Problem mit Akzeptanz von Gefühlen

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Jackie
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Problem mit Akzeptanz von Gefühlen

Beitrag von Jackie » 18. Apr 2015 16:19

Hallo!
Ich habe ein Problem und da ich finde, dass im Forum viele gute Ratschlöge vergeben werden wende ich mich einfach mal an euch. :)
Ich habe echt Schwierugkeiten damit meine Gefühle zu akzeptieren, vorallem unangenehme (Wut, Abneigung etc.) Gefühle. Ich mache zur Zeit eine Therapie wo der eigentliche Anlass Schüchternheit/soziale Probleme war. Ich habe dann so einen Ankreuztest gemacht wo unter anderem rauskam, dass ich sehr wenig Akzeptanz gegenüber meinen Gefühlen habe. Natürlich hab ich das im grunde genommen schon gewusst bevor ich die Testergebnisse zu sehen bekam, aber dadurch ist es mir eben einfach zum ersten mal richtig bewusst geworden.
Ich habe dann natürlich mit meiner Therapeutin darüber geredet und überlegt wie man diese Akzeptanz verbessern könnte, allerdings bin ich mit den Ergebnissen nicht eindeutig zufrieden.. Abgesehen davon dass sie mir sagt, das Gefühle weder schlecht noch gut sind, und dass ich ein paar Arbeitsblätter augefüllt habe die im Endeffekt aber auch nix gebracht haben hat sie mir nicht wirkich Hilfestellungen gegeben... Ich werde sie bei der nächsten Sitzung auf jeden Fall nochmal danach fragen, (und hoffe, dass sie mir WIRKLICH weiterhelfen kann) aber vielleicht habt ihr ja in der Zwischenzeit ein paar gute Tipps für mich.

Bei mir geht es wie schon gesagt um unangenehme Gefühle wie eben Wut oder so. Ich habe dann immer eine Art Stimme im Hinterkopf die mir sagt, dass ich es schlecht ist diese Gefühle zu haben, dass ich sie nicht haben sollte oder/und dass ich dadurch quasi ein schlechter Mensch bin da meine Gefühle in der jeweiligen Situation m.E. völlig ungerechtfertigt sind. Wenn ich mich z.B. mit meiner Mutter streite, dann hab ich immer den Gedanken im Hinterkopf, dass ich gar nicht wütend sein darf oder zumindest, dass ich diese Wut nicht ausleben darf (z.B. indem ich sie Anschreie oder so). Ich habe dann vorallem immer Angst vor der Gegenreaktion und fühle mich dann ziemlich eingeschüchtert weil meine Mutter beim Streiten auch mal laut wird und mir vorallem immer vorwirft ich wäre "zu aggressiv" (verbal gesehen.) oder (je nach Situation) "zu empfindlich". Daher kommt vermutlich auch ein Grossteil dieser Nicht-Akzeptanz meiner Gefühle...

Könnt ihr mir da eine Hilfestellung geben?
Bereue nicht Sachen die du getan hast, bereue Sachen die du NICHT getan hast!

atashi
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Re: Problem mit Akzeptanz von Gefühlen

Beitrag von atashi » 19. Apr 2015 12:54

Jackie hat geschrieben:weil meine Mutter beim Streiten auch mal laut wird und mir vorallem immer vorwirft ich wäre "zu aggressiv" (verbal gesehen.) oder (je nach Situation) "zu empfindlich". Daher kommt vermutlich auch ein Grossteil dieser Nicht-Akzeptanz meiner Gefühle...
Ich glaube, Du siehst die Diskrepanz selbst, aber ich stoß Dich nochmal direkt drauf: Deine Frau Mutter hat ein gewaltiges Problem, NICHT Du! Sie misst nämlich mit zweierlei Maß: Wenn sie lauter wird, ist es okay, wenn Du lauter wirst, ist das gleich aggressiv. Vielleicht könnte es Dir helfen, wenn sie Dich damit akzeptiert, aber ich glaube, Eltern, die das seit Jahrzehnten eingeschliffen haben, kann man nicht mehr wirklich ändern (wenn sie das nicht selbst wollen).
Versuch Dich aber, wenigstens von dieser Meinung zu distanzieren, vielleicht laut, vielleicht nur für Dich in Gedanken.

In vielen Familien (und auch in nicht-familiären Gruppen) ergeben sich eine Menge Kommunikations-Dynamiken und es schleifen sich über Jahre des Zusammenlebens immer mehr schlechte Eigenheiten ein. Vielleicht hilft es Dir, mal mit anderen Gruppen zu "streiten", da entlarvt man solche blöden Angewohnheiten viel schneller.

Für Deine Gefühle kann ich Dir nur raten, dass Du ihnen Platz einräumen solltest. Nehmen wir als Beispiel Traurigkeit. Die wenigsten mögen es, in der Öffentlichkeit zu weinen und damit ihre Schwäche allen zu zeigen. Aber wenn man da seine Traurigkeit herunterschluckt, wäre es gut, sie dennoch nicht auf immer zu verbannen (das sammelt sich nämlich irgendwann an und gibt Magenschmerzen). Gib Dir und Deinen Tränen den Raum, den das ganze braucht.
Ich guck dann immer furchtbar traurige Filme und lasse zu, dass ich heule wie ein Schlosshund und hinterher ist alles wieder ein Stückchen besser.
Nimm Dir also Zeit, vielleicht ein abgeschlossenes Zimmer oder die Einsamkeit bei einem Waldspaziergang und versuche, genau dann, wenn es keinen stört, diese Gefühle zuzulassen. Gefühle gehören zu Dir wie zu mir und jedem anderen. Sie belasten uns vielleicht in den falschen Situationen, aber deshalb sind sie nicht per se schlecht und man kann sie nicht einfach so aus seinem Leben verbannen. Man kann mit ihnen leben. Man muss nur Wege finden, sich mit ihnen zu arrangieren. :wink:

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HoneyBunny
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Re: Problem mit Akzeptanz von Gefühlen

Beitrag von HoneyBunny » 20. Apr 2015 03:41

atashi hat geschrieben:Ich glaube, Du siehst die Diskrepanz selbst, aber ich stoß Dich nochmal direkt drauf: Deine Frau Mutter hat ein gewaltiges Problem, NICHT Du! Sie misst nämlich mit zweierlei Maß: Wenn sie lauter wird, ist es okay, wenn Du lauter wirst, ist das gleich aggressiv.
atashi hat geschrieben:Ich habe dann vorallem immer Angst vor der Gegenreaktion und fühle mich dann ziemlich eingeschüchtert weil meine Mutter beim Streiten auch mal laut wird
Siehst du selbst, atashi, oder? ERST wird Jackie laut, DANN die Mutter, denn das Lauterwerden ist "nur" eine Gegenreaktion.


Nichtsdestotrotz solltest du zwischendurch deine Gefühle zulassen. Nicht unbedingt gegen Menschen, sondern, wie schon gesagt wurde, im Wald beim Spaziergang. Eventuell solltest du dich auch fragen, warum du in genau diesen Momenten nicht wütend etc. sein solltest, also warum du diese Gedanken hast. Ist es wirklich nur aus Angst vor bspw. deiner Mutter oder vielmehr deswegen, weil es objektiv gesehen vielleicht übertrieben wäre, du aber trotzdem solche Gefühle hast? Es scheint auch ziemlich oft zu Streitereien zu kommen. (Wenn das nicht stimmt: sorry für die falsche Unterstellung.) Vielleicht sollte man diesen auf den Grund gehen und daran arbeiten, dass es harmonischer wird?
Natürlich ist es in manchen Situationen normal, dass man bestimmte Gefühle nicht zulässt. Kaum jemand wird in der Öffentlichkeit laut losheulen, einfach aus Scham. Das Gefühl "spart" man sich dann auf und entlädt es dann an dem "richtigen" Ort. Sind es eigentlich nur negative Gefühle, die du nicht akzeptieren kannst oder auch positive?

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Re: Problem mit Akzeptanz von Gefühlen

Beitrag von atashi » 20. Apr 2015 12:26

HoneyBunny hat geschrieben:Siehst du selbst, atashi, oder? ERST wird Jackie laut, DANN die Mutter, denn das Lauterwerden ist "nur" eine Gegenreaktion.
Ahja ahja. Ich sehe da nicht diese zeitliche Abfolge. Ich lese heraus, dass die Mutter laut wird und Vorwürfe macht und ich lese heraus, dass Jackie laut wird und Angst vor dem Gegenwind hat, wenn sie laut wird. Für mich steht das nicht in so unmittelbarem Ursache-Wirkungs-Prinzip wie Du das rausliest. Vielleicht kannst Du, Jackie, uns aufklären, wies darum wirklich steht und solang nimmt HoneyBunny ein bisschen den giftigen Ton raus.

Selbst wenn es das aber wäre, trägt Frau Mutter eine Teilschuld. Man muss nicht dagegenbläffen und man muss den anderen nicht gleich mit solchen (für Jackie verletzenden) Worten konfrontieren. Man kann auch sachlich-ruhig bleiben und den anderen freundlich daran erinnern, nicht allzu laut zu werden.

In vielen Eltern-Kind-Beziehungen entwickeln sich aber diese Dynamiken. Am Anfang, als Auslöser, wird vielleicht das Kind laut, die Eltern reagieren mit ähnlicher Lautstärke. Nur leider bleibts dabei nicht (zumindest in denen, die ich erlebt habe), sondern öfters passierts auch, dass man so gewohnt ist, laut zu werden, dass man es automatisch tut, auch ganz ohne vom anderen getriggert zu werden, dann erst den anderen anstachelt und sich schließlich gegenseitig hochschaukelt. Gerne verbunden mit "der andere hat aber angefangen" bzw. "der andere war aber viel schlimmer".

Aber eigentlich ist es egal, wer angefangen hat; man sollte das Problem lösen und nicht die Schuldfrage. :wink:
Und bei diesem Problem - die Nichtakzeptanz der eigenen Gefühle - würde ich raten, nicht zu viel auf die Meinung einer Person zu geben, die selbst in dieser Hinsicht nicht so perfekt ist, wie sie von anderen fordert.
Gibt es denn andere Personen, die sich ähnlich dazu geäußert haben?

Man kann natürlich die Kritik sehr wohl auf sachlicher Ebene aufnehmen und vielleicht irgendwann nutzen, um allein oder gemeinsam die Streitkultur zu verbessern. Aber das ist nicht direkt Gegenstand dieses Threads, außer Jackie wünscht sich dabei Untersützung. :wink:

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Jackie
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Re: Problem mit Akzeptanz von Gefühlen

Beitrag von Jackie » 20. Apr 2015 17:10

atashi hat geschrieben:
Jackie hat geschrieben:weil meine Mutter beim Streiten auch mal laut wird und mir vorallem immer vorwirft ich wäre "zu aggressiv" (verbal gesehen.) oder (je nach Situation) "zu empfindlich". Daher kommt vermutlich auch ein Grossteil dieser Nicht-Akzeptanz meiner Gefühle...
Ich glaube, Du siehst die Diskrepanz selbst, aber ich stoß Dich nochmal direkt drauf: Deine Frau Mutter hat ein gewaltiges Problem, NICHT Du! Sie misst nämlich mit zweierlei Maß: Wenn sie lauter wird, ist es okay, wenn Du lauter wirst, ist das gleich aggressiv. Vielleicht könnte es Dir helfen, wenn sie Dich damit akzeptiert, aber ich glaube, Eltern, die das seit Jahrzehnten eingeschliffen haben, kann man nicht mehr wirklich ändern (wenn sie das nicht selbst wollen).
Versuch Dich aber, wenigstens von dieser Meinung zu distanzieren, vielleicht laut, vielleicht nur für Dich in Gedanken.
Danke für deinen Zuspruch und mit den eingeschliffenen Verhaltensweisen hat du denke ich ganz klar Recht! Ich denke auch, dass diese häufigen Streitereien etwas damit zu tun haben, das ich schon 21 bin und immer noch zu Hause lebe (allerdings nur weil ich noch zur Schule gehe. Aber dieses Jahr mach ich zum Glück Abi, und dann gehts endlich weg aus meiner Heimatstadt :D :jsmoke: :jsmoke: ) Ich habe manchmal echt das Gefühl ich würde zuhause bei meiner Mutter in einem zu engen, kleinen Käfig sitzen, und könnte mich nicht frei bewegen (natürlich nur metaphorisch gesehen!!). Das alles ist sicher total typisch für dieses "Flügge werden". :) Aber Atashi hat Recht, eigentlich geht es nicht so sehr um meine Beziehung zu meiner Mutter, sondern generell um die Schwierigkeit meine Gefühle zu akzeptieren.
atashi hat geschrieben:Vielleicht hilft es Dir, mal mit anderen Gruppen zu "streiten", da entlarvt man solche blöden Angewohnheiten viel schneller.
Das ist ein echt guter Tipp, danke! Ich werde auch bald eien Gruppentherapie anfangen und das ist sicher ein guter Ort um "streiten" zu üben.
atashi hat geschrieben:
HoneyBunny hat geschrieben:Siehst du selbst, atashi, oder? ERST wird Jackie laut, DANN die Mutter, denn das Lauterwerden ist "nur" eine Gegenreaktion.
Ahja ahja. Ich sehe da nicht diese zeitliche Abfolge. Ich lese heraus, dass die Mutter laut wird und Vorwürfe macht und ich lese heraus, dass Jackie laut wird und Angst vor dem Gegenwind hat, wenn sie laut wird. Für mich steht das nicht in so unmittelbarem Ursache-Wirkungs-Prinzip wie Du das rausliest.
Das mit dem Ursache-Wirkungsprinzip stimmt zum Teil. Es ist aber eben auch so, das meine Mutter wirklich schnell genervt ist (oder zumindest ungeduldig) und ich mich dann verteidigen will.
atashi hat geschrieben: Gibt es denn andere Personen, die sich ähnlich dazu geäußert haben?
Sonst streite ich mich nicht wirklich viel mit Leuten, das liegt aber sicher auch daran, dass ich relativ wenig Freunde habe undmit diesen auch nicht wirklich in Konflikt gerate.
atashi hat geschrieben: Man kann natürlich die Kritik sehr wohl auf sachlicher Ebene aufnehmen und vielleicht irgendwann nutzen, um allein oder gemeinsam die Streitkultur zu verbessern. Aber das ist nicht direkt Gegenstand dieses Threads, außer Jackie wünscht sich dabei Untersützung. :wink:
Ich sehe dass genauso wie Atashi: Diese Steitkultur an sich ist nicht wirklich Gegenstand dieses Threads, sondern meine generelle nicht-Akzeptanz von Gefühlen.
Bereue nicht Sachen die du getan hast, bereue Sachen die du NICHT getan hast!

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Re: Problem mit Akzeptanz von Gefühlen

Beitrag von HoneyBunny » 25. Apr 2015 02:12

atashi hat geschrieben:und solang nimmt HoneyBunny ein bisschen den giftigen Ton raus.
So war das eigentlich gar nicht gemeint, sorry... es war eigentlich mehr ironisch und mit 'nem Zwinker gemeint, der jetzt halt irgendwie fehlt. Im Nachhinein ist man immer klüger, aber in einem Forum mit "Gleichgesinnten" sollte doch klar sein, dass man sich nicht sofort gegenseitig ankeift, oder? ;)

Ja, die Schuldfrage ist tatsächlich nebensächlich. Deshalb ja auch meine Fragen, die ich oben gestellt habe bzgl. der Gedanken. Man kann viel mehr unternehmen, wenn man weiß, warum oder überhaupt was für welche Gedanken man hat, wenn man seine Gefühle gerade nicht akzeptiert. Ist zumindest eine Vorstellung von mir...

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Ernie
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Re: Problem mit Akzeptanz von Gefühlen

Beitrag von Ernie » 25. Apr 2015 13:59

Jackie hat geschrieben:Bei mir geht es wie schon gesagt um unangenehme Gefühle wie eben Wut oder so. Ich habe dann immer eine Art Stimme im Hinterkopf die mir sagt, dass ich es schlecht ist diese Gefühle zu haben, dass ich sie nicht haben sollte oder/und dass ich dadurch quasi ein schlechter Mensch bin da meine Gefühle in der jeweiligen Situation m.E. völlig ungerechtfertigt sind.
Da würde es dir vielleicht helfen mit anderen Leuten über ähnliche Situationen und deren Gefühle dann zu reden? Denn so wie ich das sehe, hast du das Gefühl, dass deine Gefühle da ungewöhnlich sein; sie mit anderen zu vergleichen und vielleicht zu sehen, dass andere fast genauso reagieren kann die Gefühle akzeptabler machen. Sich mit den Gefühlen anderer auseinanderzusetzen kann auch eine gute Vorübung für die eigenen Gefühle sein =)
Vielleicht hilft es dir auch zu wissen, dass das Akzeptieren von Gefühlen, diese oft abschwächt. Wenn wir sie nämlich unterdrücken und von uns fern halten, verwenden wir unbewusst viel Energie auf sie und machen sie noch stärker. Sie zu akzeptieren heißt also zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen :wink:


Wenn ich mich z.B. mit meiner Mutter streite, dann hab ich immer den Gedanken im Hinterkopf, dass ich gar nicht wütend sein darf oder zumindest, dass ich diese Wut nicht ausleben darf (z.B. indem ich sie Anschreie oder so). Ich habe dann vorallem immer Angst vor der Gegenreaktion und fühle mich dann ziemlich eingeschüchtert weil meine Mutter beim Streiten auch mal laut wird und mir vorallem immer vorwirft ich wäre "zu aggressiv" (verbal gesehen.) oder (je nach Situation) "zu empfindlich". Daher kommt vermutlich auch ein Grossteil dieser Nicht-Akzeptanz meiner Gefühle...
Die beiden anderen Poster_Innen haben es ja schon angesprochen: So etwas hat oft eine ganz eigene Dynamik. Es ist auch normal in der Familie anders zu reagieren als wo anders, weil sich da ja über Jahrzehnte einiges entwickelt hat. Ich bin in der Familie auch viel aufbrausender als außerhalb, da steckt auch einfach eine sehr lange Geschichte dahinter :wink:


Der
Bei mir darf jeder machen, was ich will.

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Re: Problem mit Akzeptanz von Gefühlen

Beitrag von atashi » 26. Apr 2015 11:01

Ich bin auch noch mal in mich gegangen. :wink:
Vielleicht könnten Dir auch Achtsamkeitsübungen helfen. Das hilft manchen Menschen, ein bisschen weniger aufbrausend oder impulsiv zu sein. Ich hab mal kurz die Büchersuche bemüht, dieses könnte unter Umständen was für Dich sein. Du kannst aber gerne noch weiter in die Richtung stöbern und Rezensionen querlesen, da gibts ne große Auswahl.



HoneyBunny hat geschrieben:So war das eigentlich gar nicht gemeint, sorry... es war eigentlich mehr ironisch und mit 'nem Zwinker gemeint, der jetzt halt irgendwie fehlt. Im Nachhinein ist man immer klüger, aber in einem Forum mit "Gleichgesinnten" sollte doch klar sein, dass man sich nicht sofort gegenseitig ankeift, oder? ;)
Kein Problem, kein Problem. Ich bin halt so LEICHT allergisch gegen Großschreibung AN mehr oder MINDER zufälligen STELLEN. :wink: Ich will doch keinem was böses. :-D

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Re: Problem mit Akzeptanz von Gefühlen

Beitrag von Jackie » 26. Apr 2015 11:35

HoneyBunny hat geschrieben:
Eventuell solltest du dich auch fragen, warum du in genau diesen Momenten nicht wütend etc. sein solltest, also warum du diese Gedanken hast. Ist es wirklich nur aus Angst vor bspw. deiner Mutter oder vielmehr deswegen, weil es objektiv gesehen vielleicht übertrieben wäre, du aber trotzdem solche Gefühle hast? Es scheint auch ziemlich oft zu Streitereien zu kommen. (Wenn das nicht stimmt: sorry für die falsche Unterstellung.) Vielleicht sollte man diesen auf den Grund gehen und daran arbeiten, dass es harmonischer wird?( ...)
Sind es eigentlich nur negative Gefühle, die du nicht akzeptieren kannst oder auch positive?
Ich denke da mit dem "warum" ist eher eine Art Wechselwirkung: 1.Ich bin wütend 2. Ich handle nach diesem Gefühl 3.Meine Mutter meckert mich an. 4. Ich habe beim nöchsten Mal Angst meine Gefühle zu zeigen und denke deshalb gelich dass sie schelcht wären.
Vltt hast du schon recht und es ist ein Ursache-Wirkung Prinzip.... Es ist allles irgendwie ziemlich verworren finde ich. Ich kann das selber gar nicht genau beschreiben... :?
Ernie hat geschrieben: Da würde es dir vielleicht helfen mit anderen Leuten über ähnliche Situationen und deren Gefühle dann zu reden? Denn so wie ich das sehe, hast du das Gefühl, dass deine Gefühle da ungewöhnlich sein; sie mit anderen zu vergleichen und vielleicht zu sehen, dass andere fast genauso reagieren kann die Gefühle akzeptabler machen. (-..)
Vielleicht hilft es dir auch zu wissen, dass das Akzeptieren von Gefühlen, diese oft abschwächt. Wenn wir sie nämlich unterdrücken und von uns fern halten, verwenden wir unbewusst viel Energie auf sie und machen sie noch stärker. Sie zu akzeptieren heißt also zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen :wink:
Das sind gute Ratschläge! Danke! Das Gefühle stärker werden je mehr ich mich quasi gegen sie wehre habe ich auch schon gemerkt, ist aber gut dass du es mir nochmal vor Augen führst. :)
atashi hat geschrieben: Vielleicht könnten Dir auch Achtsamkeitsübungen helfen.
Ich habe bereits ein Buch über Achtsamkeit, aber danke für den Buchvorschlag. (Ich hab das hier: Klick) Evtl kauf ich mir deinen Buchvoschlag auch noch, klingt nömlich echt gut! :)
Bereue nicht Sachen die du getan hast, bereue Sachen die du NICHT getan hast!

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Re: Problem mit Akzeptanz von Gefühlen

Beitrag von HoneyBunny » 29. Apr 2015 05:07

Jackie hat geschrieben:Ich denke da mit dem "warum" ist eher eine Art Wechselwirkung: 1.Ich bin wütend 2. Ich handle nach diesem Gefühl 3.Meine Mutter meckert mich an. 4. Ich habe beim nöchsten Mal Angst meine Gefühle zu zeigen und denke deshalb gelich dass sie schelcht wären.
Vltt hast du schon recht und es ist ein Ursache-Wirkung Prinzip.... Es ist allles irgendwie ziemlich verworren finde ich. Ich kann das selber gar nicht genau beschreiben... :?
Dass mir das nicht vorher aufgefallen ist... ich hatte etwas Ähnliches. :shock: Ist mir total entfallen, aber es war auch echt beschissen damals... Allerdings ging es da um das Weinen. Wenn ich als Kind von meinem Papa eine Standpauke bekam und angeschrien wurde, kamen mir irgendwann die Tränen. Meist dauerten diese Vorträge echt lange und er hat mich angebrüllt und zwischendurch blöde Fragen gestellt, die ich nicht beantworten konnte - entweder, weil ich wirklich keine Ahnung hatte oder weil ihm die Antwort nicht gefiel. (Letzteres war öfter der Fall, oh Wunder :D ) Na ja, wenn ich dann anfing, zu weinen, hat er noch mehr geschimpft und entweder gesagt, dass ich keinen Grund zum Weinen habe (wenn, dann hätte er einen Grund dafür gehabt, weil ich ja sooo missraten war) oder er hat dumm gefragt, warum ich weine, was wieder zu oben - dämliche Frage gestellt etc. - geführt hat... Also hatte ich immer Angst, dass sich das wiederholen würde, weshalb ich dieses Gefühl während seiner Schimpftiraden zu unterdrücken versucht habe. Ich dachte mir dann, wenn das Gefühl hochkam und ich merkte, dass meine Augen feucht wurden: "Oh Gott, fang jetzt bloß nicht an zu heulen, dann wird das nur noch schlimmer!" Hat mehr oder weniger funktioniert.
Allerdings trägt man solche Gefühle immer mit sich herum und das merkt man - und vor allem andere! (Das hast du ja jetzt auch noch mal vor Augen geführt bekommen ;) ) Irgendwann kommen dann auch andere Gefühle hinzu und das zieht einen ziemlich runter. Also habe ich meist allein, wenn ich im Bett lag, an die Situation gedacht, damit das Gefühl wieder hochkam und ich das verarbeiten konnte. Weinen geht da ganz gut, das kriegt keiner so schnell mit. Wie das jetzt mit Wut genauer aussieht, also ob du was kaputt machen willst oder einfach nur schreien, weiß ich nicht, aber das wirst du sicher noch herausfinden, wie du das "richtig" auslebst, da du dich ja sehr intensiv damit zu befassen scheinst. :)

Natürlich wäre es besser gewesen, wenn solche Situationen erst gar nicht mehr vorkommen, aber vielleicht lässt sich das bei dir ja ebenso nicht vermeiden, wie bei mir (obwohl ich nicht glaube bzw. hoffe, dass deine Mutter genauso ist wie mein Papa von der Art her...) Daran habe ich halt gar nicht gedacht.

atashi hat geschrieben:Kein Problem, kein Problem. Ich bin halt so LEICHT allergisch gegen Großschreibung AN mehr oder MINDER zufälligen STELLEN. :wink: Ich will doch keinem was böses. :-D


Puh, da bin ich aber beruhigt :-D

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