Therapieformen

Für alles was sonst ( ML und Chat ) nicht gerne gesehen ist und trotzdem einer Klärung bedarf

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Hiko
Zaungast
Beiträge: 18
Registriert: 22. Jun 2013 12:38

Therapieformen

Beitrag von Hiko »

In Bezug auf Therapie kann ich da nur zustimmen.

Es gibt niemanden der dich heilen kann - bis du selbst realisierst, dass du selbst der Schlüssel zu dir bist.
Therapeuten sind dafür da, dir bei zu bringen - wie du dich verhälst, wie du dich gibst und zu hinter fragen ob du denn so gesehen werden willst.
Sie reflektieren dich.

Verhaltenstherapie ist jedoch nichts was ich empfehlen würde, denn hier wird davon ausgegangen, dass du Verhalten ändern möchtest - mit dem du dich unwohl fühlst. Und das funktioniert nicht in einem Körper mit dem du sowieso ein schlechtes Gefühl hast - weil du dich nicht auslebst.

Deswegen Tiefenpsyschologie. Hierbei kann man Ziele umsetzen die oft darauf beruhen, dass du dich nicht wohl damit fühlst, wie du dich bisher entwickelt hast oder das das was du gelernt hast, dazu führt - das der Alltag für dich voller Schwierigkeiten ist. Z.b. Kommunikation mit Verwandent, Freunden und Partner, Entwicklung des Ichs (so fühlst du dich und du kannst klar sagen wie es dir geht oder was in dir vorgeht), Bewältigung des Alltags (Hast du Probleme damit dein Zimmer zu verlassen, das Haus zu verlassen oder einkaufen zu gehen, wenn besonders viele Leute unterwegs sind) und Reflektion : Die Wahrnehmung von Anderen wie ich mich gebe und ob dieses Verhalten das ist, wie ich mich eigentlich fühle, ich aber verdränge. Und dann erklären dir diese Leute meistens noch netter Weise wie Körpersprache funktioniert und sozusagen, dass denken von normalen und denen die unter zwängen/ängsten/paranoia/depressionen usw leiden. Wenn dir dein gegenüber nicht erklären kann was in deinem Kopf vorgeht, weil es nicht sein Fachgebiet ist, weißt du das du falsch bist. Und stell immer sicher, dass du dich nich komplett unwohl fühst und nicht das Gefühl hast gegen eine Wand zu reden, Wände bringen nix!

Verhaltenstherapie hat meistens damit zu tun, dass du dein Verhalten änderst. Das heißt z.b du hast dir angewöhnt Dinge zu tun, die dazu führen, dass andere sich unwohl fühlen. Jedoch brauchst du dich nicht so verhalten, und du willst es ändern. Oder auch anderes.. aber grundsätzlich ist Verhaltenstherapie wesentlich oberflächlicher als Tiefenpsyschologie.

Dann noch. Ein teilstastionärer, oder stationärer Auffenthalt kann dir die nötigen Refferenzen dafür geben, dass die Krankenkasse dir über längere Zeit bewilligt - an Therapiestunden teilzu nehmen.
Wurde bei mir so gehandhabt.

Hm. Und für den Anfang kann ich dir sagen, deine Therapeutin ist natürlich trotzdem sehr sinnvoll, weil du vertrauen zu ihr hast. Ich hoffe sie ist gut für dich. Weil wenn du das Gefühl hast, sie redet mit wem der nicht im Raum ist.. oder sie sagt dir Dinge die dich verletzten ernsthaft.. dann ist sie das nicht mehr.
Ich bin die die 22 schreibt, aber dann doch 23 ist >.< Verwirrt sag ich doch XD

aiko
Orga
Beiträge: 610
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Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von aiko »

@ Hiko

Deiner Empfehlung stimme ich nicht unbedingt zu, nur um auch mal eine andere Sichtweise einzubringen... :-)

Um mal eine Grundlage zu haben jeweils der erste Abschnitt aus Wikipedia:
Wikipedia hat geschrieben:Der Begriff Tiefenpsychologie fasst alle psychologischen und psychotherapeutischen Ansätze zusammen, die den unbewussten seelischen Vorgängen einen hohen Stellenwert für die Erklärung menschlichen Verhaltens und Erlebens beimessen. Die zentrale Vorstellung der Tiefenpsychologie ist, dass „unter der Oberfläche“ des Bewusstseins in den Tiefenschichten der Psyche weitere, unbewusste Prozesse ablaufen, die das bewusste Seelenleben stark beeinflussen.
Wikipedia hat geschrieben:Mit Verhaltenstherapie (VT) wird ein ganzes Spektrum von Formen der Psychotherapie bezeichnet. Allen Formen ist gemeinsam, dass die Hilfe zur Selbsthilfe für den Patienten im Mittelpunkt steht, ihm nach Einsicht in Ursachen und Entstehungsgeschichte seiner Probleme Methoden an die Hand gegeben werden, mit denen er zukünftig besser zurechtkommt.
Beide Begriffe fassen viele unterschiedliche Methoden zusammen, in der Tiefenpsychologie zum Beispiel die Psychoanalyse nach Freud etc. und in der Verhaltenstherapie zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie. Für mich kommt es neben der Richtung auch auf die Methode und den Therapeuten an und nicht zuletzt darauf, welche Richtung einem persönlich besser gefällt.
Ich persönlich würde eher zur Verhaltenstherapie raten, da meisten Ansätze / Theorien der Tiefenpsychologie nicht wissenschaftlich genug formuliert sind um sie ordentlich zu prüfen und sie sich gegenseitig bestätigen. In der Praxis sind sie für den Therapeuten recht intuitiv, ein bisschen wie Trial an Error. Das kann gut funktionieren wenn man einen guten Therapeuten erwischt aber recht nutzlos wenn nicht. Verhaltenstherapie ist allgemein gesehen wissenschaftlicher und bietet Hilfe zur Selbsthilfe, was ich für sehr sinnvoll halte. Hier wird auch nicht einfach am Verhalten rumgeschraubt sondern den Ursachen auch auf den Grund gegangen und dann eben Methoden zur Selbsthilfe eingeübt.

Das ist aber nur meine bescheidene Meinung auf Grund der Infos aus meinem Studium und Wikipedia. Wie gesagt, kann beides gut oder schlecht sein, passen oder nicht passen.
Ich denke das muss sich jeder selbst aussuchen :-)

lg aiko

Hiko
Zaungast
Beiträge: 18
Registriert: 22. Jun 2013 12:38

Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von Hiko »

Ja.. du hast natürlich Recht, so ist die Beschreibung.

Hm. Vielleicht sollte ich anmerken... , dass meine Erfahrung eher auf Praxis beruht und ich natürlich nur aus der Sicht des Patienten gucken kann. Mir geht es dabei weniger um den studierten Teil, als mehr um das Gefühl was bei mir entstand.

Ein Verhaltenstherapeut hat mich immer nach meinen Zielen gefragt. Und ich saß dann da... und ohne Ziel konnte er mir nicht helfen. Wenn ich ihm gesagt hab, finde ein Ziel für mich.. saß er dann da.. und wusste nicht weiter. Während wie gesagt Tiefenpsyschologie die Basis zu allem ist um erstmal dich selbst zu verstehen.
Aus dem Wissen um dich selbst kommen dann die Ziele. Wobei es dann meistens noch lange nicht solche sind für die du eine Verhaltenstherapie brauchst.

Wenn ich den Text von neverendingwar lese.. dann seh ich da eine große Verzweiflung, eine sehr Große.. und wie du es aus "wikipedia" entnommen hast geht es erstmal darum, herauszufinden, wie diese Verzweiflung/Ängste/Gefühle etc entstehen.
Ich bin die die 22 schreibt, aber dann doch 23 ist >.< Verwirrt sag ich doch XD

deidre
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Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von deidre »

Es gibt gute Therapeuten, mittelmaessige und schlechte.

Ich habe _bewusst_ geschrieben, dass ich denke, dass einer, der auf Borderline spezialisiert ist und / oder Traumata oder eben ein Verhaltenstherapeut meines Erachtens vllt eher helfen, als der Kinder- und Jugendtherapeut.

Warum habe ich den VT gelistet? Weil ich selbst seit mehreren Jahren erfolgreich nach meiner Reha (4 Monate in einer Klinik, die sich auf Kinder / Jugend / Borderline spezialisiert hatte) Verhaltenstherapie mache. Ich sehe da so EINIGE klare Ziele fuer Neverendingwar, die sie benennen koennte:

- Ihre Grenzen erkennen und artikulieren lernen
- STOP sagen
- offen mit ihrem Partner umgehen, statt falsche Ruecksicht zu nehmen
- entspannen zu lernen
- Hilfsmittel bekommen [Tresormethode, innerer Helfer, sicherer Ort etc] fuer Abstuerze
among others

In der Tiefenpsychologie kann man lange rumbohren. Aber ich weiß, dass ich jedesmal abblocke, wenn irgendein Therapeut meint, in meinem sexuellen Missbrauch rumbohren zu muessen. Meine jetzige Therapeutin akzeptiert, dass ich nur darueber rede, wenn ICH Lust drauf habe - und geht auch nicht weiter in die Tiefe, als ich es zulasse.

Es gibt Probleme, da bringt Konfrontation / Tiefenanalyse / Zerlegung der Situation der Gefuehle etc was - es gibt Situationen, da macht es die ganze Sache nur unnoetig schlimmer.

Egal fuer was fuer einen Therapeuten sie sich letztlich entscheidet, sie muss sich wohlfuehlen. Und das geht nur ueber Testen. Dazu macht man einen Termin aus, geht zu einer Probesitzung (du hast 5 Probesitzungen pro Therapeut "gut / frei", bevor du dich festlegst / was unterschreibst!) und schaust, wie es laeuft. Selbst mit laufender Therapie hast du ein Anrecht, dir einen neuen zu suchen!
Hiko hat geschrieben:herauszufinden, wie diese Verzweiflung/Ängste/Gefühle etc entstehen.
Aufgrund von verschiedener Threads konnte ich herauslesen, dass diese Unsicherheit / Gefuehle aufgrund der traumatischen Vergangenheit, Mangel an Bezugspersonen / Sicherheit, schlechte Erfahrungen mit Ex-Partnern etc entstanden sind - und durch triggernde Situationen immer wieder hochkommen / sie im Alltag belasten. Dazu brauche ich keinen Tiefepsychologen, um DAS festzustellen. Und sie wohl auch nicht, sonst haette sie uns nicht so ausfuehrliche Einblicke geben koennen.

Ryugin
Stammgast
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Registriert: 26. Jun 2011 16:53

Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von Ryugin »

Hallo,

zu der Streitfrage Verhaltenstherapie vs. Tiefenpsychologie sage ich jetzt erstmal nichts. Ich habe mit beiden Richtungen Erfahrungen gemacht und wenn wer was davon wissen will, kann er mich ruhig fragen, ansonsten sehe ich jetzt nicht, wie das zu der Unterstützung von Neverendingwar beiträgt.

(Anregung an die Admins: Vielleicht in ein off-topic-Thema abspalten?)

(Neverendingwar, auch wenn ich alles, was du schreibst, aufmerksam lese, will ich auf das Meiste nicht eingehen. Das hat nichts mit dir zu tun, das liegt einfach daran, dass es zeitlich sonst zuviel werden und meine Schreibbelastung zu groß werden würde. Wenn du aber willst, dass ich dir zu einem speziellen Punkt Feedback gebe oder meine Meinung sage, dann zögere bitte nicht, deinen Wunsch zu äußern, hier oder per PN.)
Ja ich weiß nicht so recht..was mich an meiner Therapeutin stört ist, dass sie so eiskalt ist.
Das freut mich, dass du deine Wahrnehmung so beschreiben kannst. Du sagst, wie du sie erlebst ("eiskalt"), du beschreibst Verhaltensweisen, die dich an ihr stören (Dinge erzählen, die dich abstoßen). Das zeigt mir, dass du nicht emotional an ihr hängst, sondern dir ein kritisches Urteil über sie bildest und die Therapiesitzungen reflektierst. Meiner Meinung nach sind das hilfreiche Fähigkeiten, die dir beim Umgang mit zukünftigen Therapeuten weiterhelfen können.

Deine Beschreibung macht mich traurig, weil ich dir wirklich eine ermutigende Erfahrung mit einem Therapeuten wünsche. Damit verständlicher wird, warum ich sie dir so wünsche, beschreibe ich die Erfahrung, die ich mit Therapeuten bisher gemacht habe: Ich war bisher: Bei einem Tiefenpsychologen, vier Verhaltenstherapeuten, einer Caritas-Beratungsstelle und einem Zen-Dojo. Zufrieden bin ich erst mit der Therapeutin geworden, bei der ich jetzt bin. Das liegt daran, dass sie zwei Qualitäten hat, die ich an ihr sehr schätze: Zum einem baut sie immer wieder mit ihrer Körpersprache, ihrer Mimik und ihren geschickten Nachfragen eine gut spürbare emotionale Verbindung zu mir auf. Das hat dazu geführt, dass ich einige meiner empathischsten Momente in meinem Leben bei ihr erlebt habe, als wir über Dinge sprachen, die mich emotional sehr belastet hatten.
Eine andere Qualität, die ich bei ihr wahrnehme, ist die Möglichkeit mit ihr zu diskutieren und Dinge zu klären. Dann wird das nämlich niemals steril und leblos, dann kommen dabei Denkanregungen raus, Dinge werden klarer oder ich bin auch mal ganz anderer Meinung als sie, habe aber einen neuen Denkansatz gewonnen.
Aufgrund dieser Erfahrung wünsche ich dir sehr, dass du einen Therapeuten findest, der, wenn er nicht die gleichen, so doch ähnliche Qualitäten hat, oder vielleicht auch ganz andere, die auch sehr hilfreich und dir helfen deine Hoffnung wieder zu finden. Darum mache ich den Vorschlag den Therapeuten zu wechseln. Wenn du dir bei einem anderen bist und dir nicht sicher bist, dann schreib uns doch deine Erfahrungen hier im Forum und dann können wir die Feedback geben.

Ryugin
Stammgast
Beiträge: 145
Registriert: 26. Jun 2011 16:53

Re: Ich kann da nicht zu stehen!! :(

Beitrag von Ryugin »

Ich war bisher: Bei einem Tiefenpsychologen, vier Verhaltenstherapeuten, einer Caritas-Beratungsstelle und einem Zen-Dojo.
Spammiges Edit: Es waren doch nur drei Verhaltenstherapeuten.

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