So werden wir wirklich wahrgenommen...??!!

Alles, was sich nirgendwo einordnen lässt

Moderatoren: Kuscheltier, Seelenoede

RLoco90
Zaungast
Beiträge: 14
Registriert: 18. Feb 2013 23:25

So werden wir wirklich wahrgenommen...??!!

Beitrag von RLoco90 » 2. Mär 2013 02:14

Hey, bin gerade beim druchstöbern einer eigentlich recht interessanten Seite auf folgendes gestoßen:

http://www.allmystery.de/themen/mg45035

Muss ehrlich sagen, dass ich nach dem was ich da gelesen habe, wirklich etwas angepisst bin (gibt natürlich nicht nur, meiner Meinung nach, negative Kommentare, aber es überwiegt doch größtenteils Skepsis und Ablehung). Die Frage die sich mir nun stellt ist, wie sehr wird BDSM nun eigentlich von Vanillas toleriert, und vor allem, was denken Sie über uns?

So wird BDSM von einigen Leuten mit Kannibalismus usw. in einem Atemzug genannt, was natürlich (hoffentlich) absoluter Schwachsinn ist.

Meine Frage richtet sich also vor allem an Vanillas (falls es hier welche geben sollte): Was denkt ihr wirklich über diese Neigung?

Ist übrigens eine Frage die mich bezüglich eines eventuellen offenen Umgangs meiner Neigung beschäftigt. Wer möchte schon gerne toleriert, aber irgendwie doch als pervers und krank abgestempelt werden? Ich meine wir können ja nun mal nicht ausser Acht lassen, dass wir leider in der Unterzahl sind ;-).

Benutzeravatar
Munro
Orga
Beiträge: 508
Registriert: 21. Jul 2006 19:56

Re: So werden wir wirklich wahrgenommen...??!!

Beitrag von Munro » 2. Mär 2013 04:31

Da diskutieren ein paar mehr oder weniger Ahnungslose über ein Thema, das die meisten von ihnen nicht selbst betrifft. Für die Voraussetzungen waren zumindest die Beiträge, die ich gerade überflogen habe, völlig in Ordnung. Und selbst wenn nicht: Wen interessiert das schon? Als ob ich meine Sexualität davon abhängig machen würde, wie andere darüber denken.

Ich lasse mich in solchen Diskussionen auch gar nicht auf vermeintliche Toleranz ein. Die geht nämlich meistens in die Richtung, dass mancher BDSM noch in Ordnung ist, anderer BDSM aber krank. Mir ist es egal, ob mich andere für krank halten oder das gutheißen, was ich mache. Ich weiß selbst, was richtig und was falsch ist und dass ich sicher oft falsch handele und etwas krank im Kopf bin. Offensichtlich lebe ich trotzdem ein relativ normales Leben als Mitglied unserer Gesellschaft; und darauf weise ich dann hin, nachdem ich die krasseste Sache geschildert habe, die ich je gemacht habe. Damit relativiert sich dann das Gewicht, das die Sexualität auf die gesamte Persönlichkeit ausübt, und entsprechend vielleicht auch die Haltung des anderen insgesamt, schon alleine weil die Bewertungsskala verschoben wurde: Neben das, was vorher schon als krank angesehen wurde, wird etwas noch viel kränkeres gestellt und damit wird das vormals kranke fast schon normal.

Einfach nicht um Toleranz und Anerkennung betteln, sondern selbstbewusst hinter sich stehen. Der Rest ist ganz egal.

Zimtschnecke
Stammgast
Beiträge: 152
Registriert: 30. Jan 2013 19:26

Re: So werden wir wirklich wahrgenommen...??!!

Beitrag von Zimtschnecke » 2. Mär 2013 11:06

Irgendwie find ich das Thema leicht unsinnig-nur weil man Vanilla/BDSMler/Fetischist etc. ist, sagt das doch nichts über die eigene Meinung bzw Einstellung aus...
Manche finde es vielleicht seltsam,andere findens okay, wieder andere scheren sich nicht darum, was man im Schlafzimmer treibt.
Da könnte man genauso sagen, was BDSMler von der Missionarsstellung halten :roll:
Oder was Ringelsöckchenträger von Kniestrumpfträgern halten...
Meines Erachtens nach sagt die sexuelle Orientierung gerade gar nichts über eine Person aus. :roll:

Benutzeravatar
Porculus
Schreiberling
Beiträge: 70
Registriert: 29. Jan 2013 02:07

Re: So werden wir wirklich wahrgenommen...??!!

Beitrag von Porculus » 2. Mär 2013 13:53

Huhu,
RLoco90 hat geschrieben:Die Frage die sich mir nun stellt ist, wie sehr wird BDSM nun eigentlich von Vanillas toleriert, und vor allem, was denken Sie über uns?
Die Frage allgemeingültig zu beantworten wird kaum mögluch sein. Allein schon weil es weder DEN Vanilla noch DEN BDSMler gibt, dafür sind beide "Lager" in sich ja viel zu vielfältig und die Antwort auf die Frage der Akzeptanz oder Toleranz ist sowieso eine sehr individuelle.
Außerdem hast du doch selbst einen Thread verlinkt, in dem du sehen kannst, was manche über BDSM denken. Dass das Denken von Vielen hauptsächlich von Vorurteilen und Klischees geprägt ist, sollte mittlerweile aber nichts neues mehr sein.
RLoco90 hat geschrieben:Ist übrigens eine Frage die mich bezüglich eines eventuellen offenen Umgangs meiner Neigung beschäftigt. Wer möchte schon gerne toleriert, aber irgendwie doch als pervers und krank abgestempelt werden? Ich meine wir können ja nun mal nicht ausser Acht lassen, dass wir leider in der Unterzahl sind
Als pervers oder krank will bestimmt keiner abgestempelt werden, deshalb soltte man, finde ich, eben überlegen, wem gegenüber man sich outet und wem gegenüber nicht und abwägen zwischen dem Bedürfnis sich zu outen und den Risiken, die man damit durchaus eingehen kann.
Dass wir "leider" in der Unterzahl sind, ist mir persönlich ehrlich gesagt ziehmlich egal. Es geht ja hier darum, Spaß miteinander zu haben und nicht darum, die Weltherrschaft zu übernehmen, oder? :lol:

Benutzeravatar
Evve
Stammgast
Beiträge: 160
Registriert: 26. Dez 2011 18:16

Re: So werden wir wirklich wahrgenommen...??!!

Beitrag von Evve » 2. Mär 2013 22:42

Hi,

Natürlich kann man aufschreien und sagen "oh mein got, was denken die von uns". Denn es ist Klischee, aber ein wahres Klischee. Habe vorgestern im Zug zwei um die 30-40 jährigen nicht wenig blondierten und nicht wenig geschminkten Damen (um es nett auszudrücken) zugehört, wie sie sich über Shades of Grey unterhalten haben. (Die Diskussion über das Buch gibt's ja an anderer Stelle.) Aber es ist einfach offensichtlich gewesen, dass von ihrer Seite kein "tieferer Einblick" in die BDSM-Welt möglich ist. Oder sei es "nur" die Toleranz.

Ich denke die allerwenigsten Menschen, die nicht selbst "nicht der Masse entsprechende" Neigungen haben, wissen nicht einmal, dass es sowas wie BDSM gibt.
Über die Klischee-Domina, die Manager verhaut geht das Vorstellungsvermögen vermutlich selten hinaus. (Vllt haben die Sozialwissenschaftler oder Sozialpsychologen da Statistiken zu!?)
Ist übrigens eine Frage die mich bezüglich eines eventuellen offenen Umgangs meiner Neigung beschäftigt. Wer möchte schon gerne toleriert, aber irgendwie doch als pervers und krank abgestempelt werden? Ich meine wir können ja nun mal nicht ausser Acht lassen, dass wir leider in der Unterzahl sind
Es ist natürlich so wie Munro sagt:
Einfach nicht um Toleranz und Anerkennung betteln, sondern selbstbewusst hinter sich stehen. Der Rest ist ganz egal.
Ich ganz persönlich würde davon abraten "offen" damit umzugehen. Zumindest nach meinem Verständnis von "offen". Auf der einen Seite stehen das Selbstwertgefühl und vielleicht auch ein Bisschen Stolz. Auf der Anderen Seite steht eine Gesellschaft, die (zumindest noch) lange nicht so weit ist, dass sie unglaublich tolerante und weltoffene Menschen hervorbringt. Das ist einfach so. Das Leben ist nicht fair. (We can do little to get our sourroundings better, but we cannot change all. It's a simple fact.) Das heißt doch es ist eine Abwägungssache. Wenn es wirklich dringliche, einem selbst inheränte Gründe gibt, sodass man ein Outing ersehnt, dann kann man das natürlich ins Auge fassen. Bei sehr vertrauten Personen natürlich.
Aber grade der Punkt, den du beschreibst ist eben wichtig: "Wer möchte shcon gerne toleriert, aber doch irgendwie [...] abgestempelt werden?". Natürlich ist es kein schönes Gefühl (und schürt Misstrauen), irgendwie nur "erduldet" zu werden, anstelle akzeptiert.
Grad deswegen würde ich von einem zu offenen Umgang abraten. Hoffe da bin ich nicht die Einzige. Man weiß eben auch nicht was die Zukunft bringt. Die heutige Clique ist vielleicht in 10 Jahren die Feindestruppe No 1 (etwas übertrieben). Facebook trägt btw auch nicht zu Anonymität bei.
Ich persönlich habe mich nur vor 2 mir sehr eng vertrauten "Vanillas" geoutet. Und denen sage ich auch wiederholt, dass sie bitte vorsichtig sein sollen, wenn solche Themen in ihrem Umfeld aufkommen, sodass sie sich nicht verquatschen ;) Natürlich kann denen das auch passieren. (Wer ne Garantie will soll ich einen Toaster kaufen ;))
Ursprünglich hatte ich sogar vor es noch weiteren Personen zu erzählen. Mittlerweile denke ich aber, dass ich schon echt Glück hatte damit von den 2en wirklich akzeptiert und nicht nur gedultet zu werden. Also das ist einfach keine Selbstverständlichkeit und ich denke, dass es u.U. auch bei "besten" Freunden schief laufen kann.
Werde also nach weiteren Überlegungen und etwas mehr Erfahrung jetzt davon absehen weiteren Leuten davon zu erzählen.
M.E. ist es einfach wichtig sehr vorsichtig zu sein. Letztendlich besser zu wenig erzählen als zu viel. Der Selbstschutz steht da denke ich über der missionarischen "Bekehrung" von Vanillas *g*. Letzteres vor Allem nicht durch Outing.

*edit: Ein Gute Nacht hatte ich vergessen =o)
War doesn't determine who's right but who's left.

atashi
Vielschreiber
Beiträge: 304
Registriert: 22. Okt 2011 18:09

Re: So werden wir wirklich wahrgenommen...??!!

Beitrag von atashi » 3. Mär 2013 13:12

RLoco90 hat geschrieben:Meine Frage richtet sich also vor allem an Vanillas (falls es hier welche geben sollte): Was denkt ihr wirklich über diese Neigung?
Warum sollte ein Vanilla sich hier rumtreiben? Höchstens, weil es ihn persönlich betrifft (z.B. der Partner ist BDSMler) und er so offen ist, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. So bekommt man doch auch keine repräsentativen Aussagen? :shock:
Wenn Dir an dieser Frage wirklich etwas gelegen ist, dann geh raus ins RL; leg Dir eine neutrale Fragestellung zurecht, die Dich weder outet noch dem Antwortenden eine Richtung vorgibt* und frage Leute.
Wenns Dir nicht so wichtig ist: Die Quelle, die Du genannt hast, hat das ja schon ein wenig versucht. Hast Du da eigentlich alles durchgelesen? :-D



* mit Richtung vorgeben meine ich Fragestellungen wie sie gerne benutzt werden, um die Wahrheit etwas zu verrücken: "8 von 10 Leuten mit Smartphone sind mit ihrem Tarif unzufrieden - sind Sie das auch?" Gott, 8 von 10, da kann man doch gar nicht widersprechen, ich muss doch mit der Masse schwimmen! Oder hab ich nur das Kleingedruckte nicht gelesen und die wissen mehr als ich?? Und 'nein' sagen ist mir eh aberzogen worden. Hab ich die Frage richtig mitbekommen? Ich sag einfach mal 'ja'.
Also eher "ein Bekannter schreibt grad ne Bachelorarbeit über BDSM, irgendwie beschäftigt mich das grad, was hälst denn Du davon"? statt "Boah, gestern so ein krankes Pärchen in Lack mit Halsband durch die Stadt laufen sehen. Wer macht so nen Scheiß bitteschön??" als Einstieg. :wink:

Benutzeravatar
Kaoru
Orga
Beiträge: 3610
Registriert: 5. Aug 2006 04:15

Re: So werden wir wirklich wahrgenommen...??!!

Beitrag von Kaoru » 3. Mär 2013 14:53

Evve hat geschrieben: Grad deswegen würde ich von einem zu offenen Umgang abraten. Hoffe da bin ich nicht die Einzige. Man weiß eben auch nicht was die Zukunft bringt. Die heutige Clique ist vielleicht in 10 Jahren die Feindestruppe No 1 (etwas übertrieben). Facebook trägt btw auch nicht zu Anonymität bei.
Ohne, dass es hier zu einer Outing-Diskussion führt, die an anderer Stelle geführt wird, aber unter anderem wegen der Anerkennung in der Gesellschaft oute ich mich.
Nicht nur mein Partner und engste Freunde wissen um meine Neigung, sondern auch fast meine ganze Familie, meine ehemalige Schule, meine Mitstudenten, meine letzte Arbeitsstelle, mein Praktikumsplatz, es steht in meinen Bewerbungsunterlagen (unter dem Punkt soziales Engagement die SMJG) und ich trage offen Halsband und erkläre es auch. Nicht erst bei Nachfragen, sondern auch bei komischen Blicken.
Ich gehe sehr offen udn selbstbewusst mit dem Thema um. Ich bin noch nie deswegen seltsam angegangen worden, ein paar WItze waren auch alles. Die mit Abstand häufigste Reaktion war "Hm was es nicht alles gibt / So lange es dir Spaß macht".
Ich möchte damit den Menschen zeigen, dass es ein Teil normaler Sexualität ist, genauso wie Homosexualität. Dass es nichts seltsames ist, das ich verstecken muss. Dass es nichts ist, wofür sich irgendjemand schämen muss. Ich möchte meienr Umwelt zeigen, dass es mehr Menschen gibt, die das machen als nur die Dominas auf RTL2. Udn dass wir alles ganz normale Menschen sind, die arbeiten gehen, eien Familie haben und selbst denken.

Meiner Meinung nach ist die einzige Möglichkeit mehr Verständnis zu erreichen, zu zeigen, dass es diese Menschen überhaupt gibt! Wie soll amn etwas akzeptieren, das man gar nicht kennt? Aber wenn deutlich wird, dass jeder irgendwo einen BDSM'ler kennt und man trotzdem mit denen reden kann, erst dann können sie uns akzeptieren.
Dein Wille ist Gesetz,
deine Worte Religion.
Deine Wünsche sind Befehle
und ich eile schon.

Benutzeravatar
Evve
Stammgast
Beiträge: 160
Registriert: 26. Dez 2011 18:16

Re: So werden wir wirklich wahrgenommen...??!!

Beitrag von Evve » 4. Mär 2013 18:44

Meiner Meinung nach ist die einzige Möglichkeit mehr Verständnis zu erreichen, zu zeigen, dass es diese Menschen überhaupt gibt! Wie soll amn etwas akzeptieren, das man gar nicht kennt? Aber wenn deutlich wird, dass jeder irgendwo einen BDSM'ler kennt und man trotzdem mit denen reden kann, erst dann können sie uns akzeptieren.
Da hast du wohl Recht. Es ist natürlich so, dass sich nichts ändert wenn alle sich verstecken, klar. Ich sehe auch absolut nichts Schlechtes daran sich zu Outen vor wem auch immer man das will und damit auf Toleranz oder sogar mehr zu stoßen. Das ist wunderbar. Trotzdem birgt es individuelle Risiken, deswegen würde ich niemanden raten "Ja, geh rum und erzähl sofort allen davon!". So einen Ratschlag würde ich persönlich einfach nicht von vornherein geben.
Es ist individuelle Ermessungssache, wie viel Risiko man eingehen möchte und wie viel man in der Lage ist (an eventuell negativen Erlebnissen) zu ertragen.
Ich würde auch bei allen anderen "nicht mainstream" Sexualitäten niemals hingehen und sagen "Erzähl allen davon." Es ist immer ein Risiko dabei (es muss nicht mal die Sexualität betreffen) Dinge nach außen zu tragen, die (noch) mit Voruteilen durchtränkt sind. Es gibt "Vanillas" die werden ihre Einstellung nicht aufgrund eines Outings ändern. Wenn man das gut erträgt und einen das (zumindest so gut wie) nicht tangiert, super. Wer innerlich bereit* ist sich diesem Risiko zu stellen (und an der Stelle ziehe ich gerne meinen Hut vor dir, Kaoru =)) und innerlich stark genug und/oder es sogar als Bereicherung empfindet, soll das machen. Aber dessen* sollte man sich dann auch wirklich sicher sein, bzw. ehrlich zu sich selbst. Es ist einfach eine Selbstschutzfunktion (und auf eben diese wollte ich eigentlich bei der aufgekommenen Frage nach dem "offenen Umgang" im Eingangspost ganz doll hinweisen!!! ;)) in sich hineinzufühlen und vor sich selbst zu offenbaren ob man sich stabil/sicher genug fühlt oder nicht. Und wenn nicht, finde ich persönlich das nicht schlimm und dann sollte man's m.E. auch nicht tun.
War doesn't determine who's right but who's left.

RLoco90
Zaungast
Beiträge: 14
Registriert: 18. Feb 2013 23:25

Re: So werden wir wirklich wahrgenommen...??!!

Beitrag von RLoco90 » 6. Mär 2013 00:28

Kaoru hat geschrieben: ...aber unter anderem wegen der Anerkennung in der Gesellschaft oute ich mich.
Nicht nur mein Partner und engste Freunde wissen um meine Neigung, sondern auch fast meine ganze Familie, meine ehemalige Schule, meine Mitstudenten, meine letzte Arbeitsstelle, mein Praktikumsplatz, es steht in meinen Bewerbungsunterlagen (unter dem Punkt soziales Engagement die SMJG) und ich trage offen Halsband und erkläre es auch. Nicht erst bei Nachfragen, sondern auch bei komischen Blicken.
Ich gehe sehr offen udn selbstbewusst mit dem Thema um. Ich bin noch nie deswegen seltsam angegangen worden, ein paar WItze waren auch alles. Die mit Abstand häufigste Reaktion war "Hm was es nicht alles gibt / So lange es dir Spaß macht"...
Respekt, würden wir alle so offen damit umgehen, wäre wahrscheinlich alles viel einfacher. Es geht mir auch nicht um die Frage eines Outings, sondern lediglich darum, wie ich, wenn ich mich tatsächlich oute, von anderen wahrgenommen werde.

Sicher werden die Leute so Sätze bringen, wie: "...solange es dir gefällt..." usw., aber genau diese Sätze sagen doch gar nichts aus. Normaler Weise müsste mich ein solch bizarres Thema als Vanilla doch interessieren? Ursachenforschung, vorkommen, usw...
Aber es kommt einfach nichts, weder in den Medien noch sonst wo hört man irgendwas von BDSM, und das obwohl so viele Menschen betroffen sind. Das Thema wird irgendwie totgeschwiegen, und scheint unangenehm zu sein. Es gibt einfach kein gesellschaftliches Echo, nicht mal so wirklich nach Shadows of Grey.
Deswegen würde ich gerne wissen, was denken die Leute? Oder Interessiert es Sie vieleicht tatsächlich nicht?

atashi hat geschrieben: Warum sollte ein Vanilla sich hier rumtreiben? Höchstens, weil es ihn persönlich betrifft (z.B. der Partner ist BDSMler) und er so offen ist, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. So bekommt man doch auch keine repräsentativen Aussagen? :shock:
Wenn Dir an dieser Frage wirklich etwas gelegen ist, dann geh raus ins RL; leg Dir eine neutrale Fragestellung zurecht, die Dich weder outet noch dem Antwortenden eine Richtung vorgibt* und frage Leute.
Wenns Dir nicht so wichtig ist: Die Quelle, die Du genannt hast, hat das ja schon ein wenig versucht. Hast Du da eigentlich alles durchgelesen? :-D
Gelesen würde ichs jetzt nicht nennen, nennen wirs mal überflogen. Aber ich denke die ersten 10 Seiten des Threads sind representativ.

Und das ich auf meine Frage hier keine Antwort bekomme weiss ich auch...aber trotzdem kann man ja mal auf neue Denkansätze und Blickwinkel hoffen.

Benutzeravatar
Egianor
WAS IST REALLIFE?
Beiträge: 2092
Registriert: 27. Mai 2010 14:52

Re: So werden wir wirklich wahrgenommen...??!!

Beitrag von Egianor » 6. Mär 2013 09:10

RLoco90 hat geschrieben: Aber es kommt einfach nichts, weder in den Medien noch sonst wo hört man irgendwas von BDSM, und das obwohl so viele Menschen betroffen sind. Das Thema wird irgendwie totgeschwiegen, und scheint unangenehm zu sein. Es gibt einfach kein gesellschaftliches Echo, nicht mal so wirklich nach Shadows of Grey.
Deswegen würde ich gerne wissen, was denken die Leute? Oder Interessiert es Sie vieleicht tatsächlich nicht?
In den Medien wird sehr viel über BDSM berichtet und nur sehr wenig davon ist qualitativ hochwertig. Gerade die Privaten greifen das Thema immer wieder auf. Und auch in der Musik ist das Thema präsent, wobei ich denke, dass es da ein wenig davon abhängt, welche Art von Musik man hört.
Es gibt also sehr wohl ein gesellschaftliches Echo - die Frage ist nur, ob es ein der Wahrheit entsprechendes Echo ist; gerade die Privaten sind ja auch oft sehr reißerisch und opfern gerne mal die Wahrheit für die Quote.

Darüber hinaus glaube ich, dass es viele Menschen einfach nicht interessiert, weil sie es nicht nachvollziehen können. Genauso, wie es nicht unbedingt interessant ist, was Vanillas wie und warum im Bett anstellen; oder Homosexuelle; oder Fetischisten; oder Menschen ohne Partner jedweder couleur; oder Menschen, die Sex auf dem Küchentisch präferieren - die Liste ist beliebig fortsetzbar.
Sicher, ein gewisses platonisches Interesse mag bei dem ein oder anderen vorhanden sein - gerade auch, weil das Thema in der Öffentlichkeit präsent ist, aber abgesehen davon gibt es doch kaum einen Anlass für jemanden, der nicht nicht auf BDSM steht, sich damit auseinander zu setzen.

Ich kann mir vorstellen, dass es einem Vanilla ähnlich schwer fällt, nachzuvollziehen, was den Reiz von BDSM ausmacht, wie es mir schwerfällt, den Reiz des Sexuallebens des Vanillas nachzuvollziehen und das ist keinesfalls abwertend gemeint - ich steh nur einfach nicht drauf und vice versa.
Darüber hinaus gibt es ja nicht nur das, was Vanillas über BDSMler denken (könnten), sondern auch das, was BDSMler über Vanillas denken - und auch das ist nicht unbedingt schmeichelhaft. Denn wer hört sich gerne an, dass seine Sexualität "langweilig" wäre? Das der "gewisse Reiz", der "Kick" garnicht da sein könne? Dass einem etwas "entginge"? Das sind so die Vorurteile gegenüber Vanillas, die - auch hier im Forum - immer wieder auftauchen.

Es ist also nicht nur eine Frage des "was denken sie über uns" sondern auch eine des "was denken wir über sie" - denn jenachdem wieviel von Letzterem der entsprechende Gesprächspartner mitbekommen hat, desto voreingenommener und/oder reservierter dürfte er dem Thema und damit einer Diskussion gegenüber eingestellt sein.
Und um mal auf die Ursprungsfrage einzugehen: ich kann mir gut vorstellen, dass sich viele nicht-BDSMler für BDSM genausoviel interessieren, wie ich mich für sexuelle Praktiken interessiere, die mich nicht betreffen: allenfalls platonisch und recht oberflächlich aber mit der Einstellung: sollen doch alle tun und lassen, was ihnen gefällt, solange sie 1. niemandem schaden und 2. mich nicht über Gebühr damit behelligen.
Das Murmeltier erwachte am Morgen und beschloss, ans Meer zu gehen. Alle waren dagegen, sein Vater, auch seine Mutter, die Tante und die Geschwister. "Am Meer ist die Freiheit" sagte das Murmeltier und brach auf.
Christoph Miethke Das Murmeltier, das Meer, die Freiheit & das Glück

Antworten

Zurück zu „BDSM Sonstiges“