grenzen setzten und durchsetzen...? Eifersucht

Alles was sich vor, während und nach der Pubertät verändert. Fragen und Antworten zur
Aufklärung, Sexualität und Veränderungen des Körpers.

Moderatoren: Kuscheltier, Seelenoede

Earas
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Registriert: 15. Nov 2006 19:16

 

Beitrag von Earas »

Die Motivation... Nunja nehmen wir mal bloß das Beispiel, wenn jemand bi ist: Wenn er sich monogam ein festen Partner sucht, egal welchen Geschlechts, entscheidet er sich für eine Seite. Aber trotz aller Hilfsmittel, Persönlichkeitseigenarten oder was weiß ich nicht was, kann eine Person eines bestimmten Geschlechts seinem Partner gewisse dinge nciht geben, die eine Person des anderern Geschlechts könnte.Und nicht weil er fehlerhaft oder unvollständig ist, sondern weil es einfach übermenschlich wäre.
Und was passiert denn dann mit den Bedürfnissen der bisexuellen Person? Da kann dann doch ein Teil nicht erfüllt werden, wo einfach von Natur aus Bedürfnisse da sind.
Ich würde sowas also nicht als "fremdgehen", sondern eher als "andersgehen" bezeichnen. Und das kann man ja auch auf alle möglichen beispiele übertragen. Ein schönes wären auch Switcher. ^^
Und da denke ich halt, dass es doch möglich sein sollte, auch diesen Bedürfnissen nachgeben zu können, ohne, dass jemand verletzt wird. Klar ist das schwer, aber es geht.
Ich denke aber auch nicht, dass man das nun unabdingbar so machen muss. Wenn jemand monogam glücklich wird ist das total schon, dann soll das so gut sein, wie es funktioniert und man freut sich für die beiden. :)
Aber ich finde auch, dass das nicht mehr DIE allgemein gültige Standart-Form sei sollte, insofern, dass man nicht mehr stillschweigend davon ausgeht, sondern sich erstmal über die Bedürfnisse des anderen und sich selbst schlau macht und dementsprechend versuchen die Beziehung oder das Beziehungsgeflecht zu gestalten.
....so und falls ich nun total zusammenhanglosen Stuss geschrieben habe, möchte ich um Entschuldigung bitte, aber ich hab heut Nacht nicht viel geschlafen, bin gerade erst aus dem Bett gefallen und hab noch nicht ganz fertig gebootet. ^^

Reby
Vielschreiber
Beiträge: 275
Registriert: 5. Jul 2006 19:55

 

Beitrag von Reby »

Hm, es ging hier doch aber eigentlich gar nicht um fremdgehen in dem Sinne, sondern um das Problem, dass der eine Partner etwas als fremdgehen betrachtet, das für den anderen noch völlig normal und "freundschaftlich" ist.

Da sind dann mit derselben Sache einfach unterschiedliche Gefühle verknüpft. "Treue geschieht im Kopf" stimmt schon. Aber wenn ich nen anderen Kerl an meinen Körper ranlasse, kann ich kopfmäßig noch so treu hinter meinem Freund stehen: Der fände das trotzdem nicht lustig.

Was man da meiner Meinung nach tun kann:
Rücksicht nehmen und Verständnis zeigen. Damit meine ich, Rücksicht nehmen, und vielleicht öfter drüber nachdenken, ob irgendwas für den Partner schon unangenehm ist. (Ich geh jetzt wirklich von "unbedachtem Fremdgehen" aus, also z.B. innige Umarmungen, bei denen man sich nichts denkt, der Partner aber schon. Es geht also nicht um wirkliche Bedürfnisse, die man stillen will/muss.)
Und Verständis zeigen, wenn der Partner was tut, was man selbst nicht mag, und nicht gleich vor Wut platzen und die Beziehung beenden, sondern den anderen dran erinnern, dass man sich so nicht wohl fühlt.

Ich glaub, wenn das ganz krass unterschiedliche Vorstellungen sind, dann wird es schwierig, das zu vereinbaren. Aber sonst sollte es einigermaßen möglich sein.

LG, Reby
"In der meisten Liebe gibt es einen, der spielt, und einen, der mit sich spielen lässt." (Friedrich Nietzsche)

imbrix

 

Beitrag von imbrix »

ich denke auch, daß man eine kosten-nutzenrechnung aufstellen sollte, und zwar jeder für sich selbst! wenn man das gemeinsam im gespräch ausarbeitet, bevor man für sich selbst überlegt hat, was man will, entstehen vielleicht doch wieder kompromisse, mit denen man nicht glücklich wird.
so stelle ich z.b. gleich am anfang der beziehung klar, was ich gerne für freiheiten möchte und an welchen stellen ich verzichten kann und an welchen stellen nicht.
das sieht dann etwa so aus: "mit A. und B. und C. (alle männlich) kuschele ich gern, und das werde ich auch für niemanden bleiben lassen. D. hab ich neu kennengelernt und bin da heute abend bei einem videoabend; dürfte ich mich an ihn anlehnen, wenn mir danach ist, oder soll ich damit gar nicht erst anfangen? und Z. ist eine freundin, die ich auch ab und zu küsse, damit mag ich nicht aufhören. wenn ich es aber nicht in der öffentlichkeit tun soll, weil deine freunde das merkwürdig fänden, machen wir es nur zu hause, entscheide du! und wenn ich neue weibchen kennenlerne, die mir gefallen, dann kannst du die dir vorher angucken, wie du das fändest, und vorher dein ok dazu geben oder auch nicht."

und wenn er damit nicht klar kommt... dann ist er einfach nicht der richtige für mich...

Endurion
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Registriert: 17. Okt 2006 13:28

 

Beitrag von Endurion »

Earas hat geschrieben:Die Motivation... Nunja nehmen wir mal bloß das Beispiel, wenn jemand bi ist: Wenn er sich monogam ein festen Partner sucht, egal welchen Geschlechts, entscheidet er sich für eine Seite. Aber trotz aller Hilfsmittel, Persönlichkeitseigenarten oder was weiß ich nicht was, kann eine Person eines bestimmten Geschlechts seinem Partner gewisse dinge nciht geben, die eine Person des anderern Geschlechts könnte.Und nicht weil er fehlerhaft oder unvollständig ist, sondern weil es einfach übermenschlich wäre.
Und was passiert denn dann mit den Bedürfnissen der bisexuellen Person? Da kann dann doch ein Teil nicht erfüllt werden, wo einfach von Natur aus Bedürfnisse da sind.
Was bisexuelles angeht, stimme ich dir durchaus zu und sehe das im Grunde genauso. Einfach weil es garnicht möglich ist z.B. als Mann einer Frau das gleiche zu geben wie es eine andere Frau kann :D Ich selbst hätte auch überhaupt kein Problem damit wenn meine Partnerin etwas mit einer anderen Frau hätte, eben aus genannten Gründen die du auch schon aufgeführt hast. Mit einem Mann wäre das aber für mich etwas völlig anderes, denn alles was sie sich von diesem verspricht, kann sie auch von mir haben, auch wenn ich mich dafür ein wenig verbiegen müsste. Sie müsste einfach nur sagen was sie gerne hätte das sie von mir bis dato nicht bekommen hat - denn Beziehung ist immer Arbeit und selten einfach. Gutes Beispiel dafür ist wohl das von dir angesprochene switchen... zwar fällt es mir deutlich schwerer mich in die Sub-Rolle hineinzufinden, trotzdem würde ich es tun, oder zumindest versuchen. Erst wenn das total schiefgeht könnte man nochmal drüber reden ob sie sich das was ihr da fehlt nicht doch bei nem anderen Kerl holen kann.

Earas
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Beitrag von Earas »

Endurion hat geschrieben: [...] Mit einem Mann wäre das aber für mich etwas völlig anderes, denn alles was sie sich von diesem verspricht, kann sie auch von mir haben, auch wenn ich mich dafür ein wenig verbiegen müsste. [...]
Nein, kann sie nicht. Das soll nicht gegen dich sein, aber jeder Mensch ist unterschiedlich. Mag sein, dass das Geschlecht das geliche ist, aber es ist eine vollkommen andere Person mit einem anderen Charakter, Körper und Wesen.
Und du kannst ja nicht jemand völlig anderes sein. Das ist dann einfach nur der Wunsch nach Abwechslung.
Und außerdem: Wenn man den richtigen Partner hat bestätigt einem der Sex (oder was auch immer) mit anderen doch immer wieder nur, dass sein eigener Mensch dich noch der beste ist. ;)
...ist das ein schlechtes Beispiel, wenn ich nun das Beispiel bringe: Ich höre primär Metal, weil die Musik mich rundum glücklich machen kann. Trotzdem hör ich hin und wieder auch gerne Wise Guys, Kölsche Musik oder seid neuestem seltsamerweise auch Country. Einfach auch mal um was anderes zu hören. Deswegen schwöre ich dem Metal aber noch lange nicht ab.

Kaoru
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Beitrag von Kaoru »

Trotzdem sollte vorher ganz klar geklärt werden, wie weit die 'Abwechslung' geht.
Für den einen mag es ja noch oke sein, wenn zB Sie alle drei wochen etwas mit einer anderen Sie hat.
Der Nächste geht an die Decke, wenn Sie nur den Vorschlag macht....

Also nihct nur das Ob muss besprochen werden, sondern auch das Warum und Wie Oft
Dein Wille ist Gesetz,
deine Worte Religion.
Deine Wünsche sind Befehle
und ich eile schon.

Chainedgirl
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Beitrag von Chainedgirl »

Earas -du hast meine Gedanken in Worte gefasst.

Es gibt so unterschiedliche Beziehungen. Eine Antwort auf die Frage die im Thread gestellt wurde, kann gar nicht allgemein gegeben werden.
Das, was zur Lösung führt, wurde gesagt, ich fasse zusammen:

-Konversation -vorher!
-Verständnis, Hineinversetzen in den Partner
-Reflektion über eigene Bedürfnisse -auch vorher!

Liebe Grüße,
Chained

Earas
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Beitrag von Earas »

Ok klar reden, reden, reden und vor allem Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Offenheit sind das A und O wenn man so lebt. Aber weil ich es für selbstverständlich hielt hatte ich es nicht nochmal extra erwähnt. ^^

Loewenherz
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Registriert: 9. Mär 2003 22:42

 

Beitrag von Loewenherz »

Es ist doch *eigentlich* denkbar einfach:

Es gibt Grenzen, die für einen Partner nicht überschritten werden dürfen. Beim einen ist das Fremdknutschen, beim anderen schon "harmloses flirten", beim Dritten sexy tanzen, und beim vierten wieder was anderes.
Jeder Mensch hat Grenzen, die er nicht bereit ist aufzugeben, und der andere kann sich überlegen ob er diese Grenzen respektieren will, oder nicht.

Provokativ gefragt: Würdest Du tolerieren, dass Deine Partnerin Dir mit einer Eisenstange ins Gesicht schlägt und Dir die Nase zertrümmert, weil sie das "gerade für's Ego braucht"? Wieso dann das emotionale Äquivalent zulassen?

Ich bin da ziemlich rigoros geworden in den letzten Jahren, und es hat sich an allen Ecken und Enden bewahrheitet: Mein Leben, meine Regeln, wenn Du dran teil haben willst, musst Du nach den Regeln spielen, wenn es Dir das nicht wert ist, oder Du andere Vorstellungen vom Leben hast, ist das für mich vollkommen ok, dann spielen wir halt nicht das Beziehungsspiel miteinander.
Desperado Vampire

Hammaburg
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Registriert: 12. Mai 2007 00:46

 

Beitrag von Hammaburg »

rigoros würde ich es garnicht nennen, eher klar und bestimmt. und ja, das sehe ich im tiefsten inneren genauso.

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