuhl festzumachen.

Ich finde das Thema auch sehr interessant übrigens...
Der leere Wunsch, die Zeit zwischen dem Begehren, und dem Erwerben des Begehrten vernichtet zu werden, ist Sehnsucht. -Kant

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wulkanat
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Re: Eure "bdsmigen" Kindheitserinnerungen

Beitrag von wulkanat » 31. Mai 2018 01:44

Vorab, tolles Thema!

Bei mir war das ziemlich ähnlich wie bei den anderen bisher... Nur dass ich nie so richtig in den Genuss gekommen bin, tatsächlich mal das Opfer oder so zu sein, weil ich mich meist dem Spiel angepasst habe, anstatt an dessen Entstehen mitzuwirken, bzw. war es mir auch zu peinlich, mich als Opfer zu melden. Oft war ich auch beim fangen zu geschickt, um gefangen zu werden. In dem Sinne eigentlich selbst geschaffenes Elend, denn ich habe immer die beneidet, die diese Rollen gespielt haben, bzw. gefangen wurden.

Ich kann mich direkt nur an drei Mal erinnern, wo ich das Opfer sein durfte (Alles Grundschulalter, so etwa 3-5. Klasse).

Das erste Mal war, als ich mit Freunden Räuber und Polizist gespielt hatte. Wir hatten eine Absperrkette zum fesseln genutzt, und als ich endlich gefangen und gefesselt wurde, hab ich mich beschwert, dass die fesseln nicht straff genug waren, so lange, bis ich tatsächlich gefesselt war.

Das zweite Mal war ein wenig indirekt und auf der Geburtstagsparty einer Freundin, wo wir Klopapiermumien gemacht haben (eine Person wird in Klopapier eingewickelt). Ich hatte endlich Mal den Mut, mich freiwillig als Mumie zu melden und habe es genossen, auch wenn das bisschen Klopapier fast keinen Widerstand hatte.

Das dritte Mal war ich bei einem Freund mit noch einen weiteren, und wir haben etwas in die Richtung zwei gute und ein böser gespielt. Natürlich war ich auf der guten Seite, sodass ich nicht wirklich die Chance bekam, mich einsperren zu lassen, zumal ich stärker war als die anderen beiden, und wir haben beim einsperren auf Tür zuhalten gesetzt... Bis jedenfalls der Schlüssel ins Spiel gekommen ist, und ich dem Bösewicht, gaaaaaanz ohne Absicht eine Chance zu fliehen gab und mich dann im 2x4 m Raum ganz fest davon überzeugen musste, dass er dort tatsächlich nicht mehr ist. Der Richtige eingesperrt-und-ausgeliefert-sein Effekt blieb zu meiner Enttäuschung leider aus...

Eine richtig fiese Situation gab es für mich in der 5. Klasse. Wir hatten immer eine Freistunde, die wir im Klassenraum verbringen durften. Irgendwann hatte jemand Massen an Klebeband mitgebracht, womit einige an Stühle gefesselt wurden. Mir war es zu peinlich, mich zu melden, aber bis heute beneide ich die damaligen Opfer..

Ich hatte Zuhause auch Metallhandschellen zum spielen, die mein Vater in der mitte mit einem kleinen Karabiner versehen hatte, damit man diese im Notfall öffnen kann (abschließen konnte man sie sowieso nicht). Dieser Nachteil stellte sich für mich irgendwann als vorteil heraus, da man so die Länge der Kette auf zwei Kettenglieder reduzieren konnte (Plus Karabiner, aber der war echt klein).

Der "Durchbruch" für mich war lustiger Weise, als ich eines Abends im Bett H2O: Plötzlich Meerjungfrau geschaut habe (Was so schon nicht unbedingt der Norm des durchschnittlichen Jungen entspricht...), irgendetwas hat mich mich daran wirklich fasziniert. Dass die Mädchen der Gefahr einer plötzlichen Verwandlung ausgesetzt waren, und nach einer solchen an Land mehr oder weniger Hilflos waren, fand ich geradezu beneidenswert. Irgendwann habe ich dann Mal das Gefühl dieser Hilflosigkeit nachvollziehen wollen, und habe beide Beine in ein einziges Hosenbein (Die Hose war sehr dehnbar) einer Schlafanzugshose gezwängt. War ein tolles Gefühl, das ich öfter wiederholt habe, und irgendwann mit dem zweiten Hosenbein auf den Oberkörper ausgedehnt habe. Rückblickend ist es schwierig nachzuvollziehen, wie das gepasst haben soll, und tja, über die Schlafanzughose rede ich lieber nicht 😁...

Ansonsten natürlich mit zunehmendem Alter immer mehr Fantasien über fesseln, gefangen sein und wie man so etwas möglichst effizient umsetzt... Ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass die Neigung schon immer irgendwo da war.

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