HIV-Test und Spritzenphobie

Es gibt keine dummen Fragen, vor allem nicht zu Verhütung, Schwangerschaft und
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Hecate
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HIV-Test und Spritzenphobie

Beitrag von Hecate »

Ich denke, die Überschrift ist ja recht aussagekräftig. Ich habe eine extreme Spritzenphobie. Es reicht aus, dass ich die Spritze sehe und ich fange an zu heulen, zu krampfen, höre auf zu atmen oder hyperventiliere wahlweise. Es ist nicht so, dass mir das Spaß macht, egal wie sehr ich versuche, mich zusammenzureißen, es funktioniert nicht. Anherrschen haben mein Hausarzt und seine Sprechstundenhilfe probiert, klappt nicht, beruhigen auch nicht. Händchen halten hilft nicht besonders. Ich wurde vor kurzem unter Vollnarkose operiert und eigentlich sollten dafür Bluttests gemacht werden. Ich war über eine Stunde erfolglos beim Hausarzt drin, dann hat er aufgegeben, weil er mir nicht die Vene aufschlitzen wollte. Dazu kommt, dass ich sehr spritzenunfreundliche Venen habe. Bei der OP haben sie den Zugang erst nach Narkotisierung per Maske gelegt, drei hübsch sichtbare Versuche, bis es dann mal geklappt hat. Zum Glück war ich da schon weg.
Ich möchte gerne einen HIV-Test machen, da ich das von einem Partner erwarten würde, bevor ich ungeschützten Verkehr habe und was man erwartet sollte man bekanntlich auch bieten. Ich habe keinen Grund, anzunehmen, dass ich HIV habe, aber sicher ist sicher.
Kennt irgendjemand einen Weg, das ohne Blutabnahme zu machen oder zumindest ohne Blutabnahme aus der Vene? Die Leute, die das testen, haben sicher nicht viel Geduld mit zappelnden heulenden Bündeln. Ich zahle gerne dafür, kein Problem. Ich weiß, das hört sich albern an, aber es ist nicht so, dass ich das Gezappel mit Absicht mache. Das rationale Denken schaltet sich völlig aus. Das ist bei mir schon immer so gewesen, Impfen hat bei mir ewig gedauert, weil ich eher aus dem Fenster geklettert bin als dass die liebe Frau Doktor mit der bösen Spritze an mich ran durfte.
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FeuerHerr
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Beitrag von FeuerHerr »

Also, zu meiner zeit, bei behinderten, haben wir die einfach fixiert... Dondage lässt grüssen..

Ich weiss es hört sich gemein ein.. du wirst dich hilflos und verzweifelt fühlen.. aber es geht vorbei.. und wenn dein arm gut fixiert ist, kannst du dich da auch nicht bewegen..


übrigens gibt es die blutabnahme dann meines wissens auch noch zuhause...

Es gibt meines wissens keine andere möglichket fachgerecht und ungefährlich blut abzunehmen...

Weiss nicht ob du Dom oder dev. bist.. aber so oder so, wirst du bestimmt jemand finden der dir den gefallen tut dich ein bisschen einzuschnüren...

Wenn das keine alternative für dich ist, kann ich hoch hypnose empfehlen... (ja der hockus pokus funktioniert wirklich)


Liebe grüsse
Chris
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FeuerHerr
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Beitrag von FeuerHerr »

*grummel* gerade hab ich deine vorstellung nochmal gelesen.. Du scheinst bondage auch nicht so zu mögen..

Dan empfehle ich dir die Hypnose...
In Hamburg gibt es ein paar ganz brauchbare.. Wichtig, ist das du das denen genau mitteilst, was und wie ist.. Es werden evtl. 2 oder 3 sitzungen notwendig sein.. Aber unter Hypnose kann man dir neurosen und das "zappeln" nehmen.. sogar die angst, indem man dir sugeriert das die nadel eine mücke ist oder ähnliches...


Liebe Grüsse
Chris.
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Hecate
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Beitrag von Hecate »

Ähm ich glaube, ich wäre danach so psychisch fertig, dass ich das nicht riskieren möchte, mich "einschnüren" zu lassen, was auch sicher kein "Gefallen" wäre. Niemand, der halbwegs bei Sinnen ist, würde das machen, glaube ich. Vor allem sollte der Mensch, der mich eingeschnürt hat mich nicht losmachen sondern schonmal mit flüchten anfangen.
Das hier hat NICHTS mit Sex zu tun, nichts mit dominant oder devot und demnach wohl weniger mit Bondage. Ich habe wirkliche Panik - übrigens habe ich die Panik vor dem Pieks auch bei Bienen, Wespen und Hummeln. Lokale Anästhesie geht gerade noch so, aber auch nur mit viel Theater, was mir entsprechend peinlich ist denn ich mach das ja nicht zum Spaß.
Hypnose? Würde das die Krankenkasse übernehmen? Ich habe meinen Hausarzt wegen einer Therapie gefragt, er sagte, das würde ca ein halbes Jahr dauern, bis man das etwas im Griff hat.
Gibt es keine Möglichkeit, den Test über andere Körpersekrete durchführen zu lassen? Dafür würde ich wirklich einiges bezahlen.

Nachsatz: ich bin privat versichert über meinen Vater.
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FeuerHerr
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Beitrag von FeuerHerr »

Also, ich meinte das mit dem festbinden auch nicht als "sex spielchen" sondern einfach um das unter kontrolle zu halten. Sprich, es nimmt dir zwar keine angst. aber du Zappelst halt nicht rumm... (ich weiss es ist eine brutale methode und nicht jedermans sache)


Eine Hypnose therapie, zahlen selten krankenkassen,
Aber was ich meinte, ist keine therapie, sondern nur geziehlt, in Trance versetzen für die blutabnahme.. mehr nicht.. Das behebt zwar das problem nicht, aber es ist eine lösung für den Test.


Soweit ich weiss, kann der HIV test auch über Urin und Speichel gemacht werden. (also zumindest technisch ist das möglich) Wer das macht kann ich dir allerdings nicht sagen.


Liebe Grüsse
Chris
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Hecate
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Beitrag von Hecate »

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das gut vertrage, wenn mich jemand zur Blutabnahme fixiert und vor allem dass ich danach Fixierung noch genießen kann. In manchen Situationen ist Ausgeliefertsein eben nichts schönes.
Ich würde mich ja sogar ausknocken lassen, nur damit ich eben bei der Blutabnahme nicht geistig "da" bin. Ich hätte das gerne bei der OP mit machen lassen, aber das wäre dann explizit auf der Rechnung erschienen und man muss Diskussionen mit den Eltern ja nicht unbedingt herausfordern. Bei uns gilt das ungeschriebene Gesetz "worüber man nicht redet, existiert nicht". Solange meine Eltern also mit mir nicht über mein Sexleben sprechen, habe ich praktisch keins, wie die Realität aussieht, interessiert da nicht.
Blutabnahme darf nur von dazu ausgebildetem Fachpersonal durchgeführt werden, ist das richtig? Wie stell ich das denn an, dass bei der Hypnose jemand anwesend ist, der das erstens kann, zweitens darf und drittens das Blut fachgerecht verstauen und dann zum Test bringen kann???
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guang-ling
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Beitrag von guang-ling »

@Hecate:
Ich kann dein Problem nur all zu gut nachvollziehen! Ich hab auch ne extreme Spritzenphobie, wobei ich sagen muss, dass Impfen inzwischen grade noch so geht bei mir. Ich fang auch nicht an zu zappeln so wie du. Bei mir äußert sich das Ganze eher in Brechreiz und/oder Ohnmacht.

Deswegen kann ich auch zu dem Vorschlag von FeuerHerr mit dem Festbinden nur eins sagen: Völliger Schwachsinn! Sowas kann nur jemand vorschlagen der keinen Plan von dem Problem hat.
Es lässt sich unmöglich vorhersagen was dann passiert. Die Phobie kann sich sicherlich auch einen anderen Weg suchen und dann kommts eben nicht mehr nur zum Zappeln sondern vielleicht zu Krampfanfällen, da hat man dann viel erreicht durch das "Bondage".

Fürs Impfen hab ich das Ganze inzwischen so in den Griff bekommen, dass ich mich hinsetze und eine Wand anschaue, bzw. jedenfalls in die andere Richtung schau wenn der Arzt die Spritze vorbereitet. Ich versuch also während der ganzen Prozedur die Spritze nicht einmal zu Gesicht zu bekommen. (Muss man halt vorher mit dem Arzt absprechen, dass der entweder die Spritze schon fertig verdeckt wo liegen hat, oder sie erst holt und aufzieht wenn man nicht mehr hinguckt.) Aber natürlich ist es so, dass Impfen recht schnell geht, kleiner Pieks in den Oberarm und das wars, kein Suchen nach einer Vene, eine viel dünnere Nadel. Und ich hab auch im Grunde keine Angst vor dem Pieks an sich, so Geräte für Fingerpiekse (die bißchen aussehen wie dickere Kulis), wenn also nur bißchen Blut gebraucht wird, die machen mir absolut keine Angst, auch wenn ich weiß, dass es einen Stich gibt.

Zum Thema Blutabnehmen: Dafür hab ich auch noch keine Lösung gefunden. Meine letzte Blutabnahme hatte ich mit 5 Jahren, kurz vor einer OP, kann ich mich aber zum Glück gar nicht mehr dran erinnern.
Meine einzige Idee die ich zum Thema HIV-Test mal hatte, war, dass man das vielleicht mit Blut machen könnte, dass man durch einen oder wenn nötig eben mehrere Piekse in den Finger gewinnt (damit hab ich ja kein Problem). Das Problem daran ist: Ich hab keine Ahnung, ob man da erstens genug Blut gewinnen kann und zweitens ob das dabei gewonnene Blut eine aussagekräftige Untersuchung zulässt.
Da müsste sich vielleicht mal jemand mit medizinischem Fachwissen zu äußern. Würde mich nämlich echt mal interessieren.

Hecate
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Beitrag von Hecate »

Puh, ich bin beruhigt, dass noch jemand das Problem und vor allem die dabei herrschenden Ängste kennt. Als ich beim Hausarzt war habe ich tatsächlich angefangen, zu krampfen und die Luft anzuhalten, so lange es eben ging, hab dann kurz nach Luft geschnappt und weiter gings :roll: Ich habe mich unheimlich über mich selbst geärgert, aber wirklich etwas dagegen tun konnte ich nicht.
Impfen und Lokalanästhesie geht, weil es wirklich nur "ein kurzer Pieks" ist. Spritze intramuskulär, durchdrücken und fertig. Beim Blutabnehmen wird erst der Arm abgebunden, dann schön geklopft, am besten noch Handbad und fertig ist der hysterische Zustand, der jede Menge Zeit zur Entwicklung hatte. Ich habe erst eine venöse Blutabnahme hinter mir, da war ich ungefähr 8. "Tut nicht weh". Hätte die blöde Kuh mal was anderes gesagt, Kinder besch... finde ich nämlich äußerst ungerecht. Es tat schweinisch weh. Besonders furchtbar ist es, wenn das Personal keine Ahnung hat (entschuldigung, das gibt es) und wie bei meinem Vater beispielsweise den Zugang fröhlich neben die Vene legt oder ähnliches. Dann fühlt man sich wie ein Hähnchen vor dem tranchieren.
Wenn ich jemanden oder eine Einrichtung finde, die es mit anderen Körperflüssigkeiten macht, ich würde ersatzweise gerne finanziell dafür bluten.
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guang-ling
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Beitrag von guang-ling »

Hecate hat geschrieben:Wenn ich jemanden oder eine Einrichtung finde, die es mit anderen Körperflüssigkeiten macht, ich würde ersatzweise gerne finanziell dafür bluten.
Ich glaub dafür gibts noch keine zuverlässigen Tests. Ich bin mir relativ sicher, ganz ohne Blut wird das nicht abgehen.
http://www.gib-aids-keine-chance.de/the ... st/wie.php

Von daher ist wohl das sinnvollste schon, nach einer Möglichkeit zu suchen an Blut zu kommen, die schonend genug ist um keine Panik auszulösen.

Hecate
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Beitrag von Hecate »

Der letzte ungeschützte Verkehr liegt auf jeden Fall weit genug zurück. Hm vielleicht kann ich ja einfach mal einen Beratungstermin ausmachen und die fragen? Ich hätte halt viel Verständnis, wenn die keine Geduld mit mir haben, schließlich machen die das kostenlos alles und sind nicht dafür zuständig, irgendwelche hysterischen Weiber zu beruhigen. Ich bin jedes Mal wütend auf mich selber, aber wenn ich das Geräusch der abgezogenen Plastikhülle höre, kann ich nicht mehr wegschauen und alles ist vorbei. Sonst hätte ich längst Blut gespendet. Ich weiß ja nicht mal, was ich für eine Blutgruppe habe.
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