Aromantisch? Eure Meinungen.

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Spezixx
Zaungast
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Aromantisch? Eure Meinungen.

Beitrag von Spezixx »

Hallu,
ich hätte hier Mal eine kleine Frage und denke sie passt in diese Kategorie am besten.
Ich erzähl jetzt einfach Mal davon und wäre sehr dankbar, wenn ihr mir eure Meinung dazu sagen könntet.
Ich hab es erst in letzter Zeit mehr beachtet aber mir ist aufgefallen, dass ich noch nie wirklich verliebt war. Ich hab mich immer zu Leuten hingezogen gefühlt aber immer mehr freundschaftlich. Ich liebe Menschen als Freunde aber ich habe nicht das Gefühl jemanden als Lebens-(Abschnitts-)Partner lieben zu können.
Jedes Mal wenn ich versucht habe mit jemandem zusammen zu sein hat es nie lange gehalten und ich hatte die Leute lieb...war aber halt nicht verliebt.

Jetzt die Frage an euch: Zählt das als Aromantisch oder ist das was anderes?
Ich wäre sehr dankbar, wenn ihr mir helfen könntet.
Lg
Spezi<3

Edit: Update - viewtopic.php?p=199743#p199743

Isa15
Zaungast
Beiträge: 19
Registriert: 7. Aug 2017 12:48

Re: Aromantisch? Eure Meinungen.

Beitrag von Isa15 »

Hi
Es könnte durchaus sein, dass du a-sexuell bist. Ich hatte aber mal ne Freundin, die hatte das selbe Problem und bei ihr lag es glaube ich mehr an der Unsicherheit und Schüchternheit, dass sie sich ihre "Liebesgefühle" nicht eingestehen wollte (aber unbewusst). Vielleicht ist es auch das?
Vielleicht hast du auch einfach noch nicht die richtige Person gefunden, oder es liegt am Geschlecht (ich weiß ja nicht, ob du männlich/weiblich bist und mit wem du schon zusammen warst: so weit du das noch nicht versucht hast, probier es doch mal mit einer gleich/gegenschlechtlichen Person).
Alles Gute
Isa

blacky_99
Vielschreiber
Beiträge: 251
Registriert: 28. Mär 2016 00:36

Re: Aromantisch? Eure Meinungen.

Beitrag von blacky_99 »

Natürlich kann es sein dass du aromantisch bist,
dass ist möglich.
Allerdings kann es auch sein, dass es einfach am Alter liegt.
Du bist ja noch recht jung, da kann sich noch viel ergeben.
Ich würde an deiner Stelle vorsichtig mit Labeln sein, denn du weißt nie,
was sich in den kommenden Jahren noch ergibt.
Konzentrier dich nicht auf irgendwelche Namen oder Attribute die du dir gibst sondern
richte dich ganz danach, was du fühlst :)
Versuche nicht verkrampft danach zu suchen "was" du nun bist,
sondern leb' einfach damit und wer weiß, was noch kommen mag.
Vielleicht bist du aromantisch, und das ist okay, vielleicht bist du asexuell, vielleicht demisexuell,
das kann alles sein, aber vielleicht hast du auch einfach noch niemanden gefunden,
und völlig egal, "was" du nun bist, und woran es liegt - konzentrier dich darauf, was du fühlst, und was du willst,
und nicht, was dein Label dir sagt :)
"I wanna hurt you just to hear you screaming my name."

Sirenensang
Board-Fanatiker
Beiträge: 829
Registriert: 25. Sep 2010 01:30

Re: Aromantisch? Eure Meinungen.

Beitrag von Sirenensang »

Moin, ich bin ja bald zu alt für das Forum hier, kann also vielleicht doch einigermaßen beurteilen, wie aromantisch ich bin (doch ziemlich).
Und ich muss sagen, dieses ach-so-böse Label für mich gefunden zu haben war sehr hilfreich. Es ist einfach sehr schön einen Ausdruck dafür zu haben was Du sein könntest, andere zu finden die so sind und so weiter.
Außerdem finde ich, dass es scheißegal ist wie jung Du bist, Du bist nie zu jung um Worte für Dich zu finden. Natürlich kann es passieren dass Du in ein paar Jahren DIE Person findest für die Du romantische Gefühle empfindest, aber es könnte auch niemals passieren. Auf jeden Fall sollte es ja kein Problem sein, Deine Labels zu ändern wenn Du Dich änderst oder neue Dinge über Dich rausfindest.
Hab mich auch mal als Junge, dann als Männlich-androgyn, dann als Weiblich-androgyn und jetzt als Transmädchen gelabelt, und der Wechsel zwischen den Labels hat mir nie weh getan.

Um zurück zu Deiner Frage zu kommen: Das was Du da beschreibst klingt für mich sehr nach dem, was ich erfahre. Alle Menschen, mit denen ich BDSM oder Sex habe, würde ich am ehesten als sehr gute Freund*innen beschreiben, nicht als irgendwas mit Liebe. Den Unterschied zwischen Freundschaft und Liebe habe ich ohnehin nie verstanden oder gefühlt.
Das heißt nicht, dass meine Beziehungen nicht halten... Meine drei Beziehungen halten seit 2013, 2015 und nem halben Jahr. Es kommt halt darauf an wie gut ihr miteinander redet und wie okay ihr damit seid, dass ihr vielleicht nicht dasselbe füreinander empfindet. ich komme da bisher mit relativ wenig Drama aus, muss ich sagen, aber meine Freund*innen sind halt auch ziemlich toll.

Also, ja, es kann sein dass Du aromantisch bist (ob Du es aber wirklich bist musst Du selber herausfinden), und es ist überhaupt nicht schlimm das zu sein. Kann auch nicht sein, aber lass Dir nicht verkaufen dass es irgendwie schlecht ist ein Wort für Dich zu haben.

Bücherdieb
Zaungast
Beiträge: 9
Registriert: 29. Aug 2017 15:38

Re: Aromantisch? Eure Meinungen.

Beitrag von Bücherdieb »

Stimme Sirenensang da voll zu.
Im Ernst, solang dir Label helfen und du dich damit identifizieren kannst, spricht nichts dagegen, es auch zu benutzen, selbst wenn es nicht für immer und ewig sein sollte.

Spezixx
Zaungast
Beiträge: 23
Registriert: 16. Aug 2017 12:08

Re: Aromantisch? Eure Meinungen.

Beitrag von Spezixx »

So, ich sollte auch diesen Thread mal wieder updaten.
Ich habe inzwischen viel gelernt und glaube die Situation in der ich damals war etwas besser zu verstehen.
Zu aller erst: Ich identifiziere mich nicht mehr als aromantisch.

Ich war seitdem in zwei (für mein Alter) relativ lang anhaltenden Beziehungen (Die Zweite hält hoffentlich noch etwas länger an :angel: ) und ich glaube inzwischen sagen zu können wie sich Liebe für mich anfühlt. Aus diesem Hintergrund heraus: Doch ich war damals bereits verliebt gewesen. Es war natürlich eine jugendliche, unerfahrene Art von Liebe, aber es war welche.
Der Hintergrund meines Problems damals war, dass ich bisher die jenige war, die meine vorherigen "Beziehungen" beendet hatte, und ich deshalb irgendeinen "Fehler" oder Grund in meinem Wesen gesucht habe, der begründet weshalb es nie funktioniert hat. Seitdem habe ich aber noch eine weitere Beziehung verlassen und ich glaube, das hat mir einiges verständlicher gemacht.
Dass ich einfach nur damals schon den Mut hatte für mich ein zu stehen, wenn es mir in einer Situation nicht gut ging, und mich aus dieser Situation heraus zu nehmen, stand für mich damals nämlich nicht zur Debatte. Eine Trennung war in meinem Weltbild grundsätzlich etwas schlechtes und die Person, die diese Trennung gefordert hatte der "Bösewicht".
Da war es einfacher zu entscheiden, dass ich grundsätzlich nicht lieben kann. So konnte ich mir die Schuld geben und mich gleichzeitig aus dieser ganzen Verwirrung, die die Pubertät für mich mit sich brachte, zumindest in einem Aspekt raus halten.
Manchmal ist man eben in einer Phase, in der es schwer ist genau fest zu legen, was man will und wer man ist.

Inzwischen bin ich stolz darauf, dass ich für mich einstehen kann und mich auf mich verlassen kann, wenn es darum geht, schädliche Situationen zu vermeiden oder zu beenden.

Danke an alle, die mir in diesem Thread geantwortet haben und meinem jüngeren Ich die Sicherheit gegeben haben, dass sie kein grundsätzlich schlechter Mensch ist.

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