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Alles was sich vor, während und nach der Pubertät verändert. Fragen und Antworten zur
Aufklärung, Sexualität und Veränderungen des Körpers.

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bewusstAnonym
Frischling
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Viele Themen in einem...

Beitrag von bewusstAnonym » 18. Apr 2018 21:37

((Tut mir Leid, dass es so lang geworden ist, das musste aber sein..))
Hi. Ich bin 18 (m), und beschäftige mich jetzt intensiver damit, wer (oder was) ich eigentlich bin.
Also, vorneweg: Ich habe mich schon immer älter gefühlt als ich eigentlich war, habe auch die Pubertät mit sogut wir keiner Beeinträchtigung (muss man sich mal vorstellen) überlebt. Und ich hatte noch nie eine wie auch immer geartete Beziehung (was mir auch bis heute überhaupt nicht fehlt). Die "Erfahrungen", beziehungsweise Erkenntnisse ziehe ich also aus dem diversen Anschauungsmaterial, das heutzutage ja überall zugänglich ist ;) Im Übrigen hatte ich auch noch nicht das Gefühl, in einen Menschen verliebt zu sein.
Elternhaus, Kindheit, Schulerfolg, das ganze Drumherum halt, ist auch nicht zu beanstanden, ich glaube besser kann es einem eigentlich gar nicht gehen.

Ich will hier jetzt mal zwei Themen anschneiden, von denen ich gerne mal eure Erfahrungen / Meinungen hören würde.
1. FETISCH
Ich bin mir einigermaßen im Klaren, dass ich auf manche Formen von SM stehe, es befriedigt mich einfach am meisten. ABER, und jetzt wird's seltsam: Ich könnte mir nicht vorstellen, mit einer Partnerin so umzugehen. Von der menschlichen Perspektive her finde ich es furchtbar. Nur mein Körper will eben nicht... Zudem wechsel ich zwischen Sub und Dom-Neigung.
2. SEXUALITÄT
Ich mach mir da schon länger (seit ich 12-13 bin vielleicht) Gedanken drüber, weil es mir echt schwer fällt, mich zu entscheiden, was ich eigentlich bin. Klar, am Anfang denkt man erstmal, man ist wie alle anderen, also hetero. Das hat sich dann bald als Irrtum herausgestellt. Seit dem schwanke ich zwischen schwul und bi, manchmal denke ich, ob es nicht so was wie asexuell gibt; sehr seltsam also.
Was die Lage so kompliziert macht ist, dass ich zwar die Spielchen mit Jungs viel besser finde, den GV aber sehr ekelhaft (ist nicht angreifend gegenüber euch gemeint, die schwul sind!) Da finde ich doch die Mädels besser, zu denen ich mich wiederum allgemein nicht ganz so hingezogen fühle. Gibt's sowas, dass man als Bi ein Geschlecht dem anderen bevorzugt?
Dazu kommt noch, dass ich (zumindest bis jetzt) sehr junge Menschen (so ab 10 vielleicht) auch attraktiv finde, auch hier grätscht mir mein Anstand und mein Gewissen rein. Ich würde nie etwas mit einem Kind haben wollen!!

Das ist ja schon komplex genug. Reicht aber noch nicht.
Eins meiner großen Ziele im Leben ist es, eine Familie zu haben; und die verstehe ich im ganz traditionellen Sinne (Frau, "richtige" Kinder, ...) Weder männliche Partner noch adoptierte Kinder, und auch kein SM.
Die Psychologie sagt, dass so starke Wünsche die komplette Selbstwahrnehmung eintrüben können (bspw. bin ich schwul, bilde mir aber deswegen ein noch eine Chance zu haben), und weil das nun mal Psychologie ist kann ich mich da nicht selbst bewerten.

Auf der einen Seite stehen da also meine Triebe (Jungs, Gewalt, Kinder, etc.) und auf der anderen Seite meine Vorstellungen und Ziele, die ich allem überordne. Habt / hattet ihr auch solche Konflikte?
Momentan ist das nicht wirklich dringend für mich, weil ich mir noch keine Beziehung wünsche. Aber man weiß ja nie wann es einen erwischt :D

Ich freue mich auf reichlichen Input. Danke!!

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Seelenoede
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Re: Viele Themen in einem...

Beitrag von Seelenoede » 20. Apr 2018 11:00

Das ist wirklich viel und versuche mal ein paar Punkte aufzugreifen.

Ich ziehe zum Teil einige Parallelen zu meinem Leben, als ich in deinem Alter war. Keine Lust auf Beziehung, noch kein richtiges Gefühl von tiefen Emotionen einer anderen Person (mit Ausnahme der Eltern), unklare Sexualität, usw.
Ich bin mir einigermaßen im Klaren, dass ich auf manche Formen von SM stehe, es befriedigt mich einfach am meisten. ABER, und jetzt wird's seltsam: Ich könnte mir nicht vorstellen, mit einer Partnerin so umzugehen. Von der menschlichen Perspektive her finde ich es furchtbar. Nur mein Körper will eben nicht... Zudem wechsel ich zwischen Sub und Dom-Neigung.
Zumindest der Wechsel zwischen Sub- und Dom-Neigung ist völlig normal (s. Switch). Bei deinem anderen Punkt kann ich dir nicht viel dazu sagen, außer dass es nichts verwerfliches daran ist, wenn es Menschen in vollem Einvernehmen machen.
Ich mach mir da schon länger (seit ich 12-13 bin vielleicht) Gedanken drüber, weil es mir echt schwer fällt, mich zu entscheiden, was ich eigentlich bin. Klar, am Anfang denkt man erstmal, man ist wie alle anderen, also hetero. Das hat sich dann bald als Irrtum herausgestellt. Seit dem schwanke ich zwischen schwul und bi, manchmal denke ich, ob es nicht so was wie asexuell gibt; sehr seltsam also.
Asexualität gibt es und hat meines Wissens auch verschiedene Ausprägungen. Ich dachte selber, dass ich eine Mischung aus Pan- und Asexuell wäre, vor allem, weil mir GV eigentlich nie was gebracht hat. Mittlerweile kann ich aber sagen, dass ich nur noch pansexuell bin (also, dass mir Geschlecht beim anderen Menschen egal ist).
Was die Lage so kompliziert macht ist, dass ich zwar die Spielchen mit Jungs viel besser finde, den GV aber sehr ekelhaft (ist nicht angreifend gegenüber euch gemeint, die schwul sind!) Da finde ich doch die Mädels besser, zu denen ich mich wiederum allgemein nicht ganz so hingezogen fühle. Gibt's sowas, dass man als Bi ein Geschlecht dem anderen bevorzugt?
Es gibt eine ganze Reihe von homo- und bisexuellen Männern, die Analsex ablehnen. Auch das ist normal. Ebenfalls sind auch die Präferenzen normal. Wobei man dann zum Teil auch von Homo- bzw. Heteroflexibilität sprechen kann, also man ist hauptsächlich das eine, aber man hat auch minimale Tendenzen für das andere.
Dazu kommt noch, dass ich (zumindest bis jetzt) sehr junge Menschen (so ab 10 vielleicht) auch attraktiv finde, auch hier grätscht mir mein Anstand und mein Gewissen rein. Ich würde nie etwas mit einem Kind haben wollen!!
Das ist sehr löblich von deinem Anstand. Wenn du das Gefühl hast, dass es da schlimmer werden sollte, gibt es auch viele tolle Hilfsangebote zu dem Thema.
Eins meiner großen Ziele im Leben ist es, eine Familie zu haben; und die verstehe ich im ganz traditionellen Sinne (Frau, "richtige" Kinder, ...) Weder männliche Partner noch adoptierte Kinder, und auch kein SM.
Das ist der wirklich schwierige Teil. Ich kann da auch kaum weiter helfen, da ich dich wirklich kenne. Ob du das Ziel erreichen kannst, liegt wohl an dem Stellenwert deiner Sexualität (ist SM integraler Bestandteil deiner Sexualität oder ist es das Sahnehäubchen) und ob du es schaffst, eine Frau zu finden zu der du dich auch emotional hingezogen fühlst.
Einen Teil von mir rät dir ein neues Ziel zu suchen oder das "traditionell" bei Familie zu streichen, weil du dich sonst unglücklich machst, wenn du feststellst, dass deine Sexualität dir dann einen Strich durch die Rechnung machst.
"Normal is not the norm" - Delain, We are the Others

Kätzchen
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Re: Viele Themen in einem...

Beitrag von Kätzchen » 20. Apr 2018 15:30

Ich hab dein Thema hier schon seit der Erstellung offen und überlege, was ich dir dazu schreiben kann. Und am Ende kommts immer auf eins heraus: Lass es einfach mal laufen und schau, wie du und deine Beziehungen sich entwickeln. Die nächsten Jahre deines Lebens solltest du dazu nutzen, dich weiter auszuprobieren. Dinge kennen zu lernen. Und Fehler zu machen und auf die Schnauze zu fallen. In jedem Lebensbereich. Das gehört dazu. Und das ist toll.

Ich bin fast 10 Jahre älter als du. Ich kenn das Chaos in dem Alter. Und es hat sich alles ergeben. Mit Irrwegen und Fehlern. Aber auch die waren gut und richtig. Mach dir keinen Stress. Das kommt. Und das Leben spielt oft genug eh ganz anders als man denkt. Ich dachte mit 23 ich hätte meinen Plan gefunden und der wäre fest und unumstößlich. Und suchte dafür einen Single-Maledom, mit dem ich dann monogam leben wollte. Und ich bekam einen verheirateten Malesub, der Poly lebte. Und es war in dem Moment genau das richtige für mich und ich habe mit diesem Menschen viel gelernt und nochmal andere Perspektiven bekommen.

Du musst nicht alles jetzt und heute klären. Das ergibt sich. Hab Vertrauen und freu dich auf die nächsten Jahre :)

Was ich dir gerne als Denkanstoß auf den Weg geben würde:

https://www.ted.com/talks/meg_jay_why_3 ... transcript

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