Soziale Mindestsicherung

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sammy
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Soziale Mindestsicherung

Beitrag von sammy »

f) Zwischenergebnis

Zusammengefasst ergibt sich: Ohne Wohnkosten betragen die Kosten der sozialen Mindestsi-
cherung im Raum Chemnitz im Minimumfall 132 Euro und im Maximumfall 278 Euro. Der
Minimumfall liegt sehr weit unterhalb, der Maximumfall immer noch deutlich unterhalb des
derzeitigen Regelsatzes. Schließt man die durchschnittlichen Wohnungskosten ein, die für ZfW 57/2 (2008), F. Thießen und Ch. Fischer
ALG II-Empfänger nach Luchtmeier/Ziemendorff (a.a.O.) heute bezahlt werden, dann liegen
die Kosten der sozialen Mindestsicherung zwischen 431 Euro und 577 Euro.
Quelle: http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bw ... mplett.pdf

Na wer kommt mit 132 Euro klar? :)

Félin
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Re: Soziale Mindestsicherung

Beitrag von Félin »

Wie wir aktuell im Channel diskutieren ;)

ich definitiv nicht
Wenn man bedenkt, was alles vom Regelsatz bezahlt werden muss, würde mich wundern, ob es jemandne gibt der damit wirklich klarkommen würde. Ohne Mangelerscheinungen durch zu wenig Obst/Gemüse aufzuweisen etc.
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Ich glaube, am Südpol gibt es keine Hummeln, weil Pinguine die Ungerechtigkeit nicht ertragen würden. (www.twitter.com/diktator)

Wizi
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Re: Soziale Mindestsicherung

Beitrag von Wizi »

Hm. Theoretisch geht das schon, auch ohne Mangelerscheinungen, denn Obst und Gemüse sind eigentlich nicht teuer, wenn man sich auf heimische Sorten beschränkt. Äpfel und Möhren sind sogar ziemlich günstig.
Sagen wir mal so: Wenn ich NUR Nahrung davon bezahlen müsste, würde ich das schon hinbekommen, aber das ist ja nicht alles, was man zum Leben braucht. Irgendwann sind die Schuhe durchgelatscht, irgendwann muss man auch mal Bus fahren um irgendwo hinzukommen, deswegen wird das ganze für mich unrealistisch.
I'm not gonna waste my life doing things I don't enjoy.

Félin
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Re: Soziale Mindestsicherung

Beitrag von Félin »

Wizi hat geschrieben:Hm. Theoretisch geht das schon, auch ohne Mangelerscheinungen, denn Obst und Gemüse sind eigentlich nicht teuer, wenn man sich auf heimische Sorten beschränkt. Äpfel und Möhren sind sogar ziemlich günstig.
Sagen wir mal so: Wenn ich NUR Nahrung davon bezahlen müsste, würde ich das schon hinbekommen, aber das ist ja nicht alles, was man zum Leben braucht. Irgendwann sind die Schuhe durchgelatscht, irgendwann muss man auch mal Bus fahren um irgendwo hinzukommen, deswegen wird das ganze für mich unrealistisch.
Es geht ja aber nicht nur um Nahrung, damit würd ich dann auch auskommen. (Der Regelsatz für Lebensmittel bei Hartz IV beträgt 128 Euro)
Aber der ganze Rest: Strom, Arzt, Kultur, Kommunikation, Mobilität etc.
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Dimil
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Re: Soziale Mindestsicherung

Beitrag von Dimil »


Wizi
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Re: Soziale Mindestsicherung

Beitrag von Wizi »

@Felin weil du nur von Mangelerscheinungen bei der Nahrung geredet hast, dachte ich, dass du auch nur davon redest ;)
Aber ja, dass es für alles, was man wirklich _braucht_, ohne jeden Luxus, nicht reicht, da sind wir uns wohl einig.
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bibibissig
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Re: Soziale Mindestsicherung

Beitrag von bibibissig »


Irlefin
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Re: Soziale Mindestsicherung

Beitrag von Irlefin »

Naja. Lest das Ding doch mal durch. So blöd sind die Annahmen nicht. Die Frage ist, ob die Herren wirklich wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen wollten, oder auch provozieren.
Rein vom Prinzip her snd sowohl ihre Aufstellungen als auch ihre Berechnungen nicht allzu realitätsfern. Es schließt allerdings wirtschaftlich sinnvolles handeln der Empfänger ein, von dem man leider nicht zu stark ausgehen kann.
Die Untergrenze ist wirklich minimal - stimmt, aber es ging ja auch drum ein Minimum zu berechnen. Ob die Angaben jetzt so genau stimmen müsste man nachrechnen und es ist klar, dass da keine tollen Klamotten etc drin sind. Dass da der ein oder andere strittige Punkt dabei ist, ist ja wohl klar.

Darüber hinaus wollten die Ersteller ja auch keine politischen Vorschläge machen, sondern eine eben eine wissenschaftliche Studie - so wie ich das verstanden habe.

Die Obergrenze ist meiner Meinung nach wirklich ausreichend. Ich kenne jede Menge Studenten, die nicht mehr zur Verfügung haben und bestens über die Runden kommen. Und ich kenne auch (arbeitstätige) Familien die pro Person einiges weniger zur Verfügung haben und trotzdem nicht schlecht leben.
Ich selber gebe auch nicht so viel mehr aus und ernähre mich gesund, kaufe anständige Kleidung, gehe öffters weg und was weiß ich (Spielzeug jetzt mal außer Acht gelassen :D).
Wenn man unser System mal anschaut - rein finanziell gesehen ist Hartz IV wirklich nicht soo übel.

crusaderJUH
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Re: Soziale Mindestsicherung

Beitrag von crusaderJUH »

ich denke schon, dass es mit riiiesig viel rumgerechne schon möglich ist, sich von diesen geforderten 132 euro zu ernähren und das auch einigermaßen gesund.

nun behauptet dieser professor leider, dass es möglich wäre, sich davon (ich zitiere seinen o-ton): "wintermantel, sommerjacke, strickjacke, anzug, schuhe..." zu kaufen und das halte ich persönlich für puren schwachsinn!
Das SMJG Sorgentelefon
Smokey, wir sind hier nicht in Vietnam, wir sind beim Bowling. Da gibt es Regeln!

Irlefin
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Re: Soziale Mindestsicherung

Beitrag von Irlefin »

crusaderJUH hat geschrieben:ich denke schon, dass es mit riiiesig viel rumgerechne schon möglich ist, sich von diesen geforderten 132 euro zu ernähren und das auch einigermaßen gesund.
Mal ganz ehrlich ... ich hab mir mal meine Finanzen angeschaut (ich schreib alles detailliert auf, seit ich alleine wohne). Wenn ich mal Fastfood, Essengehen, Starbucks und Co, sowie einige unnötig teure LM (Lachs, teures Fleisch vom Metzger) rausrechne, komm ich mit 80 Euro für Essen aus. Und das absolut gesund und durchaus ausreichend. Ich kann halt kochen und geh wenn nötig ab und an Kompromisse ein. Und evtl. mal ein wenig vorausschauend einkaufen ...
crusaderJUH hat geschrieben:nun behauptet dieser professor leider, dass es möglich wäre, sich davon (ich zitiere seinen o-ton): "wintermantel, sommerjacke, strickjacke, anzug, schuhe..." zu kaufen und das halte ich persönlich für puren schwachsinn!
Die Zahlen in dem Paper sind nicht vollkommen unsinnig. Er listet Bezugsquellen und Art der Klamotten auf und die Werte sind nicht erfunden. Das wirkt für mich auch durchaus nachvollziehbar. Problematisch ist es dann allerdings eher mit der Haltbarkeit der Billigkleidung (KIK und Co sind halt günstig, aber naja).

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