Das Gefühl, nicht genug Freunde zu haben

Für alles was sonst ( ML und Chat ) nicht gerne gesehen ist und trotzdem einer Klärung bedarf

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ilimitada
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Das Gefühl, nicht genug Freunde zu haben

Beitrag von ilimitada »

Liebes Forum,

der Beitrag hat so ziemlich null mit BDSM zu tun, aber ich habe das Gefühl, dass es in diesem Forum eine sehr breite Masse an reflektierten Menschen und guten Antworten und Hilfestellungen gibt. Deswegen wollte ich mich damit hier her wenden.

Mich begleitet so eine konstante Unsicherheit darüber, ob ich genügend (halbwegs gute) Freunde habe oder nicht.
Ich habe das schon recht lange, aber seit ich vor anderthalb Jahren aus der Schule bin, sind da logischerweise mehr Wechsel dazugekommen und damit ist die Unsicherheit auch gestiegen. Ich denke zwar nicht ständig darüber nach, aber ich merke, dass es mich belastet und ich durch diesen halbbewussten Glaubenssatz extrem unsicher in Freundschaften werde (Dinge überbewerte, wie zum Beispiel, wenn schlechte Laune an mir ausgelassen wird oder ich versetzt werde) und dann trotzig reagiere und diese Freundschaften, vorallem aber mich, unnötig belaste.
Aber kurz zu meiner Situation:
Ich hatte immer einen relativ festen Freundeskreis von so ca. 10 Menschen, die ich tatsächlich als Freunde bezeichnen würde. Nach dem Abi ging das ein wenig auseinander, es haben sich neue Allianzen gebildet, Leute sind weggezogen und da bei mir in der Zeit auch viel passiert ist (zweimal umgezogen, Vater gestorben, eine Beziehung in die Brüche gegangen, was mich lange belastet hat, 3 Auslandsaufenthalte von insgesamt 5 Monaten usw.) habe ich mich auch nicht so richtig gut darum gekümmert, die Freundschaften weiter bestehen zu lassen. Das hat mich schon im letzten Sommer (als wegen der Semesterferien, Ende der Auslandsjahre etc alle doch noch mal auf einem Fleck in meiner Heimatstadt waren) schon stark belastet: Zu sehen, dass ich zu manchen Kreisen nichtmehr so sehr "dazugehöre", dass es Insider ohne mich gab, Treffen,bei denen ich nicht eingeladen war usw.
Ich bin jetzt zu Semesterbeginn, also im Oktober, nach Göttingen gezogen (also 500km weit weg), wo ich in einer tollen WG wohne. Ich habe meistens mit zwei meiner vier Mitbewohner viel zu tun, wir sehen uns Serien an, gehen ab und an weg, kochen zusammen und gammeln ganz allgemein auch viel rum. Ich hab auch eine handvoll andere Bekannte / Freunde dort, die ich so einmal die Woche sehe. Wir gehen in die Mensa, machen nen Spieleabend oder sowas. Und das ist für mich immer absolut in Ordnung - bis ich mitbekomme, dass sie viel mehr Freunde, auch außerhalb dieses Kreises haben und viel öfter tolle Sachen machen. Dass sie ständig feiern gehen, dass sie tolle Projekte laufen haben, dass sie total viele Leute kennen, wo sie wieder waren, was sie wieder getan haben.. und dann falle ich in ein Loch.

DIe Sache ist die: Ich weiss, dass ich jemand bin, der nicht diese Fülle an Sozialkontakten braucht. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, ist es absolut in Ordnung für mich, in Göttingen zwei tolle Mitbewohner, 7 Freunde / sehr gute Bekannte und eine handvoll weiterer Bekannter zu haben und in meiner Heimatstadt nach wie vor meine beste Freundin zu haben und ein paar frühere Freunde, zu denen ich inzwischen eher lockere Beziehungen habe (weil wir ja selten mal zeitgleich da sind und uns sehen können).
Aber sobald jemand mir klar macht, wie anders das sein kann (zum Beispiel sind an Silvester 5 Menschen, die in meinem früheren festen Freundeskreis waren, zusammen nach Amsterdam gefahren ohne mich zu fragen - das geht aber auch schon bei Kleinigkeiten wie das ich mitbekomme, dass eine Freundin eine zweite gemeinsame Freundin schon zweimal in ihrem Studienort besucht hat und das bei uns nie im Gespräch war), ist bei mir Krise angesagt. Meine Stimmung geht total in den Keller, kann stunden- oder tageweise (manchmal auch fast wochenlang) da bleiben und ich werde oft längerfristig gegenüber diesen Menschen schnippisch (meist ohne zu sagen, was der Grund dafür ist, weil ich ja auch weiß, dass es ein bisschen lächerlich oder unverhältnismäßig ist). Ich zweifle dann oft meinen gesamten Lebensstil an und nehme mir vor, in Zukunft mehr mit anderen Menschen zu machen, mir mehr Freunde zu suchen, tanzen zu gehen (obwohl ich das nicht mag), weil das die anderen ja "auch machen" etc.

So ein Verhalten ist eigentlich eher untypisch für mich - ich hatte zum Beispiel nie ein Problem mit meinen sexuellen Vorlieben, ich hatte immer einen eher außergewöhnlichen Kleidungsstil, eine politische Meinung, die immer wieder auf Widerstand gestoßen ist usw - und nie das Gefühl, mich irgendwie "anpassen" zu müssen und so handeln zu müssen, wie andere das tun.
Ich bin auch total zufrieden mit dem Rest meines Lebens - Ich bin zum Beispiel (und das als einige unter wenigen meiner Bekannten) zufrieden mit meinem Studium und meinen Zukunftsplänen, es fällt mir leicht, persönliche Ziele umzusetzen und ich habe ein gutes Verhältnis zu meiner Familie, zufriedenstellende Sexualkontakte. Ich mache relativ viel ehrenamtlichen Kram, habe trotzdem noch genug Freizeit aber irgendwie - bin ich da auch gerne alleine und "langweile" mich gerne mal oder Ruhe mich einfach aus.
Und ich weiß, dass das absolut in Ordnung ist. Ich weiß es rational.
Aber emotional ändert das nichts an der Empörung, an den Löchern im Herzen, wenn ich erfahre, dass zum Beispiel jemand, mit dem ich früher viel zu tun hatte, am gleichen Wochenende wie ich einen Heimatbesuch macht und sich nicht meldet.

Kennt das jemand?
Und gibt es Tipps, was man dagegen tun kann (außer sich wiederholend sagen, dass es rational gesehen Quatsch ist - irgendwie hilft das nicht).

Ich würde mich über Antworten freuen - oder über ernsthafte Kritik, falls es einen Denkfehler oder eine blöde Verhaltensweise von meiner Seite gibt, die mir garnicht auffällt.

:)
Jeden Tag beginnt der Nachrichtensprecher seine Sendung mit "Guten Abend".
Er braucht 15 Minuten, um zu erklären, dass es kein guter Abend ist.

Egianor
WAS IST REALLIFE?
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Re: Das Gefühl, nicht genug Freunde zu haben

Beitrag von Egianor »

Wenn Du so darunter leidest, dass sich Deine Freunde nicht bei Dir melden - warum meldest Du Dich dann nicht?
Du schriebst ja, Du habest Dich eine Weile nicht gemeldet, vielleicht gehen sie davon aus, dass Du das Interesse verloren hast.

Ich verstehe, dass Du unglücklich darüber bist und Dich quasi außen vor fühlst. Allerdings können Deine Freunde das wohl kaum wissen, wenn Du nicht mit ihnen darüber redest.

Du magst sie? Sie sind Dir wichtig? Du vermisst sie? Ruf sie an und erzähl ihnen das. Warum sollte man mit seinen Freunden nicht auch offen über seine Gefühle reden können? Ich denke, einige Dinge lassen sich recht gut lösen, indem man offen über seine Gefühle spricht.
Und ich persönlich halte es auch für viel Sinnvoller, sich um Freundschaften zu bemühen und zu kommunizieren, wenn einen etwas stört, als sich Wege zu suchen, damit umzugehen, dass Freundschaften zerbrechen.
Natürlich kann das trotzdem passieren, und vielleicht haben Deine Freunde kein Interesse mehr an Dir - aber wenn Du mit ihnen redest, hättest Du wenigstens Gewissheit und wüsstest den Grund dafür, dass Du nicht eingeladen bist. Solange ihr euch aber noch gut versteht, halte ich das für eher unwahrscheinlich - deshalb rede mit ihnen und erzähl ihnen von Deinen Gefühlen :)
Viel Glück :)
Das Murmeltier erwachte am Morgen und beschloss, ans Meer zu gehen. Alle waren dagegen, sein Vater, auch seine Mutter, die Tante und die Geschwister. "Am Meer ist die Freiheit" sagte das Murmeltier und brach auf.
Christoph Miethke Das Murmeltier, das Meer, die Freiheit & das Glück

Kaoru
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Re: Das Gefühl, nicht genug Freunde zu haben

Beitrag von Kaoru »

Als ich den Anfang deines Textes gelesen habe, dachte ich "Oh das Problem kennst du, da geht es dir genauso, vlt kannst du da was zu sagen" und je länger ich las, um so deutlciher wurde mir, dass du (sei mir nicht böse) gar kein Problem hast.
Zur Erklärung: Ich habe ganz ähnliche Gefühle wie du, dabei habe ich zu meinen ehemaligen Mitschülerinnen (Abi 2010) gar keinen Kontakt mehr, nur noch zu einer und die wollte mich nichtmal sehen, als sie für 6 Monate ins Ausland ging. Sonst habe ich noch einen wirklich guten Freund, der in letzter Zeit kaum noch Zeit für mich hat.
Ich bin 2011 zu meinem Herrn gezogen, habe hier eine lockere Bekannte (Kommilitonin) und ei nen noch lockeren Bekannten (ebenfalls Uni) und ansonsten zwei Freunde knapp 80km entfernt in Göttingen. Der FReundeskreis meines Partners hier ist weiterhin nur seiner. Also ich komme zB erst 2 Wochen später als alle andere in Whatsapp-Gruppen, wenn was organisiert werden soll oder so und treffe mich nie alleine mit denen zu Mädelsabenden oä.
Also unterm Strich: 2 (noch'?) enge Freunde über 300km entfernt, 2 weiter eFReunde 80km entfernt und ansonsten 2-5 lockere Bekannte.

Ich weiss nicht, was ich dir zu deinem Problem sagen soll, da ich es selbst offenbar auch nicht kann.
Vlt helfen dir Egianors Worte'?
Vlt hilft dir aber auch einfach zu hören, dass andere noch weniger soziale Kontakte haben und auch imemr noch leben.^^
Dein Wille ist Gesetz,
deine Worte Religion.
Deine Wünsche sind Befehle
und ich eile schon.

greenblue
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Re: Das Gefühl, nicht genug Freunde zu haben

Beitrag von greenblue »

Ich schreibe nicht oft hier was rein, aber dieses Thema liegt mir am Herzen :-)

Also eins kann ich dir sagen, du bist nicht allein mit diesem Gefühl ;) mir ging/geht es ab und zu auch so. Habe mein Abitur gemacht und der ganze Freundeskreis hat sich anschließend in ganz bawü verstreut.
Natürlich erfährt man, dass mal was ohne einen gemacht wird, aber man sieht sich dennoch immer wieder und wir treffen und dann so einmal im Monat in der alten Heimat um sich auszutauschen.

Ich hatte auch nie einen großen Freundeskreis ;)

Außerdem kommt es nicht auf die Anzahl der Freunde an, sondern wie eng man zu ihnen steht. Man kann mit vielen verschiedenen Person abends weggehen, sich treffen etc, aber man merkt erst wie sehr man ihnen vertrauen kann, wenn man sie braucht ;)

Hoffe ich konnte die vielleicht ein bisschen weiter helfen.

mfg bluegreen :-)

ponos
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Re: Das Gefühl, nicht genug Freunde zu haben

Beitrag von ponos »

Also ich habe aktuell 3 Freunde, mit denen ich einigermaßen regelmäßig was unternehme. Freunde, die ich so gut kenne, dass ich sie auf meinen Geburtstag einladen würde bzw. auf deren Geburtstag eingeladen werde: 6-7.
Das bringt mich aber auch nicht um, weil ich sowieso ein recht introvertierter Mensch bin und ganz glücklich bin, wenn ich nicht jedes Wochenende was unternehme. Auf Dauer wäre mir das wohl zu stressig.
Vielleicht hilft es dir, wenn du dir klarmachst, dass du niemals bei allem dabeisein können wirst, was deine Freunde machen. Du kannst versuchen, dem immer näher zu kommen, aber letztendlich gibt es keine Möglichkeit, es zu erreichen (es sei denn, du könntest dich klonen oder so). Daher brauchst du dir auch keinen Kopf zu machen, wenn du es nicht erreichst.
Um es von der positiven Seite zu sehen: Wenn du bei allem dabeiwärst, könntest du dir nichts mehr erzählen lassen, und das wäre doch auch blöd, oder? ;)
Die Moral der Geschichte: Mach soviel mit deinen Freunden, wie du Lust darauf hast. Wenn du mehr mit ihnen unternehmen willst, melde dich bei ihnen. Wenn nicht, dann lass es sein, das ist auch ok. Das Bild von dem Menschen, der ein toller Hecht ist und überall dabei ist, ist meines Erachtens nach weder erstrebenswert noch realistisch.

BlueFeather
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Re: Das Gefühl, nicht genug Freunde zu haben

Beitrag von BlueFeather »

Hallo,

ja, ein ganz kleines Bischen kann ich mich in deinen Worten auch wiederfinden. Ich reagiere dann zwar nicht so stark, aber ich mache mir dann schon Gedanken, wenn ich mich mit einer Person gut verstehe, aber ihr dann ne E-Mail Schreibe und nen halben Monat keine Antwort drauf bekomme, usw. usf. Meist sind der Grund dafür ganz banale Dinge (sie hat diese E-Mail Adresse nicht mehr abgerufen - auf meine E-Mail an die "richtige" Adresse hat sie mir innerhalb eines halben Tages geantwortet), und ich mache mir umsonst nen Kopf darum.

Ich habe so ein bischen bei dir das Problem herausgehört: Meine Freunde machen tolle Dinge, und laden mich nicht dazu ein. Dreh den Spieß doch einfach mal um, träume nicht davon, dass deine Freunde dich dazu einladen, sondern veranstalte selbst mal was Tolles, und lade deine Freunde dazu ein. Dann bist du der Initiator, dann bestimmst du, wo es lang geht, und ihr macht was, was dir gefällt.
Sei aber nicht enttäuscht, wenn dann wer absagt - da mags wieder ganz banale Gründe (wie z.B. andere Termine) geben, weshalb er abgesagt hat. Erst wenn Leute mit diffusen Gründen mehrfach absagen / sich rausreden, würde ich mir Gedanken machen. Wenn du es wirklich wissen willst, dann kannst du ja auch mal (sehr vorsichtig!) bei deinen Freunden anfragen, dass dir diese oder jene Unternehmung auch gefallen hätte, und dass du das auch gerne mal mitmachen würdest / das nächste Mal gerne eingeladen werden würdest. An der Reaktion kannst du dann ein bischen abschätzen, wie gerne du dabei gesehen bist. Kann gut sein, dass die Reaktion da lautet: "Das wussten wir gar nicht, dass dir das gefällt - natürlich laden wir dich das nächste Mal mit ein".

Also so als kleines Fazit: Pass schon auf deine Freunde auf, aber versuche so Kleinigkeiten nicht über zu bewerten und evtl. falsche Schlüsse daraus zu ziehen. Mag ganz banale Gründe (u.a. auch Vergesslichkeit) sein, dass du manchmal nicht eingeladen wirst.

Sirenensang
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Re: Das Gefühl, nicht genug Freunde zu haben

Beitrag von Sirenensang »

Mein Problem ist ein bisschen anders:
Die Leute, die ich früher als Freund*innen bezeichnet habe, haben mich (wohl ähnlich wie dich) auch eher als Randcharakter in ihrem Leben gesehen und mich von Dingen ausgeschlossen. Ich habe mich da öfter wie das fünfte Rad am Wagen gefühlt.
Mittlerweile bin ich okay damit, weil neue Lebensumstände habe und nicht mehr darauf angewiesen bin, mich an diese Leute zu hängen.
Die Freund*innen, die ich jetzt habe, sind mir viel näher als meine Schulfreund*innen. Das liegt einerseits daran, dass ich mir das freier aussuchen kann, andererseits daran, dass ich kein Bild von mir aufrecht erhalten muss (das schon lange nicht mehr zutrifft). In der Schule war ich immer männlich und hetero, und ich verbinde es mit ekligen Gefühlen, mich outen zu müssen. Da treffe ich mich lieber mit Leuten, von denen ich weiß, dass meine Identität okay ist, und die mich sowieso von sich aus mehr inkludieren als meine alten Freund*innen.
Also, dieses Problem hat sich ein bisschen aufgelöst. Ich muss aber sagen, dass ich mich wohl auch nicht gut genug um Freundschaften kümmere. Ich suche nicht genug Kontakt, und öffne mich auch selber nicht genug, als dass das ganze so gut halten würde, wie es könnte.
Also, ich weiß nicht, das Problem ist ein bisschen anders, nicht so schlimm wie Kaorus, vielleicht gehts mir damit auch besser als dir, aber vielleicht sind da doch irgendwelche Sachen drin, aus denen du was ziehen kannst.

Steinbockmaus
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Re: Das Gefühl, nicht genug Freunde zu haben

Beitrag von Steinbockmaus »

Auch ich finde mich ein kleines bisschen in deinen Worten.

Viele Freunde hatte ich noch nie, ich hab mir immer gedacht lieber habe ich nur ein paar Freunde, dafür aber richtig richtig gute Freunde die mit mir durch dick und dünn gehen. In der Schule hatte ich viel mehr Freunde wie jetzt, wir haben uns leider alle aus den Augen verloren und ich habe keine Antworten mehr bekommen.

Ich habe noch 3 gute Freunde, die mir verdammt wichtig sind und mit denen ich mich auch einfach mal spontan treffe. Wir schreiben uns auch nicht täglich, aber sind für einander da, wenn man sich braucht.

Ich finde es eine klasse Idee, einfach mal die Freunde zu einem Spiele Abend etc. einzuladen und so einen Spaß zu haben.

LG

ilimitada
Stammgast
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Registriert: 6. Apr 2008 17:59

Danke für die Antworten! :)

Beitrag von ilimitada »

Hallo!

Erstmal ein riesen Danke für de vielen und ausführlichen Antworten - das war, auch in den unterschiedlichen Betrachtungsweisen, das, was ich mir erhofft habe :)

@Egianor:
Sinnvoll, das nochmal gesagt zu bekommen. Es gibt schon diese Kandidaten, bei denen ich mich immer melde und bei denen dann wenig zurückkommt. Konkret sind das 3 Kerle, die ich immer als relativ enge Freunde wahrgenommen habe - und bei denen, so meine Erfahrung und weitere Vermutung, bringen auch Gefüglsgeständnisse nicht so viel (ich hab einmal betrunken so eine "Mann, warum sind wir denn nicht mehr so gut befreundet!?"-Sache abgezogen).
Ich habe aber nach diesem Tipp nochmal die Namen all derer aufgeschrieben, mit denen ich so im letzten halben, dreiviertel Jahr zu tun hatte und dabei gemerkt, dass es aus der Kategorie derer, die ich garnicht als so enge Freunde empfunden habe sondern eher als Bekanntschaften, einige gibt, die sich mindestens genauso häufig bei mir melden wie ich mich bei ihnen (auch, wenn das selten ist). Davon mag ich ein paar wirklich sehr und da könnte es sich lohnen, die Freundschaft auszubauen. Habe sogar mit 3 dieser Leute gleich Kontakt aufgenommen und grundsätzlich positive Antworten bekommen (auch, wenn die alle grade in ihren Studienorten sind und ein Treffen dementsprechend noch dauert).

@Kaoru:
Keine Angst, ich habe das nicht in den falschen Hals bekommen. Dass ich eigentlich gar kein Problem habe, weiß ich ja. Ich habe quasi daran zu knabbern das etwas, von dem ich weiß, dass es in Ordnung ist, so dermaßen als Problem wahrnehme und mich davon runterziehen lasse - OBWOHL es faktisch nichts schlimmes ist. Aber ja, es hilft durchaus ein bisschen zu wissen, dass (viele) Freundschaften nicht so essentiell sind, dass es ohne sie garnicht geht - und dass nicht alle anderen Menschen (so kommt es einem in so ner Situation ja schnell mal vor) viiiiiel viel mehr Freunde, Kontakte usw haben.

@greenblue:
Einmal im Monat Austausch klingt cool! Vielleicht sollte ich sowas auch mal einführen.
Wobei bei meinem Freundeskreis so ein bisschen die Verzweigungen im Weg stehen. Sprich, wir waren (zumindest die 2 letzten Jahre vorm Abi nichtmehr) keine nach außen hin abgetrennte Gruppe. Manche meiner Freunde haben noch einen anderen Freundeskreis, und in dem Freundeskreis deren Freunde sind dann wieder zwei andere usw. - und das ganze wird nicht nur unübersichtlich groß, sondern es gibt auch Freunde meiner Freunde, die ich total scheiße finde und andersrum.
Aber ein (halbwegs) regelmäßiges Treffen klingt gut - ich versuche mal, das zu etablieren ;)
Und, klar: Es kommt auf die Tiefe der Freundschaften an. Ich habe gottseidank eine Freundin, auf die ich mich 110%ig verlassen kann, auch, wenn sie leider nicht an meinem Studienort wohnt und ich sie deshalb nicht so regelmäßig sehen kann.

@BlueFeather:
Ja, daran mangelt es mir manchmal - dem Vermögen, Dinge nicht auf mich zu beziehen und dann artikulieren zu können "Hey Leute, cool, dass ihr da ward, sowas würde mich auch mal freuen" - das ist definitiv was, was ich üben muss. Genau wie die Überbewertung.
Die Initiatorsache habe ich nach zweimaligen Versuchen (wo dann niemand Zeit hatte) aufgegeben - aber eigentlich ist das Quatsch. Bei anderen Freunden gingen Pläne auch schon mal öfter nicht auf, weil niemand Zeit hatte. Dementsprechend: Jap, werde ich mit meinen "Heimatfreunden" auf jeden Fall weiterprobieren. In Göttingen klappt das eigentlich sogar ganz gut; wenn die WG einlädt, kommen eigentlich alle (wobei das ja nicht ich allein bin; wir haben aber eben einfach einen sehr ähnlichen Freundeskreis).

@Sirenensang:
Jap, genau dieses Gefühl - für mich sind es sehr wichtige Freunde, für sie bin ich eine Bekannte - hatte ich bei den drei Kumpels, die ich schon weiter oben beschrieben hab. Das ist ärgerlich und schmerzhaft und irgendwie piekst mich das jedes Mal aufs neue.
Und es stimmt schon: Nach der Schule ergeben sich ganz neue Möglichkeiten, Freunde auszuwählen - und sich solche zu suchen, die wirklich zu einem passen. Ich hab das bisjetzt aus Bequemlichkeit noch gar nicht soooo sehr in Anspruch genommen (wollte politisch in Göttingen viel aktiver werden und hab das nicht weiterverfolgt, nachdem ich an eine "geschlossene" Gruppe geraten bin, und sich eine andere, bei der ich mitmachen wollte, grade im Auflösen befand), habe aber wieder ein bisschen mehr Motivation, das jetzt zu tun :)

@Steinbockmaus:
Ja, da wurde ja schon was in die Richtung gesagt; Es geht eigentlich nicht um die Quanität von Freundschaften, sondern um Qualität und Tiefe. Und auch da muss man sich nicht "ständig" sehen, um zu wissen, dass man füreinander da ist. Da bin ich mit meiner besten Freundin und z.B. meiner Mitbewohnerin eigentlich sehr gut bedient und es ist toll, dass nochmal vor Augen geführt zu bekommen :)

Liebe Grüße!
Jeden Tag beginnt der Nachrichtensprecher seine Sendung mit "Guten Abend".
Er braucht 15 Minuten, um zu erklären, dass es kein guter Abend ist.

greenblue
Schreiberling
Beiträge: 32
Registriert: 2. Jul 2013 22:02

Re: Das Gefühl, nicht genug Freunde zu haben

Beitrag von greenblue »

Hi
finde es wirklich toll, dass du was zu jeder Nachricht geschrieben hast :-) werde aber nur auf den auf mich bezogenen teil eingehen ;)

Es gibt in den seltensten Fällen einem Freundeskreis , welche in sich geschlossen ist. Das ist bei mir nicht anders, dass kommt nun mal spätestens, wenn man wegen der Uni in eine andere Stadt zieht. Aber es gibt immer einen "inneren" Kern. Das Treffen muss ja nicht riesig sein :-). kannst ja einfach ein paar einladen, das wird mit de zeit selbst immer ein klein bisschen größer :-)

um nochmal auf den ersten Post zurück zu kommen, mir hilft in den Situationen meist einfach mit jemand zu schreiben oder reden ;)

mfg

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