Geschlechtskrankheiten (testen?) & "böse" Praktiken

Es gibt keine dummen Fragen, vor allem nicht zu Verhütung, Schwangerschaft und
Geschlechtskrankheiten.

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danseusenoire
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Geschlechtskrankheiten (testen?) & "böse" Praktiken

Beitrag von danseusenoire »

Huhu,

ich wollte mal fragen, ob sich jemand damit auskennt, inwiefern man sich in welchem Umfang auf Geschlechtskrankheiten und sowas testen lassen kann? Welche sollte man da so "standardmässig" abchecken lassen? Als Frau kann man da sicherlich gut beim Frauenarzt Tests durchführen lassen - wo als Kerl? Hausarzt?

Mir wärs zB auch wichtig, dass beim Partner abgecheckt wird, ob dieser vllt mit irgendwas besiedelt ist, das Harnwegsinfekte hervorruft, geht das irgendwie? Hab bisher nur davon gehört, dass die Freunde betroffener Damen bei deren Antibiotikabehandlung eben mitbehandelt werden, aber kann man das auch einfach so testen?

Ich hätte irgendwie gern so eine Art Garantie, nichts zu haben beiderseits..wenn jemand eine Ahnung davon hat, auf was man alles untersuchen lassen sollte, wärs nett, mich daran teilhaben zu lassen! :)

..und kann man eigentlich nen Impfstatus machen lassen, um zu schauen, welcher Schutz vorhanden ist und welcher nicht? Ich weiß zb, dass ich nicht gegen Hepatitis geimpft bin, weil mir damals eine Folgeimpfung fehlte, daher würd ich gern alles auf den neuesten Stand bringen lassen. Hab aber kein Impfbuch.

Mir ist klar, dass man nie ne hundertprozentige Sicherheit haben kann, aber gibt es noch bestimmte Dinge, die man (außerhalb der "normalen" Geschlechtskrankheiten) abchecken lassen sollte, wenn zB Blut im Spiel ist oder Rimming? Vielleicht klinge ich ein bißchen paranoid, aber ich finds höchst unhirnig, sich auf das "aber er/sie sah immer gesund aus!" bzw ein "wir vertrauen uns genug um Krankheiten auszuschliessen" zu verlassen, weil man jemanden halt echt nicht ansieht ob Sexualpartner xyz vor drölf Jahren mal nen Pilz hatte, den man immer noch mit sich rumschleppt, gerade wenn ungeschützter Analsex oder sowas im Spiel war, gerade (bzw zusätzlich) wenn man mit Blut rumsiffen oder ähnliches tun will... :?

Viele Grüße!

WirIrrenUmher
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Re: Geschlechtskrankheiten (testen?) & "böse" Praktiken

Beitrag von WirIrrenUmher »

EIn Urologe deines Vertrauens sollte dir da eigentlich gut weiterhelfen können...
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redrat
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Re: Geschlechtskrankheiten (testen?) & "böse" Praktiken

Beitrag von redrat »

Ein Tipp für Jugendliche, die vielleicht nicht unbedingt sich vor ihren Eltern auf Geschlechtskrankheiten prüfen lassen wollen (Privatversicherte kriegen eine Rechnung für so etwas): Das Gesundheitsamt führt meines Wissens nach auch kostenlose und anonyme Tests auf gewisse Krankheiten aus. Man sollte dabei aber Inkubationszeiten beachten (z.B. ist das HIV-Ergebniss erst 6 Monate nach einer möglichen Infektion wirklich aussagekräftig).

Wenn man bezüglich Eltern oder sonstigem keine Bedenken hat, ist auf jeden Fall ein Facharzt des geringsten Misstrauens die beste Informations- und Testquelle ;)
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Lennart
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Re: Geschlechtskrankheiten (testen?) & "böse" Praktiken

Beitrag von Lennart »

Eigentlich ist ja der Hautarzt für Geschlechtskrankheiten zuständig, schließlich heißt dessen offizielle Berufsbezeichnung ja „Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten". In wie fern der aber so Sachen wie Hepatitis o.ä. feststellen kann weiß ich nicht.
Und ich finde es grade in jungen Jahren irgendwie einfacher zum Hautarzt als zum Urologen zu gehen. Auf jeden Fall konnte der mir bei einem Pilzbefall sehr gut helfen.

Pergor
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Re: Geschlechtskrankheiten (testen?) & "böse" Praktiken

Beitrag von Pergor »

danseusenoire hat geschrieben: ..und kann man eigentlich nen Impfstatus machen lassen, um zu schauen, welcher Schutz vorhanden ist und welcher nicht? Ich weiß zb, dass ich nicht gegen Hepatitis geimpft bin, weil mir damals eine Folgeimpfung fehlte, daher würd ich gern alles auf den neuesten Stand bringen lassen. Hab aber kein Impfbuch.
Ja, da gibt es sowas. Wir nennen es "Impfpass", jeder Mensch in Deutschland hat so ein Ding, es ist ein kleines gelbes Heftchen, in dem alle bisherigen Impfungen aufgeführt werden und werden müssen. Frag mal deine Eltern, ob diese deinen für dich aufbewahren. Wenn du keinen hast, lauf schnell zu deinem Hausarzt, lass dir einen ausstellen und klapper danach jeden Arzt ab, der dich bisher behandelt hat, um die Infos einzuholen. Das ist nämlich schon ziemlich wichtig, sowas zu haben.

HIV-Tests macht das Gesundheitsamt kostenlos (die Zeit, die zwischen einer Infektion und einem erfolgreichen Test vergehen muss, beträgt normalerweise 3 Monate, wenn die Infektion direkt über den Blutkreislauf ergangen ist - wie zum Beispiel durch kontaminierten Injektionsnadeln oder ähnlichem - kann es auch weniger sein.), andere Tests führt der Hausarzt, durchaus auch kostenpflichtig, durch. Impfungen gegen Hepatitis A&B (soweit ich weiß) kann der Hausarzt auch, natürlich wieder gegen entsprechendes Entgelt - das wird nicht von den Kassen übernommen, es sei denn man ist, z. B. als Zivi, über den Staat versichert - vornehmen.
die welt ist laut,
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Ernst Jandl

Gwenyvere
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Re: Geschlechtskrankheiten (testen?) & "böse" Praktiken

Beitrag von Gwenyvere »

Ja, es gibt aber auch Gründe aus denen man mal kein Impfheft hat... ich hab etwa tausend Umzüge hinter mir, und meiner ist so mit etwa 11 verlohren gegangen. In dem Falle kann muss man meines Wissens die verschiedenen Ärzte abklappern.

Und für die über 18 jährige mit geeigneten Blutwerten und Gewicht und die keinen Partnerwechsel betreiben oder sich regelmäßig Tättowieren oder Piercen lassen: einige Sachen werden auch beim Blutspenden getestet, ist ganz praktisch.

redrat
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Re: Geschlechtskrankheiten (testen?) & "böse" Praktiken

Beitrag von redrat »

Ja, ist ganz praktisch... Allerdings eine Blutspende wirklich nur machen, wenn die letzte Infektionsgefahr 6 Monate her ist... Das Blut wird zwar sofort getestet, aber wenn ein Virus noch nicht ausgebrochen ist, wird er auch nicht entdeckt... Und das Blut wird entgegen einigen Mythen sofort weiterverwendet für Behandlung, etc. Das heisst, dass in dem Fall einer unbemerkten Infektion man noch eine weitere Person damit anstecken würde und es erst beim zweiten Test der Probe 6 Monate später bemerkt werden würde. Dafür kann man dann auch strafrechtlich belangt werden!
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Sihaja
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Re: Geschlechtskrankheiten (testen?) & "böse" Praktiken

Beitrag von Sihaja »

Also:

1. Beim örtlichen Gesundheitsamt kann jeder sich kostenlos und annonym auf HIV testen lassen. Das entsprechende Ergebnis sagt aus, dass man vor 3 Monaten noch nicht HIV-Positiv war, sollte in der Zwischenzeit eine Ansteckung erfolgt sein, wird das in dem Test nicht gemessen. Wer möchte kann sich auch einen Bescheid ausstellen lassen, auf dem das Testergebnis steht.

2. Blutspenden sollte man NICHT nutzen, um sich auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen. Der Testvorgang kostet eine Menge Geld, die an anderer Stelle fehlt, und sich wissentlich, dass man Überträger sein KÖNNTE auf einen Stuhl zu setzen und Blut zu "spenden" (dafür vielleicht sogar noch Geld zu kassieren) finde ich eine Frechheit!

3. Auf Geschlechtskrankheiten prüft bei Frauen der Gynäkologe, bei Männern der Urologe. Wie bereits erwähnt kann man aber auch zum Haus- oder Hautarzt gehen. In den meisten Fällen wird eine Blutprobe genommen, manchmal noch ein Abstrich (zumindest bei Frauen) gemacht. Wenn man nicht möchte, dass die Elern davon erfahren, sollte man am Besten einfach mit dem Arzt sprechen. Es findet sich bestimmt eine Lösung, dass die Eltern nicht Erfahren müssen, auf was da getestet wurde. Und auf der Rechnung steht idR auch nur "Bluttest".

4. Ich hatte meinen Impfpass auch verloren. In diesem Fall mit dem Arzt sprechen. Er wird die wichtigsten Impfungen auffrischen und dir nen neuen Pass ausstellen.

Alles Klar? :wink:
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Carisa
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Re: Geschlechtskrankheiten (testen?) & "böse" Praktiken

Beitrag von Carisa »

ich halte Blutspende auch nur dann für ein legitimes Mittel um einen Test machen zu lassen, wenn man eh regelmäßig Blut spendet und auch für sich mit bestem Wissen und Gewissen sagen kann, dass man nichts hat, bei neuem Partner kann man dann sagen: du ich geh regelmäßig Blutspenden, das letzte Mal dann und dann und deshalb ist eine HIV-Infektion ziemlich ausgeschlossen
nur wegen dem Testen hinzugehen halte ich auch für daneben, egal ob man nach der Spende nochmal anonymisiert ankreuzen kann ob die Spende verwendet werden kann oder nicht

Gwenyvere
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Re: Geschlechtskrankheiten (testen?) & "böse" Praktiken

Beitrag von Gwenyvere »

Das was Carisa, Redad und Sihaja meinten habe ich oben wohl nicht explizit genug ausgedrückt. Man wird jedesmal auch 1.000 Fragen gefragt, die auf mögliche Infektionsquellen schliesen lassen, und man darf nur Spenden wenn keine einzige Frage mit ja beantwortet wurde... meistens nockt man sich für über ein Jahr aus, also man darf zwischen 4 Monaten und über einem Jahr keinen neuen Partner haben, kein Tattoo gestochen bekommen, kein Piercing, keine Nadelspiele, kein sonstiger Kontakt mit fremden Blut.... also ich befürchte dass so einige hier im Forum sowieso nicht spenden dürfen. Demnach würde ich mich der Warnung anschließen, Blutspenden NICHT zu nutzen, wenn man in irgeneiner Form gefärdet sein könnte- also alle möglichen "bösen" Praktiken praktiziert :)
Für Interessierte hier die genaue Liste: http://www.uniklinik-freiburg.de/blutsp ... worten.pdf
Jetzt bin ich auch kein Spender mehr, aber als mein Partner und ich zusammenkamen waren wir beide bereits einige Zeit Spender, und konnten uns so ziemlich sicher sein dass der Partner weder Hepatitis B, Hepatitis C, HIV noch Lues (Syphilis) hatte.

OT: ich finde es ja eine große große Dreistigkeit, das homo und bisexuelle Männer, unabhängig von ihrem Partnerverhalten von Blutspenden ausgeschlossen sind.

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