grenzen setzten und durchsetzen...? Eifersucht

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Hammaburg
Inaktiv, über Altersgrenze
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grenzen setzten und durchsetzen...? Eifersucht

Beitrag von Hammaburg »

die grenzen dessen was man einem partner an freiheiten zubilligt und wo sie definitiv enden sind ja von mensch zu mensch unterschiedlich.

wo bei dem einen schon harmloses kuscheln mit freunden zu eifersuchtsanfällen führt, ist für den anderen noch rumknutschen mit dritten ganz normal.

wie geht man jetzt damit um, wenn in einer partnerschaft dabei klare differenzen bestehen?
wenn für den einen rumknutschen einfach im fliessenden übergang vom wohlfühlkuscheln mit freunden oder bekannten zum normalen umgang dazugehört, für den anderen damit aber schon die grenze zur von ihm unerwünschten sexuellen handlung mit einem dritten eindeutig und klar überschritten ist.

endet die freiheit des einen partners automatisch da, wo er anfängt den anderen zu verletzen? oder schränkt man mit seinen negativen gefühlen demgegenüber was der andere für noch vollkommen normal und nicht beziehungsgefährdend hält dessen freiheit unangemessen ein?

kompromisse zu schliessen ist in solchen fällen wohl kaum möglich, da es ja weniger um eine vernunftentscheidung, als mehr um teilweise ja auch extrem irrationale auftretende gefühle eines partners geht, deren folgen auch langfristig nur schwer abzusehen sind.

und vor allem was ist die konsequenz solch einer klaren grenzüberschreitung? neben dem vertrauensverlust auch gleich die trennung?

wie seht ihr die konstellation?



[Thread-Titel konkretisiert - guang-ling]

Lonny
Inaktiv, über Altersgrenze
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Beitrag von Lonny »

Also ich würde sagen dass die PErson deren Grenzen weiter gesteckt sind, sich zurückhält bzw "einschränkt" wenn sie weiss dass das den Gegenüber verletzt. Vorausgesetzt es ist Liebe im Spiel.

Dafür muss die verletzte Person sich aber auch mitteilen sonst kann die andere schlecht wissen wie sie sich bei derarten Handlungen fühlt. Also Kommunikation!

Skoll
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Beitrag von Skoll »

Ich denke es könnte auch hilfreich sein einfach darüber zu sprechen was man in bestimmten Situationen empfindet.
Es kann ja durchaus sein das der eine bei einer bestimmten Handlung total andere Gedanken hat und auch andere Erfahrungen gemacht hat und ihr dementsprechend eine andere Bedeutung beimisst, sich darüber zu informieren kann sicherlich Vorurteile abbauen.
Ansonsten sollte man sich aber schon generell auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen.
Everybody has his sweet little perversion.
What's yours?

Hammaburg
Inaktiv, über Altersgrenze
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Beitrag von Hammaburg »

bezüglich möglicher grenzüberschreitungen ist eine klare vorherige absprache und diskussion dabei natürlich vorausgesetzt.

es geht also eher um grenzüberschreitungen, weil der eine partner zu sehr in seinen alten handlungsmustern steckt, ggf. auch zu schwach ist um sich in manchen situationen nicht doch mitreissen zu lassen bzw. einfach den ausstiegt in bestimmten situationen nicht bekommt, weil für ihn die übergänge fliessend sind und einen eindeutigen stoppunkt zu setzen aus seinem persönlichen erfahrungsschatz bisher einfach nicht relevant war.

Kerewin

 

Beitrag von Kerewin »

Naja, innerhalb einer Partnerschaft führt man eine auf irgendeine Art auf Liebe aufbauende Beziehung. Ergo sollten die Dinge, die man tut und die, jedes auf seine Weise, Einfluss auf diese Beziehung haben, aus Liebe geschehen undoder eine liebevolle Intention haben.

Mit einem Dritten zu knutschen, wenn ich weiß, dass mein Liebster oder meine Liebste darunter leidet, ist keine Handlung, die aus Liebe geschieht, denn sie missachtet die Liebe, die mir entgegengebracht wird.

Achtsamkeit ist dann wohl auch das Stichwort. Wenn ich meinen Partner achte, werde ich wissentlich nichts tun, das ihn verletzen könnte. Wenn ich dabei allerdings in meiner persönlichen Freiheit tatsächlich so sehr eingeschränkt würde, dass ich unzufrieden würde, müsste ich abwägen, wieviel mir jeweils das eine und das andere wert ist und dann entscheiden, was mir persönlich die größere Zufriedenheit gibt.

Letztlich ists ne Kosten-Nutzen-Rechnung:
Was will ich haben - was bin ich bereit, dafür zu geben?

Legitim ist, was sich richtig anfühlt, wenn ich ehrlich mit mir selbst bin.

.kain
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Registriert: 19. Mär 2006 05:56

 

Beitrag von .kain »

Reden. ich bin sehr offen, und möchte VORHER und nicht NACHHER wissen das meine Freundin mit nem andern im bett war (ohne mir!).
Und: Beide haben rechte. Wenn meine Freundin sich offenhält, hin und wieder etwas mit wem andern zu haben, denke ich das sollte wohl auch für mich gelten. Wer seine Grenzen enger ziehen möchte muß dann wohl reden, was anders hilft ned.
Bin ich meines Bruders Hirte?
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Wir lieben Gaz!
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Kauft euch einen guten, alten, iMac, den einzig wahren Computer!

Hammaburg
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Beitrag von Hammaburg »

gleiche rechte für beide ist sicher ein sehr guter ansatz...
bringt nur nichts, wenn sich der eine für die option begeistern kann und es voll auslebt, es den anderen aber schon beim gedanken daran ekelt, er sich die freiheit also praktisch nie nehmen würde

im endeffekt läuft es wohl wirklich auf eine pragmatische "was will ich haben - was bin ich bereit, dafür zu geben?" kosten nutzen rechnung hinaus. nur das es dabei um die unverletzbarkeit der gefühle eines menschen den man liebt geht.

Kerewin

 

Beitrag von Kerewin »

Klar ist das pragmatisch - aber vergessen darf man eben nicht, dass es in so einem Fall (oder bei so einer 'Berechnung') immer auch und vor allem um Achtsamkeit und Liebe geht.

Nicht nur für den Partner, sondern auch für sich selbst. Und das wiederum für beide Seiten, das ist keine Verantwortung (für sich, für den anderen, für das eigene Leben...), die einer allein tragen kann, wenn es so direkt beide betrifft.

Earas
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Beitrag von Earas »

Ich denke was man darf und tut ist von Person zu Person unterschiedlich und sollte somit in jeder art von Beziehung individuell "ausgehandelt" werden.
Generell lässt sich meine eigene Meinung zu dem Thema in dem Satz "Treue geschieht im Kopf." ausdrücken. Der Körper ist also wieder was anderes für mich.
...allerdings ist das in der Praxis erheblich komplizierter *seufz* Wie ich gerade im Moment mal wieder erfahren muss.

Endurion
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Registriert: 17. Okt 2006 13:28

 

Beitrag von Endurion »

Für mich stellt sich die Frage nach der Motivation überhaupt fremdzugehen. Auch wenn man sich darüber geeinigt hat Seitensprünge zuzulassen, ist es zwar kein Betrug mehr, aber man geht doch trotzdem noch fremd...
Dann muss doch theoretisch in der vorhandenen Beziehung irgend etwas nicht stimmen, bzw. etwas fehlen - man bekommt offensichtlich von seinem Partner nicht das was man braucht oder gerne hätte, denn sonst würde meiner Meinung nach der Gedanke an sich doch garnicht aufkommen, oder?

Klar, hin und wieder trifft man Menschen die man begehrenswert findet - mit denen man gerne, auf welche Weise auch immer, intim werden würde, doch schliesslich verpflichtet man sich doch auch in gewisser Weise dem Partner gegenüber.

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