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'Red Flags' - Dinge, die stutzig machen

Alles was sich vor, während und nach der Pubertät verändert. Fragen und Antworten zur
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scribble
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'Red Flags' - Dinge, die stutzig machen

Beitrag von scribble » 28. Jan 2017 16:27

Red Flags - dt. Rote Flaggen, Metapher für etwas, dass ein Problem signalisiert.

Mich würde interessieren was eure Red Flags sind und wie ihr auf da reagiert.
Auf alles bezogen, was hier so angesprochen wird BDSM, Sex, Partnerschaft etc.

Hier mal eine erste: Wenn die Person ein (großes) Problem damit hätte, wenn ich mich beim ersten Treffen covern lassen will.

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ponos
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Re: 'Red Flags' - Dinge, die stutzig machen

Beitrag von ponos » 28. Jan 2017 16:54

"Ich weiß, was du willst/was dir gut tut."
"Ich will nicht, dass rauskommt, dass..."
"Wer $Dinge nicht macht, ist kein richtiges $Label." (z.B. "Wer keine Blowjobs gibt, ist keine gute Sub")
"Ich bin sehr erfahren."
"Ich brauch keinen Test, ich weiß, dass ich nichts habe."

Olex
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Re: 'Red Flags' - Dinge, die stutzig machen

Beitrag von Olex » 31. Jan 2017 01:14

Eine Verwandter von "Wer $Dinge nicht macht, ist kein richtiges $Label." ist auch
"Wenn du mein/e [Label] sein willst, musst du auch [Dinge] tun"
Was es übrigens auch anders herum gibt, wenn Sub unbedingt "Ein/e richtige/r [Label] sein" will, aber man merkt, dass das so nie funktioniert, weil das zu viel/extrem ist oder nicht auf Subbies Vorlieben passt. Quasi wenn das "wenn du X nicht machst, bist du auch kein richtiges Y" eingetrichtert wurde.

Meine Reaktion auf das (und alles bisher genannte) ist immer Konfrontation:
a) warum meinst du, dass das so ist? / was bedeutet für dich "Erfahren sein"/etc und damit auf eine höfliche Art aufs Glatteis führen
b1) meine Sichtweise erklären, dass und warum ich das anders sehe (BDSM ist wie das Mischen von Farben, die man mag, da gibt es nicht 10 Schubladen, und entweder man ist drin und mag alles darin oder man ist nicht drin / mit meinen "Erfahrungen" kontern)
b2) wenn es nur ein Schwätzer oder Frischfleischjäger ist, richtig Kontra geben (am besten so, dass auch andere sich beteiligen können) und entweder er lernt zumindest etwas oder ich (und mein Umfeld) vergraul ihn dabei und er nervt (/gefährdet) zumindest in dem Bereich (Chat/Playparty/Stammtisch) niemanden mehr.
Warum trauen wir Menschen uns bei vielem nicht, obwohl wir nicht einmal wissen wovor wir Angst haben?

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iscorpio
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Re: 'Red Flags' - Dinge, die stutzig machen

Beitrag von iscorpio » 31. Jul 2017 14:46

Spannende Frage. Ich finde, wenn man sich für ein Treffen vereinbart, dann sollte das ganze mit Ruhe geschehen, wenn ich etwas hasse, dann ist es gedrängt zu werden: "Komm schon, du kannst einfach jetzt zu mir fahren.." oder so. Neben diesem "Gedränge" sind Lügen oder schwammige Aussagen für mich schon Grund genug das Treffen zu lassen. Schließlich basiert BDSM auf Vertrauen und wer es nicht schafft im Chat Vertrauen aufzubauen, wie soll das dann im echten Leben funktionieren?

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Re: 'Red Flags' - Dinge, die stutzig machen

Beitrag von little_sally » 31. Jul 2017 15:29

Ich finde so etwas wie "wie soll ich dir vertrauen, wenn du xy nicht machst?" ganz schlimm. Gefolgt von "so schnell wie möglich treffen" oder generell schwammigen Aussagen und "Drumherumrederei". Ich denke aber auch, dass man das spürt, wenn jemand nicht ganz koscher ist :-D

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Re: 'Red Flags' - Dinge, die stutzig machen

Beitrag von flunky » 3. Aug 2017 21:31

Für mich ist tatsächlich "Mach du" ein No go. Sobald verlangt wird, dass ich irgendetwas tue, was mich in irgendeine Top-Position bringt, ich bin damit vollkommen überfordert und auch durch Kindheitstraumata schnell getriggert, ganz schlimm ist da auch Reiterstellung, da brauch ich echt absolutes Vertrauen.
Ebenso schlimm ist zu wenig reden, im Sinne, das braucht keine Abklärung, ist Zeitverschwendung. etc...
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Re: 'Red Flags' - Dinge, die stutzig machen

Beitrag von Olex » 4. Aug 2017 12:43

Was wohl auch teils vor kommt ist, dass ein Partner meint, Stammtische, Parties, Workshops und andere soziale Events wären nichts, oder gar Top recht schnell mit Kontaktverboten kommt.
Oder generell seinen Partner zu Isolieren versucht - dann ist meist ziemlich was im Argen, entweder aus krasser Unsicherheit/Verlustängsten/etc heraus oder weil man sonst merken könnte, was für ein Mist eigentlich passiert.
Uh, und die Unfähigkeit, Kritik aufzunehmen ist meist auch eine Red Flag...

Und was auch zum Nachdenken anregen sollte ist meiner Meinung nach, wenn ein Partner "zu sehr" in seiner Rolle/dem Kontext auf geht und z.B. auch im Alltag die Ansicht hat, "Wenn mein Top mir etwas sagt, dann mache ich das immer, egal ob es mir schadet" (und dabei verdrängt, dass im Kontext von gesundem BDSM Top eh nichts schädliches verlangen wird). Also quasi einen Realitätsverlust hat bzw BDSM zu seinem religösen Weltbild gemacht hat, gut zu erkennen an heftigen Reaktionen wenn man daran was kritisiert/richtig stellt.
Warum trauen wir Menschen uns bei vielem nicht, obwohl wir nicht einmal wissen wovor wir Angst haben?

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Re: 'Red Flags' - Dinge, die stutzig machen

Beitrag von Creo » 6. Aug 2017 17:19

flunky hat geschrieben:
3. Aug 2017 21:31
Für mich ist tatsächlich "Mach du" ein No go. Sobald verlangt wird, dass ich irgendetwas tue, was mich in irgendeine Top-Position bringt, ich bin damit vollkommen überfordert und auch durch Kindheitstraumata schnell getriggert, ganz schlimm ist da auch Reiterstellung, da brauch ich echt absolutes Vertrauen
Das ist ja aber absolut kein "Red Flag" sondern einfach eine persönliche Eigenheit (mal davon ab, dass theoretisch auch schon n Blowjob als Top-Position ausgelegt werden kann, weil man in dem Moment der aktiv handelnde Part ist).
Ich gehör selbst zu den Menschen, die rasch von sowas überfordert sind (noch, wir arbeiten daran, es langsam zu steigern), aber es ist halt an sich nix falsch damit, kein Warnsignal, dass man einer Person mit ner guten Portion Skepsis begegnen sollte. Im schlimmsten Fall bedeutet es, dass eine Person nicht mit dir kompatibel ist, teils reicht vermutlich auch n ehrliches Gespräch um damit umgehen zu können.

Allgemein hab ich bei vielen Sachen hier den Eindruck, dass es n ganz guter Ausgangspunkt ist, sich alles mal ohne kinky Brille anzuschaun. Wenn man da "WTF, creepy!" denkt, dann wirds auch nicht besser wenn man BDSM drauf wirft.
Gerad sowas wie Isolierung ist ja bspw. auch n Kennzeichen für ne extrem ungesunde Beziehung, egal wie die nun genau ausgestaltet ist.

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Fluffy_Kitten
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Re: 'Red Flags' - Dinge, die stutzig machen

Beitrag von Fluffy_Kitten » 12. Aug 2017 17:30

Olex hat geschrieben:
4. Aug 2017 12:43
Was wohl auch teils vor kommt ist, dass ein Partner meint, Stammtische, Parties, Workshops und andere soziale Events wären nichts, oder gar Top recht schnell mit Kontaktverboten kommt.
Mein Daddy meint Stammtische wären nichts allerdings liegt das daran dass er wohl nicht die besten erfahrungen damit hatte, dennoch lässt er mich hin, auch wenn er vorerst drauf besteht mitzugehen. Ich denke nicht dass man das als Red Flag sehen kann in dem Fall, was meint ihr?

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Re: 'Red Flags' - Dinge, die stutzig machen

Beitrag von Creo » 14. Aug 2017 09:25

Red Flag heißt ja auch nicht unbedingt, dass es auf jeden Fall ganz furchtbar ist, wenn jemand so etwas tut und man sich unbedingt von dieser Person festhalten muss. Es heißt viel eher, dass man in so einem Fall vorsichtig sein und das Ganze sehr krititisch hinterfragen sollte.
Es gibt Flags, die sehr schwer zu rechtfertigen sind, aber eben auch einige, die mit mehr Kontext auch recht harmlos sein können. Auf jeden Fall aber sollte man bei so einem Flag erst mal inne halten und gründlich nachdenken. Und wenn man dann zu dem Schluss kommt, dass es schon einen Kontext hat, der das Verhalten rechtfertigt, dass kein manipulierendes oder anderweitig schädliches Verhalten vorliegt, ist das natürlich auch in Ordnung. Aber einfach denken "Dom sagt das, also tu ichs." ist halt falsch und kann zu sehr üblen Situationen führen.

Du hast ja auch durchaus mitbekommen, bei wie vielen Leuten die Warnglocken klingelten, als du erzähltest, dass dein Daddy nicht will, dass du zu Stammtischen gehst, Fluffy_Kitten... Es KANN eben bedeuten, dass jemand versucht, einen Neuling zu isolieren und kritisches Denken zu unterbinden.
Du hast aber auch sicher gemerkt, dass die Reaktionen deutlich milder wurden, als du erwähntest, dass er eben negative Erfahrungen gemacht hatte, aber durchaus bereit wäre, mit dir nochmal zu einem zu gehen, wenn du das willst. Weil das eben klar gemacht hat, dass da ein Kontext existiert und auch eine Bereitschaft, Kompromisse zu schließen und auf deine Wünsche einzugehen.

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